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Debakel statt Kehrtwende - KFC geht gegen Lotte unter

Artikel, 15.02.2015

Der KFC hatte sich im Vorfeld des Spiels gegen die Sportfreunde Lotte zwei Ziele gesetzt: endlich die Torflaute zu beenden und wieder einen Dreier einzufahren. Stattdessen kamen schnell Erinnerungen an das 0:7-Debakel aus der Vorsaison hoch, denn der KFC agierte planlos und ungefährlich. Vier Gegentore und eine rote Karte für ein Frustfoul waren das Ergebnis.

Zwei personelle Veränderungen gab es im Vergleich zum Spiel gegen Köln. Burak Akarca spielte für Sebastian Hirsch (Grippe) als rechter Verteidiger und der japanische Neuzugang Toshinori Uefune startete für El Houcine Bougjdi im zentralen Mittelfeld. So ergab sich im gewohnten 4-1-4-1 System folgende Startelf: Udegbe - Akarca, Weiler, Jöcks, Schulz – Ellguth - Knetsch, Buckmaier, Uefune, Maouel - El Zein Schon zu Beginn der Partie war zu sehen, dass Lotte sich einiges vorgenommen hatte und direkt hohes Tempo und aggressives Pressing ausübte. So dauerte es auch nur 10 Minuten, ehe die Gäste in Führung gingen. Im Spielaufbau unterlief Neuzugang Uefune ein unnötiger Ballverlust, den Lotte eiskalt ausnutzte. Nach einer Hereingabe in den Strafraum, die Weiler nicht mehr verhindern konnte, traf Pires Rodriguez aus knapp zehn Metern ins Tor. Sichtlich geschockt und weiterhin planlos ging das Spiel des KFC weiter. Vor allem der letzte Woche noch so stark spielende Patrick Jöcks fiel etliche Male durch Fehler im Defensivspiel auf. Er war auch derjenige, der es den Sportfreunden in der 34. Minute sehr einfach machte, auf 0:2 zu erhöhen. Jöcks wurde auf der linken Seite umspielt und den folgenden Querpass durch den Strafraum musste Jesse Weißenfels nur noch ins leere Tor einschieben. In der Folgezeit hatte Lotte mehrmals die Chance auf 0:3 zu erhöhen, doch der beste Uerdinger, Robin Udegbe, verhinderte dies des Öfteren. Kurz vor der Pause, in der 42. Minute, war es dann aber doch so weit: nach einem Eckstoß erhöhte Wendel für Lotte per Kopf zum 0:3. Zur zweiten Halbzeit brachte das Trainerteam um Murat Salar und Uwe Fecht dann Dominik Oehlers für Abdelkader Maouel. Neuzugang Maouel, fußballerisch einer der Besten im Team, spielte im linken Mittelfeld und kam mit dieser Rolle nicht wirklich zurecht. Bereits gegen Köln musste er kurz nach Beginn der 2. Halbzeit den Platz verlassen. Wer sich jetzt das große Aufbäumen des KFC erhofft hat, sah sich leider getäuscht. Nachdem in der 52. Minute der 17-jährige Jovanovic für Buckmaier ins Spiel kam, änderte sich im Uerdinger Offensivspiel auch nichts. Im Gegenteil, Lotte erhöhte nach einem schönen Angriff in der 55. Minute auf 0:4, als Weißenfels frei auf Udegbe zulief und den Ball eiskalt im Tor versenkte. Ein einziges Mal musste der Lotter Torhüter Fernandez eingreifen, als Weiler einen Freistoß aus gut 20 Metern gefährlich auf das Tor brachte. Der Mangel an Torchancen war sinnbildlich für das Uerdinger Spiel. Die KFC-Elf war chancenlos und zugleich gefrustet. So sah Rechtsverteidiger Akarca nach einem harten Einsteigen die rote Karte. Akarca war neben Jöcks und Uefune, der auch zu keinem Zeitpunkt wirklich ins Spiel fand, mit der Schwächste im Team und konnte Hirsch absolut nicht ersetzen. Im weiteren Verlauf hatte Lotte noch einige hochkarätige Chancen um das Ergebnis noch auszubauen. Einzig und allein Udegbe hat man es zu verdanken, dass es im Endeffekt beim 0:4 geblieben ist. Positiv zu erwähnen ist lediglich noch die Rückkehr von Fahrian nach seiner Verletzung zurück ins Team. Er kam in den letzten 20 Minuten ins Spiel und war wie gewohnt gut unterwegs und engagiert. Kämpferisch konnte man auch Ellguth und Kofi Schulz keinen Vorwurf machen. Fazit: Wieder kein Tor, wieder kein Punkte. Schlimm genug, dass wir keine Tore erzielen, aber noch schlimmer ist, dass seit einigen Spielen auch keine Torchancen mehr kreiert werden. So kam auch El Zein im Sturm bisher zu keiner nennenswerten Aktion, außer zahllosen Abseitspositionen. Zudem sollte sich auch das Trainerteam hinterfragen, ob es im Team nicht Veränderungen geben sollte. Zwei Beispiele: Maouel, der als zentraler Mittelfeldspieler kommt, hier auf linksaußen spielt und dort absolut nicht zurecht kommt. Oder ein Mentizis, der in Leverkusen einer der Leistungsträger war, bei uns keine Rolle spielt und dem sogar 17 oder 19-jährige Jugendspieler bei Einwechslungen vorgezogen werden. Die Hoffung auf Punkte in den nächsten Spielen ist zudem eng verbunden mit einer möglichen Rückkehr von Alexiou, Hirsch, Fahrian und Aydin in die Startelf. Sollte dies nicht gelingen wird es so langsam eng im Abstiegskampf, trotz 10 Punkten Vorsprung.