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Leistungsträger oder Bankdrücker? - Zwischenzeugnis für die Neuzugänge

Artikel, 28.12.2013

Die Hinrunde lief nicht ganz so wie geplant für den KFC - statt im gesichertem Mittelfeld überwintert man auf einem Abstiegsplatz. Dass es dazu kam, hat zahlreiche Gründe, doch vor allem die Kaderplanung wird im Rückblick immer wieder kritisiert. Deswegen möchten wir die Winterpause nutzen, um die Neuzugänge dieser Saison mal auf den Prüfstand zu stellen. Wer hat dem Team weitergeholfen? Wer wartet noch auf den Durchbruch? Und welche Spieler konnten die Erwartungen an sie einfach nicht erfüllen?

[b][u]Volkan Ünlü[/u][/b] Eine der ersten Verpflichtungen nach dem Aufstieg und gleichzeitig die womöglich unverständlichste. Bereits in der Vorsaison hatte der vereinslose Torhüter sich beim KFC fit gehalten und sich wohl vom Charakter her auch gut in die Truppe eingefügt. Doch vom sportlichen Standpunkt her war die Sache deutlich weniger klar. In der Vorsaison hatte sich Sascha Samulewicz wenig zu Schulden kommen lassen, was seine Ablösung erfordern würde. Und ohnehin konnte man sich fragen, ob ein drei Jahre älterer Torhüter mit recht durchwachsener Vita hier wirklich eine Verbesserung bewirken würde. Weder in den Testspielen (zahlreiche Unsicherheiten) noch bei seinen beiden Ligaeinsätzen (insgesamt 97 Spielminuten) konnte er wirklich für sich werben und katapultierte sich durch seine rote Karte zurück auf die Bank. Dass durch diese Verpflichtung der U23-Torhüter Halil Özcelik vertrieben wurde, war dabei nur ein weiterer unschöne Nebeneffekt. Unsere Note:[b] voll mangelhaft (5+)[/b] [b][u]Robin Udegbe[/u][/b] Die positive Überraschung der bisherigen Saison! Erst im September wurde der Nachzügler verpflichtet - vor allem, um so einen weiteren Spieler unter 23 Jahren auf der Ersatzbank zu haben. Stattdessen wurde er im Rekordtempo zum Stammtorhüter. Nachdem Ünlü kurz vorher für Samulewicz in die Startaufstellung gerückt war, wurde Udegbe nach dessen roten Karte gleich im zweiten Spiel nach wenigen Minuten eingewechselt. Sein Einstand war zunächst denkbar unglücklich, gleich nach der Einwechslung kassierte er durch einen Freistoß das am Ende entscheidende Gegentor. Dennoch zeigte er von da an, was einen Stammtorhüter ausmacht: Er strahlte Sicherheit aus, rettete seine Mannschaft mehrfach und war vor allem im Spiel Mann gegen Mann kaum zu überwinden. Der einzige Kritikpunkt an seiner bisherigen Leistung ist, dass er dem Hühnerhaufen namens Verteidigung vor ihm nicht öfter Anweisungen erteilt, um Fehler im Stellungsspiel zu korrigieren. Unsere Note: [b]knapp sehr gut (1-)[/b] [b][u]Assimiou Touré[/u][/b] Vom Namen her wurde die Defensive mit Touré vor der Saison deutlich verstärkt. Der Togolese hatte immerhin schon zwei Bundesligaeinsätze für Bayer Leverkusen sowie mit der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2006 vorzuweisen. Auch der Trainer seinen vorherigen Vereins Babelsberg 03 bescheinigte ihm großes Potential und eine enorme Schnelligkeit. Doch die entsprechend hohen Erwartungen des Trainers und der Fans konnte Touré leider nicht ansatzweise erfüllen. Zumindest zum Teil lag das aber auch daran, dass Eric van der Luer ihn mehrfach in der Innenverteidigung einsetzte, wo er seit der Jugend nicht mehr gespielt hatte. Doch auch auf seiner eigentlichen Position als Linksverteidiger waren seine Leistungen nur mäßig besser. Durch sein häufig katastrophales Stellungsspiel und Fehleinschätzungen verursachte er in der Hinrunde zahlreiche Tore und war der größte Unsicherheitsfaktor in der Verteidigung. Dass er trotzdem noch spielt, liegt vor allem daran, dass es für seine Position im Kader keine wirklich bessere Alternativen gibt. Unsere Note: [b]mangelhaft (5)[/b] [b][u]Tim Rubink[/u][/b] Als einziger Spieler im Kader hat der Neuzugang aus Goslar in dieser Saison alle 18 Spiele (zumindest teilweise) bestritten. Wirklich überzeugen konnte der Rechtsverteidiger dabei aber leider eher selten, seine Klasse konnte er nur in Ausnahmefällen zeigen. Nach Saisonbeginn verschlechterte sich seine Leistung zunehmend, zeitweise war er ein ähnlich großer Unsicherheitsfaktor wie Touré. Wobei man als Abwehrspieler natürlich auch schlecht glänzen kann, wenn die Mitspieler ebenfalls ständig Fehler machen. Zuletzt schien er sich wieder etwas zu stabilisieren, wenn auch auf keinem sonderlich hohen Niveau. Seine Versuche, als Außenverteidiger im Spiel Akzente nach vorne zu setzen, waren aber weiterhin zu selten von Erfolg geprägt. Unsere Note: [b]ausreichend (4)[/b] [b][u]Lance Voorjans[/u][/b] Der junge Niederländer kam zu Beginn der Saison aus Maastricht an die Grotenburg um das offensive Mittelfeld zu verstärken. Dabei ist er ein ganz anderer Spielertyp als Issa Issa, welcher sich vor allem auf seine guten Pässe verlässt. Voorjans zeigte hingegen häufig ein großes Laufpensum, schaltete sich in den Angriff mit ein aber arbeitete auch ordentlich mit nach hinten. Seine Pässe und Flanken könnten hier und da noch genauer kommen, hat durch seinen harten Schuss aber immerhin auch schon vier Treffer erzielen können. Zu Beginn der Saison zeigte er auch endlich einmal gute Standards (z.B. den Lattenknaller im Pokalspiel in Remscheid), hat sich hier aber inzwischen auch eher an das Niveau seiner Mitspieler angepasst. Unsere Note: [b]voll befriedigend (3+)[/b] [b][u]Waldemar Schattner[/u][/b] Ein Spieler, den unser Trainer schon vor der Verpflichtung gut kannte, da er unter ihm in Aachen zum Stammpersonal gehörte. In Uerdingen dient er aber vor allem als Lückenbüßer in der Abwehr und kam selten im defensiven Mittelfeld, dafür mal als Innen-, mal als Außenverteidiger zum Einsatz. Auf allen Positionen machte er seine Arbeit dabei vergleichsweise ordentlich und solide und konnte auch nach vorne des öfteren Akzente setzen. Seine Spielweise kann man als recht unauffällig beschreiben, was in einer ansonsten von individuellen Fehlern geprägten Abwehr durchaus als Lob verstanden werden kann. Zwar hatte auch er seine schwächeren Momente (z.B. in Düsseldorf), insgesamt aber einer der besseren Spieler. Unsere Note: [b]knapp gut (2-)[/b] [u] [/u] [u][/u][b][u]Charilaos Pappas[/u][/b] Im offensiven Mittelfeld sollte mit Pappas ein Mann aus der zweiten griechischen Liga für Impulse sorgen. An seinem Potential zweifelte kaum jemand und auch im Training hinterließ er einen sehr guten Eindruck. Obendrein war er auch noch der Wunschspieler von Präsident Lakis - der Stammplatz schien ihm so gut wie sicher. Doch kaum war er verpflichtet, fiel er bei Trainer van der Luer wohl in Ungnade. Dieser setzte ihn nicht nur zunächst gar nicht ein, sondern kritisierte ihn auch noch als einzigen Spieler mehrfach öffentlich in der Presse. Insgesamt stand er in der Liga bisher erst neunmal auf dem Feld, wobei er nur eine einzige Partie komplett absolvierte. Dabei schaffte er immerhin noch ein Tor und eine Vorlage, konnte sich aber nicht wirklich nachdrücklich für einen Stammplatz empfehlen. Die sportlichen Ansätze sahen aber besser aus als bei manch anderem - mit etwas mehr Vertrauen vom Trainer könnte es bei ihm in der Rückrunde durchaus besser laufen. Unsere Note: [b]voll ausreichend (4+)[/b] [b][u]Güngör Kaya[/u][/b] Ein weiterer Spieler, der mit einer Topausbildung und großen Chancen in seine Karriere gestartet war und nun nachträglich den Sturm des KFC verstärken sollte. Nachdem seine Papiere aus der Türkei eingetroffen waren, machte er auch gleich im Pokalspiel gegen den Hastener TV sowie bei einem Einsatz in der Zwoten einen engagierten und treffsicheren Eindruck. Zu mehr sollte es aber nicht kommen, da er kurz darauf vom DFB für seine Verwicklung in eine Wettaffäre erst mal ein halbes Jahr gesperrt wurde. Dass er so anstatt für Tore vorerst nur für schlechte Presse sorgte, liegt zwar sicherlich an seinem Vergehen - hier hätten aber vor allem die Verantwortlichen des KFC besser aufpassen müssen. Ob er den Verein nach der Zwangspause sportlich weiter bringen kann, werden wir leider erst ab März sehen. Unsere Note: [b]nicht bewertbar[/b] [b][u]Moses Lamidi[/u][/b] In der Oberliga-Aufstiegssaison war die Offensive sicherlich nicht das Problem in Uerdingen - der KFC stellte nicht nur die beiden Torschützenkönige sondern scheiterte sogar nur knapp an der 100-Tore-Marke. Dennoch sah der Trainer hier Verbesserungspotential und holte mit Moses Lamidi einen schnellen Außenstürmer als Verstärkung für Emrah Uzun in den Kader. Seine Statistik mit drei Treffern und fünf Vorlagen zeigt, dass die Verantwortlichen hier ein gutes Auge hatten. Zudem ist Lamidi einer der wenigen Spieler, welcher auch mal in einer Einzelaktion gefährlich werden kann. Während Uzun gute Anspiele brauchte, marschierte er auch gerne mal über außen und zieht vor das Tor, was oft zu guten Chancen oder einem Foul in guter Position führte. Im Vergleich zum Anfang der Saison hat der Aktivposten inzwischen aber etwas nachgelassen uns sich dem Niveau seiner Mannschaftskollegen angepasst - auch, da er inzwischen maximal noch lange Verzweiflungsbälle aus dem Mittelfeld bekommt. Unsere Note: [b]knapp gut (2-)[/b]