Fanprojekt wird eingestellt
Viel war in den vergangenen Wochen über das Fanprojekt beim KFC Uerdingen diskutiert worden. Allerdings weniger von den Vertretern des Fußballvereins, sondern vielmehr im Krefelder Rathaus. Denn mit der Einstellung des Fanprojekts, das seit 2021 existiert, könnte die notorisch klamme Stadt zumindest etwas Geld einsparen. Inzwischen ist in dieser Debatte auch eine Entscheidung gefallen. Die Stadt Krefeld teilt mit, dass das Fanprojekt nicht über den 31. Dezember 2026 fortgeführt werden soll.
Das eingesparte Geld soll allerdings direkt umverteilt werden und zukünftig den Familiengrundschulzentren zugeschrieben werden. Darüber wird im Jugendhilfeausschuss der Stadt Krefeld am Donnerstagabend diskutiert. Die Beschlussvorlage sieht vor, Fördermittel für eben jene Familiengrundschulzentren zu beantragen. „Diese Entscheidung ist nicht als Bewertung gegen die grundsätzliche Zielsetzung von Fanprojekten zu verstehen“, teilt die Stadt Krefeld mit.
KFC bedauert die Entscheidung
Auch argumentiert die Verwaltung mit offenen Stellen, die in den vergangenen Jahren trotz mehrfacher Ausschreibung nicht besetzt werden konnten. Für Patrick Arnold, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW, liegt das daran, dass die Stadt es nicht geschafft habe, einen attraktiven Arbeitsplatz zu schaffen. So habe das Fanprojekt in Krefeld bis zuletzt keine eigenen Räume gehabt und auch keine eigene Internetpräsenz. Lediglich der KFC Uerdingen führt das Fanprojekt auf der Vereinswebsite auf – und unterstreicht so, wie wertvoll die Arbeit für den Verein selbst ist.
Insofern ist man beim KFC alles andere als glücklich über die Entscheidung der Stadt. „Wir versuchen, über andere Kanäle den Obolus, den die Stadt bislang zusteuert, finanzieren zu können. Wir stehen zu unserer Aussage, dass es sich beim Fanprojekt um einen sehr wichtigen Mosaikstein im Gebilde des KFC handelt“, sagt Pressesprecher Manuel Kölker.
In der Tat sind die Mittel, die die Stadt Krefeld einbringt, vergleichsweise gering. 25 Prozent beträgt der kommunale Eigenanteil, der Großteil der Finanzierung erfolgt durch den Deutschen Fußball-Bund sowie das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Laut Vorlage beträgt der nun eingesparte Eigenanteil gut 65.000 Euro für das Jahr 2027. „Wir finden es schade, dass die Stadt in Zeiten knapper Kassen nicht mehr in der Lage ist, ihren Teil zur Finanzierung beizutragen, beziehungsweise sich dazu entscheidet, das Geld an anderer Stelle einsetzen zu wollen.“
Für Arnold ist es ein „einmaliger Vorgang“, dass ein gut arbeitendes Fanprojekt eingestellt wird. „Es gibt 16 Standorte in NRW, 71 bundesweit. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt er deutlich. Besonders kritisch sieht er die Aussage der Stadt Krefeld, dass sie eine erneute Beantragung prüfen wolle, falls der Verein künftig wieder höherklassig spielen sollte. „Jugendarbeit abhängig von der Ligazugehörigkeit zu denken, ist sehr veraltet“, betont Arnold. Schließlich sei die Klientel, die die Arbeit des Fanprojekts in Anspruch nehme, auch in der Oberliga da. Die potenziellen zusätzlichen Zuschauer, die im Falle eines Aufstiegs kommen würden, gehörten eher nicht dazu. Das zeige, wie wenig sich die Stadt Krefeld inhaltlich mit der Arbeit des Fanprojekts befasst habe, legt Arnold nach.
Wunsch nach Sonderbeirat verpufft
Ein Indiz, wie groß die Wertschätzung der Stadt Krefeld für die Arbeit des Fanprojektes ist, könnte sich auch aus der Tagesordnung besagter Sitzung des Jugendhilfeausschusses ableiten lassen. So ist die Vorlage, in der beschlossen werden soll, dass die Mittel des Fanprojektes künftig den NRW-Familiengrundschulzentren zukommen sollen, in der Tagesordnung vor dem umfassenden Jahresbericht 2025 des Fanprojektes angesetzt. Eine Diskussion oder Beratung der Ausschussmitglieder, ob eine Fortführung des Fanprojekts sinnvoll sei oder nicht, ist nicht möglich. Lediglich darüber, ob die eingesparten Mittel für die Familiengrundschulzentren eingesetzt und dafür eine Förderung beantragt werden soll, wird abgestimmt. Das kann Patrick Arnold nicht nachvollziehen. Es sei ein Anliegen der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW gewesen, einen Sonderbeirat einzuberufen, um gemeinsam mit der Politik über die Arbeit des Fanprojektes zu sprechen. „Polizei, DFB, Verein, alle waren dafür – nur die Stadt Krefeld nicht.“
Der Jahresbericht des Fanprojekts, der bereits Ende des vergangenen Jahres angefertigt wurde, ist durchaus interessant. So berichtet die Verantwortliche Melina Blumtritt, dass die Zusammenarbeit mit Verein, Polizei und Sicherheitsdienst gestärkt und erste Planungen für eigene Fanprojekt-Räumlichkeiten am Stadion aufgenommen wurden. Trotz der zuletzt schwierigen Jahre mit Insolvenz, Rückzug aus der Regionalliga West und Neustart in der Oberliga Niederrhein sei die Fanszene aktiv und unterstütze den Neuaufbau. „2026 soll die Stabilisierung fortgeführt und der Ausbau der Fanprojekt-Arbeit vorangetrieben werden“, heißt es in dem Bericht. Große Pläne also, die nun nicht weiter verfolgt werden.
Der Artikel zeigt deutlich, dass es der Stadt Krefeld nicht um die Inhalte dieses Projektes geht. Mit Sicherheit sind da Personen am Werk die sich mit so was nicht auskennen, weil es sie schlichtweg nicht interessiert, sie keinen Bezug dazu haben und es ihnen aus diesem Grunde auch völlig egal ist was damit aufgegeben wird.
Dass es Fans waren, die dem maroden Grotenburg-Stadion wieder Leben eingehaucht haben und es damit schafften dieses Stadion wieder spielfähig zu machen, wird dabei völlig ausgeblendet. Ohne Supporters gäbe es auch sicher keine "Ravens" die der Stadt Krefeld nun als zusätzliches Aushängeschild mehr Ansehen und Aufmerksamkeit bescheren.
In Mönchengladbach, Gelsenkirchen oder Dortmund würde man es sich noch nicht einmal wagen so etwas überhaupt zu diskutieren, geschweige denn umzusetzen.
Wenn ich dann noch lese, dass man das Ganze nochmal "prüfen" werde sobald der KFC aufsteigt, zeigt mehr als deutlich die Ignoranz und auch die Borniertheit dieser "Entscheidungsträger". Was will man denn prüfen, wenn einem die Inhalte des Projektes schon jetzt am Ar.......vorbei gehen. Was mich dabei besonders ärgert ist die ewig alte Strategie der Vertröstung (wir prüfen dann irgendwann nochmal... bla bla bla) womit Fans und Bürger schlichtweg für dumm verkauft werden.
Der Artikel zeigt deutlich, dass es der Stadt Krefeld nicht um die Inhalte dieses Projektes geht. Mit Sicherheit sind da Personen am Werk die sich mit so was nicht auskennen, weil es sie schlichtweg nicht interessiert, sie keinen Bezug dazu haben und es ihnen aus diesem Grunde auch völlig egal ist was damit aufgegeben wird.
Dass es Fans waren, die dem maroden Grotenburg-Stadion wieder Leben eingehaucht haben und es damit schafften dieses Stadion wieder spielfähig zu machen, wird dabei völlig ausgeblendet. Ohne Supporters gäbe es auch sicher keine "Ravens" die der Stadt Krefeld nun als zusätzliches Aushängeschild mehr Ansehen und Aufmerksamkeit bescheren.
In Mönchengladbach, Gelsenkirchen oder Dortmund würde man es sich noch nicht einmal wagen so etwas überhaupt zu diskutieren, geschweige denn umzusetzen.
Wenn ich dann noch lese, dass man das Ganze nochmal "prüfen" werde sobald der KFC aufsteigt, zeigt mehr als deutlich die Ignoranz und auch die Borniertheit dieser "Entscheidungsträger". Was will man denn prüfen, wenn einem die Inhalte des Projektes schon jetzt am Ar.......vorbei gehen. Was mich dabei besonders ärgert ist die ewig alte Strategie der Vertröstung (wir prüfen dann irgendwann nochmal... bla bla bla) womit Fans und Bürger schlichtweg für dumm verkauft werden.
Was hat das Fanprojekt geleistet, was eine Finanzierung über die Stadt Krefeld rechtfertigen würde?
Was leistet Melina Blumtritt, die offenkundig eine dieser geförderten Stellen bekleidet, für Stadt und Verein?
Mich würde das wirklich interessieren. Letztlich reden wir von Geldern einer Stadt, die ständig am Nothaushalt entlangschliddert.
Was Grotenburg Supporters und Supporters Club leisten und geleistet haben ist höchst respektabel. Aber die Einrichtungen finanzieren sich selbst über Beiträge oder Spenden. Von daher stellt sich für mich die Frage, welche Daseinsberechtigung das Fanprojekt hat.
Was hat das Fanprojekt geleistet, was eine Finanzierung über die Stadt Krefeld rechtfertigen würde?
Was leistet Melina Blumtritt, die offenkundig eine dieser geförderten Stellen bekleidet, für Stadt und Verein?
Mich würde das wirklich interessieren. Letztlich reden wir von Geldern einer Stadt, die ständig am Nothaushalt entlangschliddert.
Was Grotenburg Supporters und Supporters Club leisten und geleistet haben ist höchst respektabel. Aber die Einrichtungen finanzieren sich selbst über Beiträge oder Spenden. Von daher stellt sich für mich die Frage, welche Daseinsberechtigung das Fanprojekt hat.
Das ist sicher eine unangenehme Frage und die Arbeit, vor allem auch langfristig, kann bei einer solchen Einrichtung verständlicherweise nicht in Zahlen und Beträgen berechnet werden. Die kolportierten 65k als 25%iger Kostenanteil für die Stadt würden allerdings ein Jahresbudget von 260.000€ ergeben. Bei dieser Summe darf man natürlich schon mal nach der genauen Aufteilung fragen.
Das ist sicher eine unangenehme Frage und die Arbeit, vor allem auch langfristig, kann bei einer solchen Einrichtung verständlicherweise nicht in Zahlen und Beträgen berechnet werden. Die kolportierten 65k als 25%iger Kostenanteil für die Stadt würden allerdings ein Jahresbudget von 260.000€ ergeben. Bei dieser Summe darf man natürlich schon mal nach der genauen Aufteilung fragen.
Man muss davon ausgehen, dass die 260.000€ in der Vergangenheit größtenteils nicht abgerufen worden sind, da Stellen vakant geblieben sind und letztes Jahr auch der Raum des Projekts in der Fabrik Heeder geschlossen werden musste.
Grundsätzliche sind Fanprojekte Sozialarbeit, die sich an junge Leute richtet. Wobei nicht alles direkt mit dem KFC zu tun hat, so wie ich in den Sachbericht verstehe. Wen es interessiert, der ist für 2025 hier zu finden: https://ris.krefeld.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZWTi6tSlY-6c3kCF0DPkL-HddkmeVQABlrRZgSVjILe7/JHA_Jahresbericht_2025.pdf
(Professionelle) Sozialarbeit kostet Geld. Das allein ist erstmal kein Argument gegen das Fanprojekt. Ich will aber nicht ausschließen, dass bei uns die junge Fanszene einfach etwas zu klein ist und dadurch die Angebote für das eingesetzte Geld nicht genug Leute ansprechen.
Krefeld · Überraschung im Jugendhilfeausschuss: Das Aus für das Fanprojekt des KFC Uerdingen schien bereits besiegelt. Doch nun gibt es plötzlich eine neue Chance auf Fortsetzung. Wie das Projekt gerettet werden soll – und was dafür passieren muss.
Das nahende Aus für das Fanprojekt beim KFC Uerdingen könnte doch noch abgewendet werden. Der Verein will versuchen, den bislang von der Stadt finanzierten Eigenanteil über Sponsoren, Stiftungen oder andere Geldgeber aufzubringen. Die Stadt hat zugesagt, diesen Weg zu unterstützen. Das erklärte Sportdezernent Markus Schön am Donnerstagabend (17. September) im Jugendhilfeausschuss.
Quelle: RP-online (leider mit Bezahlschranke)