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Wie viele steigen ab? - Vier Chancen zum Klassenerhalt

Artikel, 14.03.2014

Momentan sieht es in Sachen Klassenerhalt nicht gut aus für den KFC. Zwei Mannschaften müssten überholt werden, um sich erst einmal aus der Abstiegszone zu befreien, in der der Verein schon fast die ganze Saison steckt. Doch die beiden Mannschaften vor uns haben drei Punkte mehr, jeweils ein Spiel weniger bestritten und zudem auch ein etwas besseres Torverhältnis. Noch dazu ist eines davon die Zweitvertretung des VfL Bochum und hat bereits klar gemacht, die Mannschaft durch den Einsatz von Spielern der Profis vor dem Abstieg bewahren zu wollen. Doch so schlimm es auch aussieht, gibt es doch ein paar Szenarien, die dem KFC noch in die Karten spielen könnten.

Denn die derzeit geplante Anzahl von gleich fünf Absteigern ist alles andere als in Stein gemeißelt. Zwar will der Verband auf diese Weise die Liga für die nächste Saison um eine Mannschaft verkleinern, doch könnten verschiedene Konstellationen hier noch eine zweite Chance für den KFC bedeuten. Die meisten davon sind zwar eher unwahrscheinlich, doch mit etwas Glück könnte es so passieren, dass auch der 15. Tabellenplatz noch zum Klassenerhalt reicht – und dafür müsste nur Wattenscheid überholt werden. [b]Szenario 1: Rückzug einer Zweitvertretung[/b] Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Bei Bayer Leverkusen denkt man derzeit öffentlich darüber nach, seine zweite Mannschaft aufzulösen. Wie Rudi Völler erklärte, setzt man bei der Nachwuchsförderung mehr auf Leihgaben als die eigene U23, aus der in den letzten Jahren kaum ein Spieler den Schritt in die Bundesliga geschafft hat. Doch während so mancher Fan schon das Ende der Zweitvertretungen feiert, ist hier vor allem Zurückhaltung angebracht. Denn vor einer Abmeldung der Mannschaft müssten erst einmal die Statuten des DFB entsprechend geändert werden – und das wird vermutlich nicht in ein paar Monaten erledigt sein. Die Gespräche befinden sich gerade noch am Anfang, und bis hier etwas konkretes entschieden ist, kann Leverkusen auf seine U23 nicht verzichten. Dennoch wäre es sicherlich eine lustige Anekdote, wenn ausgerechnet Bayer Leverkusen dem KFC auf diese Weise zum Klassenerhalt verhelfen würde. [b]Szenario 2: Der VfL Bochum steigt ab[/b] Die Zweitvertretung der Bochumer kämpft derzeit wie auch der KFC gegen den Abstieg aus der Regionalliga – doch für die erste Mannschaft sieht es auch nicht bedeutend besser aus. Gerade einmal zwei Zähler trennen die Mannschaft vom Relegationsplatz, der Abstand zum ersten direkten Abstiegsplatz beträgt auch nur drei Punkte. Das ist von Bedeutung, da die Zweitvertretungen von Drittligateams nicht in der Regionalliga antreten dürfen. Sollte Bochum aus der zweiten Bundesliga absteigen, müsste die U23 somit automatisch in die Oberliga und stünde somit als Absteiger fest. Dann müssten nur noch vier weitere Teams den sportlichen Abstieg befürchten. [b]Szenario 3: Der Meister steigt auf[/b] Es gibt auch einen ganz einfachen Weg, die Liga für die nächste Saison auf 18 Mannschaften zu bringen. Denn wenn der Meister unserer Regionalliga in die dritte Liga aufsteigt, im Gegenzug aber keine westdeutsche Mannschaft von dort absteigt, verringert sich die Mannschaftszahl ebenfalls. Auch dadurch würde ein Team weniger absteigen müssen. In Liga 3 sieht es diesbezüglich recht gut aus – die schlechteste Mannschaft, Dortmund II, hat immerhin noch knappe zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Dann muss man nur noch hoffen, dass der Erstplatzierte unserer Liga in der Relegation mehr Erfolg hat, als letztes Jahr die Sportfreunde Lotte. [b]Szenario 4: Kein Aufsteiger aus einer Oberliga[/b] Während fünf Mannschaften aus der Regionalliga absteigen sollen, kommen aus den Oberligen vier neue hinzu. Eine Mannschaft vom Niederrhein, eine aus der Mittelrheinliga und gleich zwei Teams aus der Oberliga Westfalen. Verzichten die Mannschaften einer dieser Ligen auf einen Aufstieg, gibt es auch entsprechend weniger Absteiger. Doch derzeit sieht es dafür nicht unbedingt gut aus. Am Niederrhein hat der Tabellenführer aus Hönnepel-Niedermörmter ebenso die Lizenz beantragt wie vermutlich der SC Kray und die derzeit als Viertplatzierter noch nicht sportlich qualifizierten Wuppertaler. Ob auf der Gänseblümchenwiese an der Düffelsmühle bald Regionalliga gespielt wird, ist unsicher, da HöNie die vorgeschriebene Jugendabteilung nicht vorweisen kann. Doch die gerade erst abgestiegenen Verfolger dürften mit einer Lizenz kein Problem haben. Nicht aufsteigen darf der Zweitplatzierte MSV Duisburg II, denn deren erste Mannschaft spielt wohl auch in der nächsten Saison in der dritten Liga. In der Oberliga Mittelrhein haben zumindest drei Mannschaften eine Lizenz beantragt – unter anderem der Vorjahresmeister FC Hennef, der in diesem Jahr nach einem Stadionumbau den Aufstieg wagen will. Die Drittplatzierten haben aktuell aber nur eine Chance, wenn der FC Wegberg-Beeck und Düren-Arnoldsweiler keine Lizenz beantragt haben oder mit ihren Sportstätten im Zulassungsverfahren scheitern. In der verwöhnten Westfalenliga wird vermutlich auch kein Aufstiegsplatz frei bleiben – hier können gleich zwei Teams den Schritt nach oben machen, und es haben sich auch einige beworben. Alle Teams auf den ersten vier Rängen möchten in die Regionalliga. Wackelkandidaten sind allerdings Rot Weiss Ahlen, deren Insolvenz noch immer nicht beendet ist, sowie Arminia Bielefeld II, die nur aufsteigen dürfen, wenn die Erste doch noch die Klasse hält. Aber selbst wenn diese beiden es nicht schaffen sollten, stünden mit der Spvgg. Erkenschwick und dem SV Rödinghausen zwei weitere Anwärter bereit. Am Ende muss in jedem Fall einiges an Glück zusammen kommen, um unsere Chancen auf den Klassenerhalt zu vergrößern. Am besten aber schafft die Mannschaft einfach sportlich den Sprung auf Platz 14 – morgen kann in Lotte der Anfang gemacht werden.