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Ja, verdammt! - Drei Punkte, so muss dat!

Artikel, 22.02.2014

Seit Oktober haben wir auf einen Dreier gewartet, und heute war es endlich soweit. Mit viel Kampf, aber auch technischer Überlegenheit und vielleicht etwas Glück holte das Team den ersten Sieg im Jahr 2014 gegen Lippstadt. Nachdem es gegen Velbert, Schalke und Verl nur für insgesamt 2 Punkte gereicht hatte, konnten auch die Fans am Ende endlich mal wieder feiern.

Erwartungsgemäß war das Stadion mit 1640 Zuschauern, davon eine Busladung voll aus Lippstadt, nur spärlich gefüllt. Der Support von den Rängen war dementsprechend nicht immer auf 1905%, aber in den entscheidenen Momenten war der Block da, um die Mannschaft zum Sieg nach vorne zu peitschen. Der KFC musste heute auf Kapitän Kosi Saka und Mittelfeldmotor Issa Issa verzichten. Eric van der Luer vetraute auf diesen Positionen auf Voorjans und Schattner. Außerdem stand zum ersten Mal Kofi Schulz in der Startelf, der auf der linken Seite sicherlich der aktivste Uerdinger des ganzen Spiels war. Das Spiel begann von beiden Seiten aus offensiv, wie es sich im Abstiegskampf gehört. Die erste richtig große Chance hatte Alexiou in der achten Minute nach einer Ecke, aus kürzester Distanz bekam den Ball aber nur in die Hände von Lippstadts Keeper Bussmann geköpft. Im direkten Gegenzug fiel das 0:1 für Lippstadt. Torschütze Fritz konnte, ungehindert von der Innenvertedigung, bestehend aus Alexiou und Jakubowski, verwandeln. Auch Schattner sah bei dem Angriff nicht gut aus. Ärgerlich für den KFC, da man das Spiel bis dahin eigentlich sehr gut im Griff hatte. Nach dem Rückstand passierte erst mal nicht viel. Der KFC verlor Spielanteile, aber Lippstadt war nach der Führung nicht wirklich zwingend. Interessant waren vor allem die Standardsituationen. Diese sind auf Uerdinger Seite bisher ja nie wirklich stark gewesen, aber man sah, dass sich hier etwas getan hatte in den letzten zwei Wochen: Zwar waren Ecken und Freistöße weiterhin kein wirklicher Torgarant, aber das Team hatte ganz offensichtlich mehr Variationen als sonst im Repertoire, außerdem ging bis auf Touré jeder Spieler in Richtung Strafraum. Schulz sorgte mit vielen Alleingängen auf seiner Seite für die größten Chancen, aber auch Baltes sorgte im Zusammenspiel mit Ammi für einige Angriffe. Die beiden Stürmer Lamidi und Uzun konnten leider noch nicht verwandeln, waren aber selbst im Lippstädter Strafraum noch sehr ballsicher. Die entscheidene Chance blieb zwar noch aus, aber hier fehlte nur ein Quäntchen mehr, um einen der beiden entscheidend freizuspielen. In der 38. Minute wurden die mittlerweile unruhigen KFC-Fans erlöst. Moses Lamidi nahm den Ball von Kofi Schulz bärenstark mit, lief in den Strafraum und drosch das Leder aus etwa elf Metern mit roher Gewalt in die Maschen - da gab es nichts zu halten. Psychologisch wichtiger Zeitpunkt würde man im Fernsehen jetzt sagen, dort werden wir am Dienstag ja auch wieder zu sehen sein. Fans, Mannschaft und das ganze Trainerteam inklusive Lakis, Yilmaz und Tekkan feierte den Torschützen. Hier zeigte die Mannschaft richtig Teamgeist! Die zweite Halbzeit wurde deutlich öfter vom Schiedsrichtergespann unterbrochen. Der Offizielle Sascha Weirich gab im ersten Durchgang noch keine gelbe Karte, in Halbzeit zwei gleich sieben. Souverän war das nicht immer, so wurde nach beidseitigem Schulterzucken von Schiedsrichter und Assistent teilweise einfach schonmal auf Ecke entschieden, scheinbar eher nach Gefühl. Muss ein Schiedsrichter ja auch mal haben. Für die Fans in Block K sicherlich ganz schön: Issa, Saka, Bougjdi, Ellguth, Yilmaz, Kaya und Korte stellten sich für die zweite Hälfte mit in Block und halfen der Mannschaft auf diesem Weg mit. Die ersten beiden großen Aktionen gehörte nun zunächst den Lippstädtern, wo beide Male Alexiou nur im letzten Moment zur Ecke klären konnte - da hatte er seinen Fehler aus der ersten Halbzeit dick wieder gutgemacht. Die erste Chance für den KFC hatte wieder Lamidi. Sein erneuter Gewaltschuss verfehlte das Tor nur knapp. Das 2:1 fiel dann in der 58. Minute. Baltes spielte sich den Ball an der Torauslinie selber frei und brachte den Ball flach nach innen wo gegen Torwart und zwei Abwehrspieler der überragende Kofi Schulz seinen Schlappen hinhielt und den Ball zur hart erkämpften Führung im Tor unterbrachte. Der KFC spielte in diesem Spielabschnitt nicht überragend, aber dennoch war die Führung durchaus verdient. Lippstadt machte einen Doppelwechsel und wurde nun natürlich offensiver. Uerdingen ergaben sich dadurch einige Konterchancen, die jedoch mal zurückgepfiffen wurden, teilweise etwas fragwürdig, ein anderes Mal zu langsam zu Ende gespielt wurden. Das Nachrücken für Nachschüsse aus der zweiten Reihe oder um mal einen Ball in den Rücken der Abwehr zu spielen funktionierte heute hundert Mal besser als sonst. Damit sind zwei Baustellen des Uerdinger Offensivspiels (Standards und Nachrücken) in diesem Spiel zumindest etwas bearbeitet worden. Mal sehen, was wir gegen Fortuna Köln auf diesem Gebiet zeigen können. Mit der 2:1-Führung ging es dann langsam in die Schlussviertelstunde - zuletzt keine wirklich aussichstreiche Ausgangsposition - und diese begann mit etwas Glück und viel Udegbe für den KFC. Torschütze zum 0:1 Fritz wurde von seinem Offensivpartner Maier mustergültig bedient und unser Uerdinger Keeper lenkte den Ball fast unmöglich noch an den Pfosten und von dort zur Ecke. Aber auch diese brachte den Lippstädtern nichts ein, offensichtlich hat die Mannschaft auch bei der Verteidigung von Standards ihre Hausaufgaben gemacht. Der nächste Sturmlauf aus Lippstadt ließ nicht lange auf sich warten. Aus etwas abseitsverdächtiger Position wurde Maier bedient, aber wieder war Alexiou dazwischen. Mittlerweile ein richtig starkes Spiel von ihm! Eric van der Luer wechselte nun einige Defensivleute ein, der KFC verteidigte mit alle Mann die Führung und spielte nur noch auf Konter. In den letzten zehn Minuten kam es zu immer mehr fragwürdigen Spielunterbrechungen. Die gesamte Uerdinger Bank war wie die Fans nicht wirklich einverstanden mit der Leistung des Scheidsrichtergespanns und zeigte das auch in der zweiten Halbzeit sehr deutlich. Kurz vor Schluss konnte sich nach einem etwas missratenen Konter der KFC nochmal in der Lippstädter Hälfte festbeissen und gewann viel Zeit. Die letzten fünf Minuten waren dennoch spannend, denn Weirich entschied hier drei Mal auf Freistoß aus aussichtsreicher Position, jeweils 20 Meter vor dem Uerdinger Tor. Einmal musste Udegbe noch zur Ecke klären, die nach einem verfehlten Torschuss dann den Schlusspunkt setzte. Sichtlich erleichtert rannte das gesamte Team auf das Feld und feierte sich vor den Fans. Einen Sonderapplaus gab es noch für Robin Udegbe und den überragenden Kofi Schulz. Auch wenn ein komplett souveränder Sieg anders aussieht; das Spiel hat wieder Lust auf mehr gemacht. Wattenscheid hat zudem bewiesen, dass Fortuna Köln auch für Mannschaften im Tabellenkeller (die ja irrerweise mitlerweile ziemlich aufdrehen) schlagbar ist. Außerdem hat der KFC vor Fernsehpublikum bisher ja auch immer eine zumindest ordentliche Figur gemacht.