vorwärtsblaurot
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https://www.liga3-online.de/strittige-szenen-bei-fck-gegen-fsv-die-analyse-von-babak-rafati/?fbclid=IwAR2TKsyuzFYN_-pujOYXOB7OSCmZQOAgbXFK-l2flErCvyb4eFHy5xSq_Lo
https://www.liga3-online.de/kfc-kinsombi-faellt-wochenlang-aus-entwarnung-bei-kiprit/
Auf der Außenbahn war Kinsombi zuletzt gesetzt, nun droht der 21-Jährige den kompletten Saisonendspurt zu verpassen. Dem "Kicker" zufolge gebe es aber noch eine Resthoffnung, dass er zumindest in den letzten Spielen wieder mitwirken kann.
Bittere Meldung. Jetzt müssen es andere richten.
Denn wie hier schonmal geschrieben wurde, stehen die großen Klubs extrem unter Erfolgsdruck. Deswegen haben sie oft Trainer, die sehr ergebnisorientiert spielen, weil sie in erster Linie erfolgreich sein wollen, worunter dann das Spielerische leiden kann. Dass die Trainer es vielleicht gar nicht besser können, ist solange zweitrangig. Sie wissen, dass in erster Linie die defensive Stabilität zählt, wollen wenig Risiko gehen und das Spiel lange offen halten, wenn sie nicht schon früh treffen, und verlassen sich vor allem auf ihre paar Spieler mit individueller Qualität.
Ein Faktor dabei ist, dass in der 3. Liga die Leistungsdichte der Spieler enger ist, weil herausragende Talente eher direkt bei Bundesligisten spielen. Das liegt an der spielerischen Begrenztheit und der stärkeren Zweikampforientierung in der 3. Liga und verstärkt diese wiederum.Ein anderer Faktor ist, dass viele Trainer nicht guten Fußball spielen lassen können und/oder wollen: Können, weil sie einfach keine Trainer mit tieferem Konzept sind, und wollen, weil sie sich nicht trauen, riskanter und spielfreudiger zu spielen, weil sie es ihren Spielern nicht zutrauen und weil sie Ergebnisse brauchen.
Und so kommt es, dass viele Teams eben hinten dicht gestaffelt mit robusten Verteidigern stehen und der Spielaufbau meist nur aus langen Bällen auf die Einzelkönner vorne besteht. Das Erstaunliche ist, wie viel Erfolg diese Teams mit dieser Spielweise haben. Ingolstadt beispielsweise darf normalerweise niemals bereits so viele Punkte auf dem Konto haben, weil sie dafür viel zu oft gar nicht am Spiel teilgenommen haben und nur auf ein, zwei Fehler des Gegners gewartet haben. Thomas Oral macht daraus auch gar keinen Hehl mehr und spricht offen davon, das Spiel lange offen zu halten und irgendwann zuzuschlagen. Das geht halt gut, weil sie defensiv meistens sehr gut arbeiten und vorne wirklich eiskalt sind oder Elfmeter, Freistöße und Ecken provozieren. Der Schlüssel bei solchen Teams ist ganz klar die Robustheit. Diese Mannschaften kommen über gewonnene Zweikämpfe, zum Beispiel bei zweiten Bällen. Diese Mischung aus beinharter Defensivarbeit, guter Zweikampfführung, simplen offensiven Automatismen, individueller Qualität und Spielglück machen den Erfolg aus.
Ich bin Fußballliebhaber und kann diesem Spiel kaum etwas abgewinnen, auch wenn ich weiß, dass die 3. Liga eben ein Stück weit so funktioniert und dass man mit dieser Spielweise erfolgreich sein kann. Deshalb habe ich nur umso mehr Respekt vor den Teams, die wirklich noch einen spielerischen Ansatz verfolgen. Ich finde, das zeugt von Mut und Kreativität. Man sieht aber, dass jene Teams, die so spielen, auch nicht die Topteams sind. Das zeigt, dass sie so spielen, weil sie keinen riesigen Erfolgsdruck haben. Diese Mannschaften wie Verl, Saarbrücken, Köln oder Mannheim haben die vermeintlichen Topteams in dieser Saison schon einige Male geschlagen (z.B. Saarbrücken - Rostock 2:0, Viktoria Köln - Ingolstadt 2:0, Wiesbaden - Mannheim 0:1, 1860 - Saarbrücken 1:2, Saarbrücken - Dresden 2:1, Mannheim - Ingolstadt 4:1 usw.). Dass sie nicht ganz oben mitspielen, liegt daran, dass die Gegner sich auf sie einstellen und sie mit den gewohnten Waffen schlagen: defensiv gut stehen, Spiel offen halten, umschalten, Standards, Einzelaktionen, Spielglück. Das macht es jedem Team schwer, das Fußball spielen will, selbst in der Bundesliga. Es scheitert dann oft an der fehlenden Qualität im Abschluss, der seriösen Restverteidigung und letztlich natürlich auch der Erfahrung und Abgezocktheit, die die Topteams haben. Oft entscheiden dann nur Nuancen. Saarbrücken z.B. hat in der ganzen Saison viele Punkte unnötigerweise abgegeben, weil man die Chancen nicht verwertet hat oder sich billige Gegentore gefangen hat. Ansonsten wäre man locker bei 55 Punkten.
Ein schönes Beispiel, wie man in der 3. Liga ergebnisorientierten Fußball mit spielerischem Fokus verbinden kann, ist aktuell doch Magdeburg. Die bauen auch auf eine seriöse Defensivarbeit, versuchen darüber hinaus aber auch noch, das Spiel fußballerisch zu kontrollieren. Das Ergebnis sind hochverdiente Siege wie gegen Aufstiegskandidat Ingolstadt.
Selbst Lübeck spielt zuletzt einen sehr konstruktiven Ball und gleichzeitig halbwegs erfolgreich.
Um den Bogen zu spannen: Ich finde, dass diese Liga einfach sehr unterschiedliche Herangehensweisen an den Fußball bietet und spannenderweise nicht unbedingt die Teams mit dem besten Fußball oben stehen. Trotz vieler unterirdischer Spiele finde ich aber, dass es auch in der 3. Liga viele gute Fußballer gibt, die aber tatsächlich nicht unbedingt in den Topteams spielen. Dort sieht man z.B. an Dresden, dass eher nur auf die Körperlichkeit Wert gelegt wird mit Spielern wie Daferner, Mörschel oder Will.
Dass viele Spiele so hektisch sind, liegt meiner Meinung auch daran, dass die Teams einfach oft sehr gut verteidigen. Das ist ja ein allgemeiner Trend im Fußball: Es gibt kaum noch Schießbuden, alle halbwegs professionellen Teams haben das kompakte Verteidigen verinnerlicht. Wenn dazu noch fleißig gepresst wird, dann fällt es Drittliga-Teams schonmal schwer, noch irgendwie den Ball laufen zu lassen und es kommt zu vielen Fehlern. Ich finde, dass man das aber sogar in der Bundesliga sieht. Die Spiele werden immer mehr zu Pressing- und Gegenpressingfestivals mit vielen wechselnden Ballverlusten. Man freut sich ja schon, auch in der 3. Liga, wenn ein 8er oder 10er mal aufdrehen kann und auf die gegnerische Abwehr zulaufen kann. Die Teams, die das spielerisch lösen möchten, wie auch Köln und Unterhaching, sehen dann natürlich schlecht aus, weil nur wenig Zeit und Raum da sind. Andere Teams lassen das Zentrum dann lieber verwaist, spielen lange Bälle und gehen auf den zweiten Ball. Das ist nicht unbedingt schön, aber auch nicht unerfolgreich.
Und zum KFC: Ich finde auch, dass wir gerade in der Hinrunde weder schön noch wirklich erfolgreich gespielt haben, was definitiv zu wenig für unsere Möglichkeiten war. Dort wurden einfach grobe Fehler begangen und Spieler verheizt. In der Rückrunde spielen wir nun trotz der verschlechterten Umstände doch insgesamt mutiger und druckvoller, was ich positiv finde. Wir zeigen in Bestbesetzung seit Monaten ziemlich stabile Defensivleistungen und haben uns auch offensiv gesteigert, auch wenn noch viel Luft nach oben ist. Ich finde, dass wir eine bessere Balance zwischen Defensive und Offensive gefunden haben.
Krämer kann schon soliden Drittligafußball anbieten, besonders mit den richtigen Spielern. Gerade das scheint nun immer mehr zum Problem zu werden: Die Qualität und Zusammenstellung des Kaders. Wir haben kaum Unterschiedsspieler in der Offensive und auch einige falsche Spielertypen für diese Liga. Manche Spieler sind einfach Flops, besonders wenn man die Kosten betrachtet.
Hätten wir ohne die ganzen Probleme seit Dezember weitergespielt und uns so weiterentwickelt wie jetzt aktuell, dann würden wir jetzt trotzdem schon locker 40 Punkte haben und hätten am Ende eine ordentliche Runde gespielt. Wenn man sich Oral oder Kauczinski anschaut, dann muss man fast zugeben, dass man auch mit Krämer aufsteigen könnte, wenn die Bedingungen konstant drittligatauglich sind und der Kader an einigen Stellen noch verstärkt wird.
Die Niederlage gegen 1860 hat doch wieder arge Zweifel an unseren Überlebenschancen aufkommen lassen. Der erste qualitativ stärkere Gegner seit Wochen, ein paar Stammspieler brechen weg und wir verlieren deutlich.
Das Halle-Spiel wird daher sehr richtungsweisend! Wir müssen zeigen, dass wir auch schmerzhafte Ausfälle kompensieren können und dass alle Spieler den Abstiegskampf voll annehmen - dann wird gegen Halle auch etwas zu holen sein. Halle ist total angeschlagen, muss sich aber auch fangen und wieder gewinnen. Es wird darauf ankommen, wer den Sieg am meisten will. Halle wird gallig ohne Ende sein und weiß, dass ein Sieg gegen uns Gold wert ist. Dann hätten die nämlich 39 Punkte und wären fast durch, während wir mit 33 Punkten schon den Anschluss verlieren könnten. Ein Remis wäre irgendwie auch nicht so das Wahre, weil wir eigentlich gewinnen müssen!
Denn ich sehe den letzten Spielen nicht so optimistisch entgegen. Kaiserslautern und Magdeburg werden ganz harte Nüsse und Mannheim wird uns am letzten Spieltag auch überhaupt nichts schenken. Das heißt, dass wir vor den letzten 3 Spielen schon über 40 Punkte haben sollten. Mit Viktoria, Türkgücü, Verl und Dresden warten vier Gegner, die alle ihre Qualitäten haben und keine Selbstläufer wie vielleicht Meppen oder Unterhaching sind. Wenn wir also gegen Halle nicht gewinnen, wären wir gegen Verl und die anderen schon zum Siegen verdammt, aber die Hoffnung, dass wir das schaffen können, wäre dann auch nicht mehr sehr groß.
Halle ist der Gradmesser für den restlichen Verlauf der Saison. Präsentieren wir uns dort in für den Abstiegskampf angemesser Form und können den Sieg holen, dann bleiben wir im Rennen. Ansonsten sieht es düster aus. Wenn nicht gegen Halle, gegen wen dann?
Marcussen war heute zeitweise ein Hoffnungsschimmer. Er hat einfach richtig gute Anlagen. Nur bin ich mir nicht sicher, ob man mit solch einem Spieler einen Abstiegskampf überlebt. Er lässt sich immer noch viel zu häufig im Zweikampf abkochen, da muss er noch viel lernen.
Mannheim und Duisburg werden es schaffen, dazu sind beide Teams zu gefestigt und stark. Meppen hat morgen eine enorme Chance, mit einem Sieg gegen Türkgücü auch bereits einen großen Schritt zu machen. Magdeburg ist die Mannschaft der Stunde und wird weiter Spiele gewinnen.Halle und Bayern ll wackeln gewaltig. Gegen Halle haben wir alles in der eigenen Hand und bei Bayern muss man abwarten, welchen Effekt der Trainerwechsel haben wird.Problematisch ist wirklich auch, dass Lautern mit einem Sieg am Mittwoch gegen Zwickau wieder mitten im Rennen wäre und selbst Lübeck (seit Wochen ungeschlagen) noch Chancen hat. In dieser Hinsicht wird das direkte Duell zwischen Lübeck und Lautern am nächsten Wochenende spannend. Im schlimmsten Fall haben dann beide Teams 32 Punkte oder Lautern 35.Wir müssen 4 Teams hinter uns lassen, was eine große Herausforderung darstellt.
Ich weiß echt nicht, ob wir die restlichen Spiele noch für uns entscheiden können. Es kommt einfach sehr viel zusammen und die Konkurrenz ist voll da. Unser Kader scheint in der Breite sportlich und mental doch nicht ganz auf der Höhe für Abstiegskampf zu sein. Ich glaube, dass manche im Kopf auch einfach nicht mehr voll hier sind. Nur in Bestbesetzung wird noch etwas möglich sein.
Halle ist eine Art Endspiel, allerdings für beide Teams. Wenn wir dort nicht am besten gewinnen, wird es immer schwieriger.