chris05
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Dem Bauern ist die Kuh egal. Sie muss funktionieren, in seinem Sinne. Er melkt sie und lässt sie töten, wenn sie keine Milch mehr gibt. Denn sie hat nur den Zweck, seinen Wohlstand zu mehren. Und was macht die Kuh, als sie vor dem Schlachter steht? Sie dreht sich zum Bauern um und bedankt sich artig, dass er sie gefüttert hat...
Ich entschuldige mich für meine Unsachlichkeit. Vor allem bei den Bauern.
Wenigstens einige scheinen jetzt zu erkennen, dass die Fans und der Verein MP im Grunde egal sind. Er wird weiterziehen, sich eine neue Spielwiese suchen und vorübergehend andere Fans glücklich machen. Zur Abwechslung vielleicht mal wieder im Eishockey. Bis er auch dort die Lust verliert und Chaos hinterlässt. Wir sind nicht seine ersten Opfer.
MP - danke für nichts!
Ein paar Beispiele: Die Skandinavier stehen traditionell für eine andere Ethik und Kultur in der Wirtschaft als wir. Flache Hierarchien, mehr Eigenverantwortung der Mitarbeiter etc. Ist es rassistisch, wenn ich das feststelle? Italien und Frankreich haben ebenfalls eine ganz andere, von starken Gewerkschaften geprägte Arbeitswelt mit starken kommunistischen Parteien bis weit in die 1990er Jahre hinein. Ist diese Feststellung rassistisch? In Osteuropa und in weiten Teilen Asiens hat sich ein bestimmter Wirtschaftstypus nach der Öffnung hin zur Marktwirtschaft entwickelt, und der ist deutlich kapitalistischer und ausbeuterischer als bei uns. MP hat gezeigt, dass er davon geprägt ist. Dass zum Beispiel Verträge einen anderen Wert haben als bei uns. MP ist deshalb kein schlechterer Mensch. Seine moralischen Grundsätze sind nur nicht unsere. Für uns sind sie zum Teil unseriös und sogar rechtswidrig, weil unsere Werte und daraus resultierend unsere Gesetze andere sind. Auch das hat mit Rassismus überhaupt nichts zu tun.
Das wundert mich auch! Vielleicht bin ich dumm und risikoscheu, aber ich würde niemals in Deutschland in einen Fußballverein investieren in der Hoffnung, damit Geld zu verdienen. Das klappt nirgendwo. Hasan Ismaik buttert in München auch nur rein. Ich will gar nicht wissen, wie viel der da über die Jahre schon investiert hat. Nein, verbrannt hat! In jedem Drittligajahr muss er in siebenstelliger Höhe zuschießen. Das Geld sieht der doch nie wieder - von einer Rendite ganz zu schweigen. Mich würde wirklich mal interessieren, was Investoren antreibt. Man könnte da fast auf dumme Gedanken kommen...
Ich bin von allen Einschätzungen deiner am nächsten.
Nahezu alle Fehler, die MP begangen hat und hier aufgezählt werden, sind systemimmanent, wenn Investoren einen Verein übernehmen. Es geht immer nur um Rendite, deshalb sind wir auch nicht mit Hoffenheim oder Leipzig vergleichbar. Hopp hat einen anderen Antrieb als MP, entsprechend hat er die TSG strukturell ganz anders aufgestellt, als es MP jemals mit uns vorhatte. Hopp ist Mäzen und nicht Investor im eigentlichen Sinne. Mateschitz nutzt RB Leipzig vor allem als Marketinginstrument.
Ich stehe reinen Investoren, deren einziges Ziel es ist, Geld zu verdienen, ablehnend gegenüber. MP hat in den sportlichen Bereich investiert, weil dort die finanziellen Erfolge erzielt werden können. Der Ausbau der Infrastruktur (Geschäftsstelle usw.) kostet nur Geld und verspricht keinen Gewinn. Deshalb lohnen sich diese Investitionen wirtschaftlich nicht. Immer nur so viel, wie vom DFB gefordert wird und gerade nötig ist, um den Laden halbwegs am Laufen zu halten. Das wäre nach einem Aufstieg in die 2.Liga nicht anders gewesen, davon bin ich überzeugt. Nur wirtschaftlich rationales Verhalten verspricht Profitabilität.
MP war, so ehrlich müssen wir uns selbst gegenüber sein, Krefeld relativ egal. Er hätte auch jeden anderen Verein übernommen, den Wuppertaler SV oder RW Oberhausen oder wen auch immer, wenn die Voraussetzungen gestimmt hätten. Das ist dann auch wieder ein Unterschied zu Kaiserslautern, die einem regionalen Investorenpool den Vorzug gegeben haben vor einem Global Player. Damit könnte ich mich anfreunden. Aber wenn jetzt Investoren aus Armenien kommen, bleibe ich skeptisch, dass es für uns dauerhaft besser wird. Jeder darf seine eigene Meinung haben, ich habe auch niemals jemanden verurteilt, der mit MP zufrieden war, weil es sportlich aufwärts ging. Aber ich muss für mich sagen: Der Verein ist nicht mehr der, den ich von früher kenne, immer nah an den Fans und an den Menschen in Krefeld. Ich spiele lieber authentisch in der Regionalliga, meinetwegen auch in der Oberliga, als mit einem Investor im Profifußball. Ich respektiere jeden, der das anders sieht. Aber bitte respektiert meine Meinung auch.
Und ich bin MP gegenüber skeptischer als eh und je. Wir wissen, wenn wir ehrlich sind, doch so gut wie gar nichts über ihn. Wie vermögend ist er wirklich? Wie hat er sein Geld verdient? Gut, das geht uns nichts an. Es würde mich aber etwas beruhigen, wenn ich es wüsste. Oder vielleicht würde es mich auch eher beunruhigen... Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall wirkt sein ganzes Gebaren unseriös. Ich frage mich immer, wenn ich Zweifel habe, ob ich jemandem vertraue: Würde ich der Person sorglos 1000 Euro borgen? Ganz ehrlich, MP bekäme von mir nicht mal 100 Euro.
Ich weiß, ich bin ein Träumer. Ich komme aus der Zeit von Kroke, Hahn, Lüttges, Brinkmann und Wloka. Das waren meine Kindheitshelden. Die Zeit ist vorbei, ohne viel Geld geht im Profifußball nichts mehr. Aber ich kann mich mit dem Verhalten unseres KFC nur noch sehr schwer identifizieren. Es geht doch auch anders, warum nicht bei uns?
Gündüz gehört zu den Spielern, denen mal jemand den Floh ins Ohr gesetzt hat, sie seien große Talente. Die denken dann, das war es, jetzt bin ich ein gemachter Mann. Dass aber Talent alleine nicht reicht, dass man auch viel und fleißig arbeiten muss, um irgendwann Champions League zu spielen, können sie mit nicht erfassen, weil eine Erbse mehr Hirn hat. Und so werden sie immer weiter nach unten durchgereicht. Gibt ja viele Beispiele dafür. Was hat Gündüz denn bisher erreicht? Nichts. Was wird er erreichen? Nichts. Weil ihm der Charakter fehlt, wie er mit seinem RS-Interview gezeigt hat. Solche Spieler sollten bitte nie wieder geholt werden. Normalerweise redet man doch vorher mit Spielern, die man holen will. Fällt denn mit ein bisschen Menschenkenntnis nicht auf, was das für Typen sind? Zumindest der derzeitige Kader scheint da korrekter zu sein, man hat wohl seine Lehren gezogen.
Allerdings wird mir bei den Meldungen der vergangenen Tage flau im Magen. Ich kann mir schon vorstellen, dass es seit Corona finanziell sehr eng ist. Ich hatte gar nicht darüber nachgedacht, als der Verein darum bat, auf das Geld für die Dauerkarten zu verzichten. Eigentlich hätte es da schon klick machen können. Wir sind nicht in Dortmund oder Schalke, wo es dabei um sehr viele Millionen geht. Bei uns ist das ein kleiner sechsstelliger Betrag. Und was jetzt die ganzen Gehaltsnachzahlungen kosten, dazu die Stadionmiete, der teuere Kader, da kommt einiges zusammen. Und wie es MP finanziell wirklich geht, wissen wir alle auch nicht. Dieser merkwürdige Satz vor Gericht von der Insolvenz im Januar macht mich nachdenklich und ich kann nicht schlafen. Ich musste heute immer wieder an Erhard Goldbach und Westfalia Herne denken... Irgendwie habe ich kein gutes Gefühl.
BB, niemand sagt, dass Dorda, Vollath und Co. schon in der vergangenen Saison ihr Gehalt nicht bekommen hätten. Auch wenn ich Gündüz für einen Spinner halte und sein Gerede nicht glaube oder glauben will, kann die Kasse inzwischen leer sein.
Ball einfach mal flach halten und entspannt ein- und ausatmen. Ich bin für Sticheleien in einem Derby, aber solche Unterstellungen gegen die Offiziellen beim MSV finde ich unangemessen und genauso flach wie die dämliche Bemerkung über den "fetten Russen" im Portal.
Die Eröffnung des Threads im MSV-Portal ist jedenfalls erste Sahne, das muss man auch mal erwähnen. So etwas kenne ich aus keinem anderen Forum. Da hat sich jemand richtig Mühe gemacht.
Jetzt werden wieder diejenigen intervenieren, die meinen, MP würde sich aus dem sportlichen Bereich raushalten. Ich glaube das nicht. Weinhart ist sein verlängerter Arm, der eins zu eins umsetzt, was der Chef will.
Dieses Problem hat jeder Verein mit einem einzigen starken Mann an der Spitze, der die Macht nicht teilen will. Das war schon bei Löring (Fortuna Köln) so. Der hatte nie starke Trainer, sondern immer nur Ja-Sager. Wer nicht spurte, wurde schnell rasiert, einmal sogar in der Halbzeitpause (Schumacher). Da setzte sich der Chef dann auch mal selbst auf die Trainerbank. Nur: Löring verstand etwas von Fußball. Das ist der Unterschied zu uns.
So lange sich MP nicht komplett auf das beschränkt, was er kann, und Fachleute frei agieren lässt, werde ich kein Freund von ihm. Er wird das verkraften. ;) Allerdings wird es anders sportlich auch nicht vorwärts gehen.
Das sehe ich insgesamt auch so. Frotzeleien sind das Salz in der Derby-Suppe. Und "Geschwürdingen" ist ja fast schon kreativ, ich musste darüber schmunzeln. Das mit der Suppe und dem "fetten Russen" ist platt, aber hey: Sind wir denn wirklich immer die "besseren" Fans? ;-) Ich sehe das locker und spiele lieber gegen RWE oder den MSV als gegen Halle oder Meppen. Da fehlt doch was, das Kribbeln, es dem anderen so richtig zeigen zu wollen. Wie viele haben (wie ich) gerade bei diesem Spiel am Samstag Rivalitäten in der eigenen Familie? Allein dass wir nicht im Stadion sein können, ist richtig scheiße. Hoffentlich hat das mit Corona bald ein Ende.
@Ötzi, ich habe natürlich zum Teil übertrieben. Partys in Düsseldorf sind sicherlich kein Grund, um bei uns zu unterschreiben. Aber die Nähe zu Düsseldorf ist auch - ich nenne es mal so - ein Pluspunkt. Die jüngeren Profis gehen heutzutage nun mal ab und zu gerne feiern. Das sind nicht mehr die spießigen Vögel wie Hans-Hubert Vogts aus den 1970ern, die nach dem Training brav bei ihrer Frau zu Hause auf dem Sofa sitzen, Robert Lembkes heiteres Beruferaten im Fernsehen schauen oder Mau-Mau spielen und dabei die neueste Schallplatte von Abba hören. Wie viele Nächte der Oli Kahn im P1 verbracht hat, will ich gar nicht wissen. Aber so lange die Leistung stimmt, und das war beim Kahn meistens so, ist alles in Ordnung.
@BB, mein Beispiel mit Maroh war schlecht, das stimmt. Den nehme ich also gedanklich aus meiner Aufzählung raus. Auch dieser Beitrag war bewusst etwas überspitzt. Natürlich ist jeder Fall gesondert zu betrachten, und du hast ja auch ein paar Beispiele bei anderen Vereinen aufgezählt. Nur findest du bei anderen Vereinen mal den einen oder anderen Spieler, wo man sich wundert, bei uns geht es seit Jahren eher um ein gutes Dutzend. Was wir bezahlen, ist seit der Großkreutz-Klage bekannt, auch wenn er bestimmt die Spitze des Eisbergs ist. Geld motiviert nur, wenn du die Bezahlung von der erbrachten Leistung abhängig machst. Wer Leistung bringt, soll von mir aus bei uns viel verdienen. Wenn du aber Drittligaspieler leistungsunabhängig mit Geld zuschüttest, das sie so oft nicht mal in der 2.Liga bekämen, erreichst du nichts Gutes. Viele sehr junge Spieler halten sich schon für Stars und für viel besser, als sie eigentlich sind. Die 30-Jährigen sehen uns als Goldesel, der ihnen den Übergang ins echte Leben nach der Zeit als Fußballprofi versüßt. Und wer altersmäßig dazwischen liegt und lieber in der 3. als in der 2. Liga spielt, weil er bei uns mehr verdient, besitzt nicht die notwendige Motivation.
Ehe jetzt jemand mit z.B. Lukimya kommt: Natürlich gibt es Ausnahmen von der Regel. Aber die können eben das Ruder auch nicht alleine herumreißen. Ich denke, @Ötzi und @vorwärtsblaurot haben schon verstanden, was ich ausdrücken wollte.
Für mich liegen die beiden Hauptprobleme an den Strukturen - ich kann mich da nur wiederholen -, die erneut zu einer verkorksten Kaderplanung geführt haben - was ich damit meine, habe ich erläutert -, und an der pauschalen Überbezahlung. Auch wenn ich wenig von Krämer halte: Ich bin davon überzeugt, dass auch künftig jeder Trainer daran scheitern wird. Das eigentliche Problem ist nämlich nicht der Trainer.
Was ich mit verkorkstem Kader meine, ist die Gesamtzusammenstellung. Die Kaderbesetzung finde ich suboptimal. Wir leisten uns einen Top-Torwart für die 3.Liga, der auf Grund seiner Vita sehr gut verdienen wird. Dafür haben wir nur zwei oder drei Außenverteidiger im Kader. Was soll dieser Unsinn? Als richtigen (defensiven) Sechser sehe ich nur Fechner. Der darf aber gerne Innenverteidiger spielen, weil Schneider, eigentlich Innenverteidiger, als Außenverteidiger aushelfen muss, weil dort Traore verletzt ist. Denn wir haben zwar sechs Innenverteidiger im Kader, aber von denen darf einer nicht spielen und ein anderer ist dauerverletzt. Für Fechner, den einzigen echten Sechser, spielen dann je nach Lust und Laune des Trainers Gnaase, Albutat oder Wagner, obwohl die ihre eigentliche Stärke auf der Acht haben. Und was passiert eines Tages mit van Ooijen, der unser vierter Achter im Kader ist? Im Sturm hat man voll auf die Karte Grimaldi gesetzt... Mehr muss ich über die verkorkste Kaderplanung wohl nicht schreiben.
Um nicht missverstanden zu werden: Ich bin mit einzelnen verpflichteten Spielern absolut zufrieden. Traore, Marcussen, Fechner, Wagner, Schneider, Anopak und natürlich Kiprit finde ich gut, die gefallen mir individuell alle. Aber in diesem Kader, in dieser Zusammenstellung ist das für mich höchst unbefriedigend. Bei Gnaase und Albutat bin ich skeptisch. Bei dem einen habe ich das schon erklärt, bei dem anderen frage ich mich, was ihn dazu veranlasst, trotz Angeboten aus der 2.Liga wieder bei einem Drittligisten zu unterschreiben. Ein 23-Jähriger Profi sollte eigentlich den sportlichen Ehrgeiz haben, so weit oben wie möglich spielen zu wollen. Ich glaube einfach nicht, dass das die Spielertypen sind, die uns auf Dauer helfen.
Da du mich sehr direkt frontal angefahren hast, würde mich mal interessieren, was du denkst: Warum sind Spieler wie etwa Großkreutz, Maroh, Konrad, Albutat, Gnaase, Maxsö, Daube oder Boere zu uns gewechselt? Worin liegt die Motivation eines Spielers, in die 3.Liga zu wechseln, wenn diese auch Angebote aus der 2.Liga auf dem Tisch haben oder zuletzt in der Schweiz oder Niederlanden in der 1.Liga gespielt haben? Und kannst du mir nur drei Spieler nennen, die sich in den vergangenen drei Jahren bei uns verbessert haben?
Die anderen Vereine kriegen auch nicht alle Spieler, die sie wollen. Da stimme ich mit dir überein. Ein Teil unseres Problems ist aber, das klingt paradox, unser fettes Budget. Seien wir mal ehrlich: Wir haben seit Jahren keine Heimstätte, wir haben eine relativ kleine Fangemeinde (da stehen wir wohl im letzten Drittel der Liga). Unser Ruf als Arbeitgeber ist durch zahlreiche Klagen von Ex-Spielern und Ex-Trainern im Arsch. Fast jeder Spieler, der in den vergangenen Jahren bei uns war, ist schlechter geworden oder zumindest nicht besser. Unsere Philosophie ist seit Jahren... hmm, welche eigentlich? Wir können Spieler mit Geld überzeugen, zu uns zu kommen. Und, das ist richtig bitter, mit unserer Nähe zu Düsseldorf, wo sich prima Party machen lässt (wenn nicht gerade Corona ist). Aber niemand kommt zu uns, weil er motiviert ist und so richtig Bock hat, etwas bei uns zu bewegen. Weil wir ein geiles Konzept haben. Weil wir kontinuierlich was aufbauen. Weil der Spieler weiß, in Uerdingen verbessert er sich und steigert seinen Marktwert. Nein, bei uns kann man ordentlich Kohle abgreifen. Das beste Beispiel in jüngerer Vergangenheit war doch Albutat. Der hat in Duisburg einen auf motivationslos gemacht, um aus seinem Vertrag rauszukommen. Warum wohl? Weil er bei uns schätzungsweise doppelt so viel verdient. Nüchtern betrachtet war das kein Karrieresprung. Nur: So viel wie bei uns wird der nirgendwo mehr verdienen. 2.Liga ist sowieso zu hoch für ihn, das hat er schon gezeigt. Also: Ende der Karriere und der Verdienstmöglichkeiten. Bei uns. Mal wieder. Wenn man glaubt, so die richtigen Spieler zu bekommen, die sich zerreißen, die was erreichen wollen, für sich selbst, aber auch für den Verein, ist man auf dem Holzweg. So wird das nie etwas!
Wir können den Trainer austauschen, natürlich. Ich halte auch nicht viel von Krämer. Aber auch der nächste Trainer hat bei seiner Vertragsunterzeichnung schon sein Verfallsdatum auf der Stirn stehen. Denn nicht der Trainer ist das Problem. Ein anderer Trainer muss mit dem verkorksten Kader auch klarkommen. Nach der frühen Verpflichtung von Traore dachte ich: Hoppla, die haben es endlich kapiert. Das war ein hoffnungsvoller Anfang. Was dann folgte, war, von wenigen Ausnahmen abgesehen, wieder Kokolores.
Es sind bei uns, ich habe es schon mehrmals geschrieben, die Strukturen, die eine Entwicklung verhindern. Das fängt da an, wo MP meint, er habe von sportlichen Belangen eine Ahnung und endet noch lange nicht bei der Vorstellung, sich allein mit Geld einen aufstiegsfähigen Kader zusammenstellen zu können. Daran wird auch der nächste und übernächste und überübernächste Trainer frühzeitig scheitern.
Ich bin eher als regelmäßiger Leser unterwegs und schreibe nicht so viel. Aber zu der Einschätzung muss ich mich einfach äußern, weil die doch sehr aus der blau-rot gefärbten Fansicht geschrieben ist. Deine Wahrnehmung der anderen Vereine ist zum Teil nur eine gefühlte.
Unterhaching musste bis heute auf dem Transfermarkt nicht viel machen, weil die insgesamt nur 3 Spieler verloren haben. Meppen hat als Leistungsträger Undav, Komenda und Kleinsorge verloren. Das sind 3. Bei Zwickau sehe ich nur Huth und Vitteriti. Das sind 2. Duisburg hat Compper, Boeder, Ben Balla, Albutat und Daschner verloren. Das sind 5. Kaiserslautern und Rostock will ich jetzt nicht aufzählen, da ist es ähnlich. Und weißt du, was witzig ist? Wir haben viel mehr Leistungsträger der letzten Saison verloren. Boere, Matuschyk, Pflücke, Evina, Bittroff, Rodriguez, Mbom, Barry und der aussortierte Konrad. Das sind 9! Die Fans der anderen Vereine gucken auf die Liste und finden unsere Abgänge heftig. Würdest du denen zustimmen oder denken, dass sie das nicht beurteilen können, weil sie zu weit weg sind? Genau, ich auch. :D Über die wenigsten unserer Abgänge bin ich traurig. Die meisten haben wir gut kompensiert. Das denken z.B. die Kaiserlauterer, Rostocker und Duisburger über ihre Ab- und Zugänge auch.
Tatsächlich erlaube ich mir im Moment noch keine Meinung über die anderen Vereine. Fußball ist ein Mannschaftssport und ich könnte nur die Einzelspieler und nicht die Mannschaften beurteilen, die sich erst noch finden müssen.
Schön, dass Traoré kommt. Schade, dass Bretschneider nicht kommt.
Überhaupt locken wir nach meinem Eindruck zu viele Spieler nur mit Geld. Womit auch sonst? Einen strategischen Plan haben wir ja nicht, mit dem wir überzeugen könnten. Wir wollen aufsteigen, ja, aber das wollen viele. Das ist ein Ziel, aber keine Strategie. Oder kennt jemand eine Strategie, die hinter dem Plan aufzusteigen steht?
Zu Aigner: Genau der ist ein gutes Beispiel. Bei uns werden die Spieler schlechter, die rufen ihr Potenzial nicht ab. Guck dir Evina an. Der Junge ist hochtalentiert. Er hat losgelegt wie sonst was und seine besten Spiele am Anfang der Saison gemacht. Danach ist er immer weiter abgetaucht. Verzagt, lustlos, ungefährlich. Du schreibst, dass du nicht weißt, woran das liegt. Ich kann das auch nur vermuten. Da es eigentlich alle Spieler betrifft, muss es meiner Meinung nach an den Gegebenheiten liegen. Also Trainingsmöglichkeiten, Trainerstab, Zusammensetzung der Mannschaft. Die vielen Verletzungen lassen auch den Schluss zu, dass die medizinische Betreuung nicht optimal ist.
Und zum Anfang deines Beitrags: Was wir sagen würden, wenn der Weg richtig gewesen wäre und wir in die 2.Liga aufgestiegen wären - das ist mir zu hypothetisch. ;-) Wir sind nicht knapp gescheitert, sondern waren vom Aufstieg so weit entfernt, dass mir dazu gar nichts einfällt. Genauso gut hättest du fragen können, ob Nürnberg alles richtig gemacht hätte, wenn sie sofort wieder in die Bundesliga aufgestiegen wären.
@JimPanse, natürlich kann man MP nicht vorschreiben, wie er sein Geld investiert. Das muss er selbst entscheiden. Aber ich darf trotzdem in Frage stellen, ob er das Geld klug anlegt. Für sich und den Verein. Unser Spieleretat ist völlig überzogen, da wird ohne Sinn und Verstand Geld verbrannt. Es wurden für die 3.Liga große Namen verpflichtet wie Großkreutz, die nicht mal die Hälfte ihres Gehalts wert waren. Insofern geht es mir auch nicht um noch mehr Geld, sondern darum, das Geld besser zu investieren. Spieler wie Traoré werden nicht viel verdienen, aber sie haben viel Potenzial und werden ihre Chance nutzen wollen. Das muss der Weg sein. Dann kannst du den Spieleretat auch senken. Und du hast Leute, mit denen sich die Fans identifizieren. 3 Millionen weniger für den Spieleretat, damit lägen wir immer noch im oberen Drittel der Liga, und dieses Geld könnte man in die Infrastruktur im Verein stecken. Ein Traoré (und andere Talente) werden nicht von sich aus besser, die müssen gefördert werden. Talente hatten wir auch in dieser Saison. Aber haben die sich entwickelt? Ja, haben sie, aber leider zurück. Bei uns wird seit zwei Jahren kein Spieler besser, die werden alle schlechter. Weil die Trainingsbedingungen scheiße sind.