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Aufstieg vertagt - KFC vergibt Matchball gegen Rhede

Artikel, 21.04.2013

Eigentlich war alles angerichtet. Am Aufstieg des KFC zweifelte zwar schon lange niemand mehr, aber an diesem Tag hätte man den Vorsprung so weit vergrößern können, dass TuRU auch rechnerisch nicht mehr heran käme. Voraussetzung dafür war, dass der KFC zu Hause gegen Rhede gewann, während die Düsseldorfer in Homberg verlieren musste. Der Verfolger tat den Uerdingern dann auch den Gefallen (2:1), doch für den KFC reichte am Ende nur zu einem 3:3-Unentschieden. Unkonzentriertheiten in der Abwehr, Müdigkeit durch die vielen englischen Wochen und ein wenig überzeugendes Schiedsrichtergespann sorgten dafür, dass der Sekt erstmal im Kühlschrank blieb.

Schon vor der Partie zeigte sich mal wieder, welchen schweren Stand der KFC in der Stadt Krefeld hat. Anstatt darüber zu berichten, dass die Uerdinger nach einer grandiosen Saison an diesem Sonntag den Sprung in die Regionalliga endgültig schaffen könnten, füllten die lokalen Zeitungen ihre Seiten lieber mit Rückblicken auf den Meistertitel des KEV vor zehn Jahren. Dementsprechend fanden sich auch nur durchschnittliche 2000 Zuschauer in der Grotenburg ein, um dieses wichtige Spiel zu sehen. Zur Feier des Tages war auch Friedhelm Funkel anwesend, welcher für einen Beitrag des Fernsehsenders Sky interviewed wurde. Trotz des hohen Besuchs begann die Partie eher wenig glanzvoll. Die Gäste zeigten von Anfang an, dass sie sich nicht verstecken wollten, und so neutralisierten sich beide Mannschaften weitestgehend im Mittelfeld und kamen zu keinen nennenswerten Torchancen. Das änderte sich erst in der 10. Spielminute, als Emrah Uzun eine Flanke kurz vor dem Fünfmeterraum annehmen konnte. Anstatt selbst abzuschließen legte er zurück auf Kosi Saka, welcher aus der gut zwölf Metern ins obere linke Eck verwandelte. Mit der Führung im Rücken agierte der KFC nun offensiver, Issa Issa und Maik Kuta scheiterten jeweils aus der Distanz. Kurz darauf zeigten Uzun und Kuta dann vorbildlichen Einsatz und setzten den Gegner am eigenen Strafraum so unter Druck, dass dieser den Ball verlor. Kuta spielte kurz auf Uzun, welcher aus fünf Metern einköpfen konnte (29.). Spätestens jetzt schien alles nach Plan zu laufen, da nun auch die Nachricht vom Rückstand der TuRU in Homberg die Runde machte. Nur wenige Minuten später war es dann ein krasser Fehler der Uerdinger Abwehr, welcher den Gegner zurück in die Partie brachte. Daniel Giesbers bekam einen langen Pass auf die linke Seite gespielt und konnte, da die Gegenspieler viel zu weit von ihm weg standen, im Alleingang den Anschlusstreffer erzielen (33.). KFC-Schlussmann Sascha Samulewicz hatte so allein gelassen wieder mal keine Abwehrchance. Zwei Minuten später hätte der gleiche Spieler nach einem weiteren Aussetzter der Uerdinger Abwehr eigentlich den Ausgleich erzielen müssen, doch seinen schwachen Schuss konnte Andreas Korte noch vor der Linie klären. So konnte der KFC seine Führung doch noch in die Pause retten. Rhede spielte jedoch auch nach der Unterbrechung weiter nach vorne und wurde schon nach wenigen Minuten belohnt. Im Kampf um den Ball brachte Ioannis Alexiou Fabian Herbers zu Fall und Simon Lechtenberg verwandelte den fälligen Strafstoß in der 55. Minute problemlos zum 2:2. Im Anschluss war der KFC zwar bemüht, dem Spiel wieder seinen Stempel aufzudrücken, doch es fehle an Ideen und scheinbar auch an der Kraft. Stattdessen waren es die Gäste, die in der 61. Spielminute einen schnellen Konter spielten und mit zwei Spielern unbedrängt vor dem Uerdinger Tor auftauchten. Erneut war es Giesbers, der zum 2:3 verwandelte. Der KFC war weiter bemüht und erarbeitete sich der 72. Minute dann auch wieder den Ausgleich. Uzun legt direkt vor dem Tor auf Ersan Tekkan ab, der den Ball ins kurze Ecke drosch. Der Jubel war noch nicht ganz verhallt, da lud die Abwehr des KFC den Gegner wieder mal zu einem Tor ein. Doch der enteilte Giesbers traf diesmal nur den Pfosten. Während das Spiel immer spannender wurde, drängte sich nun das Schiedsrichtergespann mit einer sehr zweifelhaften Darbietung ins Rampenlicht. Den ersten Aufreger gab es in der 83. Minute, als Emrah Uzun im Strafraum nach außen abgedrängt wurde und im Zweikampf zu Boden ging. Da kein klares Foul zu sehen war, forderten nur wenige Fans nach dieser Aktion einen Strafraum. Schiedsrichter Felix Schmitz stürmte jedoch gleich los und zeigte Uzun zum allgemeinen Entsetzen eine gelbe Karte für die angebliche Schwalbe. Da dieser bereits vorbestraft war, spielte der KFC von nun an nur noch mit zehn Spielern. Im Anschluss mussten die aufgebrachten Zuschauer mit ansehen, wie auch der Linienrichter mit zahlreichen fragwürdigen Entscheidungen den Uerdingern das Leben schwer machte. Fast bei jedem Angriff des KFC wurde entweder auf Abseits oder Stürmerfould entschieden. Dass dann auch ein klares Handspiel eines Verteidigers der Gäste im eigenen Strafraum mit Freistoß für Rhede belohnt wurde, fiel da fast nicht mehr auf. Mit diesem Handycap und inzwischen auch deutlich schwindender Kondition schaffe es der KFC dann auch nicht mehr, das Unentschieden noch in einen Sieg umzumünzen. Die einzig nennenswerte Chance war ein strammer Freistoß von Issa Issa, welcher jedoch leider das Tor verfehlte. Den unrühmlichen Schlusspunkt setzte dann wieder Schiedsrichter Felix Schmitz. In der Nachspielzeit setzte der VfL Rhede zu einem Konter an, welchen Andreas Korte zu verhindern wusste, indem er dem ballführenden Spieler noch vor der Mittellinie einen Rempler verpasste. Trotz der großen Distanz zum Tor und obwohl noch zwei Uerdinger Spieler hätten eingreifen können, entschied Schmitz sehr kreativ auf Notbremse und zeigte die rote Karte. Dass einige Fans dann Gegenstände auf das Spielfeld warfen war zwar überflüssig, die Emotionen aber mehr als verständlich. Doch auch wenn die Unparteiischen mit ihrer eigenwilligen Darbietung sicherlich ihren Teil dazu beigetragen hatten, ging das Unentschieden klar auf die Kappe des KFC. Die Gäste hatten aufgrund zahlreicher Fehler in der Abwehr über das gesamte Spiel verteilt die deutlich besseren Chancen. Die Uerdinger schienen ähnlich ideenlos wie zuletzt im Pokal und waren auch konditionell deutlich angeschlagen. Fraglich auch, warum der Trainer nach den harten letzten Wochen nicht durch etwas Rotation im Kader für Entlastung sorgte. Da Düsseldorf sein Spiel verlor, rückte der KFC dem sicheren Aufstieg aber auch so einen guten Schritt näher. Damit dürfte es am Mittwoch in Oberhausen, spätestens aber am nächsten Sonntag in Uedesheim Zeit für die nächste Feier sein.