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Mehr Schatten als Licht - Testspiel gegen den VfL Rhede

Artikel, 17.01.2014

Am Ende war zumindest das Ergebnis noch ganz in Ordnung. Mit 3:1 besiegte der KFC im Testspiel den VfL Rhede. Doch was die Mannschaft über weite Strecken gegen den Abstiegskandidaten aus der Oberliga ablieferte, war weit weniger überzeugend. Am Ende lag es am Unvermögen der Gäste vom Elfmeterpunkt und der Querlatte, dass die Partie nicht doch noch unentschieden endete. Die Fehler und Probleme waren dabei leider wieder die gleichen, wie schon in der gesamten Hinrunde: ineffiziente Chancenverwertung im Sturm und haarsträubende Schnitzer in der Verteidigung.

Es war aber natürlich nicht alles schlecht, einige Spieler konnten auch positiv von sich reden machen. Einer davon war sogar ein Testspieler, nämlich der vor kurzem zum Verein gestoßene Ahmed Ammi, welcher im rechten Mittelfeld für offensive Akzente sorgte. Mit viel Laufbereitschaft und guter Technik konnte er seine Gegner mehrfach umspielen und gute Anspiele in die Mitte bringen. Aus einer seiner Einzelaktionen entstand nach einer guten halben Stunde auch das erste Tor, welches Kosi Saka nach seiner Vorbereitung erzielte. Der zweite heiß ersehnte Testspieler, welchen Trainer van der Luer in der Presse von Beginn an angekündigt hatte, fehlte aber leider komplett: Hamza Cakir. Der Verteidiger absolvierte lediglich eine Laufeinheit. Ansonsten war es vor allem Lance Voorjans, der sich mehrfach über die linke Seite in den Angriff einschaltete und dabei für große Gefahr sorgte. Er behauptete mehrfach auf der Außenbahn gut den Ball und konnte seine Mitspieler so in Szene setzen. Den zweiten Treffer für den KFC erzielte er dann in der 39. Minute auch gleich selbst. Wenn er so eine Leistung dauerhaft zeigt, sollte er in der Rückrunde gute Chancen auf einen Stammplatz haben. Auch Dominik Oehlers zeigte sich im Sturm engagiert, agiert aber wieder einmal zu ungestüm und konnte so nur selten für Gefahr sorgen. Seine unnötige gelbe Karte für Nachtreten zeigt, dass seine Emotionen noch besser in den Griff bekommen muss. Dass hier bisher vor allem Offensivspieler genannt wurden, hat seinen guten Grund: in der ersten Hälfte war der KFC den Gästen durchaus überlegen, der Großteil der Partie spielte sich in einer Hälfte ab. Dennoch war die Dominanz nicht so groß, wie es aufgrund der sportlichen Situation zu erwarten gewesen wäre. Immerhin rangieren die Rheder, welche vor der Saison zahlreiche wichtige Spieler hatten ziehen lassen müssen, derzeit in der Oberliga Niederrhein nur auf dem vorletzten Platz. Die erste gute Chance des Spiels hatten dennoch die Gäste, nachdem ein langer Ball die Uerdinger Abwehr mal wieder überfordert hatte. Dass offensiv nicht mehr zustande kam, lag dann aber wohl auch an der defensiven Grundeinstellung der Rheder Mannschaft. In der zweiten Halbzeit änderte sich diese Ausrichtung, die Gäste spielten nun etwas engagierter nach vorne. Das gab aber auch der Offensive des KFC - inzwischen mit Moses Lamidi und Emrah Uzun besetzt - größere Freiräume. Aus den entstehenden Chancen hätte man eigentlich mindestens drei weitere Tore machen müssen, doch beide vergaben mehrfach aus aussichtsreicher Situation. Uzun fasste sich dann aber doch ein Herz und erzielte nach 53 Minuten mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze das 3:0. Doch bald darauf war beim KFC etwas die Luft raus, was die Gäste nur zu gerne nutzten. Nach einem groben Fehler vom Norman Jakubowski in der Defensive konnte Yannick Schwanekamp bereits kurz nach dem dritten Uerdinger Treffer das 3:1 erzielen. Eine Antwort des KFC blieb aus, stattdessen konnte Rhede weitere Angriffe starten. Bei einem davon sah Sascha Samulewicz, der heute den Vorzug vor Robin Udegbe erhalten hatte, wenig glücklich aus. Beim Herauseilen holte er an der Strafraumgrenze den Stürmer von den Beinen, ein Foulelfmeter war die Folge. Zum Glück für den KFC fiel dabei nicht das 3:2, denn der Schütze setzten den Ball weit über das Tor. Auch danach versäumte es der KFC, das Heft wieder in die Hand zu nehmen. Die letzte Großchance hatte Rhede, doch zum Glück für die Uerdinger prallte der Schuss aus spitzem Winkel von der Latte ab. In der Schlussphase wurde aber auf Seiten des KFC auch mehrfach gewechselt, was dem Spielfluss natürlich nicht gut tat. So kamen aber auch Deniz Sevinc und Kofi Schulz noch zu ihren Einsätzen. Anders als beim Rummel rund um seine angebliche Verpflichtung blieb Sevinc dabei auf dem Feld recht unauffällig. Schulz zeigte vor allem seine Körperstärke und seinen Gegenspielern damit im Zweikampf mehrfach deren Grenzen auf. Doch da zu diesem Zeitpunkt im Angriff nicht mehr viel lief, blieben seine Versuche, sich in die Offensive einzuschalten, eher fruchtlos. Ein weiterer Einwechselspieler sorgte dann für die Szene mit dem bittersten Nachgeschmack des Abends. Nachdem der Linienrichter bei einem Pass auf Meik Kuta auf Abseits entschieden hatte, verlor dieser wieder einmal die Nerven und drosch den Ball davon. Schiedsrichter Tim Pelzer zückte entsprechend die gelbe Karte. Doch Kuta hatte scheinbar noch nicht genug, schlug den Arm des Schiedsrichters weg und bedachte ihn noch mit ein paar netten Worten. Konsequenz des ganzen war eine gelb-rote Karte, wodurch Kuta wahrscheinlich im Pokalspiel nächste Woche fehlen wird. Und dabei muss er noch froh sein, dass Pelzer nicht glatt rot zückte und ihn damit gleich für mehrere Wochen sperrte - darüber beschweren dürfen hätte er sich nach seinem Ausraster nicht. Es bleibt fraglich, ob der Trainer das Risiko in der Zukunft noch oft eingehen wird, die tickende Zeitbombe Kuta einzuwechseln. Am Ende waren auf jeden Fall die meisten Zuschauer, wahrscheinlich aber auch die Spieler, froh, als die Partie zu Ende war. Neben ein paar einzelnen Lichtblicken hatte der Test vor allem gezeigt, dass die bekannten Baustellen weiterhin aktuell sind. Als Fan würde man sich ja gerne auf den baldigen Start der Rückrunde freuen, doch bei diesem fehlenden Fortschritt fällt das schwer.