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KFC weiter auf Abstiegskurs - Nur Unentschieden gegen Wattenscheid

Artikel, 15.12.2013

Nach den beiden spielfreien Wochenenden und der Spielabsage am vergangenen Freitag wurde gestern in der Grotenburg endlich mal wieder Fußball gespielt. Mit der SG Wattenscheid kam ein direkter Konkurrent nach Krefeld, welcher mit nur drei Punkten mehr auf dem ersten Nichtabstiegsplatz stand. Mit einem Sieg hier und in der kommenden Woche gegen Velbert wollte der KFC auch selbst den Sprung schaffen und nach Möglichkeit mindestens auf Platz 14 überwintern. Doch auch in diesem wichtigen Spiel konnte die Mannschaft nicht überzeugen und musste sich mit einem fast schon glücklichen Punkt zufrieden geben.

Vor dem Spiel hatte die Rheinische Post bereits dafür gesorgt, dass das Sportliche bei vielen erstmal wieder in den Hintergrund geriet. Stattdessen wurde über den "Vorbericht" diskutiert, welcher mit lauter Gerüchten über Privatinsolvenzen, Trainerwechsel und ausstehende Gehälter für schlecht Stimmung sorgte. Schade, dass Herr Schaulandt sich mit so einem reisserischem Artikel profilieren muss, anstatt dieses so wichtige Spiel für den KFC mal etwas zu bewerben. In der Startaufstellung fehlten neben den immer noch verletzten Benjamin Baltes und Kosi Saka auch Musah Celik, welcher sich im letzten Spiel die fünfte gelbe Karte abgeholt hatte. Dafür war Ioannis Alexiou wieder fit, welcher zuletzt mit einer Gehirnerschütterung ausgefallen war, und auch der in Oberhausen nur eingewechselte Issa Issa durfte wieder von Beginn an ran. Nachdem der KFC zuvor wochenlang nur trainieren konnte, gab sich Trainer van der Luer optimistisch, diese wichtigen drei Punkte einfahren zu können. Zusätzliche Motivation gab es auch von Seiten der Fans mit einem Banner in Block K - "Dreck fressen, vorwärts 05!". Auf dem Platz sah es dann aber leider ganz anders aus. Der KFC zeigte sich von Beginn an genau so schwach und unmotiviert wie zuletzt in Oberhausen. Kein Konzept im Spiel nach vorne, viele Fehlpässe und kaum jemand, der wenigstens mal das Herz für eine Einzelaktion zeigte. Ein Kopfball von Lamidi auf den Torhüter war dann auch die einzige Chance in den ersten 45 Minuten. Wattenscheid zeigte auch keine hohe Fußballkunst, erarbeitete sich aber immerhin einige Tormöglichkeiten. Der wieder einmal starke Robin Udegbe musste mehrfach in brenzliger Situation klären und durfte auch nach Standards einige Flugeinlagen zeigen. Kurz vor der Pause dann der größte Aufreger des Spiels, als Udegbe gegen Milko Trisic herauseilte und dabei den Spieler, aber eben auch ganz klar zuerst den Ball traf. Schiedsrichter Florian Visse wollte scheinbar auch endlich mal für etwas Stimmung sorgen und zeigte dennoch auf den Punkt. Dass es dann aber nur gelb für Udegbe gab (trotz angeblicher Notbremse), zeigt, dass ihm die Lächerlichkeit dieser Entscheidung vermutlich selbst schnell klar wurde. Zum Glück für den KFC parierte Udegbe den schwachen Schuss von Berkant Canbulut und es ging torlos in die Kabinen. Trotz des Dämpfers durch die verpasste Chance waren es die Wattenscheider, welche nach dem Wiederanpfiff deutlich motivierter aufspielten. Als Konsequenz fiel dann bald darauf die durchaus verdiente Führung. Nach einem Freistoß wurde der Ball vor dem Tor nicht geklärt, Jens Grembowitz bedankte sich und staubte zum 0:1 ab. Der KFC wachte nun doch nochmal auf, der Trainer brachte Maik Kuta als zusätzliche Offensivkraft. Wirklich viel lief nach vorne aber nicht zusammen, auch Spielmacher Issa spielte nur lange Bälle auf Lamidi und Kuta. Der Ausgleich war dann auch eher glücklich, Lance Voorjans köpfte nach einer endlich mal gelungenen Flanke vom sonst unsichtbaren Emrah Uzun ein. Die restlichen 20 Minuten hätte man sich als Zuschauer durchaus sparen können. Die Gäste schienen mit dem Unentschieden zufrieden und konditionell am Ende, der KFC wollte zwar weiter nach vorne spielen, brachte aber kaum einen gelungenen Pass zustande. Das Endergebnis hilft dann aber auch den Gästen deutlich mehr, welche dadurch Uerdingen als direkten Konkurenten weiter auf Distanz halten und auf einem Nichtabstiegsplatz in die Winterpause gehen. Auf der Tribüne sorgte das Ergebnis wieder einmal für Ernüchterung. Kein Vergleich mehr zum ersten Saisonspiel, als der KFC in Wattenscheid überlegen aufspielte und zumindest sportlich als Sieger vom Feld ging. Der unmotivierte und ungefährliche Auftritt der Mannschaft dürfte weder sportlich noch in Hinblick auf die heißgelaufene Gerüchteküche sonderlich für Ruhe sorgen. Da hilft es auch nicht, dass Spieler und Trainer das Ergebnis zum wiederholten Mal auf die zahlreichen Ausfälle schieben und die Fans auf die Rückrunde vertrösten wollen. Denn unabhängig vom Spiel gegen Velbert wird der KFC auf einem Abstiegsplatz überwintern und nach der Pause folgen gleich drei Spiele gegen Gegner aus der oberen Tabellenhälfte. Vielleicht ist es langsam mal an der Zeit einzusehen, dass die aktuelle Leistung einfach nicht reicht - es wäre immerhin ein erster Schritt zur möglichen Verbesserung.