vorwärtsblaurot
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Hab auch nochmal im zentralen (defensiven) Mittelfeld nachgeschaut. Hier mal ein paar Beispiele für Spieler, die uns in dieser Liga vielleicht weiterhelfen könnten und deren Vertrag im Sommer ausläuft:
ZDM:
Jeremias Lorch von Wehen Wiesbaden ist ein interessanter Mann. War in deren Aufstiegssaison eine feste Stütze auf der Sechs und hat auch in dieser Saison in der 2. Liga viel Spielzeit bekommen.
Björn Rother vom 1. FC Magdeburg ist ebenfalls seit Jahren feste Größe in seinem Verein auf der Sechs. Hat auch schon 2. Bundesliga gespielt mit Magdeburg.
Mart Ristl von Viktoria Köln galt als großes Talent beim VfB Stuttgart, hat den Sprung aber nicht geschafft und ist über Umwege in der 3. Liga gelandet, wo er diese Saison einige ordentliche Spiele auf der Sechs absolviert hat.
ZM:
Dave Gnaase von den Würzburger Kickers halte ich für einen sehr soliden Drittligaspieler im zentralen Mittelfeld. Er ist seit zwei Jahren absolute Stammkraft in Würzburg.
Björn Jopek vom Halleschen FC ist ein alter Hase in der 3. Liga, obwohl er erst 26 ist. Er hat zudem bereits für Union Berlin und Arminia Bielefeld 2. Bundesliga gespielt. In Halle war er lange Stammspieler, war seit der Winterpause aber verletzt.
Was meint ihr? Welche Spieler habt ihr noch auf dem Schirm?
Ich habe mich mal auf der linken Seite etwas umgesehen. Dort ist mir z.B. Chris Führich, auch aus Dortmunds Zweitvertretung, aufgefallen. Er kann auf dem linken Flügel und im Zentrum spielen und hat in den letzten Jahren auch stark performt in der Regionalliga West. Allerdings hat er noch bis 2021 Vertrag und trainiert auch öfter bei den Profis mit. Wenn er dort aber keine Perspektive hat, wäre der Schritt in die 3. Liga mit Sicherheit nicht verkehrt.
Alternativ könnte man sich auf der linken Seite auch in Halle bedienen, gerade wenn die absteigen. Die haben mit Julian Guttau (Vertrag bis 2022) ein vielversprechendes Eigengewächs, das trotz jungen Alters bereits einige gute Partien in der 3. Liga abgeliefert hat und viel Tempo mitbringt.
Ich finde, dass wir in der Hinsicht schon stabiler geworden sind, weil wir die Zweikämpfe entschlossener führen und kompakter stehen, aber gegen Magdeburg gab es wieder einige Szenen, in denen wir nur hinterhergelaufens sind und keinen Zugriff hatten, jeweils in den Anfangsphasen der beiden Halbzeiten. Wir spielen insgesamt ordentlich gegen den Ball, was unsere Gegentorzahl zeigt, müssen aber über 90 Minuten das Zentrum dicht halten, dann fangen wir uns auch nicht so unnötige Gegentore wie gegen Magdeburg, wo wir denen unnötig viel Platz im Zentrum gelassen haben, wo sie mit z.B. Kvesic genau einen Mann für gefährliche Pässe hatten. Diese Lücken haben uns in dieser Saison schon etliche Punkte gekostet. Da es allerdings gleichzeitig im Spiel nach vorne hakt, wird offensichtlich, wie wichtig es ist, in der Zentrale ein paar Lauf- und Kampfmaschinen zu haben, die auch noch kicken können. Auf dieser Position brauchen wir defintiv einen Schlüsseltransfer im Sommer.
Ich finde, dass Vollath beim Elfmeter keine Schuld trifft. Der Pass ist extrem genau hinter Lukimya gespielt, aber zu kurz für einen Torwart. Vollath kommt raus und verkürzt den Winkel, mehr kann er nicht machen. Auch heute hat mir seine Leistung wieder gut gefallen: ruhig, sicher, unaufgeregt und lautstark in seinen Kommandos. Auch wenn er nicht sehr viel zu tun hatte, hat er seinen Job souverän gemacht. Ich finde auch, dass er gerade bei hohen Bällen sehr sicher ist. Bis jetzt spielt er noch quasi fehlerlos und rechtfertigt damit seine Aufstellung. Der Vergleich mit den Leistungen von Königshofer ist schwierig, da unsere Abwehr im Moment relativ sicher steht. Vollath scheint aktuell vielleicht noch etwas konstanter, etwas abgeklärter als Königshofer, aber Königshofer hat hier auch schon wirklich sehr gute Leistungen gezeigt und einige Unhaltbare gehalten. Von daher ist diese Diskussion eigentlich auch gar nicht so wichtig. Sind wir froh, auf der Position aktuell zwei so gute Leute zu haben.
Lukimya ist für mich in dieser Saison einer der absolut konstantesten Spieler. Er hat seit Monaten eine Zweikampfquote von nahezu 100%. Klar ist aber natürlich, dass er spielerisch beschränkt ist und wir das Spiel dadurch nicht so zielgerichtet eröffnen wie es möglich wäre. Er hat Defizite im Spielaufbau, was für mich ein Grund wäre, ihm einen anderen Verteidiger vorzuziehen. Dieser müsste allerdings eine ähnlich gute Zweikampfquote haben - in der Luft wie auch auf dem Boden. Und da das Verhindern von Toren immer noch Lukimyas Hauptaufgabe ist, finde ich, dass er einen super Job bei uns macht und in dieser Saison nicht zur Diskussion steht. Beim Elfmeter ist er einmal hinten dran, weil der Pass einfach auch stark in die Gasse gespielt wird, das kann passieren. Danach trifft er Beck unglücklich am Fuß, weshalb dieser fällt - das passiert. Er hat aber trotzdem ein gutes Spiel gemacht.
Pflücke hat mich heute auch wieder positiv überrascht, womit ich ehrlicherweise nicht gerechnet hätte. Ich glaube zwar, dass er heute am Limit gespielt hat, aber ihm kann man wirklich kaum etwas vorwerfen. Er hat versucht, jeden Zweikampf anzunehmen und sogar ein paar gewinnen können, auch wenn er manchmal einfach überlaufen wird oder keinen Zugriff hat, sondern nur hinterherläuft. Er ist wirklich ein Mann für's offensive zentrale Mittelfeld und für keine andere Position, weil er sich dort auf die Spielgestaltung konzentrieren kann. Und die ist ihm heute phasenweise gut gelungen. Mir gefällt seine Übersicht, die sonst kaum ein Spieler mitbringt. Oft kann er durch seine Handlungsschnelligkeit und Direktspiel unangenehme Zweikämpfe verhindern und das Spiel gut verlagern. Auch spielt er einfach gute Schnittstellenbälle, wie den Pass auf Boere und seine Standards kommen scharf. Für die Offensive ein guter Spieler. Aber auch er muss erstmal mehrere gute Spiele zeigen, auch gegen stärkere Gegner, die ihm weniger Räume bieten. Ein Spieler, den man oft hart kritisiert, der aber doch gewisse Qualitäten in unser Spiel bringt und vollen Einsatz zeigt. Eine abschließende Bewertung fällt da nicht leicht.
PS: Ist der Wollitz primitiv...
Ehrliches Statement von unserem langjährigen Spieler Kosi Saka zum Umgang mit Rassismus im deutschen Fußball. Passt zu ihm, der schon immer seine Meinung gesagt hat. Daumen hoch!
https://www.youtube.com/watch?v=YBf1f9oGyBI
Vollath Barry Maroh Lukimya Dorda
Matu Daube Kinsombi Ibrahimaj Großkreutz
Grimaldi
Ich glaube, dass Dorda fit genug ist, um nochmal zu spielen. Für mehr Offensivpower auf der rechten Seite würde ich Barry als RV spielen lassen und gegen die offensivstarken 1860er meinetwegen wieder Bittroff. Daube und Matu sehe ich momentan als geeignete Doppelsechs, weil sie sehr zweikampfstark sind und die einfachen, aber oft wichtigen Pässe sicher spielen können. Großkreutz würde ich gerne mal die Chance auf links geben, weil er die Position grundsätzlich spielen kann und dort auch gut gegen den Ball arbeiten kann. Von Ibrahimaj halte ich trotz seines etwas schwächeren Spiels gegen Meppen viel und er ist eben ein "Kampfschwein", wie Kinsombi und Großkreutz auch. Ihn sehe ich durchaus sogar als hängende Spitze. Osawe würde ich eine Pause geben, weil es gegen Magdeburg ungemütlich wird und er auch nicht viele Räume bekommen wird (gegen 1860 sehe ich ihn als Konterwaffe). Daher würde ich Grimaldi nochmal vertrauen in der Hoffnung, dass er die Bälle diesmal besser festmacht und auch mal mit Flanken oder Pässen bedient wird. Optimal wäre natürlich Boere.
Osawe, Pflücke und Evina könnten von der Bank kommen und (hoffentlich) nochmal Impulse geben.
Bei Gündüz bin ich mir leider nicht sicher, ob Außenstehende mitbekommen, wie er sich hier (möglicherweise) verhält. Er wird sich dort gut verkaufen, was er kann, und die werden nicht unbedingt herausbekommen, was hier schief lief. Ich glaube aber auch, dass er kaum noch höher als Regionalliga spielen wird, kann uns andererseits aber auch eigentlich egal sein.
Rene hat jetzt ohne irgendeine Spielpraxis zwei sehr solide Leistungen gezeigt, was nicht selbstverständlich ist. Für mich ist er absolut auf Augenhöhe mit Königshofer und wir sollten doch froh darüber sein, zwei solch starke Torhüter zu haben. Warum müssen wir ihn abschreiben, nur weil Vogel ihn abgeschrieben hat? Ich habe lieber einen ehrlichen Spieler, der Probleme kritisch anspricht und sich dadurch eventuell bei einigen unbeliebt macht, anstatt zu viele Mitläufern, von denen es bei uns einige gab und gibt. Vollath genießt außerdem vollen Respekt im Team.
Ich weiß nicht, ob ein junger U23-Keeper einen Mehrwert gegenüber Vollath liefert. Das Alter darf nicht das entscheidende Kriterium sein, da wir alleine unter den Feldspielern viel mehr U23-Spieler benötigen und nicht auf die Torhüter schauen müssen, die im Alter in der Regel besser werden. Wieso also nicht zwei starke erfahrene Keeper um die Nummer 1 kämpfen lassen und dahinter Paris und/oder Bachmeier aufbauen? U23-Torhüter brauchen Spielpraxis, um sich weiterzuentwickeln und diese würden sie bei uns kaum bekommen. Zudem gehen die richtig starken jungen Torhüter sowieso nicht zu uns, sondern eher schon in die 2. Bundesliga bzw. als Stammtorhüter zu Top-Drittligisten. Warum also einen absolut loyalen, topfitten, guten Mann abgeben, nur um einen jungen Hüpfer auf der Bank sitzen zu haben und Königshofer seine Ruhe zu lassen?
Zudem finde ich auch, dass er es in unserem System wahnsinnig schwer hat, wie fast jeder andere Stürmer (Boere z.B.) auch, da kaum Bälle aus dem Mittelfeld kommen, geschweige denn gute Flanken. Meist gibt's Langholz von Lukimya und wir stehen bei Ballbesitz auch insgesamt zu defensiv, vielleicht aus Sicherheit vor Kontern. Aber dann hast du eben auch keine Anspielstationen. Meppen hat gestern mit den Innenverteidigern und Sechsern teilweise an der Mittellinie aufgebaut und der Rest hat sich tief gestaffelt angeboten bzw. die Flügel waren breit besetzt. So etwas sieht man bei uns ja kaum. Dazu braucht es natürlich schnelle Innenverteidiger und die bereits bemängelte Souveränität in der Ballzirkulation bzw. Spielzüge mit einstudierten tiefen Läufen, Passstaffetten mit einem Kontakt etc. Fehlt bei uns fast völlig. Stattdessen wird teilweise blind mit dem Ball in die Verteidiger gerannt oder unter Druck ungenau gepasst. Ist bei manchen Spielern einfach auch eine Frage der Qualität.
Uns fehlen einfach völlig bestimmte Komponenten im Spiel. Viele unserer Spieler sind technisch zu limitiert, um einen Ball mit einer Berührung nach vorne mitzunehmen und weiterzuspielen, weshalb oft das Tempo rausgenommen wird und hintenrum gespielt wird bzw. sich öffenende Räume nicht genutzt werden. Über die offensiven Außenspieler kommt so gut wie gar keine Gefahr, weil es den meisten Spielern an Tempo und/oder Trickreichtum und/oder Durchsetzungsvermögen mangelt. So kommen wir kaum bis zur Grundlinie durch oder ziehen mal nach innen. Dass zudem offensiv denkende zentrale Mittelfeldspieler, die öffnende und tiefe Pässe spielen, fehlen, ist auch bekannt (Pflücke ist da zu dünn, Kobiljar muss man abwarten).
Unsere Taktik mit langen Bällen auf Osawe ist letztlich schon recht erfolgreich, aber gemessen an den eigentlichen Möglichkeiten doch zu wenig. Heute hatte Osawe immer einen Spieler auf den Füßen stehen und ist kaum mal in den Sprint gekommen, wodurch er seine Stärke nicht ausspielen konnte. Unser Spiel ist zu ausrechenbar, es fehlt an der Spielstärke und -freude, die Teams wie Meppen, Unterhaching oder 1860 zeigen. So sollten die Ansprüche nicht zu hoch sein und sollten wir nicht wie verrückt auf den Aufstieg schielen, sondern das Ganze realistisch einordnen und auch mit einem Platz in der ersten Tabellenhälfte zufrieden sein.
Überzeugt haben mich Vollath, Lukimya und Matuschyk, Maroh, Bittroff und Dorda waren ordentlich. Die Offensiven hatten alle ein paar gute Aktionen, aber auch viel Schatten, am besten fand ich noch Osawe, Ibrahimaj, Daube und Kinsombi. Evina ist mir besonders negativ aufgefallen, das hatte mit Drittligafußball nichts zu tun, viel zu verspielt. Aber jeder wird noch mehrere Chancen bekommen, sich zu beweisen - auch ein Grimaldi, ein Rodriguez oder ein Pflücke.
Mund abputzen und weiter geht's schon am Freitag. Da wünsche ich mir etwas mehr Offensivpower gegen ein Team von unten und dafür Boere, Kinsombi und Barry in der Startelf.
Das setzt voraus, dass wir weiterhin extrem diszipliniert und sorgsam mit dem Virus umgehen und die Politik extrem vorsichtig mit ihren Lockerungen vorgeht, mit regelmäßigem Monitoring und im Wissen eventueller Rückfälle. Wir müssen versuchen, äußerst sensibel mit Hilfe aller Vorsichtsmaßnahmen und einer starken Solidarität und eines Bewusstseins in der Bevölkerung, Wirtschaft, Bildung und weitere Bereiche wieder so gut es geht smart hochzufahren. Das wird ein Balanceakt und wird nur durch eine gemeinsame Anstrengung und Einigkeit gelingen. Ich glaube, dass es möglich ist, mit hohen Testkapazitäten, einer in der Bevölkerung akzeptierten App, hohen Hygienestandards bzw. -konzepten inkl. Maskenpflicht, bestimmte Lebensbereiche wieder zu öffnen und gleichzeitig die Infektionszahlen zu senken. Für mich ist es also ganz klar eine Frage des Wie im Zusammenhang mit Lockerungen.
Das einzige Problem dabei sehe ich tatsächlich in der großen Zahl an Menschen in Deutschland, die sich an die gemeinsamen Regeln nicht halten werden, weil sie es nicht kapieren oder nicht wollen oder beides. Da stehen wir alle in der Verantwortung, uns mit unseren Mitmenschen auszutauschen und am Ende brauchen wir auch einen konsequenten Rechtsstaat, der Zuwiderhandlungen sanktioniert.
Was ich aktuell nicht verstehen kann, ist ehrlicherweise die Diskussion um Bürgerrechte. Ist irgendeiner von euch dem Staat böse, weil er sich aufgrund der aktuellen Sondersituation an bestimmte Regeln zu halten hat, die dem Gemeinwohl dienen?
Und dann muss ich Ardo zustimmen. Wir sind wirklich noch am Anfang dieser Pandemie, von 80. Minute in einem Fußballspiel kann doch überhaupt nicht im Entferntesten die Rede sein. Was haben wir denn schon bisher erreicht? Wenn man ehrlich ist, haben wir es, begünstigt durch den Erstausbruch und die schlimmen Bilder in Italien, geschafft, die erste Ausbreitungswelle des Virus in Deutschland sehr gut in den Griff zu bekommen - besser als viele andere Länder.
Aber haben wir eine Immunität in der Bevölkerung? Nein. Haben wir einen Impfstoff? Nein. Es hat erst ein winziger Bruchteil unserer Bevölkerung das Virus durchgemacht, der Ausbruch und die Infizierung des großen Teils der Bevölkerung wurde doch bis jetzt lediglich erfolgreich verschoben - gewonnen ist allerdings nichts. Und deswegen verstehe ich auch nicht, trotz der Probleme, die die Quarantäne sozial und wirtschaftlich mit sich bringt, wieso uns jetzt von einigen Seiten suggeriert wird, wir seien jetzt nach wenigen Wochen Ausharren über den Berg und hätten wieder eine Rückkehr ins alte Leben verdient. Das geht so nicht. Wir werden viel mehr Geduld brauchen, weil wir das Virus noch längst nicht "besiegt" haben. Ich finde auch die Verweise auf die große Zahl an Deutschen über 70 (13 Mio.) und die Zahl der Deutschen mit Vorerkrankungen (22 Mio.) wichtig, um zu erkennen, was in Deutschland eigentlich auf dem Spiel steht (ja, auch wirtschaftlich steht eine Menge auf dem Spiel und Corona wird auch nicht wenige Tote indirekt verursachen). Darüber hinaus bin ich auch der Meinung, dass allgemein jede Erkrankung, auch bei jungen Menschen, eine zu viel ist, wenn man sich die möglichen körperlichen Schäden bewusst macht.
Wollen wir also jetzt wirklich wieder massiv das gesellschaftliche Leben hochfahren und von unseren disziplinierten Kontaktbeschränkungen abweichen bzw. nachlässiger werden? Was ist, wenn wir uns mit einer Reproduktionszahl um 1 über die nächsten Wochen schleppen und immer sicherer werden, wir hätten es geschafft und dann kommt im Sommer oder sogar erst im Herbst der große Rückfall mit unkontrolliertem Wachstum, tausenden Toten, Triage etc.? Was hat uns dann all das Bemühen im März gebracht? Dann wäre diese Frage angebracht, nicht jetzt. Es braucht auch von Seiten der Politik endlich Ehrlichkeit: dass wir uns in den nächsten Monaten, wahrscheinlich Jahren, auf ein Leben mit dem Virus einstellen und umstellen müssen, dass viele Dinge der alten Normalität wegfallen und wir uns in Disziplin und Rücksicht üben müssen, dass der Preis einer unkontrollierten Infektionswelle eben viel zu groß wäre - denn dass Covid-19 deutlich gefährlicher ist als eine Grippe, sollte doch bitte Konsens sein.
Wichtig ist für mich jetzt eine klare, nachvollziehbare Strategie der Politik, wenn angemessen regional angepasst. Lautet das Ziel, R so gut es geht unterhalb von 1 zu halten oder versuchen wir doch noch die größtmögliche Eindämmung? Unabhängig von der genauen Strategie muss sich aber ein Bewusstsein in der Bevölkerung und der Politik für die Sitaution festigen und müssen verständliche, transparente Maßnahmen wie eine App, Maskenpflicht, eine Menge Tests, Hygieneregeln und social distancing etc. zur Norm werden. Was wir jedenfalls nicht gebrauchen können, sind Leichtsinnigkeit, Ungeduld, Falschinformationen, Unsachlichkeit, Hetze und ein Gegeneinanderausspielen verschiedener Prioritäten bzw. Lobbyismus.