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Liga 3 - wir sind dabei!

Neuigkeit, 04.06.2018

Als KFC Fan ist man es aus der Vergangenheit gewöhnt, dass die Zeiten herausfordernd sind, dass man zittern muss, bangen, hoffen. Es sind viele Dinge in der Vergangenheit passiert, welche das Fan sein, die Liebe und Zuneigung zu diesem Club auf eine harte Probe gestellt haben. Auch in dieser Saison wusste man als Fan dieses verrückten Vereins teilweise nicht, wohin mit seinen Gefühlen. Einer ordentlichen Serie in der Hinrunde mit dem schlechten Start in die Rückrunde. Das knappe 2:2 in Essen in der Nachspielzeit. Die Hoffnung schien dahin. Mikhail Ponomarev, der starke Mann des KFC, hat gehandelt als alle noch verständnislos den Kopf schüttelten. Michael Wiesinger musste gehen. Stefan Krämer kam. Der Mann, der in der Sommerpause schon kommen sollte. Es folgte etwas, das - wieder einmal typisch KFC - beispiellos im deutschen Fußball ist. aus den letzten 12 Saisonspielen folgten 11 Siege. Davon eine sensationelle Serie von 10 Siegen in Folge. Jedes Spiel war ein Endspiel. Für Fans, Trainer, Spieler, Betreuer. Für alle! Umso größer der Jubel nach dem erlösenden 5:0 Sieg in Wiedenbrück. Etappenziel erreicht.


Doch Zeit zum Durchatmen blieb nicht viel. Es stand die ungeliebte Relegation vor der Tür. Der Gegner: Traditionsclub Waldhof Mannheim. Zumindest Spannung und Atmosphäre war vorprogrammiert. Dem 1:0 im Hinspiel folgte das umkämpfte aber verdiente 2:0 (nach Spielabbruch und Sportgerichtwertung) in Mannheim. Idioten hatten den Spielabbruch provoziert und willkürlich herbeigeführt. Doch es war früh klar, dass es nur einen Aufsteiger geben kann. Dennoch ist es wieder kein befreiendes Gefühl, nicht die 100%ige Entscheidung bejubeln zu können und erst einmal warten zu müssen. Nach der (erwartbaren) Entscheidung des Sportgerichts, das Spiel für den KFC zu werten, hielt der Jubel nur 24 Stunden an. Der DFB veröffentlichte eine Meldung, dass es möglicherweise zu einer verspäteten Zahlung der Liquiditätsreserve gekommen sei. Die Folge ist klar: Keine Lizenz für Liga 3. Nachrücker wäre in diesem Fall der SV Waldhof gewesen, welcher es bisher sportlich nicht geschafft hat, aufzusteigen. Wieder einmal fühlte man sich als KFC Fan wie schon so häufig vorher. Den Glauben an den Fußballgott nahezu verloren überwogen Enttäuschung, Frust, Trauer und Wut. Auch in unserer Redaktion waren wir zwiegespalten zwischen Hoffen, Bangen und "das wird nichts". Mikhail Ponomarev kündigte bereits an, dass er bei einem negativen Entscheid sein Engagement in der Regionalliga in der Form nicht aufrecht erhalten könnte. Die blau-rote Fußballwelt war nach zwei Jahren Märchen vor einem jähen Ende. Der DFB hatte Zeit, verkündete eine Entscheidung für den 4. Juni. Vier quälende Tage voller Ungewissheit. Keine Chance, Einfluss zu nehmen. Ein Wechselbad der Gefühle. Die einen, Zweck- und Daueroptimisten, überzeugt, dass alles richtig lief. Die anderen, pessimistisch gestimmt, schon den Abgesang singend.


In dieser Zeit überschlugen sich die Meldungen. Der KFC brachte ein knappes Statement heraus, in welchem er noch einmal die Richtigkeit seines Handeln unterstrich. Quasi zeitgleich veröffentlichte der DFB ein Statement, dass es eine Live-Übertragung der Urteilsverkündung gibt. War das jetzt gut? War das schlecht? Die Hoffnung wurde erst wieder größer, um dann mehr und mehr zu schwinden. Die Medien überboten sich derweil mit wilden und obskuren Gerüchten, die selbstverständlich alle von "mit der Sache vertrauten Personen" bestätigt waren. "Quellen" dieser Zeitungen bestätigten bereits, dass Mannheim anstelle des KFC Uerdingen in der 3. Liga starten wird und einen 9 Punkte Abzug akzeptiert hatte. Hier zeigt sich nicht nur die Unwissenheit mancher Medienvertreter, sondern auch das zum Teil schamlose Vorgehen, zu Gunsten der Auflage auch solche unbestätigten und aus der Luft gegriffenen Gerüchte aufzugreifen.


Heute um 17:34 Uhr war es dann endlich soweit. Der Deutsche Fußballbund verkündet, dass der KFC Uerdingen die Bedingungen zur Erteilung der Lizenz zur 3. Fußballliga erfüllt hat. Der KFC ist damit offiziell drittklassig. Was nun am Ende geschah? Wir wissen es immer noch nicht zu 100%. Wir wissen, dass der KFC seiner Pflicht der rechtzeitigen Überweisung nachgekommen ist. Am Montag, kurz vor 16 Uhr, wurde die Überweisung i. H. v. 1,2 Mio. EUR als Liquiditätsreserve auf das Konto des DFB getätigt. Aufgrund einer Vereinbarung zwischen DFB und seiner Hausbank, der Commerzbank, konnte dieses Geld jedoch nicht bis 15:30 Uhr am Folgetag auf das Konto gebucht werden, da alle Buchungen erst mit der Wertstellung des Ablauf des Tages eingehen. Eine kurzfristig getätigte Blitzüberweisung, mit welcher der KFC die 1,2 Mio. EUR nochmals überwies, kam zu spät an. Der DFB musste entscheiden, ob dem KFC schuldhaftes Verhalten zuzuordnen ist oder nicht. Wir haben es oben schon vorweggenommen. Gleichzeitig zeigt der DFB Größe und gesteht ein, dass der Passus in dieser Form überarbeitet werden muss. Hier gebührt dem DFB großer Repsekt. Man hätte es sich auch einfach machen und anhand der Uhrzeit den Daumen hoch oder runter zeigen können. Ob dies einem Einspruch standgehalten hätte, sei dennoch dahingestellt, da der KFC seinen Teil dazu beigetragen hat, dass die Zahlung pünktlich beim DFB eintrifft.


Doch am Ende siegte die Gerechtigkeit und der Sportsgeist. Es gibt in dieser Saison vermutlich kaum einen Verein, der den Aufstieg mehr verdient hat. Nach den letzten 20 Jahren voller Mist, haben es die Fans mehr als verdient. Die Spieler, die eine sensationelle Saison gespielt haben. Der Betreuerstab, der alles gegeben hat. Der Vorstand und das operative Team, die jederzeit einen kühlen Kopf behalten und den Aufstieg am Ende ermöglicht haben. All diesen Menschen gehört unser Dank und unsere tiefe Zuneigung. Ihr seid es, die den Verein ausmachen. Ihr habt die letzten Tage bewiesen - ob Optimist oder Pessimist -, dass die Fans zusammenstehen und zusammenstehen müssen. Der Vorstand hat bewiesen, dass es richtig ist, ihm zu vertrauen, auch wenn die Entscheidungen kritisch hinterfragt werden dürfen. Warum z. B. erst kurz vor 16 Uhr und nicht bereits Morgens überwiesen wurde wäre eine der berechtigten Fragen. Umso überraschender kommen missgestimmte Töne der in den Relegationsspielen unterlegenen Mannschaft. Sich über eine sportlich faire und vor allem aber auch den Statuten nach korrekte Entscheidung irritiert zu zeigen, hinterlässt zumindest - insbesondere nach den Vorkommnissen im Rückspiel - einen faden Beigeschmack. Von "Fans", die sich nur zum Pöbeln auf den KFC (Fan)Seiten rumtreiben, ganz zu schweigen.


Mikhail Ponomarev richtet den Blick bereits wieder nach vorne. Es ist zu erwarten, dass in den nächsten Tagen einiges passiert. Spielerverpflichtungen werden das Eine sein. Es steht aber auch noch der neue Hauptsponsor aus und wir sind sicher, es kommen noch einige (überraschende) Meldungen in den nächsten Tagen. Wir freuen uns bereits auf das, was kommt, ohne zu vergessen, was war. Wir, als KFC Fans, wissen, was es heißt, durch dick und dünn zu gehen. Unterschiedliche Meinungen zu haben und sich doch den Rücken zu stärken und eine Schulter und einen Arm zu bieten. Wir stehen zueinander, denn wir wissen:

Das Blau steht für die Treue - das Rot für Liebe!