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Ernüchterung in Liga 3. Auftaktniederlage gegen Unterhaching.

Neuigkeit, 30.07.2018

Die Ernüchterung ist angekommen beim KFC Uerdingen und sogleich auch das Wissen, dass die 3. Liga ein anderes Kaliber ist, als die Regionalliga und selbst die Aufstiegsspiele. Das Heimspiel gegen Die SpVgg Unterhaching ging mit 1:3 (0:1) vor weiter über 5.000 Zuschauern verloren.


Dabei waren viele Dinge, die jetzt in der Diskussion stehen erwartbar. Die Kaderplanung ist dafür verantwortlich, dass mit Kefkir, Musculus, Chessa und Müller – um wenige Beispiele zu nennen – Spieler auf der Tribüne sitzen mussten, die unter normalen Umständen zumindest einen Platz auf der Bank sicherhaben dürften. Es war auch erwartbar, dass mit Unterhaching ein spielstarker Gegner kommt. Vor allem, nach die Scouts des KFC laut Stefan Krämers Aussage genügend Videomaterial zusammengetragen hbaen, um eine Spielidee zu entwickeln. Unerwartbar hingegen war jedoch, dass nicht Musculus auf der Mittelstürmer Position spielte, sondern Maxi Beister, über den Stefan Krämer in der Vorbereitung noch sagte, er sei kein Mittelstürmer. Unerwartet war vllt. auch die Aufstellung im zentralen Mittelfeld und der Verzicht auf Tanju Öztürk in der Startelf. Unerwartet war vielleicht auch ein bisschen die sehr gute Zuschauerzahl.


Das Spiel selbst ist relativ schnell erzählt. Der KFC Uerdingen begann in den weißen Auswärtstrikots schwung- und druckvoll, wollte mit dem nötigen Selbstbewusstsein seine Idee durchbringen. Doch nachdem die Hachinger die ersten 10-15 Minuten mit einer soliden Abwehrleistung ohne das Zulassen einer größeren Torchance (sieht man von einem fast Schnitzer des Unterhachinger Hintermanns Königshofer ab) hinter sich gebracht haben, wurden die eigenen Offensivbemühungen verstärkt. Mit wenig Ballkontakten, viel Tempo und schlauen Angriffen, kamen die Hachinger immer wieder gefährlich in die Angriffszone und stellen die KFC Abwehr vor ungewohnte Probleme. Alex Bittroff bekam seine Seite auf rechts selten in den Griff, Manuel Konrad hatte das defensive Mittelfeld nicht unter Kontrolle und auch die Abstimmung der Innenverteidiger zeigte sich aufgrund des höheren Tempos als ausbaufähig an. Das 0:1 aus Uerdinger Sicht in der 24. Minute war nur eine logische Konsequenz des Spielverlaufs bis zu diesem Zeitpunkt. Die Abwehr war erneut unsortiert und Jim-Patrick Müller ließ sich nach einem sauber und schnörkellos vorgetragenen Angriff nicht zweimal bitten!


Nach dem Pausentee brachte Krämer Jo Dörfler für den unauffälligen Dennis Daube, doch auch Dörfler verstand es nicht, Akzente zu setzen und rannte sich oft fest. Doch es dürfte sowieso vieles Makulatur gewesen sein, was in der Pause besprochen wurde. Nur anderthalb Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Lucas Hufnagel auf 0:2. Das war nun endlich der Hallo-Wach-Effekt beim KFC, der nahezu im Gegenzug durch Neuzugang Stefan Aigner das 1:2 erzielen konnte. Doch wer jetzt glaubte, der KFC baut mehr Druck auf und drängt auf den Ausgleich, wurde enttäuscht. So war es dann wieder Müller, der in der 57. Minute den alten Abstand wieder herstellte.


Dem KFC ist das Bemühen um Ergebniskorrektur nicht abzusprechen, doch man merkte auch deutlich, dass mit Unterhaching nicht nur eine spielstarke sondern auch eine sehr abgeklärte Drittligamannschat zu Gast war, die es aus ihrer Sicht versäumte, auf 4:1 zu erhöhen. So wurde es beinahe noch einmal eng, als Maxi Beister das vermeintliche 2:3 erzielte. Der Treffer wurde jedoch wegen eines Handspiels korrekterweise nicht gegeben.


Es war sicher nicht alles schlecht am gestrigen Sonntag, doch am Ende bleibt der verpatzte Saisonstart in die dritte Liga und die Erkenntnis, dass noch viel Arbeit auf den KFC wartet und Liga 3 alles andere als ein Selbstläufer wird. Es müssen konsequent und schonungslos auch Dinge hinterfragt werden, insbesondere mit Blick auf die Kaderzusammenstellung und die Vorbereitung.


Ist es wirklich gut, ein absolutes Überangebot auf der zentralen und defensiven Mittelfeldposition zu haben? Ist es wirklich gut, wenn eine Mannschaft in der Vorbereitung nie einmal in der Formation spielt, wie sie dann auch in der Liga spielen soll? Und ist es wirklich gut, nur eine so begrenzte Auswahl an U23 Spielern im Kader zu haben?


Die nächsten Wochen werden Antworten auf diese und weitere Fragen geben. Doch aktuell sieht es so aus, dass nach diesem Saisonstart mehr denn je Handlungsbedarf auf einigen Positionen besteht. Die Qualität des letzten Jahres, schonungslose Analysen zu betreiben, hat den Erfolg gebracht. Auch wenn diese menschlich und emotional ungewohnt radikal waren, erwies sich ein Großteil dieser Entscheidungen als richtig. Die großen Entscheidungen blieben in dieser Vorbereitung aus. Es bleibt zu hoffen, dass dies kein Fehler war.


Am kommenden Samstag kann der KFC um Stefan Krämer bei den Würzburger Kickers den Saisonstart etwas verbessern. Anpfiff ist um 14 Uhr!