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Ein Spiel wie viele - Niederlage in Aachen

Artikel, 06.05.2014

Alemannia Aachen gegen unseren KFC Uerdingen - was haben wir uns auf dieses Spiel gefreut, letztendlich war es ein Spiel, was wir in dieser Form schon so oft - viel zu oft - gesehen haben. Trotz guter Leistung und klarer Chancen gelangt dem KFC kein einziges Tor, die Punkte blieben auch diesmal wieder beim Gegner.

Erwartungsgemäß klein war der Andrang am Gästeeingang, denn die Anstoßzeit (Montags 20:30 Uhr) war für den normalen Fan kaum machbar, auch weil der letzte Zug zurück nach Krefeld bereits rund zehn Minuten nach Abpfiff abfuhr. Mit dem Auto war die Anreise auch nicht angenehmer, denn die Aachener verlangten zusätzlich zu den 13€ für einen Stehplatz 5€ Parkplatzgebühr. Angenommen wurden die Preise trotzdem einigermaßen, denn trotz Live-Übertragung sahen 5.800 Zuschauer, davon rund 100 aus Krefeld das Spiel im Tivoli. Warum war es ein Spiel wie jedes andere? Zunächst einmal, weil der KFC gut begann und das Spiel kontrollierte, auch wenn es sich bei unserem Tabellenstand paradox anhört. Aber bekanntlich sind die ersten 20 Minuten bisher oft recht gut gewesen. Der KFC kämpfte um jeden Ball und jeden Meter und nach 20 Minuten hörte ich (ich war gerade auf dem Klo) aus dem Block lautes Aufschreien. Wie mir anschließen berichtet wurde, war es einmal mehr Emrah Uzun, der nach einer starken Vorlage von Kofi Schulz irgendwas mit einer Brustannahme versuchte, statt den Ball im Tor per Flugkopfball sicher unterzubringen. Kommt einem auch irgendwie bekannt vor aus vorherigen Spielen. Damit nicht genug, nur zwei Minuten später (mittlerweile stand ich mit erleichterter Blase wieder auf den Rängen) köpft unser Chancentod erneut aus fünf Metern neben das Tor. Von Alemannia war bis dahin nicht ein Ansatz erkennbar gewesen, das Spiel an sich zu reißen. Kofi Schulz, Moses Lamidi, Waldemar Schattner hatten ebenfalls aus jeweils 16-18 Metern gute Einschussmöglichkeiten, die alle nicht ins Tor wollten. Emrah Uzun schaffte es, stand aber im Abseits, zumindest laut Linienrichter, der in den Augen vieler Zuschauer, die Fahne deutlich öfter hob als im Regelwerk vorgesehen. Auch das dürfte einem bekannt vorkommen. Was passiert nach so vielen ausgelassenen Chancen im Fußball? Man kassiert den Gegentreffer, ich erinnere mich da persönlich an das Rückspiel gegen Essen. In Aachen traf dann Marco Neppe mit dem Halbzeitpfiff von der Strafraumkante ansehnlich per Seitfallzieher zum 1:0 für die Hausherren. Bis auf einen schwachen Schuss ans Außennetz war von den Alemannen bis dahin nichts zu sehen gewesen. Bisher also alles wie gekannt, wie ging es zuletzt nach einer starken ersten Halbzeit weiter? Erstmal ein Einbruch für Hälfte zwei, so wie auch heute. Auch wenn Aachen keine nennenswerten Torchancen zustande brachten, hatten sie das Spiel erst mal im Griff und deutlich mehr Ballbesitz als im ersten Durchgang. Erst 20 Minuten vor Spielende drehten die Uerdinger mit dem eingewechselten Burak Kaplan wieder auf, der aus 16 Metern nur Torwart Frederic Löhe anschießen konnte. Den anschließenden Nachschuss setzte Waldemar Schattner - ohnehin im Abseits - in die Wolken. Bis auf zwei Konterchancen, die einmal stark von Robin Udegbe geklärt werden konnte, ein anderes mal von Assimiou Touré gut geblockt wurde, kam aus der Kaiserstadt auch nicht viel. Aber die Abwehr stand nun so stabil, dass Großchancen auch auf Krefelder Seite Mangelware waren. Daran änderte auch der 15 Minuten vor Schluss eingewechselte Dennis Lerche und auch Güngor Kaya nichts. So hieß es wieder einmal 0:1 verloren, trotz starker ersten Halbzeit und auch insgesamt Überlegenheit über 90 Minuten. Eine Niederlage so schmerzhaft und doch so gewöhnlich wie in fast jedem anderen Spiel diese Saison. Aber wer keine Tore macht kann ein Spiel auch nicht gewinnen. Sportlich ist der Abstieg auch rein rechnerisch nicht mehr zu verhindern. Es hilft nur noch, wenigstens einen Dreier aus den letzten beiden Spielen zu holen um so den 16. Platz zu halten und dann auch Fortuna Köln oder die Oberliga Westfalen zu hoffen.