RealityCheck
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Wer sich ein bisschen mit Etats in der Regionalliga West auskennt weiß, dass das ein Etat im unteren Viertel der Liga ist. Einige Teams wie RWE geben über 2 Milionen für ihr Team aus. Der überwiegende Teil bewegt sich im Bereich 800.000 bis 1.200.000, mal abgesehen von den U23 Teams.
Mit Verlaub, der diesjährige KFC Etat ist ein gehobener Oberliga Etat für Spieler und Trainer. Und auch die Winterneuzugänge Brdaric und Canto werden ihn nicht nennenswert verändert haben. Und der Insolvenzverwalter war bei der MV dabei und hat weder den 500.000 für Spieler und Trainer noch den 300.000 die nach Velbert gehen widersprochen. Die würden übrigens unserem Etat sehr gut tun. Dann wären wir bei 800.000 nämlich im unteren Mittelfeld und nicht ganz unten. Finanziell gesehen. Die fehlende Planung der Saison hätte man trotzdem nicht beseitigen können.
Und doch ist das kein Kader, der aus Studenten oder Monteuren besteht, die nach der Uni oder nach Feierabend 3x pro Woche zum Kicken kommen sondern es sind fast ausnahmslos Spieler, die seit vielen Jahren Leistungssport betreiben. Ob in diversen NLZs oder im sonstwo. Für mindestens 90 % unseres aktuellen Kaders heißt es seit mindestens 10 Jahren oder länger 4-5 x pro Woche Training + Spiel am Wochenende. Und wer Leistungssport betreibt weiß, dass es zur DNA gehören sollte, bis zum Ende alles zu versuchen, ein Ziel zu erreichen und nicht aufzugeben bis nichts mehr möglich ist.
Was sollen denn Voigt oder die Spieler 13 Spiele vor Schluss sagen ? "Der Abstieg ist unvermeidbar und wir werden versuchen uns mit Anstand zu verabschieden???" Das widerspricht jeder Idee von Leistungssport und käme auch bei Sponsoren nicht sonderlich gut an. Und natürlich gehen alle vernünftigen Leute vom Abstieg aus.
Aber ob am Ende die letzten 5, die letzten 4 oder die letzten 3 absteigen weiß heute noch niemand. Das hängt vom Klassenerhalt von Fortuna Düsseldorf in Liga 2, der Anzahl an West-Absteigern in Liga 3 und sonstigen Entwicklungen wie Rückzug von 2. Mannschaften wie damals Leverkusen oder auch Insolvenzen ab.
Und jedenfalls Homberg, Wegberg, Lotte und Bonn sind uns sportlich und finanziell nicht so sehr voraus, dass es sich nicht lohnt, alles zu geben und zu sehen wofür es am Ende reicht. Vermutlich Platz 20 und Abstieg als Letzter. Aber aus den 13 Spielen 17 Punkte holen - zB durch Siege in Lotte und Wegberg ist nicht unmöglich. Und vielleicht reichen 27 Punkte ja am Ende für Platz 16 oder 17. Und Glück für den Klassenerhalt.
Ob es mit Voigt weitergeht hängt sicher vom Rest dieser Saison ab. Steigt der KFC sang- & klanglos als Letzter mit 16 oder 17 Punkten ab, halte ich es für ausgeschlossen, dass Voigt weitermachen darf. Kommt es zu einer Stabilisierung/Verbesserung im letzten Saisondrittel und der KFC landet z.B. mit 25 Punkten noch vor Homberg, hat er wohl auch ohne Wunder eine Chance verdient, weiterzumachen.
Und dann rechne mal, wie viel von dieser für RL West sehr überschaubaren Summe wohl an Herrn Voigt geht, der als Profi in mehr als 10 Jahren sicher einige Millionen verdient haben dürfte aber als WSV-Trainer teilweise kostenlos gearbeitet hat und immerhin dazu bereit war, diesen zusammengewürfelten Haufen zu übernehmen. Und dem es vermutlich eher um die fragwürdige Chance ging aus Stroh dann doch irgendwie mehr als Stroh zu machen, wenn schon nicht Gold. Und weniger um die Kohle, die ein gestandener Trainer auf diesem Niveau üblicherweise aufrufen würde, erst recht für ein Himmelfahrtskommando in Richtung Oberliga.
Ferner wurde auf der MV sehr schön dargelegt, dass uns der Spaß mit den Heimspielen in Velbert über 300.000 € kostet. Mit diesem Geld hätte man locker 5 bis 7 richtig gute Spieler holen können, idealerweise schon vor der Saison. So geht es halt nach Velbert und bei uns spielen mittlerweile an die 30 Spieler für irgendwo zwischen 400.000 und 500.000 € oder so, je nachdem was unsere diversen Trainer bekommen, wobei ein halbes Dutzend ja noch x Wochen nach Saisonbeginn dazu gekommen ist wie Jensen, Terada, Canto, Brdaric usw. die am Anfang noch gar nicht da waren, wo noch unsere A-Jugend vom letzten Jahr in größerem Stile auf der Bank saß.
Also @ Dr. Mabuse: Welcher meiner Punkte von oben ist "schlichtweg falsch"?
Die Kritik an Schneider & Voronov, dass sie es ohne Zeit / Vorlauf und mit sehr sehr wenig Geld für diese Liga nicht spontan vermocht haben, ein konkurrenzfähiges Team aus dem Hut zu zaubern ist schon lustig. Ob die beiden es könnten weiß ich nicht. Das wird man dann kommende Saison in der Oberliga sehen, wobei ich nicht weiß, ob Voronov dann überhaupt noch einen Vertrag hier hat. Und wenn das Team dann nicht zumindest in den Top 5 der Liga mitspielt, wird man mit Kritik nicht sparen können. Aber auch mit Christian Heidel oder dem starken Management Team des SC Freiburg stünden wir mit ziemlicher Sicherheit genau da, wo wir jetzt stehen. Denn aus dem Nichts mit einem Sparetat und vor allem ohne irgendeinen Vorlauf eine vernünftige Mannschaft zu zaubern funktioniert halt nicht. Erst recht nicht, wenn dann nicht Pep Guardiola oder Jürgen Klopp an der Seitenlinie das Kommando gibt sondern eben nur der bereits vorhandene Jugendtrainer oder ein bislang als Trainer wenig glücklicher Ex-BL-Profi, dem eine Chance offenbar wichtiger als Geld ist.
Von daher lohnt es sich in der Tat, mit den sehr begrenzten Möglichkeiten bis zum Schluss in dieser Saison alles zu geben. Die Mannschaft hat jedenfalls in den beiden letzten Spielen Moral und Kampfgeist bewiesen. Sie bleibt weiterhin limitiert und wäre auch mit einem anderen Trainer und in einem stabileren Umfeld was Trainingsplätze und Heimspiele betrifft sicher einer der Top Abstiegskandidaten. Mit nur einer halber Million für Spieler und Trainer in einer Saison ist es nahezu unmöglich, in der Regionalliga West zu überleben. Das reicht dann eben maximal für Platz 15 bis 20, selbst mit viel besseren Rahmenbedingungen. Aber wie gesagt, es ist gut möglich, dass sportlich am Ende nur 4 Teams, vielleicht sogar nur 3 Teams absteigen. Und Homberg und Wegberg sind jedenfalls auf "Augenhöhe" und Lotte und Bonn nicht so weit weg, dass sich Kämpfen bis zum Ende nicht lohnen würde. Gut möglich, dass 30 Punkte reichen, um dieses Jahr 16. zu werden. Das ist bei aktuell 10 Punkten und nur noch 14 Spielen kaum erreichbar. Die nächsten drei Spiele gegen MG II, in Lotte und gegen Wegberg sind quasi die "letzte Chance". Da irgendwie 7 überraschende Punkte und plötzlich sind es nur noch 5 Punkte oder so bis zu einem möglichen rettenden Ufer. Aber realistisch sind vermutlich 1 bis 3 Punkte und dann ist auch die letzte Hoffnung weg.
Wir sind in dieser Liga leider nur auf sportlicher und finanzieller Augenhöhe mit Homberg & Wegberg und vielleicht noch in Reichweite von Bonn & Lotte. Mit dem Startnachteil zu Beginn der Saison und weniger Stabilität. Daher wird es wohl kommende Saison zu Recht in die Oberliga gehen. Dann hoffentlich mit einem höheren Budget (back in the Burg) und deutlich mehr Zeit zum Planen, dass mehr als Resterampe drin ist.
Dennoch lohnt es sich, bis zum Ende alles zu geben. Falls Duisburg und Verl am Ende vor Halle liegen, steigen nur 4 Teams ab. Und falls F95 wider Erwarten in die 3. Liga runter muss wäre es das für F95 II. Oder irgendwer zieht zurück.
Also auch Platz 16 oder 17 könnte am Ende reichen - das ist zwar unrealistisch aber nicht ausgeschlossen.
Denke aber, dass mehr Zuschauer in die Burg in Liga 5 kommen werden als nach Velbert in Liga 4. Und der Verlust bei den Sponsoren beim Abstieg viel geringer sein wird als die Ersparnisse, nicht einige Hunderttausend nach Velbert zu überweisen. Sprich, vermutlich wird der Spieleretat in der Oberliga Niederrhein höher liegen als dieses Jahr in der Regionalliga West. Nur mit dem Unterschied, dass jetzt in Ruhe und geordnet ein Kader geplant werden kann und das letzten Sommer eben nicht ging. Top 5 wäre dann das Mindeste. Vielleicht ja auch ein packendes Aufstiegsduell mit Bocholt?
Tatsache ist, dass der (Spieler-) Etat für die laufende Saison zu den unteren 5 der Regionalliga West zählt. Nur mit dem Unterschied, dass die wenigen Teams auf diesem niedrigen Level geordnet darein gewachsen sind und seit Jahren auf diesem Level planen und der KFC auf die Schnelle Ende Juli und danach etwas zusammen schustern musste. Auch mit geordneter Vorbereitung wäre der KFC mit diesem Etat einer der Top-Abstiegskandidaten gewesen. Ohne Vorlauf halt Abstiegskandidat Nummer 1.
In der Oberliga Niederrhein würde der jetzige Etat dagegen eher zu den Top 5 der Liga zählen. Nur dieses Mal mit einer geordneten Planung einer neuen Saison ab Januar und nicht erst ab Mitte / Ende Juli, wenn alle anderen schon in der Vorbereitung sind. Und selbst falls der überschaubare Gesamtetat sinkt, dürfte der Spieleretat gleich bleiben oder sogar steigen, weil wir nicht mehr 300.000 oder mehr nach Velbert überweisen müssen.
Aber bei 0:2 gegen diesen Gegner in der 51. Minute hätte niemand mehr einen Cent auf den KFC gesetzt.
Aber bislang hält der KFC gut dagegen - es fehlt halt die Qualität, um gegen so eine gute Mannschaft auch mal zu punkten. Hoffe das geht auch mal über 90 Minuten so und es wird nicht am Ende noch ein 0:5.
Bonn hat als 15. im Schnitt knapp unter 0,9 Punkte pro Spiel geholt. Hieße am Saisonende bei ähnlichem Schnitt 34 Punkte. Dann bräuchte der KFC mindestens 35 Punkte, also noch 26 aus 16 Spielen. Es gibt keinen Anlass zu glauben, dass das realistisch ist. Aber einen 1:3 Rückstand zu Hause zur Pause nach einem 0:2 im Hinspiel holt man in der Regel auch nicht mehr auf. Wobei ich fürchte, dass zumindest Alemannia Aachen bisher weit unter seinen Möglichkeiten geblieben ist und das Feld von hinten aufrollen wird. Vielleicht reicht ja aber auch Platz 16 zum Klassenerhalt, falls wider Erwarten doch niemand aus dem Westen aus der 3. Liga absteigt oder vielleicht eine zweite Mannschaft zurückgezogen wird oder jemand aus dem Mittelfeld Insolvenz anmeldet und dann dort Punkte abgezogen werden. Und vielleicht findet die Mannschaft ja doch für ein sehr unwahrscheinliches zweites Wunder zusammen. Anfangen könnte man gleich mit einem ersten kleinen Wunder am Samstag gegen Köln 2, die gerade zwei ihrer vier regulären und für die Regionalliga sicher überqualifizierten Abwehspieler, Katterbach und Cestic, abgegeben haben. Die beiden waren unter Gisdol letzte Saison noch Stammspieler in der BL.
Und zwei Monate später waren dann noch ein paar vertragslose Ex-A-Jugendspieler aus der Niederrheinliga hier, die sich mit Schneider & Voronov beim KFC fit hielten. Und dann kamen zwischen Ende Juli und Ende September noch diverse vereinslose oder ausgemusterte Spieler von Rudi´s Resterampe hierhin. Und mit dem auf der MV im Dezember kommunizierten Etat für Spieler und Trainer von ca. 500.000 Euro zählt man auch mit geordneter Planung und Vorbereitung sowie einem kontinuierlichen Aufbau des Teams zu den Abstiegskandidaten in dieser Liga. Daher tun die Zahlungen nach Velbert ja so weh. Entschuldigt nicht den Zusammenbruch in der zweiten Halbzeit. Aber der Saisonverlauf an sich sollte keinen überraschen.
Schneider & Voronov waren nunmal da und für jemand anderes war kein Geld da, sofern denn überhaupt jemand dazu bereit gewesen, wenige Wochen vor Saisonbeginn ehrenamtlich und ohne nennenswerte Mittel einen kostengünstigen Kader aufzubauen. Da macht es sich Herr Schulze schon sehr einfach. Und wenn man sich den Spieleretat und den Marktwert dieser Truppe ansieht, steht das Team genau da, wo man es als realistischer Betrachter hätte erwarten können. Von den ungünstigen Rahmenbedingungen bei "Heimspielen", Trainingsgelände und der quasi ausgefallenen Vorbereitung im Somme mal ganz abgesehen. Ein optimistischer Betrachter hätte hoffen können, dass Schneider & Voronov aus diesen äußerst schlechten Bedingungen mehr zaubern und auch Alexander Voigt der Mannschaft einen positiven Impuls geben kann und das Rennen um den Klassenerhalt möglichst lange läuft. Der Impuls ist jedenfalls bislang ausgeblieben. Die Mannschaft spielt leider weiterhin nicht über ihren leider notgedrungen sehr begrenzten Verhältnissen. Wie viele gestandene Viert- oder gar Drittligaspieler, die unter ihren Möglichkeiten bleiben stehen denn im aktuellen Kader?
Und wo da der Vorstand Fehler gemacht haben soll erschließt sich einem erst recht nicht. Die grundlegenden Fehler wurden vor Juli 2021 gemacht. Da ist sicher auch der Verwaltungsrat mitverantwortlich. Bei Vorstand und dem Team Schneider / Voronov / Voigt bleibt abzuwarten wie sich die Dinge nach dem Abschluss der Insolvenz entwickeln werden.