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Anschluss verpasst - KFC schenkt Punkte her

Artikel, 30.01.2014

Euphorie adieu! Kaum hat die Rückrunde mit dem Pokalsieg in Homberg mit einem Hoffnungsschimmer begonnen, holt die Mannschaft alle Träumer auf den Boden der Tatsachen zurück. Gegen das Tabellenschlusslicht aus Velbert reicht es trotz 2:0-Führung am Ende nur zu einem mageren Unentschieden. Dem KFC fehlen dadurch nicht nur wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg, als Fan fehlt einem inzwischen auch immer mehr die Hoffnung. Denn ein Fortschritt ist seit Monaten nicht erkennbar.

Dabei sah es vor dem Spiel wirklich nicht schlecht aus für den KFC, denn mit einem Sieg hätte man punktetechnisch zum ersten Nichtabstiegsplatz aufschließen können. Und die Gäste aus Velbert schienen genau der Aufbaugegner zu sein, den der KFC in dieser Phase brauchte. Immerhin dümpelten sie mit insgesamt gerade einmal sechs Zählern und elf Toren am Tabellenende herum, auswärts hatte die Mannschaft von Trainer Lars Leese noch überhaupt keinen Punkt geholt. Diese Truppe musste doch zu schlagen sein, war die einhellige Meinung auf der Tribüne. Auf dem Platz sah es leider anders aus, denn dort war von einer Uerdinger Überlegenheit nur wenig zu sehen. Auf beiden Seiten bestimmten Ballverluste und Fehlpässe das Bild, und auch was die Offensive angeht mischten die Gäste ordentlich mit. Wie schon in der Hinrunde reichte mehrmals ein langer Pass um die Uerdinger Defensive in Verlegenheit zu bringen. Der KFC versuchte es wieder einmal über die Außenbahn, doch bis auf eine abgefangene Flanke von Benjamin Baltes sprang dabei nicht viel heraus. Dass der KFC dennoch in Führung gehen konnte, war vor allem Moses Lamidi zu verdanken. Dieser setzte von der Mittellinie zu einem schnellen Gegenstoß an und überwand vier Gegenspieler, bevor er selbstlos auf Emrah Uzun ablegte. Dieser musste nur noch einschieben und die schmeichelhafte aber umso umjubelterere Führung zu vollenden. Velbert war zu diesem Zeitpunkt erst einmal bedient, der KFC schien aber auch nicht nachlegen zu wollen, weswegen der Rest der ersten Halbzeit vor allem aus dem bekannten Mittelfeldgeplänkel bestand. Nach der Aufwärmpause erarbeitete sich der KFC nach und nach mehr Chancen, den Sack zu zu machen. Für die scheinbare Vorentscheidung sorgte dann zwanzig Minuten vor Schluss wieder Lamidi, der erneut Uzun mustergültig bediente. Doch nur wenig später wurde es wieder spannend. Rubink foulte einen Velberter an der eigenen Strafraumgrenze, wobei er sich sogar noch selbst verletzte, und verschaffte den Gästen damit einen Freistoß aus aussichtsreicher Position. Hierbei sah Schlussmann Udegbe nicht gut aus, trotz des recht spitzen Winkels schaffte der Ball den direkten Weg ins Netz. Doch anstatt noch einmal nachzulegen und die Führung wieder zu erhöhen, stellte der KFC das Fußballspielen fast komplett ein. Die dadurch wieder gestärkten Gäste gaben nun plötzlich den Ton an und drängten auf den Ausgleich. Der KFC lauerte auf seine Konterchancen, konnte diese jedoch nicht nutzen, da kaum noch ein Spieler mit nach vorne lief. Dummerweise war die Defensive dadurch keineswegs stabiler, scheinbar ist der KFC in dieser Saison einfach nicht in der Lage, eine Führung ohne große Aufregung über die Zeit zu bringen. Es kam, wie es kommen musste. In der 90. Minute bekam Velbert einen weiteren Freistoß zu gesprochen. Bei der Faustabwehr wurde Udegbe gleich von zwei Gegenspielern gestört, so dass er den Ball nur nach vorne klären konnte. Die Uerdinger Abwehr war wieder mal im Tiefschlaf, und so konnten die Gäste den zweiten Ball problemlos im Tor unterbringen. Die folgende Schlussoffensive des KFC war dann auch viel zu hektisch und ungefährlich, um am Ergebnis noch etwas ändern zu können. Für ungläubiges Staunen sorgte Trainer Eric van der Luer, als er in dieser Phase noch mit der Einwechslung von Dominik Oehlers kostbare Zeit verschwendete. Ohnehin muss der Trainer sich nach dieser Vorstellung einige unangenehme Fragen gefallen lassen. Denn einen Fortschritt kann man in den Leistungen der Mannschaft nicht erkennen. Weder in der Vorbereitung, noch im heutigen Spiel wurden die bekannten Schwächen wirklich verbessert. Insbesondere gilt dies auch für das Thema Standardsituationen. Velbert hat es heute wieder einmal bilderbuchmäßig vorgemacht, wie eine limitierte Mannschaft mit ordentlichen Freistößen doch noch zum Punkterfolg kommen kann. Der KFC hingegen ist weiterhin sowohl bei eigenen als auch bei gegnerischen Standards nicht ernstzunehmen. Optimisten haben es wirklich nicht leicht beim KFC. Bereits nach einem Ligaspiel sehen die meisten Fans sich im nächsten Jahr wieder über die Dörfer reisen. Man hofft zwar, dass es nicht soweit kommt, doch nach einer solchen Vorstellung dominieren ganz klar die Zweifel. Insbesondere, da uns im nächsten Spiel mit der U23 von Schalke ein ganz anderes Kaliber bevorsteht.