vorwärtsblaurot
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Der Wunsch, dass mit dem Geld der Investoren ein Aufbau von Strukturen einhergeht, ist ja verständlich, und natürlich wäre das der schnellste Weg nach oben, aber ich weiß gar nicht, ob das überhaupt realistisch ist. Klar, die Alternative ohne Investor macht die Ausgangslage vorerst noch einmal deutlich schwieriger, aber auch mit Investor wird doch gar nichts garantiert. Wer weiß schon, welche Pläne Noah hat und ob sie diese wirklich umsetzen werden?
Vor diesem Hintergrund finde ich es schon wichtig, zu überlegen, was man für die theoretische Option auf strukturelle Verbesserungen durch einen Investor so alles in Kauf nimmt. Gleichzeitig stellt sich, wenn man offensichtlich so abhängig von Investorengeld ist, natürlich auch die Frage, ob es überhaupt angemessen ist, dass man im Profifußball vertreten ist. Sind Wuppertal und Oberhausen (die strukturell besser da stehen als wir) angesichts unserer letzten 15 Jahre nicht vielleicht eher der Maßstab als Duisburg und Düsseldorf? Wenn das so wäre, dann wäre ein Überleben in der Regionalliga vielleicht auch wieder erträglicher. Aber Lakis und Ponomarev haben uns eben diesen Floh von der 2. Liga ins Ohr gesetzt und MP hat es sogar rein sportlich in die Nähe davon geschafft. Nur entspricht der sportliche Status Quo ja nicht dem realistischen Zustand des Vereins, der irgendwo in der Oberliga anzusiedeln ist.
Ohne einen Investor wären wir erstmal ziemlich aufgeschmissen, das ist klar. Aber wollen wir uns nun aus einem vermeintlichen Mangel an Alternativen ewig in diese Abhängigkeiten begeben? Noah hat natürlich noch eine Chance verdient, aber woher kommt diese Angst vor dem Aus, wenn uns kein Investor mehr unterstützen würde? Würden wir dann untergehen? Oder könnte man dann nicht einfach mal einsehen: Das Investorenmodell hat keine nachhaltigen Verbesserungen gebracht, also versuchen wir es endlich mal ernsthaft alleine? Denn wenn man ehrlich ist, haben wir in den ganzen Jahren doch nie mal richtig versucht, mit allen gebündelten Kräften den Verein zu entwickeln. Ich glaube: Das Potential wäre da, weil es noch immer genügend fähige Menschen gibt, die an diesem Klub hängen.
Wir haben 3 Jahre in der 3. Liga gespielt und konnten es doch viel zu selten richtig genießen. Ja, die Auswärtsfahrten in richtige Stadien waren genial, aber sind wir ehrlich, das war vor allem in der Hinrunde der Saison 2018/2019 der Fall. Wie viele von uns waren denn in der Rückrunde noch auswärts am Start und wie viel Spaß hat das gemacht? Ich muss ehrlich sein, dass ich im April 2019 in Aalen eigentlich schon wieder genug von diesem Verein hatte. Der Pokalsieg gegen den WSV? Schöner Tag, Pflichtsieg, mehr leider nicht, weil man einfach die Schnauze voll hatte. Der Saisonstart 2019? Schon wieder zum Verzweifeln. Das Pokalspiel gegen den BVB? Auch für mich einfach nur ein Bonusspiel, ein Event, ganz nett, aber längst nicht so viel wert wie ein geiler Heimsieg in der Grotenburg. Ich schwelge eigentlich gar nicht mehr in Erinnerungen von diesem Spiel vor gefühlt 20.000 BVB-Fans und Eventies. Die Saison 2019/2020? Mal wieder aus eigenem Verschulden kraftraubend. Dann kam sowieso Corona.
Das Abenteuer 3. Liga war an sich natürlich cool, der Verein wurde zwangsläufig auf ein anderes Niveau gehoben. Aber wiegen die ganzen Querelen nicht deutlich schwerer und nicht auch viel zu schwer nach? Hatte man für 3 Jahre 3. Liga nicht eigentlich viel zu wenig Spaß und hat sich viel zu viel aufregen müssen?
Und wo stehen wir jetzt? In der 3. Liga wohl sehr wahrscheinlich auf Jahre nicht mehr. Also vielleicht eine Liga höher als vor MP, mit einem umgebauten Stadion, weil wir halt in die 3. Liga gekommen sind, ein paar Fans mehr als vorher, weil wir halt in die 3. Liga gekommen sind, aber sonst?
Wir haben die Nerven blank, der Ruf des Vereins ist schlechter als vorher, woran wir noch zu knabbern haben werden, eine seriöse Zukunft ist auch aktuell weiterhin nicht wirklich in Sicht. War es das alles wert? Ich finde nicht, weil dazu die schönen Momente viel zu selten waren gegenüber den Sorgen, dem Kopfschütteln, dem Verzweifeln und der Wut.
Und Respekt vor Lübeck, wie die einfach weiter ihr Ding machen.
https://www.kicker.de/jacobsen-titz-hat-uns-alle-besser-gemacht-802735/artikel
Wie ist die unter Titz erreichte Kehrtwende zu erklären? Jacobsen beschreibt den früheren HSV-Coach als einen Trainer, "der extrem auf Kleinigkeiten eingeht und damit Recht hat. Er hat uns alle besser gemacht", so der 24-jährige Ex-Werderaner, der bis dato 27 Saisonspiele für den FCM bestritt. "Das merkt man am Miteinander auf dem Spielfeld, aber auch an der Art, wie wir spielen."
Tja, davon können wir nur träumen...
Football is for you and me, not for fucking industry...
Das wird, wie befürchtet, der Todesstoß des Fußballs, wie wir ihn lieben gelernt haben, sein. Diese Liga ist ein Sammelbecken für Spielzeuge von Milliardären, auf dem Platz stehen moderne Gladiatoren und die Kunden sitzen in China, Indien und den USA. Damit kapselt sich der Spitzenfußball endgültig vom normalen Fußballbetrieb ab und ich wüsste nicht, was diese Vereine dann noch in anderen Wettbewerben zu suchen haben, wenn sie jedes Jahr alleine über die Super League mindestens 100 Millionen Euro (Startprämie) einnehmen. Ich hoffe wirklich, dass sich der deutsche Fußball an diesem Punkt ausklinkt.
"Chairman" der Super League und Präsident von Real Madrid, Florentino Perez:
„Wir werden dem Fußball auf jedem Level helfen und ihn zu seinem rechtmäßigen Platz in der Welt bringen. Fußball ist der einzige globale Sport auf der Welt mit mehr als vier Milliarden Fans, und unsere Verantwortung als große Clubs ist es, auf deren Begehrlichkeiten zu reagieren.“
Da fehlen einem die Worte...
Und noch was: Wenn Betroffene die Deutungshoheit haben, dann lasst sie doch bitte auch sprechen und entscheiden und erledigt das als Weiße nicht für sie. Das macht den Eindruck, als wären Betroffene unmündige Opfer, denen von aufgeklärten, weißen Akademikern zur Seite gesprungen werden muss. Ich jedenfalls habe bisher noch von keinem Schwarzen Kritik gehört, sondern im Gegenteil von Schwarzen gelesen, denen die Vorwürfe auch zu weit gehen und die die Aussagen nicht so schlimm finden.
Übrigens: Wer ist eigentlich Rekordsieger der U-17 WM der Männer im Fußball? Nigeria mit 5 Titeln, Afrika führt die Kontinentalliste mit 7 Titeln an. Die Fußballmacht Nigeria. Zufall? Wohl eher nicht, weil bekannt ist, dass westafrikanische Jugendliche in der Regel schon früher körperlich reif sind (z.B. hinsichtlich der Muskulatur) als z.B. Europäische. Wer da behaupten würde, dass die Hautfarbe keine Rolle für das sportliche Abschneiden spielt, verkennt die Realität.