Grotenolm
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Es gruselt mich jetzt echt, wie es abseits des Platzes weitergeht.
Kinsombi muss beim 2. Tor das taktische Foul ziehen, dann geht´s mit 1:1 in die Pause und alles offen - so haben sich die bicoloren Unpaarhufer noch in einen Rausch gespielt und noch fast das 3:1 gemacht. Wir sind in den entscheidenden Momenten einfach zu lieb.
Wir haben nach guten ersten Minuten dem Gegner zu leicht das Spiel überlassen, da musst du gallig sein und nachlegen um jeden Preis.
Aber bei allen äußeren Umständen ziehe ich dennoch meinen Hut vor der Truppe - Wahnsinn!
Ich weiß nicht, ob ich jemals nach einer Uerdingen-Niederlage dennoch irgendwie zufrieden war, aber Schalom, heute ist es soweit. Die Jungs haben Kette gegeben und man merkt, dass da eine Einheit auf dem Platz ist. Gut, Albutat und Jurjus heute mit Abzügen in der B-Note, aber ansonsten haben sie echt Charakter gezeigt. Wenn wir im Derby nur halb so engagiert zu Werke gehen, hat das Zebrafell ziemliche breite Streifen, weil es elefantös plattgewalzt wurde.Marcussen und Traore bitte direkt von Beginn an.
Ansonsten WW echt eiskalt uns humorlos.
How to become an Uerdinger…
Soweit ich mich erinnere, war mir auch als Knirps immer bewusst, dass meine Familie und ich in unmittelbarer Nähe von Zoo und Stadion wohnten. Wir konnten das Brüllen des damaligen Berberlöwen-Pärchens Samson und Leila in unserer Wohnung hören, ebenso wie das heisere Rufen der Seelöwen. Vom Fußball allerdings bekam ich in den ersten drei Jahren verständlicherweise nicht allzu viel mit. Mein Vater erzählte mir Jahre später, dass er gerne zur 2. Halbzeit zu Heimspielen ging, weil man damals noch Zuschauer ab einer gewissen Spielzeit kostenlos ins Stadion ließ. Er war schon immer McSparstrumpf. Mich beeindruckten an der Grotenburg die hohen Flutlichtmasten und die steile Stehplatz-Tribüne Ost. Diese Ost-Tribüne sollte meine Heimat für unzählige Heimspiele in sechs verschiedenen Ligen werden. Schon als Kleinkind war ich vom Flutlicht bei Abendspielen schwer beeindruckt. Es übte eine undefinierbare Anziehungskraft aus.
Mein erstes Spiel war eine Bundesliga-Partie zwischen Bayer 05 und den Stuttgarter Kickers anno 1989. Ein guter Freund meines Vaters hatte Freikarten und nahm seine älteste Tochter, mich und meinen Vater mit. Wobei „Freikarten“ ein wenig zu sehr nach exklusivem Privileg klingt, die Wahrheit ist: Damals wie heute war es kein Problem an Karten zu kommen, da das Stadion angesichts der überschaubaren Resonanz unverhältnismäßig groß erschien. Die Freikarten-Aktion war wohl eher der verzweifelte Versuch, ein paar arglose und/oder geizige Fußballinteressierte zum letzten Heimspiel ins Stadion zu spülen. Ich kann mich noch erinnern, dass ich sehr aufgeregt war und alles im Stadion spannend fand. Bayer spielte in Blaurot und die Gäste in Weiß. An den Spielverlauf habe ich keinerlei bleibende Erinnerungen behalten, Jahrzehnte später googelte ich einmal dieses Spiel, um mir die Statistik anzusehen. Sowohl ich als auch die Tochter des Freundes meines Vaters langweilten uns schnell, weil uns nicht klar war, wie langatmig so ein Spiel sein kann (ein typisches Uerdinger Phänomen) und spielten auf der Sitzplatztribüne. Am Ende hatten die Stuttgarter mit 3:1 gewonnen (was ihren Abstieg aber nicht verhindern konnte).
Anders als bei Nick Hornby, der bei seinem ersten Stadionbesuch direkt von seinen Gunners im Highbury-Stadion angefixt war, wusste ich noch nicht wirklich was mit diesen Eindrücken anzufangen und es war auch nicht so, dass ich total enttäuscht war.
In der Grundschule entwickelte ich zunächst eine starke Sympathie für den 1.FC Köln. Mein Onkel, der ältere Bruder meines Vaters kam aus Köln und meine drei Cousins und meine Cousine waren wie Geschwister für mich. Immer wenn wir „Krefelder“ unsere Familie in Köln besuchten oder umgekehrt (und das taten wir häufig), war es für mich wie in die große Welt zu reisen. Krefeld war immer sehr beschaulich und eine Fahrt über die A57 in die Kölner Südstadt nach Klettenberg hatte immer etwas Aufregendes. Aufgrund des hervorragenden Verhältnisses zu meinen Cousins kam ich zu dem Schluss, dass Köln grundsätzlich als positiv und attraktiv zu betrachten war. Also musste auch der FC potentiell ein Sympathieverein sein. Die Ironie war, dass sich meine Cousins bis heute nicht viel aus Fußball machen (höchstens mal Spiele der Nationalmannschaft schauten), aber den FC nicht wirklich unterstützen. Von Toni Polster, Pierre Littbarski, Bodo Illgner und Co war ich direkt begeistert. Ich fieberte jedes Wochenende in der Sportschau mit. Damals gab es noch nicht diese mediale Reizüberflutung und man konnte es sehr leicht schaffen, sich bis zur 18h-Sportschau nicht spoilern zu lassen, wie die Spiele ausgegangen waren.
1993 spielte der FC in der Grotenburg am letzten Spieltag der Saison und mein Vater ging mit mir ins Stadion, d.h. eigentlich nur zu den letzten 20 Minuten, da wir auf den freien Eintritt warteten. Wir sahen bei sehr heißen Temperaturen einen mehr als räudigen Kick (0:0) und irgendwie stellte dieses Spiel bereits einen Vorboten des Schicksals dar. Mein (Noch-)Lieblingsverein gegen meine baldige große Liebe und Heimatverein. In der Hinrunde hatte ich noch vor Freude gegluckst, dass „meine“ Kölner den Uerdingern mit 5:0 das Fell über die Ohren zogen. Ich war zu dieser Zeit voll auf Kölner Seite. Eine Sympathie für die Uerdinger schien überhaupt nicht in Betracht zu kommen.
In der Grundschule gab es einige Fußball-Fans in der Klasse, aber diese huldigten entweder Gladbach, Dortmund oder anderen üblicheren Verdächtigen. Interessante Randnotiz: Ich ging in eine Klasse mit Ahmet Cebe, der es Jahre später über den KFC zum Profi schaffen sollte.
Schon in der Schule war klar, dass der FC Bayer 05 einzig mit Hohn und Spott zu rechnen hatte. Eine graue Maus unter den Bundesligavereinen und das Image einer Fahrstuhl-Mannschaft. Es war also nicht gerade en vogue, Uerdingen zu unterstützen. Man galt quasi automatisch als sehr uncool, wenn man sich als Uerdingen-Fan outete. Wobei ich dafür nicht die Hilfe des FC Bayer benötigte, um als uncool zu gelten.
Jahrelang wurde eine Hallen-Fußball-Stadtmeisterschaft in der Glockenspitz unter den Krefelder Grundschulen ausgetragen, der Drumbo-Cup und unsere Schule nahm ebenfalls teil. Unsere beiden Mannschaften (unsere Erste stand sogar im Finale, was aber gegen die Bonhoefferstraße im 7m-Schießen verloren ging) erhielten u.a. Freikarten für das Bundesliga-Spiel gegen den Karlsruher SC. Wie schon gegen die Stuttgarter Kickers waren es Sitzplatzkarten auf der Südtribüne. Ich nahm mit der zweiten Karte meinen Vater mit und war mächtig stolz, dass ich uns diese Möglichkeit „erspielt“ hatte. Illusionen sind halt manchmal hartnäckig. An dieses Spiel habe ich heute noch ganz gute Erinnerungen. Der KSC ging recht zeitig durch unseren späteren Spieler Rainer Krieg in Führung und Bayer tat sich sehr schwer. Wir spielten in einigermaßen hässlichen weißroten Trikots und der KSC in dunkelblau. In der zweiten Halbzeit erzielten die Uerdinger durch den eingewechselten Richard Walz den verdienten Ausgleich und unser „Block“ mit seinen glockenhellen Stimmen skandierte „Let´s go, Bayer, let´s go!“ Ich kam mir großartig vor. Noch nie hatte ich etwas Derartiges erlebt. Es hatte so etwas erwachsenes, lautstark im Stadion etwas mitzusingen. Dazu muss man wissen, dass ich die Schüchternheit in Person war.
Rückblickend hätte trotzdem wirklich nicht viel gefehlt und ich wäre langjähriger FC-Fan geworden, doch es kam anders. In der Saison 1993/94 spielte Bayer Uerdingen eine starke Zweitliga-Saison. Ich ertappte mich dabei, dass ich häufiger als üblich die Ergebnisse der Blauroten checkte und ihnen die Daumen drückte. Ab und zu lief ich während der Spiele zum Eingang Zoobrücke, von dem aus man Teile des Spielfeldes einsehen konnte und vor allem auch die riesige Anzeigentafel auf der Ost lesen konnte. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich einmal ein perfektes Timing hatte, da Sebastian Hahn gerade ein Tor vor meinen Augen gegen RWE erzielte (Endstand 2:0).
Uerdingen brach gegen Saisonende nicht ein und stieg gemeinsam mit Bochum und 1860 in die Bundesliga auf. Noch immer war ich kein richtiger Fan, aber meine Sympathie hatten diese Underdogs aus der eigenen Stadt irgendwie gewonnen. Nun stand ich zu Beginn der Bundesliga-Saison vor dem Dilemma: Weiterhin meiner Schwärmerei für die Geißböcke nachgehen oder zum Lokalpatrioten zu werden und Uerdingen supporten. Wir wohnten mittlerweile an der Windmühlenstraße direkt am Bockumer Platz und von dort führt ein kleiner Fußweg durch die Kleingärten, über die Sollbrüggenstraße, vorbei an der damals englischen Schule, den Ausläufern des Sollbrüggen-Parks mit seinem coolen Spielplatz über den Sonnenhof direkt bis zum Nebeneingang Zoobrücke. Auch aus pragmatischen Gründen dachte ich damals: Was soll ich einen Bundesligisten 60 km entfernt unterstützen, wenn ich hier direkt einen vor der Haustür habe?
Das erste Saisonspiel zuhause gegen den MSV verfolgte ich am Radio und war sehr enttäuscht, dass die Duisburger von der anderen Rheinseite in Führung gingen, doch einen schnell ausgeführten Freistoß konnte Günter Bittengel aus spitzem Winkel über die Linie drücken. Wahnsinn, wie clever diese Uerdinger, war mein gefährlicher Trugschluss damals.
Ich war mittlerweile auf der weiterführenden Schule und stellte fest, dass in der Klasse außer mir noch vier andere Uerdingen-Fans waren. Mit meinem besten Schulfreund ging ich vereinzelt zu den Spielen. An ein 0:2 gegen den verhassten BVB in der proppenvollen Grotenburg kann ich mich erinnern, ein 0:1 gegen die noch mehr verhassten Leverkusener (die durch ein Elfmetertor des Weltmeisters Rudi Völler gewannen), ein 0:0 gegen den KSC (wobei man eher sagen musste, Bernd Dreher gegen den KSC, der alles aber auch alles entschärfte, was auf sein Tor kam), ein 3:1 gegen Dresden etc. Das vorletzte Heimspiel der Saison war das Abstiegs-Derby gegen den VfL Bochum. Wir waren entsetzt auf der Ost, als Peter Peschel unsere Führung durch Feldhoff in der 81. Minuten noch ausgleichen konnte. Ich kann mich noch sehr deutlich dran erinnern, dass ich zu meinem Freund meinte: Ich weiß nicht wie, aber wir gewinnen das noch! Mantraartig betete ich das vor, obwohl ich selber nicht recht dran glaubte. Dann auf einmal viel Platz für Bayer auf der rechten Seite und der eingewechselte Axel Jüptner legt den Ball flach in die Mitte zu Rainer Krieg (ebenfalls eingewechselt) und der schaufelt den Ball an den Innenpfosten und von dort ins Tor. Riesiger unbändiger Jubel. Aber es galt noch die Nachspielzeit zu überstehen und wie so oft in dieser Saison rettete uns Bernd Dreher den Arsch mit einer Wahnsinnsreaktion. 2:1 gewonnen. Am letzten Spieltag schlugen wir noch die späteren Pokalsieger aus Mönchengladbach mit 3:2. Klassenerhalt against all odds geschafft und nie auf einem Abstiegsplatz gestanden.
In der ersten Saison als KFC Uerdingen 05 waren ich und meine Kumpels deutlich häufiger im Stadion als in der Teaser-Saison ein Jahr zuvor. Direkt im ersten Heimspiel gab es ein 1:1 gegen die Eintracht. In dieser Saison wurde auch in der Bundesliga von 2 auf 3 Punkten für einen Sieg umgestellt. Was dem KFC nicht wirklich in die Karten spielte. Auch in dieser Saison gab es Knallerspiele, wenn auch nur vereinzelt. Das erste davon war das 3:0 gegen das damalige Spitzenteam von Werder Bremen. Aber es zeichnete sich recht früh in der Saison ab, dass wir es dieses Jahr sehr schwer haben würden, die Klasse zu halten. Zu viele eigene Führungen wurden vergeben und zu viele überlegene Spiele endeten Remis. Als wir zum Ende der Hinrunde in einem Schnee-Heimspiel gegen St.Pauli zweimal in Führung gingen, aber am Ende 2:5 verloren, nicht zuletzt durch einen hervorragend aufgelegten, weil dreifachen Torschützen Thomas Sobotzik, heulte ich vor Wut und Verzweiflung vor dem Fernseher. Meine neue Liebe bekam ihren ersten Knacks. Wie konnte das sein, dass wir so bitter die Spiele verlieren? Weitere harte Spiele live vor Ort waren das 1:6 gegen die Bayern, das 1:3 gegen die Fortuna, ein weiteres 0:2 gegen den Deutschen Meister Dortmund (Elfer verschossen, und ein Pfostenschuss und dennoch gewinnt am Ende Dortmund). Dass Horst Steffen diesen Elfmeter (45.) verschoss, habe ich ihm Jahre nicht verziehen, es hätte mich einfach brennend interessiert zu wissen, wie wir in die die 2. Halbzeit mit einer Führung im Rücken gegangen wären. Aber auch wie wir Spiele gegen Köln und Kaiserslautern beispielsweise nach eigener Führung nur 1:1 spielten, war mir unerklärlich. Wir waren immer noch für späte Gegentore gut, trafen selber aber nur selten so spät.
Das letzte große Highlight in dieser Saison war das Heimspiel gegen Leverkusen, die ebenfalls höchst abstiegsgefährdet waren und wir sie satt mit 3:0 wegklatschten. Diese punktuellen Siege in einer insgesamt desaströsen Saison waren echt Balsam für die geschundene Seele und umso überschwänglicher stimmte damals der Fanblock zur Titel-Melodie von Flipper an: „Wir singen Bayer, Bayer…… zweite Liga. Oh, ist das schön, Euch wiederzusehen!“ Im letzten Heimspiel ging es wie in der Vorsaison auch wieder gegen MG, doch diesmal verloren wir 0:2.
Uerdingen wurde bundesweit für seine geringe Anhängerschaft verhöhnt. In einem Flutlicht-Auswärtsspiel in Rostock waren es mal handgezählte 17 Nasen. Was für einiges Gelächter sorgte.
Für mich waren die wenigen Lichtblicke der Saison die elf Tore von Erik Meijer und die Schlitzohrigkeit von Günter Bittengel.
Wenn ich heute als Enddreißiger so über mein Fan-Dasein sinniere, muss ich selber lachen. Direkt in meinen beiden ersten Fan-Jahren erlebte ich die Hochphase in der 1.Liga (1994-1996), von da ging es ligatechnisch nur noch bergab. 3 Jahre zweite Liga und dann glaube ich 5 Jahre 3.Liga, ehe es dann richtig gruselig wurde. Im Freundes- und Bekanntenkreis gab es aber bis heute immer Uerdingen-Fans oder zumindest –sympathisanten, weswegen man sich nicht ganz allein vorkam. Es waren tolle Spiele dabei: Unvergessen das Straelen-Spiel, wo ich drauf und dran war Erhan Albayrak zu lynchen, der einmal aus 3-4 m an den Pfosten köpfte und das Kunststück fertig brachte, zweimal das verwaiste Tor nicht zu treffen (jeweils nur ein Abwehrspieler auf der Linie und der Keeper bereits geschlagen). Das war ein unfassbarer Mob und ein frenetischer Jubel. Wildfremde Leute lagen sich auf der Ost in den Armen, Mega. Hätte man mir mal gesagt, dass ich mal wegen einem Sieg in einem 6.Liga-Spiel knapp 10 Jahre später noch Gänsehaut bekommen würde….
Das erste Spiel in der 5.Liga (NRW-Liga) im Stadion am Schloss Strünkede in Herne war auch so ein Knaller. Der vierfache Höfler.
Das 4:2 im Rhein-Energie-Stadion gegen die Viktoria.
Ich könnte hier noch Myriaden Spiele und Anekdoten aufzählen und es macht mich bis heute glücklich. Erklären kann ich es nicht, weil mir mindestens genauso viele bittere Niederlagen, unnötige Unentschieden, Eskapaden, Skandale, Fremdscham-Situationen, Absurditäten etc. einfallen. Mittlerweile bin ich an einem Punkt angelangt, dass ich mir denke, der KFC ist wie eine Parabel über Leben: Manchmal gleißend schön und episch, normalerweise ein bisschen hausbacken und manchmal auch richtig räudig, aber am Ende Tages hält man durch und denkt sich: Leck meine Stiefel, Schicksal! Oeding against all Odds! Fuck you all!
Das soll sich gar nicht altklug oder von oben herab anhören, aber ich arbeite im Bildungsbereich und man ist immer wieder aufs Neue entsetzt, wie wenig "Diskussionskultur" oder Meinungstoleranz bei gewissen Gruppen von bspw. Jugendlichen noch etabliert sind. Sich einmal in andere Leute hineinversetzen, wie Kommentar xy wohl bei ihnen ankommen würde, kann manchmal Wunder bewirken.
Flankiert durch die "sozialen" Medien, werden aus der Anonymität heraus Einzelpersonen oder ganze Gruppe, massivst diffamiert und in einer unverhältnismäßigen Schärfe angegriffen. In der Sprache der Gesellschaft liegt ein neuer Ton der Aggressivität und der Abgrenzung. Es scheint vollkommen normal und salonfähig zu geworden zu sein, dass man Personen (auch wenn man sie nur kaum oder gar nicht kennt) direkt vernichtend verurteilt und da das Internet (oder die Medien im Allgemeinen) niemals vergessen, entsteht ein sehr heikles Bild von Kommunikation. Darauf angesprochen, sind den betroffenen Personen, die Konsequenzen daraus oftmals nicht klar gewesen, was sie beim nächsten Shitstorm aber auch nicht wieder davon abhalten wird, mit der groben Keule auf alles einzuschlagen. An dieser Stelle müsste man sich dringend fragen, worauf das alles noch mal hinauslaufen wird. Aber gut, das ist ein anderes Thema. Was ich damit sagen will, ist, dass sich unsere Form der Kommunikation deutlich verroht hat im Verlauf der letzten 20-30 Jahre.
Ob man jetzt aus dem Wortlaut des Plakates "Hass" oder wenigstens "Sorge um den Verein" hineininterpretiert. Ob man über das Für und Wider einer solchen Aktion diskutiert, das ist alles sehr subjektiv. Wenn der Verein von vorneherein die ative Fanszene miteinbezieht bzw. die Mitglieder, könnte man viel Vertrauen aufbauen.
Es ist wie so oft im Leben: Manche Leute wollen bewusst provizieren und sich dadurch Gehör verschaffen und manchen haben ihren Gedanken (so berechtigt er im Kern auch sein mag), vielleicht nicht ganz bis zu Ende gedacht. Wo die Wahrheit liegt, kann ich nicht beurteilen, aber eins weiß ich sicher: So oder so bleibt im Nachhinein noch reichlich Zeit, sich zu echauffieren.
https://www.kfc-uerdingen.de/geschaeftsfuehrung/
Zumindest Ponomarev wird auch nicht mehr auf der HP geführt. NW schon.
nach den ganzen letzten Wochen der Hiobsbotschaften tut dieser Sieg ja mal richtig gut. Damit sind wir die beste Abwehr der Liga (vorberhaltlich DD ein SPiel und ein Gegentor mehr). Mega, für die Moral. Tolle Mentalität. Immer wieder Wahnsinn was alleine Luki da da an Hereingaben und kritischen Bällen wegflext. Wie ein Baum der Typ.
Jetzt haben wir jedes Mal in den letzten drei Jahren mindestens einmal im Stadion an der Grünwalder Straße gewonnen. Und gegen die Bayern_Embryonen freut es mich besonders.
Uerdingens Investor Mikhail Ponomarev in SportBild über Weltmeister Kevin Großkreutz
Vielleicht starten ja die Ultras eine neue Plakataktion, in dem man jedem Spieler ein eigenes kreatives Plakat widmet und auf die gemeinsame schwere Zukunft einschwört und ein paar motivierende Worte findet. "Come on and PUSCH me to the limit", "Der GINOsaurier überlebt alles", " Ja bidde, HIDDE"
Ich habe in den ersten Jahren den absolut größten Respekt vor MP gehabt, weil er zum einen sich (anders als die Mediensau Lakis) vornehm in der Öffentlichkeit zurückgehalten hat und zum anderen, das was er gesagt oder angekündigt hat, 100% eingetroffen ist. Fast so als hätten wir einen "gütigen König", dem wir zwar letzten Endes auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind, der es aber sehr gut mit uns meint.Aber das was er jetzt abzieht, mäandert zwischen Fremdscham, Schande, Exzentrik, blinder Raserei und völligem Dilettantismus.
Ich bin auch kein Freund davon, jemanden öffentlich zu denunzieren oder an den Pranger zu stellen, aber das Ding ist: In einem Verein, der praktisch aktuell nur aus einer (kleiner werdenden) Mannschaft, einer (Noch-)Drittliga-Lizenz und seinen Fans besteht, bleiben zumindest Letztere auf jeden Fall übrig, auch dann wenn sich der Tross der Noch-GF schon lange auf und davon gemacht hat. Wir sind zwar schon erfahren im Suppe auslöffeln, aber diese jetzige Phase wirft uns (mal wieder) um Lichtjahre zurück. Und das werfe ich diesen Geistesblitzableitern vor.
An alle andern! YNWA