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Stellen Sie einen Sportdirektor ein, Herr Ponomarev!

Neuigkeit, 27.09.2019

Es liegt – wieder einmal – eine turbulente Woche hinter dem KFC. Trainer Heiko Vogel konnte die sportlichen Erwartung nicht im Ansatz erfüllen, so dass am vergangenen Dienstag folgerichtig die Trennung vollzogen wurde. Die Übergangslösung für mindestens das Meppen Spiel ist – mal wieder – Stefan Reisinger. Doch damit ist das Problem nicht gelöst.


Die Frage, wie es nun weiter geht, drängt sich förmlich auf. Dass Sie für den Verein brennen und den Erfolg haben wollen, zeigen die jüngsten Ereignisse. Sie reagieren emotional, enttäuscht, wütend. Ist das schlecht? Ganz im Gegenteil. „Nur wer brennt, kann andere anzünden“. Diese – natürlich nur sprichwörtlich zu verstehende Metapher – macht deutlich, dass nur erfolgreich sein kann, wer auch selber Erfolg mit jeder Faser haben will!


Dennoch muss die Frage erlaubt sein, wie es in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten weitergehen soll. Alles deutet darauf hin, dass jetzt erst ein Trainer gesucht wird. Die Trennung von Heiko Vogel deutete sich jedoch schon vor Wochen an. Dass Vogel den Turnaround nicht mehr schaffen würde, war spätestens seit dem blamablen Ausscheiden im Pokal in Essen und Vogels Hilflosigkeit im Anschluss erwartbar. Die Tatsache der späten Trainersuche lässt sich nicht alleine auf Dillettantismus zurückführen sondern vor allem auf eins: einen fehlenden Profi für den sportlichen Bereich.


Herr Ponomarev, Sie wollen gerne die letzte Entscheidung treffen. Das ist als Vorsitzender und Investor ihr gutes Recht. Doch lassen Sie sich von Profis beraten. Stellen Sie einen Sportdirektor ein, denn auch Niko Weinhart, der diese Position ja in gewisser Art und Weise mit auszuüben scheint, ist schlicht ungeeignet für diesen Job. Es geht nicht darum, Sie oder Niko Weinhart zu diskreditieren. Im Gegenteil. Es geht darum, sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen und Profis für die Bereiche einzustellen, wo Profis erforderlich sind.


Der Weg der Professionalisierung der PR-Arbeit zeigt bereits erste Erfolge und beweist, dass professionelle Arbeit auch Profis erfordert! Profis, die sich in dem jeweiligen Bereich auskennen. Profis, die wissen, was sie tun. Profis, die Verantwortung haben, ihren Bereich zu leiten.


Es geht nicht darum, Entscheidungskompetenz von Ihnen wegzunehmen sondern darum, Entscheidungen auf der Grundlage einer professionellen Beratung und einer professionellen Arbeit treffen zu können. Es muss jemand installiert werden, der den Kader plant, der mit Trainer(n) und Spielern spricht, das Bindeglied zum Vorstand ist und die sportliche Verantwortung hat. Ein Sportdirektor oder sportlicher Leiter ist obligatorisch für den weiteren Erfolg. Damit einher geht nicht das Abtreten von Kompetenz und Entscheidung sondern vielmehr die Erweiterung der Kompetenz! Herr Ponomarev, die Veranwortung für die Kaderplanung und das sportliche Setup muss in professionelle Hände gegeben werden.


Es ist aller Ehren Wert, dass es bisher mehr oder weniger so geklappt hat. Doch bereits die letzte Saison mit ihren beiden Transferperioden hat gezeigt, dass es schwierig ist, in einer professionellen Sportliga mit amateurhaften Strukturen zu bestehen. Dass es eine sportliche Kompetenz braucht, den Kader zusammenstellen zu können und danach auch den Trainer auszusuchen. Auch die jetzige Transferperiode hat allen die großen Herausforderungen vor Augen geführt. Ein Trainer kann diese Position nicht in Personalunion leiten, ebenso wenig kann es Niko Weinhart und auch – und wir sagen das mit dem größten Respekt – nicht Sie, Herr Ponomarev.


Ein sportlicher Leiter mit entsprechender Befugnis hilft nicht nur dabei, die Entscheidungswege zu professionalisieren, die Struktur zu verbessern und im Zweifel auch eine bessere Arbeit abzuliefren. Er nimmt Sie auch aus der Schusslinie. Es gibt derzeit genügend Baustellen, die wieder einmal auf Sie einzuprasseln scheinen und die stoische Ruhe, mit der Sie derzeit nach Außen an Ihrer Zielsetzung und Arbeit festhalten ist bewunderswert. Doch sie führt so lange ins Leere, wie alle paar Monate erneut Baustellen aufgemacht werden. Springen Sie über Ihren Schatten und führen Sie den Weg der Professionalisierung weiter!