Schluesselszene.net

Erster Schritt zum Fanprojekt - Supporters Club Krefeld gegründet

Artikel, 22.11.2012

Bereits seit einigen Monaten laufen die Vorbereitungen für das Fanprojekt des KFC Uerdingen. Am gestrigen Abend wurde mit der Gründung des Trägervereins 'Supporters Club Krefeld e.V.' der erste Schritt unternommen, um die Pläne in die Tat umzusetzen. Die Gründungsmitglieder wählten in der Großmarktkantine den Vorstand und legten die Vereinssatzung fest. Dabei störte es auch nicht, dass die Stadt Krefeld, welche noch vor wenigen Monaten vehement ein solches Projekt gefordert hatte, eine finanzielle Unterstützung kürzlich ablehnte.

In der Öffentlichkeit wurde das Thema KFC-Fanprojekt erstmals im Sommer der Aufstiegssaison 2011 diskutiert. Nach den unschönen Ereignissen in Baumberg und Ratingen hatte sich die Presse wieder einmal auf die KFC-Fans eingeschossen, als Matthias Finken seine Abschlussarbeit für sein Studium der sozialen Arbeit vorstellte. Darin zeigte er auf, wie ein Fanprojekt als Ansprechpartner und Hilfestellung für die Fans dazu beitragen könnte, derartige Vorkommnisse in Zukunft zu unterbinden. In einer Umfrage unter den Uerdinger Fans, an der sich über 600 Personen beteiligten, kamen auch die Anhänger selbst zu Wort und machten deutlich, wo sie den größten Bedarf sahen. Die Idee fand allgemeine Anerkennung und insbesondere nach den Geschehnissen nach dem Heimspiel gegen die Sportfreunde Siegen wenige Monate später forderten Presse und Politik eine rasche Umsetzung. Geplant war, sich hierbei an den bereits existierenden Vorbildern aus höheren Ligen zu orientieren und das Fanprojekt nach den Richtlinien des DFB aufzubauen und zertifizieren zu lassen. Dazu wäre jedoch neben zwei fest angestellten Mitarbeitern insbesondere eine solide Finanzierung nötig gewesen - in den meisten Fällen zahlen Stadt bzw. Gemeinde, das Land und der DFB jeweils ein Drittel (47.500€) der insgesamt nötigen Summe. Mit Blick auf die angespannte Haushaltslage hatte der Sportausschuss der Stadt Krefeld diesem Finanzierungsmodell jedoch leider eine Absage erteilt. Daher entschieden die beiden für die Planung des Projekts verantwortlichen, Matthias Finken und Dirk Lumme, das Ganze „eine Nummer kleiner“ aufzuziehen und zunächst vor allem auf Sponsoren und Ehrenamtler zu setzen. Denn auch ohne den gewünschten Etat soll das Fanprojekt bereits bald seine Arbeit aufnehmen und beispielsweise betreute Busfahrten für Jugendliche, Lehrstellenvermittlung oder gar Schuldnerberatung für in Not geratene Fans bieten. Doch zunächst musste einmal der Bürokratie Tribut gezollt werden, weswegen am Mittwochabend die Gründung des 'Supporters Club Krefeld e.V.' in der Krefelder Großmarktkantine stattfand. Unter der Leitung von Dirk Lumme arbeiteten die 25 anwesenden Gründungsmitglieder die Tagesordnung ab und entschieden unter anderem über die Vereinssatzung, Rechte des Vorstands und den Jahresbeitrag für Mitglieder. Um auch wirklich jedem die Möglichkeit zu geben, den Supports-Club auf diese Weise zu unterstützen, wurde letzterer auf 12€ festgelegt. Zu guter Letzt wählten die Mitglieder des frisch gegründeten Vereins auch noch den ersten Vorstand. Als erster Vorsitzender wurde wie erwartet Matthias Finken gewählt, welcher in den vergangenen Jahren nicht nur das Fanprojekt auf den Weg gebracht hatte, sondern seit der Sommerpause auch offizieller Fanbeauftragter und damit Nachfolger von Klaus Bäcker ist. Den zweiten Vorsitz nahm Mitinitiator Dirk Lumme ein, welcher beim KFC als Betreuer aktiv ist und nebenbei im Ehrenrat des Vereins sitzt. Ebenfalls gewählt wurden Geschäftsführer William Wood, Daniel Staude und Michael Pietrek als Schatzmeister sowie Stellvertreter und Beisitzer Heiner Essingholt. Komplettiert wird dieses Team von den beiden Kassenprüfern Harald Grassen und Christian Scholz. Mit dieser Führungsriege nimmt der Supporters Club nun nach Abschluss der letzten Formalitäten endgültig seine Arbeit auf. Nach Aussage von Dirk Lumme wurden bereits vielversprechende Gespräche mit Sponsoren geführt, ebenso hätten sich schon zahlreiche Personen als ehrenamtliche Helfer angeboten. Für den Anfang bezieht der Verein den leer stehenden Container unter der Osttribüne. Dort können sich interessierte Fans über das Projekt informieren und ganz einfach Mitglied werden.