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Neue Investoren

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Autor Beitrag
Mirko43
vor 9 Monaten | Zuletzt bearbeitet vor 8 Monaten #1

Da mittlerweile in einigen Threads gemutmaßt wurde und die Diskussion zu der Gruppe jetzt in verschiedenen Unterthemen verstreut ist, dachte ich wir könnten es hier konzentrieren.


Auf Twitter hat vor ein paar Tagen ein Redakteur von 11freunde mal seine Sichtweiße geteilt: 


" Beim KFC Uerdingen gibt es Gespräche mit einem neuen Investor. Leider keine gute Sache, wie sich recht schnell zeigt - ein kleine Einordnung: Investoren im Fußball sind mir seit jeher ein Dorn im Auge - das dürfte für niemanden etwas Neues sein. Investoren zerstören Vereinskultur, untergraben die 50+1 Regel und umgehen regelmäßig das Financial Fairplay und der KFC scheint genau da mitmachen zu wollen. Der potentielle neue Investor heißt Romain Gevorkyan. In Armenien ist er im Fußball 2017 als Präsident des FC Noah erstmal auf größerer Bühne aufgetreten. In Italien hat er vor kurzem den AC Sienna übernommen und erstmal den Namen zu ACN Sienna geändert. Das N im neuen Namen des ACN Sienna steht natürlich für Noah. Dies wird später noch von Interesse sein. Mitten drin im armenischen FC Noah ist Karen Andranik Abrahamyan, der ebenfalls als Klubbesitzer auftritt. Dieser wiederum ist ehemaliger General, Politiker und Verteidigungsminister der Republik Arzach - also dem Gebiet Bergkarabach, um das es erst vor kurzem heftige militärische Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan gab - nur so als Randnotiz. Ausgebildet wurde er ab 1998 in der Universität des russischen Militärs, was ihm schließlich auch seien späteren Werdegang ermöglichte. Schließlich ist Russland einer der beiden großen Verbündeten von Armenien in dem Krieg um Bergkarabach. Die Verbindung in die armenische und russische Politik ist also schon einmal gegeben.

Zurück zum Fußball: Vor 6 Tagen wurde in England die Noah Football Group gegründet. Direktor dieser Gruppe ist Bagrat Gazaryan der wiederum ist Gründer des FC Noah in Armenien ist. Dieser ist aber nicht nur Armenier, sondern besitzt auch die zypriotische Staatsbürgerschaft - höchst wahrscheinlich zu Steuersparzwecken gekauft, wie es leider üblich und völlig legal ist. Beruflich ist BG in erster Linie durch seine Tätigkeit bei der Summa Group bekannt. Die Summa Group ist ein russisches Unternehmen im Besitz von Ziyavudin Magomedov (hier sind wir nun endgültig ganz nah dran an russischen Regierungskreisen). Zudem arbeitet BG seit kurzem als Head of O1 Properties. Letzteres ist ein russisches Immobilienunternehmen, dass aber auch einige multinationale Firmen und weiteres in seinem Portfolio hat. Sein Vorgänger: Dmitry Mints, Sohn von Boris Mints. Beide mussten Russland aufgrund eines Disputs mit der Regierung nach England verlassen. Es liegt nahe, dass dieser Wechsel bei 01 Properties auch mit dem Konflikt der Mints mit der russischen Regierung zu tun hat - aber da ist die Quellenlage sehr undurchsichtig und widersprüchlich. Wirklich zuverlässige Informationen findet man hierzu kaum. Dass es bei Bagrat Gazaryan ähnliche Konflikte gibt ist nicht bekannt. Eher im Gegenteil.

Was haben wir also: Eine Reihe von Investoren mit besten Beziehungen in die russische Wirtschaft und Politik, sowie in die armenische Politik und ins Militär. All das sind natürlich nur die Quellen die ganz schnell und online nachvollziehbar sind. Diese Investorengruppe versucht offenbar über die Noah Football Group in England ein Netzwerk aufzubauen, dass dem von Red Bull ähnelt. Mindestens auf jeden Fall, wenn man an die Anfangszeit des Fußballimperiums von RB denkt - nur kommen die Gelder diesmal nicht von nem rechtspopulistischen Brauseherrsteller, sondern aus russischen und armenischen staatsnahen Quellen. Ob man das geil finden muss? Ich habe da meine Zweifel!

@11Freunde_de

 #kfcuerdingen #Bundesliga"





 

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JimPanse
vor 9 Monaten | Zuletzt bearbeitet vor 9 Monaten #2
Danke für die Infos.


Muss man es geil finden. Nein. Sieht so mittlerweile der moderne Fußball aus. Ja. Meine Moralvorstellungen waren auch mal andere im Fußball, aber wen juckt es denn wirklich. Die Bayern beziehen teilweise ihre Kohle aus Katar. Muss ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben, wenn mein Verein Kohle aus Armenien bekommt? Nein. So läuft leider mittlerweile der Fußball. Die Scheichs haben damit angefangen und mittlerweile ist es normal geworden. Schaut man sich den Boom im Fußball an, dann scheint es auch gar nicht so viele zu stören, es wird nur immer ein Aufstand geprobt, wenn wieder was neues kommt. Für mich sind das scheinheilige Diskussionen, weil am Ende des Tages konsumiert doch jeder weiter Fußball und ändert nichts. 


Wir haben doch auch gar keine andere Möglichkeiten, weil keine Region dahinter steht. Fußball ist mittlerweile nur noch Business. Die Vorstellung, der kleine Mann hat noch was zu sagen ist halt auch eine Wunschvorstellung. Da klappt im Amateurbereich noch, aber umso weiter du hoch willst umso mehr geht es ums Geschäft. Die Zeiten von 11 Freunde müsst ihr sein ist lange vorbei.

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Timon U.
vor 9 Monaten #3
Wäre der Artikel ein anderer, kämen die Investoren aus Aserbaidschan?
Stoffel
vor 9 Monaten | Zuletzt bearbeitet vor 8 Monaten #4
Immerhin muss man sagen: glatt mal ein Journalist, der seinen Job macht. Kommt inzwischen ja selten vor, der Rest schreibt ja nur noch hier im Forum oder voneinander ab.
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kfc9999
vor 9 Monaten | Zuletzt bearbeitet vor 9 Monaten #5
Ich verstehe den ganzen Denkansatz gar nicht, jedenfalls im Moment. Es ist gerade mal paar Tage her als hier 95% der Leute das Ende des KFC sahen. Diese Gefahr ist immer noch hochaktuell!!!! Es gab keine Einigung bisher (einige tun so als ob). Von dieser Einigung hängt wie es aussieht der Fortbestand von Profifußball in Krefeld ab. Da bete ich doch täglich, dass die sich wirklich einigen. DAS ist gerade mein Problem. Und hier führen dann manche eine Diskussion darüber, ob Investoren so gut sind? Kapier ich nicht. Irgendwie scheint mir, der Ernst der Lage ist nicht jedem klar, außer man will als Purist Landesliga am Sprödentalplatz sehen.
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Outlander
vor 9 Monaten | Zuletzt bearbeitet vor 8 Monaten #6
So sehe ich es überwiegend auch Jim.

Wer hier tiefgreifende Moralvorstellungen hat, sollte den ganzen Profifußball und Profisport generell in Frage stellen. Ich könnte jetzt Seitenweise Beispiele von Verpflichtungen, vor allem im Fussball- und Eishockey Sport aufzeigen. Das würde den Rahmen hier sprengen. Was ist denn mit Sponsoren im Profisport, wie zB. in der Automobil- oder Chemieindustrie, deren Repräsentanten, auch nicht zu wenig mit der Gerichtsbarkeit zu tun haben. Wo wollen wir hier Grenzen ziehen?

Auch ich habe da auch schon lange meine Bedenken und oft Magengrummeln. Aber noch !!!überwiegt die Freude am Fussballsport. 

Solange aber bei betreffenden Personen, die bei uns genannt werden, keine für mich nicht mehr diskutierbaren Anschuldigungen bekannt werden, sind  sie auch willkommen. 

Erstmal eher als Scheichs und rechtsstehende Brausekönige, oder etwa Trump nahestehende USA Amerikaner.

Der Spass würde bei mir aufhören, wenn bei diesen Personen, beweisbare Anschuldigungen, wie zum Beispiel Rassismus, Homophobie oder ähnliches festgestellt würde. 






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Valentin05
vor 9 Monaten | Zuletzt bearbeitet vor 9 Monaten #7

Ich finde die journalistische Leistung hier auch ausnahmsweise mal sehr beachtlich und die Fakten oder zumindest gut belegten Zusammenhänge führen bei mir auch durchaus zu Bauchschmerzen. Ich sehe hier aber mit den neuen Investoren qualitativ keine echte Verschlechterung zu MP.

Es ist im Bannkreis Russlands doch praktisch nicht möglich, wirtschaftlich erfolgreich zu sein, wenn man sich gegen das politische System stellt. Auch MP wird nur durch gute Verbindungen zu Geld gekommen sein. 


Und wir müssen uns wohl auch eingestehen: Was ist die Option? Einen Investor mit moralisch vollkommen "sauberem" Geld wird es nirgendwo geben. Denn welcher seriöse Geschäftsmann aus dem Westen "investiert" hier? Es ist am Ende nämlich auch für MP kein reines Investment gewesen, da er ja wohl kaum mit Gewinn rausgehen wird. Fußballvereine werden entweder zum Spielzeug für die Superreichen aus Russland und Co. oder müssen sich damit zufrieden geben, dass sie bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Das reicht doch bis in die Bundesliga. Da wo vor einem Jahrzehnt noch die "ehrlichen Kaufleute" aus Bremen standen, stehen jetzt RB, Wolfsburg und Hoffenheim. 


Und wer mit dubiosen Geldgebern Schwierigkeiten hat, darf weder CL mit PSG und ManCity gucken, noch die gesamte WM in KATAR! 


Ich erlaube mir noch nicht wirklich, die neue Investoren-Gruppe final beurteilen zu können. Ich wundere mich aber schon die ganze Zeit über den Aufschrei speziell bei den Armeniern, während Geld aus dem eindeutig undemokratischem und oligarchischem Russland und auch aus den hardcore totalitären Golfstaaten im Fußball mittlerweile Standard ist. 

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kfc9999
vor 9 Monaten | Zuletzt bearbeitet vor 9 Monaten #8
Tut mir leid, aber für mich ist das so als ob meine Frau auf der Intensivstation liegt, nur noch wenige Minuten bleiben um ihr Leben zu retten, und dann kommt ein junger Arzt und könnte ihr helfen. Dann fang ich doch auch nicht mit anderen eine Diskussion darüber an, dass ich eigentlich einem erfahrenen Arzt mehr vertraue als diesen Jungspunden.
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Gelöschter User
vor 9 Monaten #9

Moral ist eine tolle Sache... wenn man sie sich leisten kann. Der KFC kann es vermutlich nicht. Finde ich nicht besonders toll, weil ich

a) mit Einzelinvestoren meine Probleme habe und

b) diese Verknüpfungen zwischen Politik, und dann auch noch ein einem anderen Wertesystem, und Geld sehr schwierig finde.

Aber man muss auch ganz realistisch sehen: Wenn MP die neuen Investoren "ranschafft", dann werden das welche sein, zu denen er gute Kontakte hat. Wer da nun etwas anderes erwartet hat, ist weltfremd.

Und trotzdem... "Geil wäre anders" (oder andersherum: Anders wäre schon geil.).
JimPanse
vor 9 Monaten | Zuletzt bearbeitet vor 9 Monaten #10
Jepp, die Armenier sind alternativlos. Deswegen hoffen, das es funktioniert. Die Alternative ist weg vom Fenster. Das hier Fressnapf und weitere Unternehmen aus dem Umland einsteigen ist halt völlig weltfremd. 


Hoffentlich gibt es bald was positives zu vermelden.

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Thomas13
vor 9 Monaten | Zuletzt bearbeitet vor 9 Monaten #11

Als Antwort auf JimPanse (Beitrag ansehen)

Richtig, genauso weltfremd wie die Ansichten dieses Journalisten. Geld wächst nun mal nicht auf Bäumen, und ein Investor ist noch lange nicht seriös nur weil er einen deutschen oder schweizer Pass sein eigen nennt. Das wird nur gerne unter den Teppich gekehrt, wie man ja in Krefeld sehen kann.... 
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Mr who
vor 9 Monaten #12
Mal ehrlich. Sollte das klappen , dann denke ich, dass es vorwärts geht. 


Die im Artikel genannten Namen und Firmen / Konzerne lassen erahnen, dass diese Leute weit, weit mehr Kapital haben als Herr Ponomarev oder sogar RB 🤷‍♂️

ohneWorte0305
vor 9 Monaten #13
Hmmmmm...... 🤔......wenn ich am Wochenende im Lotto gewinne und den Verein als Investor zur Seite stehe.....bin ich dann auch böse????
JimPanse
vor 9 Monaten | Zuletzt bearbeitet vor 9 Monaten #14
Kommt auf die Nationalität an, das ist ganz wichtig bei diesem Thema. Nur anhand dieser kann in „Gut“ und „Böse“ eingeteilt werden...
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Grotenolm
vor 9 Monaten | Zuletzt bearbeitet vor 9 Monaten #15
Haha, ja!
Vor allem in Essen und in Wuppertal können sie Dir den Unterschied zwischen gutem und schlechtem Geld erklären.

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