vorwärtsblaurot
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Unsere Torhüter und Verteidiger haben in den zwei Spielzeiten meistens einen ordentlichen Job gemacht, sahen oft aber schlecht aus, weil unser Mittelfeld zu oft versagt hat und damit dem Gegner viel zu sehr das Spiel überlassen hat. Für mich ist das Mittelfeld unsere größte Problemstelle.
In der letzten Saison waren wir mit Konrad, Öztürk oder Krempicki oft heillos überfordert. Es ergaben sich riesige Lücken im Zentrum und nach vorne kamen aufgrund der spielerischen Limitierung kaum Impulse. Dazu gesellten sich schwache Außenspieler wie Kefkir oder Dörfler, die kaum durchbrachen. Einzelaktionen wie von Beister haben uns oft den Arsch gerettet. Wir haben genauso viele glückliche Punkte eingefahren wie in dieser Saison (Meppen zuhause, 1860 auswärts, Halle zuhause als Beispiele) und uns davon blenden lassen. Gleichzeitig gab es Leistungen wie z.B. in Karlsruhe, gegen Lotte, in Unterhaching, gegen Würzburg, in Halle, die komplett indiskutabel waren.
In der letzten Rückrunde kam erschwerend dazu, dass wir einfach keine Einheit mehr waren, weshalb kein Spieler gut spielte und selbst starke Spieler wir Lukimya und Maroh kaum Normalform zeigten. Diese Zuspitzung führe ich auf die inneren Unruhen ab der Winterpause zurück. Wir zeigten in der Rückrunde der letzten Saison viele ähnlich harmlose und teilweise antriebslose Leistungen wie in dieser Saison, obwohl wir immer ganz gut mitspielten, wie aktuell. Von gefälligem Offensivspiel war mit Spielern wie Rodriguez, Pflücke oder Litka nichts zu sehen und hinten war die Abwehrreihe oft dem Gegner in Überzahl ausgesetzt, weil bis zum eigenen 16er überhaupt nicht verteidigt wurde.
In dieser Saison hat sich das Ganze nicht großartig gebessert. Eine Entwicklung ist im gesamten Defensivverhalten zu erkennen. Das Mittelfeld arbeitet energischer gegen den Ball und wir stehen kompakter, was vielleicht ein Verdienst von Reisinger ist. Aber im Spiel nach vorne hat sich nichts geändert - dort sehe ich eher eine Verschlechterung, da wir beispeilsweise einen Beister nicht ersetzt haben (wie hier schon oft kritisiert).
Unser Mittelfeld spielt extrem uninspiriert und verschleppt das Tempo. Ein Umschaltspiel ist nicht erkennbar, wir spielen viel zu viele Sicherheitspässe und haben keinen einzigen Spieler, der mit dem Ball das Spiel lenken kann, technisch etwas versierter ist und öffnende Pässe spielt. Ansätze sieht man bei Pflücke, der gut aus der Corona-Pause gekommen ist, auch Kobiljar hat gestern zwei gute Antritte gehabt. Aber alleine von Absteiger Jena ist mir schon Jannis Kübler aufgefallen - ein Spielertyp, der uns komplett fehlt: ballsicher, wendig, flink, gutes Auge, durchsetzungsfähig. Ohne solche Spieler reißt du kaum Lücken, schaffst keine unerwarteten Momente, gewinnst du keinen Raum durch Einzelaktionen. Wir haben viele defensiv ausgerichtete Sechser und keinen einzigen wirklich vernünftigen Achter bzw. Zehner, der ein Spiel lenkt oder kreativ ist. In Krempicki und Litka habe ich zumindest Potenzial darin gesehen, auch wenn beide leider nicht ganz überzeugt haben. Aber ohne solche Spieler geht es nicht, wenn du im Profifußball gegen enge Ketten Tore schießen willst.
Dazu kommt der Qualitätsverlust in dieser Saison auf der Außenbahn, wo einzig Kinsombi normales Drittliganiveau hat. Alle anderen Spieler, die wir dort ausprobiert haben, wie Evina, Ibrahimaj, Rodriguez oder Pflücke, konnten sich überhaupt nicht gegen die Verteidiger im 1 vs. 1 durchsetzen, da es an Tempo und/oder Antritt und/oder Trickreichtum völlig mangelte. Das Problem dabei ist aber einfach, dass dies gar nicht ihre Stärke und eigentliche Aufgabe ist und klassische Außenspieler eben völlig fehlen. So kommst du ebenfalls kaum hinter die Abwehr oder in gefährliche Schusspositionen. Nur auf lange Bälle und anschließende zweite Bälle zu hoffen, ist einfach viel zu wenig.
Spiele werden im Mittelfeld entschieden und dort versagen wir im Großen und Ganzen einfach seit dem Aufstieg.
Außerdem bin ich Ponomarev natürlich für vieles dankbar, wie ich geschrieben habe, aber wenn einfach seit 2 Jahren keine Entwicklung zu sehen ist und die Probleme ja auf der Hand liegen, kann man schon Kritik üben.
Echte Führungskräfte zeichnet doch gerade aus, dass sie sich in den jeweiligen Fachabteilungen Experten ins Boot holen. Sie sind dazu fähig, selbst zu erkennen, dass sie in Fragen zu bestimmten Fachthemen nicht das meiste Wissen haben, und deswegen echten Fachmännern die Verantwortung zu übertragen und sie zu Höchstleistungen im Sinne des Gesamterfolges zu befähigen.
Das sehe ich bei Ponomarev nicht. Er mischt sich möglicherweise stark in Transferentscheidungen ein, obwohl das überhaupt nicht seine Kernkompetenz ist. Und die Hilfen, die er sich dazugeholt hat - für mich ist das vor allem Weinhart - haben einfach überhaupt keine Ahnung und Erfahrung in Sachen Kaderplanung. Das Ergebnis sieht man, seitdem wir im Profigeschäft sind.
Es geht doch letztlich um eine klare Aufgabenverteilung im sportlichen Bereich wie bei jedem normalen Profiverein. Verantwortlich ist da nie der Präsident oder Mäzen, sondern ein Vorstand Sport oder zumindest ein Sportdirektor. Dieser Mann ist Fußballfachmann und hat Erfahrung in der Kaderzusammenstellung, mit Transfers, hat Kontakte etc. Er steht im engen Austausch mit der Scoutingabteilung (Vogt ist ein Hoffnungsschimmer) und dem Trainerteam, die Mitspracherecht in der Kadergestaltung haben. Das Präsidium bzw. der Vereinsvorstand halten sich normalerweise eher zurück und kümmern sich um andere Belange im Verein (hier sehe ich z.B. die Entwicklung der Öffentlichkeitsarbeit/Geschäftsstelle mit der Einstellung von Herrn Schahidi als positiven Schritt).
Ich bin wahrlich kein Experte, aber das weiß selbst ich. Ist das aber denn zu viel verlangt? Es geht doch um nachhaltigen Erfolg und wie ich dessen Wahrscheinlichkeit maximieren kann. Das heißt, ich muss mich fragen, auf welche Weise ich am ehesten an mein mittelfristiges Ziel komme. Mit Hauruck oder mit Köpfchen bzw. einem Plan. Sonst muss man nach einiger Zeit doch feststellen, dass man auf der Stelle tritt, anstatt sich zu entwickeln, wie es eben bei uns so ist. Das kann doch nicht zufriedenstellend sein.
Und am Ende besteht der Verein auch noch aus Fans , die schon immer da waren und ihr Herzblut in den Verein legen. Ja, der Aufstieg in die dritte Liga war ein Meilenstein und ist Ponomarev zu verdanken, genauso wie die Entwicklung der Jugendabteilung und die Bezahlung der Spielstätten in Duisburg und Düsseldorf.
Aber wenn damit über zwei Jahre unzählige peinliche Auftritte völlig falsch zusammengestellter mittelloser und teilweise charakterloser Teams einhergehen, die einen verzweifeln und wütend werden lassen, dann sollte sich nicht nur Ponomarev hinterfragen, sondern dann frage ich mich auch als Fan, ob es das ganze Engagement von MP noch wert ist oder ob ein anderer Weg nicht mehr Spaß bereitet und mehr Ertrag bringt.
Endlich aufwachen und sportliche Verantwortlichkeiten neu verteilen!! Sportdirektor JETZT! Neuanfang in der Sommerpause!!
Vor einem Jahr hatten wir nach 32 Spielen 44 Punkte auf dem Konto und damit 8 Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz (36 Punkte). Am Ende hatten wir vor allem dank des Sieges beim Schlusslicht in Aalen 48 Punkte, Cottbus stieg mit 45 Punkten ab. Wenn man davon ausgeht, dass es dieses Jahr ähnlich laufen könnte, dann werden wir aufgrund unseres Torverhältnisses mindestens 47 Punkte für den Klassenerhalt benötigen. Gegen das Schlusslicht haben wir jetzt 0:0 gespielt. Wir benötigen verdammt nochmal noch Punkte und ich habe meine Bedenken, dass wir noch viele holen werden.
Immerhin ist Krämer ehrlich.
Diese ganze Fülle an (wiederholten und nicht nachvollziehbaren) hier viel diskutierten Unzulänglichkeiten dieses Vereins, den wir alle so lieben, enttäuscht mit der Zeit einfach wahnsinnig, besonders weil Besserungen in der Zukunft eher leise Hoffnungen sind als Glaube. Hier liegt so viel im Argen, dass mir schlichtweg die Überzeugung fehlt, dass wir morgen den Tabellenletzten schlagen können, so traurig das klingt. Ich kann es mir vorstellen, aber glauben tu ich nicht dran. Ich gehe davon aus, dass die Mannschaft den Sieg fest im Blick hat, alles andere wäre auch fatal, aber ich als Fan bin aufgrund der jüngeren Vergangenheit einfach mehr als skeptisch geworden. Und das ist glaube ich auch das Recht eines jeden Fan.
Denn wie die meisten sagen: Wenn sich hier nicht grundlegend etwas ändert, werden wir in den nächsten Jahren keinen Zentimeter nach vorne kommen, sondern eher noch Rückschritte machen. Und diese Gesamtlage ist inzwischen einfach nicht mehr nur enttäuschend, sondern zunehmend zermürbend. So geht es zumindest mir.
Wenn wir in Ruhe für die neue Saison planen wollen, dann sollten wir schnell die 50 Punkte zusammen bekommen, damit gar keine Abstiegssorgen mehr aufkeimen können. Das Spiel gegen Jena ist dafür verdammt wichtig, da danach mit Duisburg, Lautern und Würzburg drei schwere Spiele folgen.
Über die Torhüter wurde schon viel geschrieben. Nach den letzten Spielen kann man so langsam auch über den Verbleib der Feldspieler urteilen, auch wenn es noch sieben Spiele gibt, in denen sich manch einer vielleicht noch empfehlen kann. Ich würde mit den fett markierten Spielern weiterarbeiten.
RV:
Ich würde Bittroff behalten und noch einen starken RV verpflichten. Barry wird wohl gehen und mit Großkreutz sollte man sich auf eine Vertragsauflösung einigen.
IV:
Drei Innenverteidiger (Kirchhoff, Maroh, Girdvainis (auch als 6er)) haben noch einen Vertrag bis 2021. Ich würde Lukimyas Vertrag auslaufen lassen und zwei jüngere Innenverteidiger, davon mindestens einen mit Stammspieler-Ambitionen, verpflichten.
LV:
Mit Dorda würde ich verlängern. Guenouche ist für mich eines der vielen Missverständnisse, ich würde sein Arbeitsverhältnis beenden und einen jungen LV holen, der Dorda ernsthaft unter Druck setzen kann.
ZDM/ZM:
Mbom kehrt zu Werder zurück. Mohammad wird uns definitiv verlassen. Außerdem würde ich Konrad einen Wechsel nahelegen. Bleiben Daube und Matuschyk, bei denen ich mir einen Verbleib vorstellen könnte, vor allem bei Letztgenanntem. Ich erwarte, dass uns hier mindestens zwei 6er/8er von Top-Format verstärken.
ZOM:
Hier haben wir theoretisch vier Spieler, von denen keiner so ganz überzeugt. Kobiljar kann man kaum einschätzen, er hat aber noch einen Vertrag. Ich hoffe einfach, dass er uns weiterhelfen kann mit seinen Qualitäten. Den Vertrag mit Rodriguez würde ich gerne auflösen. Bei Pflücke und Ibrahimaj bin ich mir nicht ganz sicher, würde aber eher Ibrahimaj als Offensivallrounder behalten, da er ohnehin noch Vertrag hat, und mit Pflücke nicht verlängern und stattdessen noch einen starken echten 10er verpflichten.
Flügel:
Gündüz wird ja definitiv gehen und auch Evina würde ich ziehen lassen, da er mich nicht vollends überzeugt hat. Bleibt Kinsombi, der noch bis 2022 an uns gebunden ist. Hier wünsche ich mir auch noch eine, besser zwei spritzige, junge, geradlinige Spieler, die Alarm machen können.
Sturm:
Boere würde ich gerne halten, ebenso Osawe. Bei Grimaldi bin ich mir nicht sicher. Entweder man ersetzt ihn durch einen anderen Strafraumstürmer oder man holt aufgrund seiner Anfälligkeit noch einen vierten Stürmer hinzu.
Sind insgesamt ca. 9-11 Neuzugänge von drittligatauglichen Spielern und 11-12 Abgänge. Das würde unseren Kader verkleinern (auf vielleicht 23-25 Spieler), aber ich habe lieber einen kleineren Kader, in dem ich aber jeden Spieler auch gebrauchen kann, anstatt einen vermeintlich großen Kader mit vielen Problemfällen. Qualität statt Quantität sollte doch bitte das Motto für die nächste Saison sein. Andere wichtige Aspekte sind für mich Fitness/Athletik/Verletzungsanfälligkeit, Karrierezeitpunkt/Entwicklungspotenzial, Schnelligkeit und Leistungen/Spielpraxis in jüngerer Vergangenheit in Liga 2-4 in Deutschland.
Wir können wirklich froh sein, dass wir bereits 44 Punkte auf dem Konto haben, wenn man sich unsere Leistungen in manchen Spielen anschaut.
Der Sieg gegen Halle war bereits mehr Glück als Verstand, in Großaspach holen wir in letzter Sekunde einen Punkt, in Zwickau gewinnen wir in der 90. Minute, in Meppen sind es Standardsituationen, bei 1860 ein Fernschuss, Jena hatte nur Regionalliga-Niveau gegen uns, in Chemnitz ermauern wir uns einen Punkt, in Köln gewinnen wir spät schmeichelhaft, gegen Großaspach holen wir einen dreckigen Arbeitssieg, gegen Meppen punkten wir mit Glück, um mal einige Beispiele zu nennen.
Klar, ich bin froh um die Punkte und in der Endabrechnung zählt nicht die Art und Weise, aber wenn man unsere Spiele gesehen hat, dann muss man feststellen, dass wir meist kaum klare Torchancen hatten und nur selten wirklich überlegen waren. Wenn nicht so viele Spiele zu unseren Gunsten gelaufen wären, hätten wir vielleicht 5-10 Punkte weniger und wären voll im Abstiegskampf. Wir sollten nicht der Wahrheit ausweichen, dass wir insgesamt eine miserable Saison spielen - erst recht gemessen an den hohen Ansprüchen an unseren vermeintlich guten Kader. Ich hoffe, dass wir die Saison wenigstens noch seriös und ohne große Sorgen beenden können.
Mir haben der Mut und der Glaube an den Sieg in der 2. Hälfte gefehlt. Es schien so, als wären wir heilfroh, dieses Tor irgendwie erzielt zu haben, und als wollten wir das Spiel nur noch über die Zeit bringen. Das geht meistens schief. Woher das kommt, keine Ahnung.Sechzig hat dagegen noch voll an den Sieg geglaubt und es weiter versucht. Alleine wie deren Bank bei jeder Aktion mitgegangen ist und sich die Spieler gepusht haben, hat das gezeigt. Das unnötige 1:1 hat diese Entwicklung im Spiel nur noch verstärkt. 1860 wurde wilder, mutiger, auch verstärkt durch Lex und Bekiroglu, das Spiel wurde offener und wir hatten zunehmend das Nachsehen in den wichtigen Zweikämpfen. Auch hat 1860 aggressiver verteidigt, wodurch sie unsere Schwächen im Offensivspiel aufgezeigt haben. In einem offenen Schlagabtausch mit viel Tempo haben wir gegen starke Teams einfach das Nachsehen, weil es uns an eben diesem Tempo im Spiel fehlt und wir spielerisch viel zu limitiert sind. Das hat nach dem 1:1 auch nichts Gutes ahnen lassen. Und so fängt man sich dann einen Konter. Danach konnte man unsere offensive Hilflosigkeit nur noch mehr sehen. Am Ende ist es auch eine Frage der Qualität. Wir haben nicht umsonst die Torausbeute eines Absteigers.
Ich bin nicht wahnsinnig traurig, denn damit musste man grundsätzlich schon rechnen. Ein Sieg heute wäre schon ein echtes Ausrufezeichen gewesen. Jetzt brauchen wir nicht mehr nach oben schauen, denn wir haben es auch einfach nicht verdient. Ich schließe mich dem Rest an und hoffe einfach, dass in der Pause endlich mal ein Komplettschnitt vollzogen wird. Wir haben zu viele Durchschnittsspieler und vor allem zu wenige Unterschiedsspieler in der Offensive. Der Kader muss ein ganz neues Gesicht bekommen und auch die Positionen der sportlich Verantwortlichen sollten überdacht werden (Trainerteam, Sportdirektor). Ohne Plan und ohne die richtigen Spieler steigen wir nie auf, das sollte Ponomarev nun wirklich kapiert haben.
Jetzt bin ich mal sehr gespannt!