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450€ Strafe für Özcelik - Aufstiegsfeier hat spätes Nachspiel

Artikel, 28.10.2013

Jeder KFC-Fan dürfte sich noch an den Abend erinnern, an dem der Aufstieg in die Regionalliga endlich feststand. Zusammen mit den Spielern hörte man im Radio live mit, wie TuRU Düsseldorf in Rhede verlor und damit auch rechnerisch nicht mehr zum KFC aufschließen konnte. Es folgte eine ausgelassene Feier vor dem Stadion - mit reichtlich Bier, Sekt, Gesang und auch einigen Bengalos. Letztere haben nun ein unangenehmes Nachspiel für unseren Ex-Torhüter Halil Özcelik. Das Amtsgericht Krefeld verurteilte ihn wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz zu einer Geldstrafe von 450€.

Im Freudentaumel nach der Entscheidung verschwendete damals natürlich niemand auch nur einen Gedanken daran, dass dieses Freudenfeuerwerk derartige Konsequenzen haben könnten. Während die Mannschaft die Polonaise durch die Menge tanzte, zündeten einige Fans die mitgebrachte Bengalos. Dabei standen sie ab von der Menge, Gefahr für Personen bestand also definitiv nicht. Auch die Spieler hatten ganz offensichtlich kein Problem mit der Situation - und so schnappte sich Halil Özcelik einen der Bengalos und tanzte mit den Fans. Allerdings war auch die Presse an diesem Abend vor Ort, um über den Aufstieg zu berichten, und so fanden sich bald Fotos von der Aktion in den Medien. Daraufhin wurde Özcelik von den szenekundigen Beamten des KFC darüber informiert, dass sie aufgrund der Bilder Anzeige gegen ihn erstatten müssten. Der Vorwurf war dabei der gleiche, der auch bei Pyrotechnik während der Spiele Anwendung findet: Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz. Noch tiefer saß der Schock bei ihm, als er einige Monate später Post vom Amtsgericht erhielt: die Strafe für sein Vergehen wurde auf 1200€ festgelegt. Nachdem er Einspruch eingelegt hatte, folgte am vergangenen Montag die Verhandlung vor dem Gericht. Halil nutzte die Chance, seine Sicht der Dinge zu erklären. Insbesondere versuchte er, der Richterin klar zu machen, wie viel ihm dieser Aufstieg bedeutete. Dass jemand, der seit seiner Jugend beim KFC spielt und mit ganzem Herzen an dem Verein hängt, in einer solchen Situation nicht sachlich bleiben kann, verstand wohl auch das Gericht. Auch weil er sich vorher nie etwas hatte zu Schulden kommen lassen, wurde die Strafe auf 450€ verringert. Dennoch beharrte die Richterin darauf, dass Pyrotechnik auch außerhalb von Spielen verboten und gefährlich ist und nicht ohne Konsequenzen bleiben kann. Neben Özcelik war wohl auch Präsident Lakis im Visier der Justiz - auch er hatte während der Feierlichkeiten verbotenes Feuerwerk gezündet. Welchen Verlauf seine Verhandlung nahm, ist uns leider nicht bekannt - ihn dürfte eine Geldstrafe aber wohl vergleichsweise weniger hart treffen. Für den jungen Özcelik ist die Strafe hingegen ein schweres Los. Deswegen haben die Ultras Krefeld beschlossen, ihn in dieser schweren Lage zu unterstützen, auch wenn er inzwischen beim VfR Fischeln spielt. Beim Spiel gegen Leverkusen sammelten sie bereits Geld, um die Strafe zu bezahlen. Obwohl die Aktion nicht groß publik gemacht wurde, kam dabei bereits eine ordentliche Summe zusammen. Dennoch soll die Spendenaktion morgen beim Pokalspiel gegen Ratingen fortgesetzt werden. Nach Möglichkeit soll die gesamte Strafe so von der Fanszene des KFC übernommen werden, um Halil diese Last von den Schultern zu nehmen und ihm für seinen Einsatz für den Verein zu danken. Diese Aktion verdient in unseren Augen jede Unterstützung. Wir würden uns deswegen freuen, wenn möglichst viele Fans morgen ihren Teil dazu beitragen könnten. Die Spendenbox befindet sich am Stand der Utras unter der Südtribüne.