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Klarer Klassenunterschied - Niederlage gegen den Tabellenführer

Artikel, 26.02.2014

Von einem Sieg gegen Fortuna Köln hatten im Vorfeld wohl nur hoffnungslose Optimisten geträumt, dafür war der Abstand in der Tabelle dann doch einfach zu groß. Doch die Hoffnung, hier vielleicht doch irgendwie ein Pünktchen abstauben zu können, war durchaus vorhanden. Die vom Trainer so oft beschworene, individuelle Klasse hat die Mannschaft definitiv. Dennoch siegte am Ende der Favorit aus Köln verdient, vor allem wegen der sehr schwachen zweiten Halbzeit des KFC.

In der Aufstellung gab es zunächst zwei Überraschungen: zum einen war Neuzugang Burak Kaplan doch nicht wie angekündigt spielberechtigt, zum anderen durfte Issa Issa trotz seiner abgelaufenen Gelbsperre vorerst nur auf der Bank Platz nehmen. Wieder in der Startaufstellung vertreten war der ebenfalls zuvor gesperrte Kosi Saka, der den zuletzt enttäuschenden Lance Voorjans ersetzte. Die Partie begann munter und beiderseits recht offensiv. Der KFC hatte nach einer Flanke von Baltes die erste Chance des Spiels, doch die Gäste legten auch gleich los. Zunächst rettete erst Alexiou mit einer Grätsche und dann Udegbe beim Nachschuss, dann trafen die Kölner nur den Pfosten und im Nachsetzen die Beine eines Uerdingers. Schon nach gut zehn Minuten hätte sich der KFC über einen Rückstand nicht beschweren können. Im Anschluss testete auch Streit noch einmal den Uerdinger Schlussmann, doch Udegbe bekam den Schuss aus fünf Metern noch irgendwie mit dem Bein über das Tor gelenkt. Während die Defensive wieder einmal enorm wackelte, erspielte sich immerhin die Offensive des KFC ein paar ordentliche Chancen. Diese führten jedoch oft nur zu Eckbällen, welche wie gewohnt ungefährlich waren. Kurz vor der Pause dann aber die große Chance zur überraschenden Führung, doch der schön platzierte Freistoß von Emrah Uzun traf nur den Pfosten. Der Treffer wäre zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt gefallen, doch so ging die Mannschaft mit einem insgesamt glücklichen Unentschieden in die Kabine. Nach der Pause war der KFC nach vorne weiter engagiert, ein Torerfolg war jedoch nicht in Sichtweite. Stattdessen machten die Gäste vor, wie es geht. Nach einem parierten Kopfball von Aydogmus pennte die Hintermannschaft des KFC, Kraus konnte problemlos zur Führung abstauben. Kurz darauf hätte es noch schlimmer kommen können, doch Robin Udegbe reagierte beim Alleingang eines Kölners erneut stark. Vom KFC kam in dieser Phase wenig in Sachen Ausgleich, insbesondere die Standards waren weiterhin katastrophal. Der scheinbar dafür eingeteilte Kosi Saka schoss Ecken und Freistöße, die nicht nur keine Gefahr für das gegnerische Tor waren, sondern mehrfach sogar einen gegnerischen Konter einleiteten. Aygogmus zeigte, wie es richtig geht, und erzielte weitgehend unbedrängt das 0:2. Da hatte die Verteidigung wieder mal geschlafen. Eine Großchance konnte der KFC aber immerhin noch für sich verbuchen. Lance Voorjans zeigte einen Fallrückzieher für die Galerie, nach dem Abpraller stand Emrah Uzun mit dem Ball alleine vorm Kölner Schlussmann. Doch sein Schuss traf nur den Pfosten, zum zweiten mal verhinderte das Aluminium einen Uerdinger Treffer. Mit diesem Unglück haderten nach dem Schlusspfiff dann auch einige Fans - doch genau so gut hätte Fortuna Köln mit etwas mehr Glück heute mindestens vier Tore schießen können. Es ist natürlich kein Weltuntergang, gegen den Tabellenführer zu verlieren. Allerdings hat die gezeigte Leistung, vor allem in der zweiten Hälfte, nicht gerade Mut gemacht. Immerhin hat Fortuna Köln anders als schwächere Gegner wieder einmal ganz klar aufgezeigt, wo die Probleme des KFC liegen: der Angriff braucht zu viele Chancen und die Verteidigung ist schnell überfordert. Jegliches ihr nachgesagtes Potential, das die Mannschaft bis heute nicht gezeigt hat, dürfte sich wohl auch den Rest der Saison nicht zeigen. Die Frage ist, ob das bisher gezeigte reichen kann, um noch irgendwie genügend Punkte zu sammeln.