Schluesselszene.net

Der KFC Kader im Check

Neuigkeit, 11.07.2019

Kadercheck vor der neuen Saison


Als Heiko Vogel nach dem Spiel gegen den VfR Aalen vorgestellt wurde, sprach er bereits von einem Umbruch im Sommer. Doch lange Zeit sah es nicht danach aus, als dass sich der Kader großartig verändern würde. In den letzten Wochen dann hat die Kaderplanung des KFC schnell an Fahrt aufgenommen und war – Stand Sonntag – abgeschlossen. In der Zwischenzeit sind Dinge passiert, die nicht plan- und beeinflussbar waren, welche dieses Statement hoffentlich noch einmal in Frage stellen. Werfen wir ein Blick auf den Kader.


Torhüterposition

Die wohl unkritischste Position im gesamten Kader dürfte die Torhüterposition gewesen sein. Dennoch hat sich Heiko Vogel in der Sommerpause festgelegt und René Vollath mitgeteilt, dass er sich gerne nach neuen Karrieremöglichkeiten umsehen darf. Die neue Nummer eins kommt vom direkten Ligakonkurrenten Unterhaching. Mit Lukas Königshofer hat der KFC einen soliden Schlussmann verpflichtet, der sich über die letzten Jahre in der dritten Liga auszeichnen konnte. Seine Strafraumbeherrschung sprechen ebenso für ihn wie seine guten Reflexe und seine Größe! Mit 1,93 m Körpergröße ist Lukas Königshofer groß und hat eine entsprechende Ausstrahlung. Hinter ihm reiht sich mit Lukas Bachmeier ein neuer U23 Torwart ebenso wie Robin Udegbe ein. Die Torhüterposition ist damit ordentlich besetzt und gibt keinen Grund zur Sorge. Ob Königshofer ein Update zu René Vollath ist, wird die Zeit zeigen, verschlechtert haben dürfte sich der Kader auf dieser Position jedoch nicht.



Abwehr

Eine der größten Baustellen der letzten Saison war die Abwehr. Mit 43 Gegentoren alleine in der Rückrunde haben sich eklatante Schwächen gezeigt. Der Abgang von Christopher Schorch in der Winterpause sowie das unnötige Verschenken Robert Müllers haben den KFC unter Zugzwang gesetzt. Zwar stand mit Dominic Maroh ein erfahrener Innenverteidiger im Kader, doch mit Mario Erb gab es nur noch einen weiteren Innenverteidiger. Assani Lukimya sollte die Abwehr stabilisieren und verbessern, doch während der gesamten Rückrunde konnten die Schwächen in der Innenverteidigung nicht behoben werden. Auch die Außen waren häufig anfällig und ließen zu viele Flanken zu, die in gefährlichen Situationen resultierten. Nachdem Mario Erb nun den Verein kurzfristig verlassen durfte wurde mit Andreas Maxsø ein neuer Innenverteidiger verpflichtet, der aufgrund seiner Vita und seiner bisherigen Stationen eine Verbesserung darstellen dürfte. Doch die Schwachstellen auf den Außen wurden nicht angegangen. Lediglich auf der linken Verteidigungsseite wurde mit Hakim Guenouche ein hoffnungsvoller Nachwuchsspieler verpflichtet, der in seinem ersten Testspiel überragende Offensivaktionen zeigte, doch in der Rückwärtsbewegung eklatante Schwächen offenbart. Auf der Rechtsverteidiger Position dürfte Großkreutz weiter gesetzt sein. Zwar steht mit Alex Bittroff noch ein Backup zur Verfügung, doch seine Leistungen in der letzten Saison sowie seine Testspieleinsätze deuten nicht darauf hin, dass er auf dieser Position große Einsatzchancen bekommt. Bittroff dürfte einer der Spieler sein, der keine Steine in den Weg gelegt bekäme, sollte sich für ihn eine interessante Option bieten. Die Suche nach einem Linksverteidiger, vom ersten Training an eine selbsternannte Priorität von Heiko Vogel, scheint mit Guenouche beendet zu sein.

Insgesamt dürfte die Abwehr in Ihrer derzeitigen Zusammenstellung etwas variabler und stabiler sein als noch in der letzten Saison. Viel wird davon abhängen, welchem Innenverteidiger Duo Heiko Vogel das Vertrauen schenkt und wie die Positionen davor bekleidet werden. Im Härtefall kann auch Jan Kirchhoff noch auf der Innenverteidiger Position spielen, reißt dann jedoch eine Lücke im Defensiven Mittelfeld auf. An Variabilität hat Vogel gewonnen. Ob an Qualität wird die Saison zeigen. Schnelligkeit hat das Team lediglich durch Guenouche dazu gewonnen. Alle defensiven Neuverpflichtungen (Maxsø, Kirchhoff) bringen sicher viel Qualitäten mit in das Uerdinger Spiel, doch fehlt die Schnelligkeit.


Fazit: Auch wenn der Kader in der Abwehr verstärkt wurde, fehlen (schnelle) Alternativen in der Innenverteidigung und auch der nötige Druck auf die Außenverteidiger. Mindestens ein Innenverteidiger wäre noch hilfreich, dazu eine Alternative auf der rechten Defensivseite.



Mittelfeld

Das Mittelfeld des KFC wurde in dieser Transferperiode gezielt verstärkt. Mit Jean Manuel Mbom kommt ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent von Werner Bremen zum KFC. Selim Gündüz, einst beim VfL Bochum, bringt die nötige Mentalität mit und Jan Kirchhoff viel Erfahrung, Ausstrahlung und Ruhe. Zusammen mit den Rekonvaleszenten Adam Matuschyk und Dennis Daube hat der KFC eine hohe Qualität im Mittelfeld. Dazu kommt vor allem mit Patrick Pflücke noch ein schneller kreativer Jungspund, der in der letzten Saison seine Qualität angedeutet hat. Manuel Konrad dürfte, sollten alle Spieler fit sein, keine große Rolle spielen. Dafür waren seine Leistungen in der letzten Saison und in der Vorbereitung zu durchwachsen. Khalil Mohammad hat bereits in der abgelaufenen Saison quasi keine Einsatzzeiten bekommen und dürfte auch jetzt nur berücksichtigt werden, wenn kaum eine andere Option besteht. In den bisherigen Testspielen hat Mohammad elf Minuten Einsatzzeit bekommen. Er dürfte somit auch einer der Kandidaten sein, die den Verein noch verlassen könnten. Die Qualität im zentralen Mittelfeld dürfte zweifelsohne zugenommen haben. Doch wenn Kirchhoff in die Innenverteidigung rücken muss oder es Verletzungen gibt, nimmt die Qualität recht schnell wieder ab. Wie sich Mbom in das Spiel integriert wird abzuwarten sein. Seine ersten Eindrücke im Testspiel waren sehr positiv und deuten an, dass er den Kader verstärken kann.


Fazit: Mit der Rückkehr der Rekonvaleszenten Daube und Matuschyk, der Verpflichtung Kirchhoffs und Mboms besitzt der KFC deutlich mehr Qualität als noch in der vergangenen Saison. Dazu verfügt der KFC mit Patrick Pflücke über einen schnellen, laufstarken Kreativen, der im Mittelfeld die Fäden in der Hand halten kann. Um in der Breite noch besser aufgestellt zu sein, würde ein Zentraler Mittelfeldspieler dem Kader sicher gut zu Gesicht stehen. Zwingender Handlungsbedarf besteht jedoch nicht. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass alle Spieler auf ihren Positionen spielen.


Sturm

Auch im Sturm hakte es in der letzten Saison gewaltig. In der Hinrunde fehlte ein Neuner, die hoffnungsvolle Verpflichtung von Samed Yesil erwies sich als Flop. Stefan Aigner füllte die Rolle des Torjägers in der Hinrunde noch gut aus, doch fiel mehr und mehr in ein Leistungsloch. Es folgte in der Winterpause die Verpflichtung Osayamen Osawes und Adriano Grimaldis. Während Osawe eher Platz braucht ist Grimaldi nach wie vor der einzige Mittelstürmer im Kader des KFC. Dahinter hat Trainer Vogel eine große Variabilität. Nachwuchsleute wie Christian Kinsombi und Franck Evina wurden verpflichtet, dazu „Mentalitätsmonster“ wie Selim Gündüz und Kämpfer wie Tobias Rühle. Verlassen haben den Verein u. a. Jojo Dörfler und Oguzhan Kefkir. Ali Ibrahimaj hat sich von seiner Verletzung erholt, Roberto Rodriguez dürfte vor allem zentral eine wichtigere Rolle einnehmen. Auch mit dem Weggang Maxi Beisters ist die Qualität in der Offensivreihe nicht schlechter geworden. Lediglich die Torgefahr scheint nun noch mehr zu fehlen, so dass die Hoffnug bleibt, „wir werden mit Sicherheit keine Spieler mehr verpflichten“ ist bloße Taktik um sich nicht in die Karten schauen zu lassen.


Fazit: Mindestens ein Mittelstürmer mit „Torgarantie“ fehlt noch, um den Kader in der Offensive komplett zu machen. Sollte noch ein kreativer Mann für die Zentrale kommen, ist der Uerdinger Angriff mit Abstand das Prunkstück im Kader.       



Was bedeutet das alles? Am Ende haben die Verantwortlichen bisher einen sehr soliden Job gemacht und eine gute Mischung aus jungen Leuten und erfahrenn Recken geholt. Alle Mannschaftsteile wurden verstärkt, zudem Spieler, die nicht in Vogels Konzept passen, aussortiert. Gerade mit Spielern wie Evina, Gündüz, Rühle oder Kinsombi ist neben der fußballerischen Qualität auch mehr Geschwindigkeit hinzugekommen. Im Mittelfeld wird sich viel um Jan Kirchhoff als Dreh- und Angelpunkt bewegen. Beruhigen, ordnen, lenken werden neben Verantwortung übernehmen vermutlich die Hauptaufgaben Kirchhoffs sein. Mit den neuen Außenspielern kehrt auch die Hoffnung auf ein „Verteidigen im Kollektiv“ zurück, was in der letzten Saison – bei aller berechtigten Kritik an der Abwehr – der Spielstatik des KFC nicht gut getan hat und viel Druck auf die Verteidigung aufgebaut hat. Es wird interessant zu sehen, wie Vogel die Mannschaft auf- und einstellt und es schafft, die verschiedenen Spieler mit Ihren jeweils speziellen Talenten in die Mannschaft zu integrieren um das Ziel, sich „nach oben [zu] orientieren“ auch realisieren  zu können. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass die Transferaktivitäten noch nicht beendet sind und sowohl auf der „Gehen“ als auch auf der „Kommen“ Seite noch was passiert. Da der Transfermarkt aber noch bis zum 31. August geöffnet ist, kann auch nach dem Saisonauftakt noch einiges passieren.