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Ein Ende mit Schrecken - Die Zwote löst sich auf

Artikel, 30.01.2014

Der Unterbau des KFC kommt einfach nicht zur Ruhe. Nachdem mit dem Ende des U19-Streiks nach der Trainerentlassung das eine Problem gelöst scheint, drängte sich zuletzt die unzufriedene Zwote in den Vordergrund. Erst im Gespräch mit uns und später auch auf der Jahreshauptversammlung kritisieren sie die mangelnde Wertschätzung und Unterstützung seitens des Vereins. Verbessert hat sich dadurch offensichtlich nichts, stattdessen hat sich die zweite Mannschaft nun zu Großteil abgemeldet.

Um kurz vor 23 Uhr, als die Jahreshauptversammlung in ihren letzten Zügen lag und zahlreiche Mitglieder bereits gegangen war, nutzte die Zwote den Satzungspunkt "Verschiedenes", um auch ihre eigene Situation anzusprechen. Denny Gänsler nahm das Mikrofon und stelle Präsident Lakis die Frage, welche seine Mannschaft am meisten interessierte: Wie sieht eigentlich konkret die Unterstützung des Vereins für die zweite Mannschaft aus? Die dann folgende Diskussion war für den Außenstehenden schwer zu verfolgen, da die genauen Zahlen und Fakten wohl nur die Verantwortlichen kennen. Deutlich offensichtlicher war hingegen, dass beiderseits großer Frust herrschte und weder Lakis noch die Zwote an diesem Abend an einem konstruktiven Dialog interessiert schienen. War die Veranstaltung bis zu diesem Punkt trotz der durchaus vorhandenen Konfliktpunkte meist ruhig und sachlich verlaufen, liefen nun beiderseits die Emotionen heiß. Die Zwote schien sich vor allem den Frust von der Seele reden zu wollen. Die anwesenden Spieler saßen geschlossen in den hinteren Reihen und kommentierten von dort aus die Antworten des Präsidenten mit hämischen Kommentaren und Lachern. Die Kritikpunkte waren dabei die gleichen wie zuvor, insbesondere die fehlende finanzielle Unterstützung. In der Vergangenheit und auch aktuell gäbe es immer wieder Kreisligamannschaften, die vom Verein oder einen Gönner im großen Stil unterstützt würden und sich so den Aufstieg sichern könnten. Dass es in den vergangenen Jahren beim KFC nicht für den Schritt in die Kreisliga A gereicht hat, führten sie aber auch auf die Spieler der ersten Mannschaft zurück, welche laut der Zwoten bei ihren Einsätzen selten motiviert waren und die Mannschaft damit effektiv schwächten. Nicht nur an diesem Punkt gab es deutlichen Widerspruch von Seiten des Vorstands. Die Anschuldigungen der Spieler wollte Lakis ganz offensichtlich nicht auf sich sitzen lassen. Er bezeichnete die Anprüche der Zwoten offen als unverschämt und erhielt dafür Szenenapplaus der sonstigen Mitglieder. In anderen Vereinen sei es ganz normal, dass die zweite Mannschaft sich selbst um ihre Ausrüstung und Sponsoren kümmern muss. Zudem hätte der Verein dem Unterbau die Vermarktung der Banden am Kunstrasenplatz zur eigenen Finanzierung überlassen, Lakis selbst legte wohl sogar selbst noch etwas Geld oben drauf. Am größten war seine Enttäuschung aber wohl darüber, dass niemand von der Zwoten mit ihm persönlich über die Probleme gesprochen hatte, bevor die Mannschaft damit an die Presse ging. In seinen Augen war auch dieser Schritt einer der Punkte, welcher der Außendarstellung des Vereins zuletzt geschadet hatte und zu der Unruhe beigetragen hatte, die auch an der ersten Mannschaft nicht spurlos vorbei ging. "Diese Art der Kommunikation werde ich nicht dulden," lautete seine deutlich Ansage. Eine gemeinsame Linie wurde erwartungsgemäß nicht gefunden, ohne wirklichen Fortschritt ging die Versammlung zum nächsten Thema über. Vor allem bei vielen Spielern der Zwoten brachte der offene Streit und die Antworten des Präsidenten aber wohl das Fass zum Überlaufen. Sie sahen sich darin bestätigt, dass sich niemand im Verein wirklich für ihre Belange interessierte. Eigentlich war die Zweitvertretung gerade dabei, sich für die Rückrunde wieder etwas besser aufzustellen. Mit Marvin Tenten, der im Sommer aus der Uerdinger A-Jugend nach Fischeln gewechselt war, wurde bereits der erste Neuzugang bekannt gegeben. Auch die Testspiele waren bereits geplant, unter anderem gegen die Zweitvertretung von Fortuna Köln, welche ebenfalls in der Kreisliga B spielt. Doch schon am vergangenen Wochenende wurde bekannt, dass die Vorbereitungsspiele wieder abgesagt wurden. Denn zahlreiche Spieler der Zwoten nahmen diese Konfrontation als Anlass, ihre Zeit beim KFC zu beenden. Gleich reihenweise gingen die Abmeldungen bei der Geschäftsstelle des Vereins ein. Gerade einmal fünf Spieler stehen unseren Informationen nach aktuell noch im Kader. Unklar ist auch noch, ob Trainer Siggi Herbrechter weiter machen wird. Dieses Personal würde aber nicht einmal reichen, um die Rückrunde zu Ende zu spielen – es droht somit die erneute Auflösung der zweiten Mannschaft. Beim Verein ist man in dieser Hinsicht jedoch relativ entspannt. Es haben sich bereits mehrere Spieler und auch Fans angeboten, in der Mannschaft auszuhelfen – ein neuer Kader könnte also schnell wieder aufgebaut sein. Die Frage ist, ob dies noch kurzfristig geschehen kann, damit die Rückrunde ordnungsgemäß zu Ende gespielt werden kann. Andernfalls müsste die Mannschaft erst einmal vom Spielbetrieb abgemeldet werden um im nächsten Jahr von der Kreisliga C aus wieder neu anzufangen. Auswirkungen auf die Regionalligalizenz der ersten Mannschaft hat dies jedoch in keinem Fall, da in dieser Liga keine Zweitvertretung benötigt wird. Erst bei einem möglichen Aufstieg in die dritte Bundesliga wäre dies von Interesse – doch auch dann wäre es egal, in welcher Liga die Mannschaft spielt. Die Abmeldungen sind also kein Grund zur Panik. Stattdessen dürften im Verein und auch unter den Fans einige Leute froh sein, die Spieler los zu sein, welche zuletzt vor allem Unfrieden stifteten.