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Keine Stehplätze in Block P - Vollbierausschank in der Schwebe

Artikel, 12.09.2013

Bei der heutigen Sportausschuss-Sitzung wurde die Beschlussvorlage der Verwaltung zur "Ertüchtigung" des Blocks P mit Wellenbrechern von den Fraktionen der CDU und der Grünen abgelehnt. Obwohl die Fraktionen der SPD, FDP und der Freien Wähler für die Vorlage gestimmt haben, kam es so zu einem Stimmenpatt von 9 zu 9 Stimmen, was nach der Geschäftsordnung eine Ablehnung bedeutet.

Die hitzige Debatte um den Einsatz der verbleibenden 47.356 Euro aus der Sportmittelpauschale aus dem Jahr 2012 begann Philibert Reuters von der Fraktion der CDU. Er erläuterte, dass die derzeitige Kapazität der Grotenburg von 12.500 Zuschauern ausreichend sei und verwies sogleich auf die angespannte Haushaltslage der Stadt. Da die Erfahrungen in den letzten Jahren gezeigt hätte, dass gerade im Winter immer wieder nicht planbare Anforderungen aus anderen Sportvereinen kämen, sei man nach einem Abwägungsprozess zu dem Entschluss gekommen, der Vorlage nicht zuzustimmen und die Mittel besser weiterhin zurückzustellen, auch, wenn der CDU bewusst sei, dass in der Grotenburg keine optimalen Bedingungen für die Stehplatz-Zuschauer seien. Dennoch konnte sich es ein Kollege aus der Fraktion nicht sparen, kurz vor der Abstimmung noch folgendes in den Raum zu stellen: "Wenn die Dünnbierzeit in der Regionalliga angekommen ist, werden die Fans in andere Stadien gehen". Klaus Kokol (SPD) hingegen sprach sich mit seiner Fraktion dafür aus, der Vorlage zuzustimmen, da man in den letzten Jahren immer wieder in die Grotenburg investiert habe, der Erhalt auch eine Werterhaltung und der KFC sehr wichtig für das Image der Stadt sei. Sehr weit vom Spielfeld stehende Fans fand er für dieses Image nicht zuträglich. Das Geld sei somit nicht verloren, sondern eine Investition in den Wert der Grotenburg. Die von Herrn Reuters angesprochenen Eventualitäten könne man genauso gut aus der Sportmittelpauschale 2013 finanzieren, über deren Verwendung bis zum heutigen Tage nichts beschlossen sei. Er warf der CDU eine Blockadehaltung vor, die ganz Krefeld schade. Monika Brinner (Die Grünen) sprach für ihre Fraktion und stellte dabei klar, dass die Grotenburg solange "ein Fass ohne Boden" sei, solange nicht belastbare Zahlen für eine komplette Sanierung vorlägen. Bei anderen Vereinen müsse für Maßnahmen oft jahrelang angespart werden und es gehe nicht an, dass der KFC gegenüber anderen Vereinen bevorzugt würde. Die Fraktion halte deshalb dies für eine "Investition mit offenem Ausgang", weshalb man die Vorlage der Verwaltung ablehne. Desweiteren sei es "zumutbar für den KFC-Fan, dass er auch einmal einen Sitzplatz nimmt" ... Für die FDP erläuterte Danie Dick zunächst noch einmal die Gründe, warum die FDP gegen die Sanierung der West gewesen sei und beschrieb seinen Besuch im Stadion gegen Köln II, wo er auf der West gestanden habe. Dort würde man im Winter im Matsch stehen, was nicht zumutbar sei. Davon abgesehen, sei für die Fans die Blöcke P und Q sehr wichtig, was man ebenso sehe und auch unterstützen wolle. Desweiteren fragte er, wie die Stadt denn da stehe, wenn man Gelder aus einem bewilligten Haushalt 2012 Ende 2013 immer noch nicht eingesetzt habe. Die Interessen des KFC seien berechtigt, die Investition sei aber nicht für den KFC, sondern eine Investition in städtisches Vermögen. Markus Eitner von den Freien Wählern stimmte der Vorlage zu, ohne dies lange zu begründen. Die nachfolgende Abstimmung endete mit einem 9:9 und führte somit zum Ergebnis, dass nun die Grotenburg weiterhin ohne die Blöcke P und Q auskommen muss, was sicherlich vor allem für viele Dauerkartenbesitzer, die zur Zeit auf der West stehen, eine große Enttäuschung darstellt und dem Verein vor allem im Winter finanziellen Schaden durch Mindereinnahmen bescheren wird. Im Gegensatz zum Thema Stehplätze waren sich die Parteien weitgehend einig, was das Ausschankverbot von Vollbier bei Nicht-Risikospielen betrifft. Der Antrag der CDU-Fraktion begründete Herr Reuters damit, dass man sich im Sportausschuss Rechtssicherheit holen und von der Verwaltung Erklärungen haben wolle, warum sie dies vorgenommen habe. Die Verwaltung erläuterte ihre Sicht der Dinge und erklärte, dass man sich an die Statuten des Verbandes orientiere. Daraufhin wurde von allen Fraktionen diskutiert, ob die Stadt dafür zuständig sei, die Statuten eines Fußballverbandes umzusetzen, oder ob dies nicht Aufgabe des Verbandes sei. Seitens der Verwaltung herrscht ebenfalls Unsicherheit, aber man wollte der Sache nachgehen, um zu vermeiden, dass man verantwortlich sei für überwiegend alkoholbedingte Randale. Man habe dazu Anfang des Jahres den KFC kontaktiert und dieser habe sich dahingehend geäußert, dass man mit dem Verband zu diesem Thema im Kontakt sei. Mitte Juni habe sich aber herausgestellt, dass der KFC keinen Kontakt diesbezüglich zum Verband habe, so dass nun die Verwaltung diesen Kontakt zum Verband aufgenommen und man am 26.09. nun ein Treffen mit Verbandvertretern habe. Warum denn die Verwaltung überhaupt dieses Fass aufgemacht hat, wurde genausowenig beantwortet wie darauf reagiert wurde, als Herr Dick seinen Eindruck schilderte, dass mit allem, was seit dem Aufstieg des KFC von der Verwaltung in Gang gebracht worden sei, man meinen könne, der KFC würde von irgendjemanden kaputt gemacht werden sollen. So taumelt der KFC nicht nur sportlich, sondern auch durch den Sportausschuss ... ohne Vollbier sogar.