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Übergangstrainer gescheitert - Albayrak und Salar müssen gehen

Artikel, 14.04.2014

Das hatten sich alle Beteiligten wohl ganz anders vorgestellt. Vor gerade einmal gut zwei Wochen wurde Erhan Albayrak als neuer KFC-Trainer präsentiert. Quasi als Feuerwehrmann sollte er Eric van der Luer ersetzen, der Mannschaft neues Leben einhauchen und irgendwie den Klassenerhalt schaffen. Doch schon heute war das Kapitel dann wieder beendet – anstelle von Albayrak leitete unser Sportlicher Leiter Ersan Tekkan das Mannschaftstraining.

Am 28. März klang Albayrak noch wie die ideale Lösung. Nachdem Lakis nach dem katastrophalen Auftritt der Mannschaft in Bochum nicht mehr länger an Eric van der Luer festhalten konnte, wurde eine schnelle und vor allem kostengünstige Lösung gesucht. Dass Albayrak sich bereit erklärte, den Posten unentgeltlich zu übernehmen, kam da genau recht. Aber auch sonst hatte man beim KFC gute Erinnerungen an den Ex-Spieler, welcher auch schon vor dem Debakel gegen Essen-Kray die Mannschaft als Übergangstrainer noch mit in die Relegation gerettet hatte. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion eilte Albayrak nach Krefeld und brachte mit Murat Salar auch gleich einen Co-Trainer mit, der die Mannschaft wieder fit machen sollte. Um die Spieler wieder zu motivieren, wählte er dann eine recht harte Methode. Wohl angespornt von der Unzufriedenheit der Zuschauer schlug er sofort kritische Töne an und warf mit Kosi Saka, Benjamin Baltes und Assimou Touré gleich drei Spieler aus dem Kader. Es sollte wohl ein deutliches Zeichen sein, wer hier nun das Sagen hatte, doch kam es bei den Fans deutlich besser an als bei der Mannschaft. Schon nach dem ersten Spiel gegen Siegen nutzte er dann auch die Pressekonferenz, um sich negativ über die Arbeit seines Vorgängers zu äußern, was man unter Kollegen so eigentlich nicht macht. Und auch über seine Spieler äußerte er sich mehrfach in der Presse und sprach dabei vor allem über mangelnde Fitness und Söldnertum. Viele seiner Aussagen sollten wohl vor allem die Zuschauer versöhnen, teilweise schien er fast aus den Online-Kommentaren abgelesen zu haben. Es folgten noch viele weitere kernige Aussagen, die den Fans gefielen, weil er mit den Spielern hart ins Gericht ging. Gegen Viktoria Köln schien seine Taktik dann tatsächlich kurzfristig aufzugehen. Zwar war bei dem Unentschieden auch eine Menge Glück im Spiel, doch immerhin hatten die Spieler sich endlich mal wieder einen Punkt erkämpft. Doch mit dem Spiel gegen Wiedenbrück begann für Erhan Albayrak der Anfang vom Ende als KFC-Trainer. Schon in den Vorberichten sorgt er für Befremden, als er zu Protokoll gab, sich gar nicht für den Gegner zu interessieren und diesen auch nicht zu kennen. Doch diesmal zeigte sich, dass hinter den großen Worten nicht viel steckte, denn die Mannschaft ließ auch den neuen Trainer hängen. Und der begann dann gleich auf der Pressekonferenz damit, sich sein eigenes Grab zu schaufeln. „Dass wir in der Liga bleiben und der ganze Schrott, den sollte man nicht mehr erzählen,“ lautete seine klare Ansage. Ein Unding von einem Trainer, dessen klare Aufgabe es war, die Spieler für die letzten Partien noch so gut wie möglich zu motivieren. Doch scheinbar hatte Albayrak nicht nur mit dem Klassenerhalt sondern auch mit seinem Engagement beim KFC insgesamt schon abgeschlossen. Denn anders ist es nicht zu erklären, dass er am nächsten Tag gegenüber der Westdeutschen Zeitung ausstehende Gehälter und Prämien als Grund für die mangelhafte Leistung angab. Albayrak ist lange genug im Geschäft um zu wissen, dass eine solche Ausagene eines Trainer nicht ohne Folgen bleiben würde. Insbesondere nicht beim KFC, der in dieser Saison schon so viele Probleme neben dem Platz ertragen musste. So macht es den Eindruck, als hätte er seinen Rauswurf mit Absicht provoziert, um wenigstens noch halbwegs sein Gesicht gegenüber den Fans zu wahren. Das ganze bedeutet aber natürlich auch wieder Wasser auf die Mühlen der Leute, die derzeit die Vereinsführung vehement kritisieren. Für diese ist Albayrak nun der Märtyrer, der den Mund aufgemacht hat und dafür von Präsident Lakis abgestraft wurde. Jedoch sollte klar sein, dass nicht nur beim Fußball kaum ein Arbeitsverhältnis einen solchen Vertrauensbruch überlebt hätte. Erhan Albayrak sollte seinen Kurzeinsatz als KFC-Trainer jedenfalls nochmal in Ruhe analysieren und sich dann überlegen, ob der Trainerposten wirklich das Richtige für ihn ist.