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RealityCheck

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Nein, TP und ME sind ganz sicher nicht allein für die Insolvenz verantwortlich. Dazu haben eine Reihe überforderter früherer Vorstände und ein VWR, der zumindest ein ziemlich schlechtes Händchen bei der Wahl seiner Vorstände hatte und auch die Realität nicht anerkennen wollte, sehr maßgeblich beigetragen.

Was aber spätestens mittlerweile jedem klar sein müsste und eigentlich schon seit März klar ist: Team ME / TP hat trotz vermutlich guter Absicht zu viel Vertrauen verspielt, um ernsthaft eine zweite Chance zu verdienen. Wenn man über zig Monate keine Lohnsteuern an das Finanzamt und keine Sozialversicherungsbeiträge an die Krankenkassen zahlt und trotz wiederholter Versprechungen die Insolvenz nicht abwendet (was erwartbar war) aber nicht mal trotz wiederholter Versprechungen das Geld für die Aufrechterhaltung des Betriebes bis Saisonende zusammen bekommt (was nicht erwartbar war), hat einfach bei allen maßgeblichen Beteiligten jeden Kredit verspielt. Mal abgesehen von Themen wie SC Krefeld oder Stadt, die mittelbar natürlich auch nicht hilfreich sind. Und klar waren die Starvoraussetzungen super ungünstig. Aber dass hier absolutes Chaos herrscht und eine Menge Geld fehlt konnte man sogar als Außenstehender in diversen Online Medien nachlesen. Die beiden sind hier also sicher nicht gutgläubig angetreten und dann bitter enttäuscht worden sondern wussten wie schlimm die Lage ist. Das Team ist gescheitert und nun ist FuF die letzte Hoffnung. Egal ob man das gut oder schlecht findet. Alternative ist die Neugründung in der Kreisliga und die Abwicklung des Vereins. Aber selbst dafür bräuchte man einen personellen Neuanfang.

Der KFC in den Medien ·

Gerade öffentliche Kassen wie Finanzamt, Krankenkassen und Agentur für Arbeit interessieren sich nicht nur für die Höhe der Quote sondern auch für die Mittelherkunft und die Transaktionssicherheit. Und damit insbesondere für die Frage wie wahrscheinlich eine Folgeinsolvenz in der zukünftigen Konstellation ist. Und wenn eines der beiden Teams schon gezeigt hat, dass es über 9 Monate damit leben kann, wenn nur die Nettogehälter gezahlt werden findet das sicher wenig Anklang bei den öffentlichen Kassen, hier eine zweite Chance zu erteilen. So sehr das mit der Zahlung der Nettogehälter gut gemeint war und auch anständig in Bezug auf die unter der nicht von ihnen verursachten Lage leidenden Spieler und Trainer: So ein Verhalten ist eine dunkelrote Karte für die handelnden Personen aus Sicht aller öffentlichen Gläubiger. Egal, ob die Verantwortung für die Schieflage beim so agierenden Vorstand und seinem Mäzen liegt oder bei früheren Verantwortlichen. Unabhängig von der Herkunft und Höhe der angebotenen Quote werden sich diese Gläubiger sicher für das Konzept einer Gruppe entscheiden, die sich aus verschiedenen Leuten aus der Privatwirtschaft zusammensetzt, die vermutlich bislang ihren steuerlichen Pflichten nachgekommen sind.

Der KFC in den Medien ·

Genau das.

Alle Diskussionen sind müßig. Der IV kann letztlich machen was er will und sich das Konzept nehmen, was aus seiner Sicht passt und verpflichten wen er will. Und das ist zu 1905 % wirksam und bindet sowohl ihn bis zur Aufhebung des Verfahrens als auch später den Vorstand, der es nachher von ihm erbt. Ohne wenn und aber. Und weder der Vorstand noch sonst wer kann ihn dabei aufhalten. Und zwar egal, was der Wunsch einer etwaigen MV ist. Er kann sogar theoretisch gegen den ausdrücklichen Willen der Gläubiger handeln, das erhöht allerdings sein Haftungsrisiko.

Um nicht persönlich für Fehler oder finanziell nicht haltbare Zusagen zu haften wird der IV in der Regel den sicheren Weg nehmen. Also Sicherheiten verlangen oder zumindest sehr belastbare Zusagen von zahlungskräftigen Geldgebern. Allein schon aufgrund der breiten Aufstellung dürften FuF da bessere Karten gehabt haben.

Der Drops ist hier also gelutscht.

Der KFC in den Medien ·

Denke als wahrer KFC Fan wird Herr Limberg dem Verein das Vereinslogo unentgeltlich überlassen - oder meinetwegen gegen Erstattung der Kosten der Eintragung. Und zwar egal ob unter Führung des Insolvenzverwalters oder später unter Führung eines Vorstandes, der über die vorherige Neuwahl des Verwaltungsrates durch die MV demokratisch legitimiert wurde. Markenrechtliche Gerichtsverfahren gehen übrigens häufig für den originären Nutzer und nicht für den pfiffigen Piraten aus, der eine etablierte Marke vorsorglich sichert. Aber denke es gibt wichtigere Themen als diesen absoluten Nebenschauplatz. Zum Beispiel wie der Zeitplan des Insolvenzplans ist.

AOVM am 16.06.2025 ·

Die spannende Frage ist, ob der IV sich in dem Fall auf die Zusagen und Planungen des aktuellen Vorstands verlassen und grünes Licht für die Planung einer neuen Saison gegeben hätte. Nach den gemeinsamen Erfahrungen von Ende Januar bis Mitte April sicher kein Selbstläufer. Durchaus wahrscheinlicher wäre in der Variante ohne FuF die Abwicklung des Vereins, weil sich der IV aus wohlmöglich berechtigter Sorge vor persönlicher Haftung nicht auf Zusagen oder kreative Finanzierungsversprechen eingelassen hätte. Gut, dann hätte man eine Neugründung machen können. Entweder in der Kreisliga oder mit irgendeinem willigen Fusionspartner aus der Landesliga vielleicht, um nicht von ganz unten anzufangen. Insolvenzverwalter wollen vor allem eines nicht: Persönlich für irgendwas haften müssen. Daher gehen sie im Zweifel immer den gut abgesicherten Weg.

Kaderideen 2025/2026 ·

Der Drops ist gelutscht. Ob man FuF doof oder intrigant oder endlich seriös und kompetent findet. Der IV hat sich entschieden und das wird jetzt der Neuanfang. Auf den ersten Blick klingt der erste Teil des neuen Kaders durchaus interessant. Aber es fehlen noch 16 bis 20. Dann kann man mehr sagen.

Fortführungskonzept ·

Die Forderung muss jedenfalls so schlüssig angemeldet werden wie in einer Klageschrift. Sprich, einen schriftlichen Darlehensvertrag (gibt es den?), Überweisungsbelege / Kontoauszüge (gibt es die?), Person des Überweisenden (wer?).

Sofern alles seine Ordnung hat, sollte die Forderung festgestellt werden. Ob alles seine Ordnung hat ist leider nur für die Verfahrensbeteiligten einsehbar.

Fortführungskonzept ·

Sofern das Geld aus einer seriösen Quelle stammt und nicht vom IV zurückgezahlt werden muss, weil die Herkunft zweifelhaft ist, dann ist das schon mal eine gute Sicherheit.

Allerdings kommt es ja neben einer eventuellen Barhinterlegung auch auf den weiteren Etat und dessen Absicherung an und natürlich auch, wo die Gläubiger, also insbesondere Agentur für Arbeit, Finanzamt, Krankenkassen, BG sich besser fühlen, sprich einem Insolenzplan zustimmen können und nicht erwarten, dass die nächste Insolvenz schon 2026 bevorsteht.

Dazu bräuchte man wirklich Akteneinsicht oder eine Gläubigerversammlung in Präsenz. Es wäre eher ungewöhnlich, wenn sich der IV gegen ein finanziell besseres und hinreichend stabiles Konzept stellt, das transparent und rechtssicher und mit Geld aus seriösen Herkunftsquellen ausgestattet ist. Denn auch das kann zur persönlichen Haftung führen. Und diese zu vermeiden ist sehr sehr tief in der DNA eines jeden Insolvenzverwalters.

Fortführungskonzept ·

Das ist richtig: Bestmögliche Gläubigerbefriedigung. Steht ganz vorne in § 1 InsO.

Dazu zählt allerdings noch mehr als ein aufgerufener Betrag wie sicher der Zufluss wirklich ist. Es kommt immer wieder in Investorenprozessen vor, dass nicht der Meistbietende sondern der mit dem seriösesten und transparent durchfinanzierten Gesamtkonzept den Zuschlag bekommt, auch wenn das viel weniger ist als das Versprechen eines anderen Investors. Sprich: Wie sicher kommt das Geld am Ende bei den Gläubigern an. Und hier scheint der IV wohl mehr Zutrauen in FuF zu haben als in das Alternativkonzept. Wobei im Zusammenhang mit einem Oberligisten mit einem Etat von zukünftig eher unter 1 Million EURO überhaupt von einem Investorenprozess zu sprechen schon ziemlich gewagt ist. So sehr hier die Emotionen hochkochen, ist das wirklich ein ziemliches 0815-Verfahren, wo der IV eher froh sein wird, den Mist irgendwann vom Schreibtisch zu haben und sich um Dinge zu kümmern, mit denen er wirklich Geld verdienen kann. Fällt dem geneigten Fan vielleicht schwer zu akzeptieren wie unbedeutend das Verfahren aus wirtschaftlicher Sicht und leider auch der Verein im Gesamtkontext jenseits der Stadtgrenzen von Krefeld ist, mal abgesehen vom Spott, den wir uns seit Jahren anhören dürfen. Wir reden hier nicht über die Insolvenz vom FC Schalke 04 oder nicht einmal von RW Essen.

Fortführungskonzept ·

An den IV sicherlich nichts, da der für ein wirtschaftlich verhältnismäßig kleines Verfahren sicher nicht seine Karriere aufs Spiel setzen wird. Er betreut laut eigener Homepage übrigens gerade auch ein Callcenter mit über 2.500 Mitarbeitern im Ruhrgebiet. Das ist auf alle Fälle lukrativer für ihn als unser bescheidener Oberligist. Bei uns geht es ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit um Haftungsvermeidung und irgendwann eine schöne Pressemitteilung, dass der KFC gerettet ist.

Vermutlich wird FuF belastbarere Zahlen und Sicherheiten hinterlegt haben, dass sich sein persönliches Haftungsrisiko minimiert. Daher seine Entscheidung vor allem unter dem Gesichtspunkt nicht persönlich für irgendwas haften zu wollen. Das wird er wie üblich gut dokumentieren, damit er sich im Fall der Fälle auch gut rechtfertigen kann, warum er so entschieden hat.

Fortführungskonzept ·

Unabhängig von Befindlichkeiten oder Präferenzen ist es nun Zeit nach vorne zu schauen. Das Thema ist durch. Der IV hat sich entschieden und nun ist es der Weg über FuF. Wem ein Erhalt des Vereins am Herzen liegt (statt Auflösung und bestenfalls Neugründung in der Kreisliga) sollte sich damit abfinden und unterstützen. Egal wie doof man findet, was in den letzten 1-3 Jahren hier passiert ist und wer für was genau verantwortlich war.

Die nächsten wesentlichen Fragen werden sein: Wie sieht die Oberligamannschaft 2025/2026 auf Basis des nun gewählten Weges aus? Und noch wichtiger: Geben die Gläubiger einem nun vermutlich bald vorzulegenden Insolvenzplan ihre Zustimmung und sorgen dafür, dass der KFC dann irgendwann im weiteren Jahresverlauf schuldenfrei ist?

Und dann natürlich auch noch die Frage wie es nach der Insolvenz weitergeht? Übernimmt FuF auch vereinsrechtlich irgendwann die Verantwortung oder gibt es da noch Widerstand? Das entscheiden dann zur Abwechslung wieder die Mitglieder. Wobei egal welcher Vorstand bis dahin im Amt ist: Er wird an all das was der IV und FuF nun während der laufenden Insolvenz entscheiden rechtlich gebunden sein. Ob er es gut oder falsch findet.

Fortführungskonzept ·

Der IV hat gemäß § 80 InsO die alleinige Verfügungsbefugnis über das Vermögen des Vereins. Zu solchen Themen gehört auch, ob und welche Arbeitnehmer er beschäftigt, d.h. er kann Verträge schließen mit wem auch immer, die dann für den Verein gültig sind und zwar sowohl während des laufenden Insolvenzverfahrens als auch danach. Die Gläubiger können ihm natürlich Vorgaben machen. Üblicherweise folgen sie aber seinen Vorschlägen, gerade die erfahrenen Gläubiger wie Finanzamt, Krankenkassen, usw., die dafür eigene Fachabteilungen haben, die das in der Regel besser bewerten können als Fans in einem Forum. Und der IV wird schon wissen, warum er sich öffentlich so positioniert hat. Und man darf davon ausgehen, dass er im Zweifel das aus seiner Sicht Richtige und im Interesse der Insolvenzmasse tut. Seines Amtes wird er kaum enthoben werden. Das geschieht allenfalls in (extrem seltenen) Fällen, wo sich ein IV persönlich bereichert oder wo er sich dem ausdrücklichen Willen einer großen Mehrheit der Gläubiger widersetzt. Und ein IV haftet gemäß § 60 InsO persönlich für Fehler. Insofern wird er sich bei seinen Entscheidungen gut absichern und verfahrensintern, nicht zwingend in der Öffentlichkeit, darlegen, weshalb er welchen Weg geht. Und nochmal, dieses ist ein Verfahren, für das er ganz sicher nicht seine Karriere aufs Spiel setzt.

Was immer der IV jetzt und offenbar nun in Kooperation mit FuF macht wird den Verein und auch seinen Vorstand nach der Insolvenz binden. Sofern denn die Insolvenz über einen Insolvenzplan erfolgreich abgeschlossen wird.

Allein der IV (eventuell mit Rückendeckung der Gläubiger) entscheidet, welches Konzept hier zum Tragen kommt. Dafür brauchen wir keine MV. Allerdings wäre es sinnvoll zu wissen, ob die Mitglieder die Einschätzung des IV teilen und damit dem Konzept, das aktuell mangels einer Vorstellung in und Zustimmung durch MV keine vereinsrechtliche Legitimation hat, auch ihren Segen geben. Denn sofern die Insolvenz erfolgreich durch einen Insolvenzplan beendet wird stehen dann ja wieder Vorstand und Mitglieder in der Verantwortung für ihren Verein. Dafür wäre es schön, eine MV durchzuführen und einen neuen VWR zu wählen, der dann wiederum einen über den neu gewählten VWR legitimierten Vorstand bestimmt.

Und sofern das Konzept FuF keine Rückendeckung in der MV findet und es keine hinreichend belastbare Finanzierung des Alternativkonzeptes gibt, damit der IV bereit ist, ins Risiko zu gehen, dann wäre eine Auflösung / Neugründung in der Tat der beste Weg, so schade das ist.

Weil das Narrativ immer wieder wiederholt wird, wird es nicht richtiger. Dieser Verein war seit mindestens einem Jahr, vermutlich länger, insolvenzreif. Das konnte man überall in den Medien lesen und das haben die wechselnden Funktionsträger auch immer wieder erklärt, also nicht die Schlussfolgerung sondern die Fakten dazu. Weder FuF und seine Mitstreiter noch sonstwer hat den Verein zielgerichtet in die Insolvenz geführt. Spätestens als im Herbst 2024 allen klar gewesen sein dürfte, dass bei dem Schuldenberg von über 1 Mio und einem ziemlich aufgeblähten Etat eine Sanierung ohne Insolvenz faktisch unmöglich ist, war es eher eine Frage der Zeit, wann es die ersten Insolvenzanträge von Finanzamt oder Krankenkassen hagelt. Das war also keine herbeigeführte Insolvenz. Taktisch motiviert oder aus niederen Motiven einen Verein in die Pleite zu treiben. Sondern nur das Anerkennen eines vor längerer Zeit eingetretenen faktischen Zustands.

Offenbar hat sich der Insolvenzverwalter für ein Konzept entschieden. Ich gehe mal davon aus, dass er die Alternativen auf ihre Seriosität und Umsetzbarkeit hin geprüft hat. Da er persönlich für alle neue Schulden des Vereins während des laufenden Insolvenzverfahrens geradezustehen hat ist es nachvollziehbar, dass er sich für die aus seiner Sicht sicherere Variante entscheidet und bloße Zusagen ohne finanzielle Hinterlegung da nicht reichen. Zudem gehe ich angesichts der persönlichen Haftungsrisiken davon aus, dass er allen potentiell Interessierten dieselben Rahmenbedingungen genannt haben wird. Auch mit Fristen, um irgendwas vorzulegen oder zu hinterlegen. So ist das in jedem Insolvenzprozess üblich, wobei wir bei Fristen hier eher über Wochen als Monate reden. Und er hat nunmal gemeinsam mit den Gläubigern das alleinige Sagen. Vorstand und Mitglieder sind da erst einmal Statisten. Mal unabhängig von der Frage, ob der aktuelle Vorstand noch die Rückendeckung der Mehrheit der Mitglieder hat, was zumindest zweifelhaft sein dürfte nach dem Verlauf der vergangenen 5 bis 11 Monate.

Gleiches gilt für die Homepage, die ein Vermögenswert des Vereins ist. Man könnte die Domain rein theoretisch auch verkaufen, was in anderen Verfahren ebenfalls absolut üblich ist, bei einem Sportverein zwar eher unüblich aber natürlich auch zulässig. Was der IV nicht kann ist zu einer Mitgliederversammlung einladen. Ansonsten kann er über jedwedes Vereinsvermögen und damit auch eine Homepage verfügen und Personen Zugang verschaffen oder verwehren.

Fortführungskonzept ·

Ich denke es wäre an der Zeit, dass sich der Insolvenzverwalter äußert, welche Konzepte ihm vorliegen, wie er diese bewertet und auf welcher Grundlage er nun weitermachen wird. Denn klar ist auch, wenn es noch weitere Wochen einen internen Konzeptwettstreit ohne Ergebnis gibt wird es zunehmend schwerer, eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen, selbst wenn Sponsorenzusagen da und Gelder als Sicherheit hinterlegt sind. Denn auch Oberligaspieler wollen in der Regel schon im Juni wissen, wo sie ab Ende Juli trainieren und spielen werden.

Wie gesagt, der IV kann zu keiner MV einladen, die wirksame Beschlüsse fasst. Ist so. Er kann natürlich selbst zu einer Infoveranstaltung einladen, um sich ein Stimmungsbild einzuholen, so zum Beispiel über die Rückendeckung verschiedener Sanierungskonzepte in der Mitgliedschaft. Aber es ist dann eben keine vereinsrechtlich beschlussfähige MV oder aoMV.

Sofern es mehrere durchführbare Konzepte gibt, wie Beteiligte das Insolvenzverfahren über einen Plan zum Abschluss bringen wollen, dann muss er diese den Gläubigern zur Entscheidung vorlegen. Dafür beruft dann das Gericht eine Gläubigerversammlung oder direkt einen Erörterungs- und Abstimmungstermin über einen Insolvenzplan ein. Darüber entscheiden aber dann ausschließlich die Gläubiger. Neben der Höhe der Quote wird es allerdings auch darauf ankommen wie realistisch die erfolreiche Umsetzung eines Konzeptes ist und wie wahrscheinlich eine Folgeinsolvenz. Gerade Gläubiger wie Finanzamt oder Krankenkassen werden kaum einem Konzept zustimmen, das kaum Aussicht hat, mittelfristig zu funktionieren, selbst wenn die zugesagte Quote 5 % höher ist als bei der Alternative. Dann bekäme eher ein Konzept die Zustimmung, das vielleicht weniger verspricht aber die Aussicht es zu halten viel größer ist.

Der Insolvenzverwalter ist nicht berechtigt zu einer MV einzuladen. Seine Rechte enden dort, wo es nicht um die Rechte der beteiligten Gläubiger geht. Er kann auch keinen Vorstand abberufen. Vereins- oder gesellschaftsrechtliche Themen liegen außerhalb seines rechtlichen Kompetenzbereichs. Ausnahme: Im Insolvenzplan kann man in Satzungen oder gesellschaftsrechtliche Regeln eingreifen. Aber davon sind wir ja hier noch weit entfernt. Aktuell wissen wir ja nicht einmal, ob und wie und mit wem es hier weitergeht.

Der Insolvenzverwalter kann allenfalls zu einer unverbindlichen Informationsveranstaltung einladen, die aber keine vereinsrechtlich relevanten Beschlüsse fassen kann.

Der KFC in den Medien ·

Der VWR hat aktuell gar nichts zu genehmigen. Die gesamte Entscheidungshoheit liegt derzeit ausschließlich beim Insolvenzverwalter. Er allein kann hier aktuell irgendwas entscheiden. Ok, die Gläubiger können ihm Anweisungen geben an die er sich besser halten sollte. Da kommt aber vermutlich das selbe Ergebnis raus.

Und anders als ein VWR, bei dem auch Hoffnungspositionen für den Anfang ok sein werden, wird der Insolvenzverwalter darauf bestehen, verbindliche Zusagen zu bekommen. Sowohl für die Finanzierung eines Insolvenzplans als auch für die Fortführung in der kommenden Saison. Keine Zeit für Versprechungen. Ausschließlich für Taten!

Mehmet Eser ·

Schritt 1: Wie viel Kohle ist da für Kader und Trainer? Und wann und wie soll das Insolvenzplanverfahren abgeschlossen werden? Gibt es verbindliche Sponsorenzusagen? Denn sonst wird der Insolvenzverwalter überhaupt nix mitmachen. Es sei denn er will persönlich haften, was er offenbar nicht möchte - siehe die Abmeldung des Teams Ende April.

Schritt 2: Wenn die Kohle da ist und der Insolvenzverwalter bereit ist neue Verträge abzuschließen kann man sich Gedanken über die Qualität des Kaders und ein Saisonziel machen.

Das ist die zwingende Reihenfolge. Ach ja, Schritt 3 wäre dann noch eine MV, um den Verein neu aufzustellen. Notwending jedenfalls vor Ende des Insolvenzverfahrens, damit der Verein danach sofort handlungsfähig ist. Aber eins nach dem anderen.

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