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Wieder mal die Standards - Unglückliche Niederlage gegen Schalke

Artikel, 01.02.2014

Nur ein Punkt aus den beiden ersten Spielen, für den KFC hat die Rückrunde alles andere als ideal begonnen. Trotz einer deutlichen Leistungssteigerung im Vergleich zum Vorjahr musste man sich heute bei der Schalker Zweitvertretung nach einer 1:2-Niederlage ohne Punkte auf den Heimweg machen. Wie schon gegen Velbert fiel der entscheidende Treffer erst zum Ende der Partie, als der Punktgewinn schon zum Greifen nahe schien.

Nichts ist schlimmer, als so kurz vor Schluss doch noch einen entscheidenden Gegentreffer hinnehmen zu müssen. Entsprechend schlecht war hinterher auch die Laune bei den Spielern, Fans und Verantwortlichen. Doch auch wenn es schwer fällt, muss man sagen: Das heutige Spiel hat durchaus Mut gemacht. Zwar hat es gegen Schalke nicht geklappt, doch mit der gezeigten Leistung wird die Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt sicherlich doch noch ein Wörtchen mitzureden haben. Die Spieler brauchen nur endlich mal ein Erfolgserlebnis, um aus dem aktuellen Loch heraus zu kommen. Die Ansätze sind auf jeden Fall schon da. Die Defensive stand heute deutlich stabiler, keine Spur von katastrophalen Stellungsfehlern, wie sie in der Hinrunde an der Tagesordnung waren. Wie schon gegen Velbert muss man hier vor allem den jungen Norman Jakubowski loben, welcher für sein Alter in vielen Situationen überraschend abgeklärt war und die Schalker Angriffe konsequent unterbot. Auch seine Kollegen in der Viererkette, Schattner, Toure und Ammi, der für den verletzten Rubink nachrückte, zeigten eine gute Leistung. Die Hausherren kamen in der ersten Hälfte so kaum zu nennenswerten Chancen - wenn es einmal gefährlich wurde, stand meist ein Schalker im Abseits. Nach vorne war der KFC da in Halbzeit eins durchaus aktiver. Der Wille war da, doch es fehlte den Angriffen meist die letzte Konsequenz. So blieben die entscheidenden Pässe und Flanken leider doch noch an den Schalker Verteidigern hängen. Ein Tor in dieser Phase wäre durchaus verdient gewesen und hätte der Partie sicherlich einen anderen Verlauf gegeben, doch so kamen nach der Pause die Gastgeber mehr ins Spiel. Nachdem Udegbe bereits zwei mal stark pariert hatte, kam es in der 63. Minute dann doch zum Rückstand. Bezeichnenderweise war es wieder einmal ein Eckball, der für seine Kopfballstärke bekannte Erdmann durfte unbedrängt einköpfen. Wenig später wurde Patrick Ellguth eingewechselt und war kurz darauf bereits Mittelpunkt der unschönsten Szene des Spiels, nachdem er seinen Gegenspieler fair umgegrätscht hatte. Dieser ließ sich nur Sekunden später zum Revanchefoul hinreissen und trat Ellguth von hinten böse um. Eine Frechheit, dass der Schiedsrichter bei dieser Aktion nur gelb zeigte. Ohnehin war der Unparteiische Florian Heien am heutigen Tage völlig überfordert und ahndete zahlreiche Fouls und Provokationen nicht. Insbesondere Altstar Asamoah durfte sich dank seines Promi-Bonus Unsportlichkeiten erlauben, bei denen jeder Uerdinger Spieler vermutlich dreimal vom Platz gestellt worden wäre. Der KFC war bemüht, eine Antwort zu geben, doch nach wie vor fehlte im Abschluss die letzte Effektivität. Der Ausgleich fiel dann auch eher kurios, irgendwie gelangte der Ball zu Issa Issa, der von der Strafraumgrenze ins untere linke Eck traf. Die Schalker stürmten geschlossen und wild gestikulierend zum Schiedsrichter, und das auch durchaus zurecht. Denn vor dem Torschuss hatte Lamidi den Ball zurück gelegt, und der stand bei der ursprünglichen Flanke mindestens zwei Meter im Abseits. Dem KFC war es natürlich egal, der Treffer gab dem Team weiter Anschub. Nun gaben aber die Schalker wieder Gas, welche sich den Sieg so leicht nicht nehmen lassen wollten. In der Folge war Schlussmann Udegbe gefordert und rettete mit einem grandiosen Reflex gegen Leipertz. Kurz darauf war es dann aber soweit: nach einer abgewehrten Ecke kam der Ball wieder nach außen und die hohe Flanke konnte erneut Erdmann einköpfen (89. Minute). Im Anschluss konnte der KFC nicht mehr nachsetzen, nach dem enttäuschenden Unentschieden gegen Velbert endete auch die Partie in Schalke mit einem Rückschlag. Mit dem Schlusspfiff zog es die enttäuschten Spieler bis auf Saka und Udegbe erst einmal in die Kabine. Doch wenig später erschienen sie samt Trainer van der Luer wieder auf dem Feld und stellten sich den Gesprächen mit den Fans. Auch wenn die Niederlage tief saß, gab es ja auch durchaus Grund für vorsichtigen Optimismus. Gegen ein Top-Team wie die Schalker U23 hat die Mannschaft über eine Halbzeit mehr als gut mitgehalten und hätte mit etwas mehr Glück auch einen Punkt mit nach Hause genommen. Wenn die Mannschaft noch die Probleme bei gegnerischen Standards in den Griff bekommt und an der eigenen Abschlussschwäche arbeitet, sollte sie sich bald mit einem Erfolgserlebnis belohnen können.