Schluesselszene.net

Ruhe bewahren

Neuigkeit, 15.01.2020

Das letzte mal, dass eine Winter- oder Sommerpause für einen KFC Fan ruhig verlief, ist schon eine Weile her. Man konnte lange den Eindruck bekommen, dieses Jahr kann es endlich so weit sein. Effenberg hat als Verantwortlicher für den Kader angekündigt, dass gezielte Verstärkungen mit Fokus auf U23 Spieler folgen sollten, man sich in Ruhe auf die Rückrunde vorbereiten will und frühzeitig mit der (Kader)Planung für die neue Saison starten will. Doch wieder mal kam alles anders. Der KFC Tross, gerade in der Toskana angekommen, musste aufgrund der absolut widrigen Platzverhältnisse das Trainingslager in Italien abbrechen und bereitet sich nun in Venlo vor. Optimal gelaufen ist das nicht. Der Verantwortliche ist mit Stefan Effenberg vermeintlich schnell gefunden. Doch das Krisenmanagement war vorbildlich. Ein neues Trainingslager, eine schnelle Ausweichstätte, alles innerhalb nicht einmal 24 Stunden.


Fehler passieren. Fehler sind schon anderen passiert. Doch nicht jeder wurde wie Stefan Effenberg von der Presse wie die Sau durch’s Dorf getrieben. Das Niveau? Teils Abenteuerlich. Meinungen werden veröffentlicht, Effenberg von Journalisten angezählt, ein Duktus verwendet, der teils an Schülerzeitungen erinnert.


Zeit, einen Punkt zu machen. Zeit, einmal tief Luft zu holen und sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Gerade durch die Lokalpresse wird in der aktuellen Situation eine große Unruhe in den Verein getragen. Gerade die Lokalpresse ist es jedoch, die Farbe bekennen und sich hinter Mannschaft und Verantwortliche stellen sollte. Stattdessen wird Verantwortlichen das Vertrauen entzogen und sich dabei hinter „einer Vielzahl Fans“ versteckt. Manager Sport und Teamchef werden öffentlich gegeneinander ausgespielt, Prognosen über „Gewinner“ eines „Kampfes“ abgegeben. Der Wunsch von Ruhe und kontinuierlichem Arbeiten? Schnell dahin. Getrieben unter anderem von der lokalen Presse.


Mikhail Ponomarev ist in den letzten Monaten nicht mehr dafür bekannt gewesen, zu impulsiv zu entscheiden und so bleibt zu hoffen, dass er keinen Fehler macht und Effenberg wegen dieser vermeintlichen Lappalie vor die Tür setzt. Fehler hat auch Ponomarev gemacht. Sein Twitter Ausflug war nur einer, doch auch das zu lange Festhalten an Heiko Vogel, die zu späte Trennung von Stefan Krämer, keinen Plan B bei seiner Entlassung zu haben sind andere. Keiner fordert deswegen Konsequenzen. Nur muss aus diesen Entwicklungen gelernt werden. Manuel Konrad durfte nach seiner WhatsApp Affaire weiter Teil des Teams bleiben. Die Entscheidung schien richtig, Konrad seitdem wie ausgewechselt. Er hat gelernt. Das gleiche Recht, einen Fehler zu machen, sollte nun auch Stefan Effenberg zugestanden werden. Jener Effenberg, dessen Frau bei der Organisation der Weihnachtsfeier half. Jener Effenberg, der bei jedem Training ist und viel mit Spielern spricht. Jener Effenberg, der in Chemnitz in der Halbzeitpause so erbost über die Leistung war und eine Umstellung forderte, die später sogar zum Erfolg führte! Dieser Stefan Effenberg hat genauso ein Recht darauf, auch falsche Entscheidungen zu treffen, wie jeder andere Mensch im Verein KFC Uerdingen 05!


Für die Presse bleibt der Wunsch, sich mit dieser Leidenschaft und Hingabe auf Themen zu konzentrieren, die wirklich einmal wichtig wären! Die Trainingsbedingungen in Krefeld sind katastrophal. Der Aufschrei in der Presse? Nicht einmal ein Sturm im Wasserglas. Der Umbau der Grotenburg lässt weiter auf sich warten? Kritische Berichte oder Nachfragen in der Presse? Fehlanzeige. Wo ist Herr Hoss und berichtet vom „Grotenburg Fail“ des Oberbürgermeisters? Wo ist Herr Schulze und zählt die Verwaltung öffentlich an?


Am Ende wird es darauf ankommen, dass alle zusammenhalten und zusammenarbeiten. Aus Fehlern lernen und diese für die Zukunft abstellen. Die Köpfe zusammenstecken, zusammenwachsen und weiter ein Team werden. Erfolg geht nur zusammen. Im Verein. Mit der Presse. Mit der Stadt. Dieses Credo müssen alle Parteien verinnerlichen. Manchmal hilft es, einfach ein bisschen die Ruhe zu bewahren.