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Das Hoffen geht weiter - Platz 17 dank Sieg in Velbert

Artikel, 25.05.2014

Schon als der Spielplan für die Regionalligasaison bekannt gegeben wurde, war die Freude bei den KFC-Fans eher verhalten. Denn am vorletzten Spieltag war für uns ein spielfreies Wochenende eingeplant, bevor es am letzten Spieltag nach Velbert zu einem vermutlich direkten Abstiegskandidaten ging. Somit war es das Los der Uerdinger, mitten im Abstiegskampf einen Spieltag nur zuschauen zu können, wie die direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt vorbei zogen. Alle Hoffnungen schienen schon begraben, bevor Arminia Bielefeld über die Relegation doch noch abstieg und so wieder eine kleine Chance entstand. Und diese nutzte unsere Mannschaft endlich einmal, sicherte sich so den 17. Tabellenplatz und sorgte doch noch für einen einigermaßen versöhnlichen Saisonabschluss.

Das liebste Hobby der Fans aller Abstiegskandidaten waren zuletzt mit Sicherheit die Rechenspiele. Denn lange war unklar, welcher Tabellenplatz nun wirklich den Abstieg bedeuten würde. Nach dem angekündigten Rückzug von Bayer Leverkusen II und dem Abstieg Bielefelds, wodurch deren Zweitvertretung nicht in die Regionalliga aufsteigen darf, war die Zahl der Absteiger schon mal um zwei gefallen. Die Tabellenplätze 15 und 16, welche eigentlich den Gang in die Oberliga bedeutetet hätten, reichten nun plötzlich für den Klassenerhalt. Und sofern Fortuna Köln der Aufstieg in die 3. Liga gelingt, wäre auch der 17. Rang noch genug. Doch um den zu erreichen musste der KFC in Velbert unbedingt punkten und gleichzeitig hoffen, dass Lippstadt in Wiedenbrück weniger Punkte holte. Nachdem die Mannschaft in dieser Saison schon zahlreiche und auch deutlich konkretere Chancen ausgelassen hatte, waren die Hoffnungen darauf jedoch eher verhalten. Dennoch machten sich rund 300 KFC-Fans auf den Weg nach Velbert, um bei schönem Wetter das letzte Saisonspiel zu sehen. Und sie sahen eine durchaus engagierte Uerdinger Mannschaft mit Zug zu Tor. Lamidi und Oehlers kamen zu ersten Strafraumszenen, doch die Abschlüsse waren zunächst noch weitgehend ungefährlich. Die erste richtige Chance hatte dann wieder einmal der Gegner. Der Ex-Uerdinger Saban Ferati tauchte komplett frei vor Robin Udegbe auf, doch unser Schlussmann reagiert stark und nahm ihm den Ball vom Fuß. Für ein paar Sekunden hielten die KFC-Fans anschließend die Luft an, denn Ferati war dabei im Strafraum auch zu Fall gekommen – ein Strafstoß würde genau in die aktuelle Saison passen. Doch der Schiedsrichter ließ weiter spielen und so war die Szene wohl vor allem ein Weckruf für den KFC. Issa Issa kam in der Folge knapp vor dem Tor an den Ball, doch sein Abschluss ging knapp über das Gehäuse. Es folgte die One-Man-Show des Moses Lamidi. Der zuletzt häufig kritisierte Stürmer schnappte sich den Ball, umspielte gleich drei Gegenspieler und zog ab – doch auch dieser Ball ging knapp neben das Tor. Allerdings schien er sich nun richtig eingeschossen zu haben, denn nur eine Minute später gab es eine fast exakte Kopie der Szene und diesmal saß der Schuss aus 15 Metern. Nach fünf Pflichtspielen endlich mal wieder ein Treffer für den KFC und Grund für erlösenden Jubel bei den Fans. Kurz darauf verfehlte noch ein Distanzschuss von Voorjans knapp das Tor, bevor der KFC mit der verdienten Führung in die Pause ging. Da die Mannschaft jedoch in dieser Saison schon mehrfach eine Führung noch aus der Hand gegeben hatte, war die Nervosität auf den Rängen auch nach der Pause noch groß. Nach zehn Minuten hätte Emrah Uzun mit einem zweiten Tor für Ruhe sorgen können, doch er scheiterte an Manuel Lenz in Velberter Tor. Stattdessen brannte es bald darauf im Uerdinger Strafraum lichterloh. Robin Udegbe musste gegen den Velberter Kaya im direkten Duell klären, kurz darauf lenkte er einen Kopfball nach einer Ecke mit einem sehenswerten Reflex noch neben das Tor. Doch auch weiter kamen die Gastgeber zu Chancen, dank Udegbe und jeder Menge Glück landete der Ball jedoch nicht im Tor. Hatte der KFC zu Beginn der zweiten Halbzeit noch mit nach vorne gespielt, wurde die Aufstellung von Minute zu Minute defensiver. Spätestens nachdem die Velberter quasi im Minutentakt zu Chancen kamen war klar, dass man nur noch die Führung irgendwie über die Zeit bringen konnte. Mit wenigen Entlastungsangriffen und ein wenig Zeitspiel verging Minute um Minute. Erwähnenswert auch Issa Issa und der eingewechselte Burak Kaplan, welche komplett allein in der gegnerischen Hälfte nacheinander zwei Eckbälle, einen Freistoß und einen Einwurf heraus holten und die Velberter zur Weißglut trieben. Nach einer kurzen Nachspielzeit pfiff der Schiedsrichter dann auch endlich ab und der KFC konnte endlich einmal wieder einen Sieg feiern. Doch so wirklich jubeln konnte man noch nicht, denn das wichtige Spiel in Wiedenbrück dauerte noch an. Erst zehn Minuten später kam die erlösende Nachricht, dass der KFC den 17. Tabellenplatz sicher hatte. Nun heißt es in der kommenden Woche Fortuna Köln die Daumen zu drücken, dass diese gegen die U23 der Bayern Mittwoch (in Köln) und Sonntag (in München) den Aufstieg klar machen und dem KFC auf diesem Umweg doch noch den Klassenerhalt sichern. So könnte diese Seuchensaison am Ende doch noch ein gutes Ende finden.