Ollix
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OK, ich kenne die Korrespondenz der letzten Wochen zwischen DFB und KFC nicht, aber das sonstige Verhalten das DFB deutet eher darauf hin, dass sich der Verband bis Fristablauf komplett in Schweigen gehüllt hat, um den KFC ins offene Messer laufen zu lassen. Von freundlicher Kooperation kann jedenfalls keine Rede sein, sonst hätte der Verband die Dinge erst intern mit dem KFC zu klären versucht, anstatt so eine skandalöse Pressemitteilung auf Spekulationsbasis herauszugeben, die ja schon Rufmord bedeutet und selbst dann riesigen Schaden angerichtet hat (Image, Spielerverpflichtungen etc.), wenn der KFC die Lizenz noch bekommen sollte.
So ein Fall könnte hier möglicherweise vorliegen: Der DFB hat die Zahlungsfrist ja nicht umsonst so gesetzt, dass zu diesem Zeitpunkt normalerweise alle Aufstiegsspiele abgeschlossen sind. Er scheint den betroffenen Vereinen also sehr wohl zuzubilligen, erst dann die Sicherheitseinlage zu leisten, wenn Klarheit über die Ligazugehörigkeit besteht. Das umso mehr, als ich vermute dass die Sicherheitsleistung in der 3. Liga erheblich höher als in der Regio ist. Da die Entscheidung über den Aufstieg des KFC aber durch die Entscheidung am grünen Tisch erst sehr spät fiel, blieb praktisch nur noch sehr wenig Zeit für eine fristgerechte Zahlung. Und etwaige technische Pannen lassen sich nicht mehr so problemlos ausbügeln als wenn man schon zwei Tage früher Bescheid gewusst hätte. In Anbetracht der erheblichen Konsequenzen, die diese Entscheidung hat, kann ich mir durchaus vorstellen, dass ein Sport- oder ggf. auch Zivilgericht sich ganz genau anschaut, ob es unter diesen Bedigungen für den Betroffene (KFC) überhaupt noch zumutbar war, vertragstreu zu bleiben. Zumal der andere Vertragspartner auch noch zur Fristverknappung beigetragen hat. Ganz wichtig wäre für mich in diesem Zusammenhang, wie die Gepflogenheiten bei anderen Aufsteigern normalerweise sind. Wird hier blindlings immer schon in Voraus der höhere Betrag für den Fall eines erfolgreichen Relegationsspiels geleistet, oder wird praktisch immer das Entscheidungsspiel abgewartet (was die DFB-Frist nahelegt).
Falls letzteres der Falls ist, sehe ich duchaus Hoffnung auf einen erfolgreichen Rechtsweg für den KFC, selbst wenn der DFB abschlägig entscheidet. Das Endlosverfahren Wilelmshaven muss hier auch nicht unbedingt abschreckendes Beispiel sein, sondern könnte auch dazu führen, dass es erstens einen Präzendenzfall zulasten des Verbands gibt und dass zweitens die Justiz nun sensiblisiert ist, welcher Schaden eine lange Prozessdauer anrichtet, und evtl. ein Eilverfahren anstrengt. Kann sein, dass meine Hobbyjuristerei einfach nur Wunschdenken ist, aber irgendetwas brauche ich, um mich über das Wochenende zu retten.
Habe mir jetzt nicht alle 22 Seiten hier durchgelesen, aber einen realistischen Strohhalm seh ich noch: Der DFB lässt die unterlegene Mannschaft des Relegationsspiels nur aufsteigen, wenn sie die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für den Aufstieg erfüllt. Da sehe ich Potenzial für ein gesichtswahrendes, salomonisches Urteil, dass der DFB die Vorkommnisse in Mannheim als Ausschlussgrund für den Aufstieg ansieht und so eine Krawalltruppe nicht durchwinkt.
Völlig kontraproduktiv und unprofessionell ist allerdings das Statement von MP, so nach dem Motto: Ich habe die Kohle und alles richtig gemacht. Wenn nicht nach meiner Pfeiffe getanzt wird, hau ich ab. Mal abgesehen davon, wie das auf Verein und Fans wirkt, fordert es den DFB geradezu auf, hier ein Exempel zu statuieren, um sich nicht die Blöße zu geben, vor einem "Oligarchen" gekuscht zu sein.
Ich hätte da einen Kracher :-) Nicht mehr der Jüngste, aber für die 3. Liga allemal noch ein Burner. Solche Geschütze müsste man m.E. schon auffahren, wenn man in so einer "Todesliga" ernsthaft um den Aufstieg mitspielen will.
https://rp-online.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/alexander-meier-eintracht-frankfurt-schickt-den-fussballgott-weg_aid-23106327
Nicht dass ich es für realistisch halte, dass Meier sich zu sowas noch herablässt, aber träumen ist ja nicht verboten ...
Schwertfeger,Kefkir, Chessa und Reichwein sehe ich allenfalls als Ergänzungsspieler, wenn die Zielvorgabe der erneute Wiederaufstieg ist. Gerade bei Kefkir scheint mir fraglich, ob er sich damit abfinden würde.
Apropos Grotenburg: So langsam dürfte klar sein, wie ernst es MP mit seinen Plänen für den KFC meint. Da macht es aus meiner Sicht keinen Sinn mehr, für 9 Mio. Euro weiter an der museumsreifen Burg herumzuflicken. Wenn schon ganz Fußballkrefeld für so lange Zeit in eine andere Stadt gejagt wird, dann sollten OB Meyer & Co. so langsam mal ernsthaft über eine große Lösung nachdenken, sprich Kernsanierung und Umbau zu einer zeitgemäßen Fußballarena.Der MSV macht es vor, so etwas wünsche ich mir auch für Krefeld.
Einen Witz fand ich die Duisburger Organisation. Habe wie viele andere über eine Stunde für die letzten Meter auf der A59 an der Ausfahrt Wanheimerort gebraucht, weil die ganze Zeit die normalen Verkehrsampeln an der Ausfahrt geschaltet waren, anstatt mit Lotsen dem vorhersehbar großen Zufluss von den Autobahnen Vorrang zu geben. Und im Stadion gingen schon Mitte der ersten Halbzeit die Fressvorräte an den Buden aus, hab ich in 30 Jahren Stadionbesuchen auch noch nicht erlebt. Was passiert da eigentlich, wenn das Stadion mal mit 31 Tsd. Zuschauern ausverkauft ist, wenn schon bei 18 Tsd. Männeken so ein Chaos ausbricht? Ein Ausweis von Gastfreundschaft war das jedenfalls nicht, eher von Lustlostigkeit und Inkompetenz. Rein baulich ist das Stadion allerdings schön, so eine schmucke Fußballarena stünde auch Krefeld gut zu Gesicht.
Auf jeden Fall eine massive Schwächung in möglichen Aufstiegsspielen. Schwerer als der Ausfall von Erb wiegt für mich fast noch der von MÜ. Während alle hier über Krämer jubeln, sehe ich den Grund für die Leistungsexplosion der letzten Monate mehr noch in der Verpflichtung von Beister und Müller. Bis dahin war ja erkennbar unser Hauptproblem, dass uns spielstarke und ballsichere Bindeglieder zwischen Mittelfeld und Sturmspitze fehlten. Mit zwei Ex-Buli-Spielern haben wir da einfach eine für Regionalliga-Verhältnisse brutale Qualität dazubekommen. Die waren nicht nur an gefühlten 80-90 % aller Tore beteiligt, sondern haben eben auch die Abwehrspieler der Gegner so stark gebunden, dass Leute wie Musculus und Kefkir auf einmal aufleben konnten. Ganz bitter, dass uns diese Waffe jetzt zum Teil wieder fehlt, wo es um die Wurst geht.
Also dass die Spielweise von Wiesinger nicht besonders sexy rüberkam, sehe ich auch so, aber mit der Abwehr gewinnt man nun mal Meisterschaften. Wie klein oder groß Wiesingers Anteil am bisherigen Saisonerfolg war, lässt sich natürlich schwer sagen, zumindest Elversberg steht jetzt ohne ihn schlechter da, ganz wirkungslos war er da offenbar nicht. Übrigens hat Elversberg unter Wiesinger mit die meisten Tore der Liga geschossen, an seiner Spielphilosophie lag es also sicher nicht. Eher am fehlenden Material im Offensivbereich des KFC, speziell einem hochkarätigen Bindeglied zwischen Mittelfeld und Sturm. Die Schwäche hat Wiesinger ja auch erkannt und wollte sie mit Müller schließen, aber der fiel eben dummerweise schnell verletzt aus. Und Beister als nächste Besetzung für den Posten muss erst noch integriert werden, dafür hätte man Wiesinger ruhig noch Zeit geben können. Zumal ich auch nicht sehe, dass das Verhältnis zur Mannschaft kaputt war, immerhin haben die Jungs in Essen zum Schluss große Moral bewiesen, sowas macht keine Mannschaft, die nicht mehr für den Trainer spielt.
Ich denke mal, auch Ponomarev hat Wiesinger weniger wegen der Spielweise gefeuert, sondern wegen der letzten Resultate. Noch Ende der Hinrunde war er ja wegen der Tabellenführung hoch zufrieden. Aber er ist halt Geschäftsmann und denkt ergebnisorientiert. Hab ich im Prinzip auch nichts gegen, generell ist er in der Tat eine Riesenchance für den KFC. Nur wenn er zu schnell die Geduld verliert und den Geldhahn zudreht, kann die Sache halt nach hinten losgehen. Für den Aufstieg mit einem komplett neuen Team muss man sich schon mal zwei bis drei Jahre nehmen, finde ich. Da wurde ja keine Übermannschaft wie RB Leipzig zusammengekauft, die nasebohrend durch die Liga pflügt. Das Herumirren von Trainer zu Trainer hat jedenfalls noch die wenigsten Mannschaften nach vorne gebracht.
Wie auch immer, das ist jetzt alles vergossene Milch. Hoffen wir, dass Krämer frischen Wind bringt, zumindest hat Victoria ja endlich mal ein wenig Nerven gezeigt, vielleicht geht ja doch noch was nach oben ...
Erstaunlich wie positiv hier der Trainerwechsel von vielen gesehen wird. Ich fand Wiesinger mit seinem seriösen Auftreten und seiner Bundesliga-Laufbahn nicht nur einen guten Imageträger für den KFC, als Trainer hat er auch einen ziemlich guten Job gemacht. Wenn mir jemand vor der Saison gesagt hätte, dass wir mit so einer neu zusammengewürfelten Truppe nach 22 Spieltagen mit 42 Punkten auf Platz 2 stehen, hätte ich das jedenfalls sofort gekauft. Klar war die Spielweise nicht immer mitreißend, aber mit Hurra-Fußball lässt sich in einer Malocher-Klasse wie der Regionalliga erst recht nichts reißen, siehe van der Luer.
Und dass Ponomarev ihn jetzt in Oligarchen-Manier nach einer Niederlage und drei Unentschieden gleich rausgeschmissen hat, anstatt mal was langfristiges aufbauen zu lassen, finde ich auch nicht mutig oder konsequent, sondern kurzsichtig und hitzköpfig. Wohin das führt, wenn man Geschäftsleuten und Sponsoren statt Fußballfachleuten das Ruder überlässt, sieht man ja beim HSV. Was Krämer angeht, so denke ich zwar auch, dass der jetzt erst mal einen positiven Schub bringen wird, wie es halt nach den meisten Trainerwechseln so ist. Aber bei seinen letzten Stationen waren das eher Strohfeuer, groß aufgebaut hat er da nix.
mein erstes Posting hier, daher trotz des miesen Abends erst mal schöne Grüße an alle gleichgesinnten KFC-Fans.
Was ich mich schon seit einigen Spielen frage, ob vdL unabhängig von der taktischen Aufstellung nicht einfach zu wenig Defensivkräfte aufbietet. In der Regel spielt ja vor der Viererkette nur noch ein gelernter defensiver Mittelfeldspieler mit, im Normalfall Ellguth. Alles davor (Issa, Saka, Lamidi, Uzun, Baltes etc.) hat eindeutig mehr Vorwärts- als Rückwärtsdrang. Ich mein, selbst die meisten Bundesligaclubs gehen auf Nummer Sicher und stellen vor der Abwehr eine Doppelsechs auf, bei der beide Spieler richtig gute Zweikämpfer sind. Aber bei uns kann man das von Issa und Saka nicht wirklich sagen.
Vielleicht wäre schon viel geholfen, wenn künftig ein zweiter Defensiver vor der Abwehr aufläuft, z.B. Schattner neben Ellguth und dann in 4-2-3-1 Formation. Das gibt zwar eine defensivere Grundausrichtung als jetzt, aber die haben wir bei der Gegentorzahl wohl auch nötig. Im Angriff müssten man sich dann mehr aufs Kontern verlegen, aber das liegt unseren schnellen, technisch guten Leuten wie Lamidi, Saka oder Kuta doch eigentlich. Die meisten unserer Tore fallen ja auch jetzt schon eher aus schnellen Gegenstößen als aus einem langatmigen Spielaufbau.