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Nicht nur ein Verwaltungsakt - Vorbericht zur Jahreshauptversammlung

Artikel, 19.01.2014

Am Dienstag ist es mal wieder soweit, der KFC lädt seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung ein. Behandelt werden soll dabei das Geschäftsjahr 2012, denn noch immer hinkt der Verein mit seinen Sitzungen ein Jahr hinterher. Dennoch handelt es sich bei der Veranstaltung nicht nur um irgendeine pflichtmäßig ausgeführte Formalität. Insbesondere in diesem Jahr sind dort durchaus kontroverse Diskussionen und auch wichtige Entscheidungen zu erwarten. Jeder, dem der Verein am Herzen liegt, sollte deswegen versuchen dabei zu sein und seinen Teil beizutragen.

Die letzte Jahreshauptversammlung fand im Dezember 2012 statt, also mitten in der Erfolgssaison, welche mit dem Aufstieg in die Regionalliga endete. Entsprechend harmonisch ging es damals auch zu. Trotz einer Negativbilanz von rund 118.000€ im Geschäftsjahr 2011 waren Fans und Verantwortliche gut gelaunt und optimistisch, dass der Verein sich auf dem richtigen Weg befindet. Der Vorstand wurde ohne viel Aufsehen entlastet und auch die Wahlen des Ehrenrats und Verwaltungsrates gingen ohne große Unstimmigkeiten über die Bühne. Ebenfalls anwesend war die komplette Mannschaft, Trainer Eric van der Luer und Kapitän Kosi Saka hatten gegen Ende ebenfalls die Möglichkeit zu einer Rede. Dieses Jahr ist das aber alles anders. Während die Mitglieder in Krefeld die JHV begehen, spielt der KFC ab 19:30 Uhr in Ennepetal ein Testspiel gegen den dortigen Oberligisten. Dass die Mannschaft die Veranstaltung somit verpassen wird, dürfte zumindest wohlwollend in Kauf genommen worden sein. Denn alles deutet darauf hin, dass es diesmal ganz und gar nicht so harmonisch bleiben wird. Zu viel ist in den Monaten seit dem Aufstieg schief gegangen, gleich mehrfach blamierte sich der Verein in der Öffentlichkeit (U23-Regelung, Kaya-Verpflichtung und wieder einmal Gerüchte über verzögerte Gehaltszahlungen) und auch sportlich läuft es alles andere als rund. Es ist zu erwarten, dass sich am Dienstag einiges an Frust entlädt. Die Liste der Unzufriedenen ist aktuell wieder einmal lang, insbesondere die immer noch mangelhafte Struktur im Verein, von der Verwaltung bis in den sportlichen Bereich, ist vielen ein Dorn im Auge. Auf der Geschäftsstelle fehlt weiterhin der längst angekündigte Leiter und auch an der Sponsorenfront geht es nicht sichtbar voran. Auch im Unterbau rumort es, nach dem Rauswurf von Ronny Kockel als Trainer probte die A-Jugend den Aufstand und auch die Zwote machte ihrem Ärger über die mangelnde Unterstützung Luft. Es gibt also mehr als genug zu diskutieren und die Hauptversammlung ist auch genau der richtige Ort dafür. Hier müssen sich Vorstand und Präsident den Fragen der Mitglieder stellen und die Karten auf den Tisch legen. Aber es liegt auch an den Mitgliedern, diese Diskussion auf einem vernünftigen und konstruktiven Niveau zu halten. Das gilt insbesondere auch für die von Mitgliedern eingereichten Anträge für die Tagesordnung, welche zu kontroversen Diskussionen führen dürften. Während unseren Informationen nach durchaus interessante Vorschläge dabei sind, gehen einige leider auch komplett in die falsche Richtung und könnten für Ärger sorgen, falls sie denn zur Diskussion zugelassen werden. Es gibt leider bereits seit längerem einige Personen, die im Hintergrund Stimmung gegen die aktuelle Vereinsführung machen und Lakis am liebsten gleich vor die Türe setzen würden, ohne aber auch nur den Ansatz einer Alternative aufbieten zu können. Diese Personen sind offensichtlich bereit, den Verein aufgrund von persönlichen Animositäten in die Insolvenz laufen zu lassen. Doch nur Vereinsführung und Mitglieder können gemeinsam einen Weg finden, den KFC aus den aktuellen Problemen wieder heraus zu führen. Die Versammlung muss aufpassen, sich nicht vor den Karren irgendwelcher persönlichen Rachefeldzüge spannen zu lassen. Aber auch in der bereits bekannten Tagesordnung gibt es bereits genug interessante Punkte. Zum einen soll über eine Senkung der Mitgliedsbeiträge abgestimmt werden. Der hohe Beitrag von 100€ pro Jahr ohne wirkliche Gegenleistungen ist vielen Fans schon lange ein Dorn im Auge, eine Anpassung sollte hier für Verhältnismäßigkeit sorgen. Auch die Präsentation der Geschäftszahlen des Jahres 2012 dürfte interessant werden. In dem turbulenten Jahr wurde immerhin zum zweiten mal in der Saison der Trainer ausgetauscht, später zog sich Präsident Lakis nach dem verpassten Aufstieg zurück und kam dann doch wieder, um eine komplett neue Mannschaft aufzubauen. Laut Informationen des ExtraTipp sollen zudem noch zwei zusätzliche Mitglieder in den Verwaltungsrat gewählt werden. Eigentlich wäre eine Wahl dieses Gremiums laut Satzung erst in zwei Jahren wieder nötig, aktuell verfügt der Rat mit Andreas Galland, Klaus Bäcker und Dr. Stefan Kaiser auch noch über die in der Satzung festgelegte Mindestanzahl. Dennoch soll er wohl auf die Höchstzahl von fünf Mitgliedern aufgestockt werden. Die Namen der Kandidaten sind noch nicht bekannt, vorgeschlagen werden müssen sie vom Ehrenrat, bevor die Mitglieder abstimmen können. Es ist schwer zu sagen, was genau am Dienstag alles entschieden wird. Fest steht aber: Der Verein lebt von seinen Mitgliedern. Nur wer am Dienstagabend teilnimmt, kann mitbestimmen, in welche Richtung der KFC sich entwickelt.