vorwärtsblaurot
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Ich denke trotzdem, dass eine große Mitgliederbasis auch einem Fußballverein ein stabiles Fundament geben kann und den Verein letztlich demokratischer macht. RWO zum Beispiel hat ca. 1400 Mitglieder - das muss und kann hier auch locker möglich sein, wenn einfach jeder aktivere Fan Mitglied wird. Ich bin sogar davon überzeugt, dass wir ganz schnell 2000 Mitglieder bekommen könnten, wenn wirklich jeder Fan darüber nachdenkt, Mitglied bei seinem KFC zu werden und eine Mitgliedschaft entsprechend beworben wird.
Wann die 3. Liga wieder überhaupt ein Thema ist, das weiß aktuell keiner. Wenn sich der Verein entwickelt und wieder ein seriöser Partner der Stadt wird, dann wird die Herstellung der Drittligatauglichkeit in einigen Jahren vielleicht gar kein großes Problem mehr sein und von der Stadt unterstützt. Vielleicht kann man auch dann eine Stadion-GmbH gründen, um damit die Prozesse zu beschleunigen. Und vielleicht könnte man es auch schaffen, das Stadion während des Spielbetriebs für die 3. Liga fit zu machen. Aber das ist alles wohl erstmal ferne Zukunftsmusik.
Macht er das sicher? Bezieht sich der 20. Januar rein auf sein Ausscheiden als Präsident? Finanziert er die restliche Saison durch? Meldet die GmbH Insolvenz an? Wie sieht der professionelle Übergang (für den e.V.) aus, den er versichert?
MP (und NW) bleiben den Fans und Mitgliedern gegenüber nach wie vor Antworten auf wichtige Fragen schuldig.
Aber wie sehr hat sich denn der Verein selbst über die Jahre um Ehemalige gekümmert, ganz losgelöst von deinem Engagement? Hat sich das in einem im Vergleich zu anderen Vereinen angemessenen Rahmen bewegt oder blieb vieles auf der Strecke?
Dem Interview mit Dietmar Klinger (https://www.reviersport.de/artikel/kfc-uerdingen-ex-spieler-klinger-krefeld-koennte-wie-kiel-sein/) kann man ja auch z.B. entnehmen, dass einigen Ehemaligen einfach über die Jahre offensichtlich nicht die von ihnen erwartete Wertschätzung entgegen gebracht wurde. Er sagt auf die Frage, wieso ihm der RWE näher als der KFC sei, Folgendes:
"Vor allem, weil man sich seit dem Bayer-Aus beim Nachfolger-Verein KFC Uerdingen nie richtig um uns altgediente Spieler gekümmert hat. Wenn ich sehe, was man in Bochum, Oberhausen, Schalke, Duisburg oder Essen alles für die Ex-Spieler organisiert, dann muss ich sagen, dass das einfach klasse ist. Das stärkt die Verbindung zum Verein. Beim KFC ist das nie passiert. Da gibt es, glaube ich, nicht einmal eine Traditionsmannschaft. Ich habe immer gerne das RevierSport-Turnier, das NRW-Traditionsmasters in Mülheim, verfolgt und den KFC nie gesehen. Warum? Weil sie gar keine Mannschaft auf die Beine stellen können."
Jetzt muss schnell Klarheit bezüglich dieser und nächster Saison geschaffen werden. Ich erwarte eine Stellungnahme von MP und NW, welche Pläne sie hier noch haben oder nicht haben und wie sie uns übergeben möchten. Dann muss der wie auch immer geartete Neuanfang (nach vermutlich Insolvenz und Abstieg) in Angriff genommen werden - von Verwaltungsrat, Mitgliedern, Fans und Stadt. Dafür braucht es Menschen, die mit Besonnenheit und Köpfchen vorangehen und Weichen für die Zukunft stellen.
Wir haben schon so viel durchgemacht, weshalb uns die jetzigen Entwicklungen nicht umwerfen dürfen. Wir sollten nur daraus lernen. Eine skandalfreie Saison darf nicht mehr nur Träumerei sein!
"Dort (in der Regional- oder Oberliga) könnten wir nochmal bei einigen Basics anfangen (hier wurden ja Vorschläge genannt, die mit wenig Geld zu realisieren sind) und uns etwas Kredit in Krefeld zurückholen - mit Krefeldern und KFC-Fans mit Herzblut im Verein. Welche Ambitionen wir dann hätten, weiß keiner, aber vielleicht wäre irgendwann ein Investor oder Großsponsor bereit, bei uns einzusteigen, um mit uns die 3. Liga in Angriff zu nehmen. Das Stadion müsste nicht mehr großartig umgebaut werden, die Basis würde stimmen. Wir wissen auch nicht, wie sich der Fußball nach Corona und in den kommenden Jahren entwickelt. Die Stimmen der Leute, die dem großen Fußballbusiness den Rücken kehren wollen, mehren sich ja. Es würde für einen Verein wie unseren auch Chancen geben - als seriös geführter Klub mit viel Historie und Charme aus der Region, der in der Stadt einen super Ruf genießt und seine Unterstützerbasis kontinuierlich vergrößern kann.
Meiner Meinung nach liegt in der Stadt und Umgebung noch immer (großes) ungenutztes Potenzial. Das zeigen alleine die Zuschauerzahlen damals in Liga 5 und 6 schon, obwohl sich da auch um nicht viel gekümmert wurde.
Es könnte doch folgendermaßen laufen: Wir (starke Persönlichkeiten, die den neuen KFC prägen möchten) müssten im Fall der Fälle schnellstmöglich ein neues Vertrauensverhältnis in der Stadt schaffen und auf allen möglichen Wegen so neue Sponsoren für uns gewinnen (Kleinvieh macht Mist, es würde ja erstmal nur um die Lizenz für die Oberliga oder Regionalliga gehen). Wichtig wäre einfach, dass Politiker, Bürger und Unternehmer merken, dass wir uns verändern wollen und ein neuer, anderer, vor allem seriöserer, verlässlicherer KFC werden möchten.
Wir müssten uns sportliche Fachleute ins Boot holen, die gerne für den KFC arbeiten und nicht des Geldes wegen hier wären. So könnte man eine günstige, aber hungrige Truppe für die Oberliga oder Regionalliga aufstellen, die die Zuschauer begeistert und Identifikation ausstrahlt.
Neben dem Platz bräuchten wir einfach Engagement und Manpower ohne Ende - auch aus Fankreisen, auch ehrenamtlich. Der Fan müsste wieder im Vordergrund stehen, gewertschätzt werden, eingebunden werden. So könnte man auch mit einem attraktiven Deal viele Mitglieder anwerben, die dann gerne Teil der KFC-Familie sein würden. Wir müssten wieder endlich viel präsenter in Krefeld werden, uns öffnen und Vertrauen schenken - indirekt über die Fans und das Image und direkt über ansprechende Werbung, Onlinepräsenz, Teilnahme an Veranstaltungen, Kampagnen, Fanaktionen, Kooperationen uns so weiter. Wir sind einfach immer noch kaum als Teil dieser Stadt bemerkbar und müssen uns unseren Platz zurückerobern. Es bräuchte daneben eine Versöhnung mit der Presse. Ehemalige müssten an den Verein gebunden werden. Die Jugendarbeit müsste ein fester Bestandteil des Vereins werden und breit unterstützt und getragen werden. Die Fans müssten sich besser organisieren (Fanclubdachverband, Fanprojekt). Wir müssten nochmal von Neuem auf Unternehmen zugehen und diese mit einem fein abgestimmten Sponsoring-Konzept an uns binden. Es müsste unterschiedliche Unterstützungsmöglichkeiten geben und wir müssten den Unternehmen auf so vielen Wegen wie möglich eine Plattform bieten, ihnen außerdem Wertschätzung entgegenbringen.
Ich weiß, aktuell ist das alles weit weg, aber ich sehe grundsätzlich zumindest die Chance, in Zukunft auch nochmal eine neue Entwicklung in eine andere Richtung anzustoßen. Der Erfolg würde in gewisser Hinsicht allerdings auch von unserem Engagement abhängen.
Aber wieso soll aus Utopie nicht irgendwann Realität werden? Wieso nicht im Jahr 2023 als gesunder Verein im Mittelfeld der Regionalliga mit neuem Rückenwind aus der Stadt vor stolzen 3-4000 KFC-Fans in der Grotenburg spielen, mit allem, was dazu gehört? Der sympathische Verein aus der eigenen Stadt werden. Wieder selbstbewusst mit KFC-Trikot über die Rheinstraße laufen, gerne mit anderen Krefeldern über den KFC sprechen, Jugendliche nicht auf der Coca-Cola-Tribüne stehen sehen, sondern in Block K.
Es ist nie zu spät, um an sich zu arbeiten und an sich zu glauben. Ich finde: Wir sind kein normaler Verein, wir haben dieses gewisse etwas, diesen Kult, die Geschichten von früher, dieses Grotenburg-Stadion."
Meyer hat sich übrigens auf seiner Instagramseite schon in Form einer Antwort auf einen Kommentar unter seinem neuesten Post zum KFC geäußert:
"Natürlich unterstütze ich jede vernünftige Entwicklung des KFC auch in Zukunft. Das ist gar keine Frage. Der Klub ist (eigentlich) werbend für die Stadt und gut für die Identifikation mit ihr. Deshalb immer gern. Für Gespräche mit Herrn Ponomarev brauche ich keinen Wein. Wenn es etwas zu besprechen gibt, bin ich dafür offen. Etwas weniger öffentliche Beschimpfung wäre dazu hilfreich und professionell."
Die Frage ist ja, ob er einen Einfluss darauf hatte, dass das Stadion schneller ertüchtigt wird. Ich glaube, ja. Wir könnten vermutlich schon längst in der Grotenburg spielen, hätte er sich für die Stadion-GmbH entschlossen. Er hätte damit letztlich auch Geld sparen können. Aber nein, er wollte das nicht. Er wollte nicht in die Steine der Grotenburg investieren, sondern alles schön von der Stadt machen lassen.
Es ging bei der Stadion-GmbH ja vor allem um Zeitersparnis. MP konnte sich aussuchen, ob er länger warten will, wenn er die Stadt alleine arbeiten lässt, oder schneller ein taugliches Stadion zur Verfügung hat, wenn er sich beteiligt. Ist ja im Übrigen auch sein Projekt. Aber er wollte halt eben nur in Beine investieren und bloß keinen Cent zu viel. Die Stadt soll ihm bitte ein neues Stadion hinstellen, damit er seine Gewinne einfahren kann.
Wir wissen alle, dass die Suche nach einer neuen, profifußballgerechten Heimat für den KFC nicht so einfach ist. Man braucht Flächen, viel Geld und einiges an Zeit. Wie geschrieben wurde, setzt es aber auch ein gemeinschaftliches Verhältnis von Verein und Stadt und eine solide Perspektive des Vereins voraus. In anderen Städten werden ja auch nicht ohne weiteres von der Stadt Millionen in Profibedingungen für Regionalligisten gepumpt. In Osnabrück oder Paderborn z.B. hat man damit auch erst in den letzten Jahren angefangen. Der Löschenhofweg ist also kein riesengroßes Problem für einen Drittligisten. Ponomarev hatte halt, wie in allen Dingen, sehr hohe Vorstellungen von Profifußball, die hier aber nicht so schnell umzusetzen sind.
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