vorwärtsblaurot
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Nur weil Voronov es als Trainer nicht gepackt hat, bedeutet das doch nicht, dass er in anderen Bereichen auch keine Kompetenz hat und dass keiner mehr mit ihm zusammenarbeiten möchte. Man wird sich schon überlegt haben, wie man Voronov mit seinen Fähigkeiten bestmöglich einbinden kann und hat nun eine Rolle für ihn gefunden.
Voronov wird sich als Technischer Leiter um den Aufbau einer professionellen sportlichen Infrastruktur kümmern (Scouting, Kaderplanung, Jugendkoordination (Philosophie, NLZ), Analyse, Übergang Seniorenbereich). Er bringt sich also vor allen Dingen in den Jugendbereich ein und daneben in andere übergeordnete sportlich relevante Themen.
Essingholt wird sich als Teammanager rein um Angelegenheiten der ersten Mannschaft kümmern. Er soll Bindeglied zwischen Vorstand und erster Mannschaft sein und die Organisation des Regionalliga-Teams verantworten.
Schneider ist Sportlicher Leiter der ersten Mannschaft und Leiter der Jugendabteilung.
Für mich lässt sich eine klare Trennung der Aufgabenbereiche erkennen. Perspektivisch finde ich die Themen für einen Verein wie uns auch wichtig, gerade die Professionalisierung der Jugendarbeit. Und am Ende sprechen wir immer noch von drei Personen, was ich nicht viel finde.
Der Klassenerhalt wurde nur als Ziel ausgegeben, weil man es sonst direkt vergessen kann. Es glaubt doch keiner, dass irgendjemand darauf Bock hat, dass wir eine ganze Saison ohne jedes Ziel spielen. Da hätte ich mal gerne gesehen, wie viele Fans, Sponsoren und auch Spieler sich dafür noch interessieren würden. Wir versuchen es mit dem Klassenerhalt, aber natürlich müssen wir auch auf das Beste hoffen, weil die Ausgangslage nichts anderes zulässt. Das ist keine normale Saison.
Es wurde eine neue (vorübergehende) Geschäftsstelle gefunden und besetzt. Der Verein ist zumindest wieder zuverlässig erreichbar, der Mitgliederbereich wird aufgearbeitet, es gibt Tickets und Fanartikel (sogar wieder einen Online-Fanshop). Mit den Grotenburg Supporters und der Stadt wird an einem neuen Standort an der Grotenburg gearbeitet.
Die Jugend ist aktiv. Die Platzfrage (für Jugend und Senioren) muss zusammen mit der Stadt Krefeld und anderen Vereinen gelöst werden. Hier hilft das verbindliche und vertrauenswürdige Auftreten unserer Verantwortlichen. Dadurch kam ja schon die Einigung mit dem Oppumer SV zustande. Wir sind auf einem guten Weg, wieder ein verlässlicher Partner für andere Vereine und die Stadt zu werden. Große Sprünge (eigenes Trainingsgelände) werden aber etwas Zeit brauchen.
Wir werden die Insolvenz überstehen, sind unabhängig von einem Investor, haben einen kleinen Pool an Sponsoren und mit Biolectra einen Großsponsor. Diese Basis ist für Oberligafußball nicht schlecht, muss aber natürlich weiter ausgebaut werden. Der Umzug in die Grotenburg wird hoffentlich nochmal einen Schub geben.
Transparenz ist in großen Teilen da. Jeder weiß, woher wir unser Geld beziehen und wer im Verein wofür zuständig ist. Fans und Mitglieder werden wieder ernst genommen. Man kann offen auf den Vorstand zugehen. Die Kommunikation ist in manchen Fragen ausbaufähig, war sie aber in den ganzen letzten Jahren.
Und ja, auch dass wir keine Skandale mehr produzieren, ist eine positive Entwicklung. Oder hast du schon etwas gehört, dass mit den Skandalen der letzten Jahre zu vergleichen wäre?
Was habt ihr denn erwartet, wie es laufen wird? Dass wir problemlos einen frischen Kader aus dem Hut zaubern, jetzt 20 Punkte auf dem Konto haben und geschmeidig gegen jeden Gegner mithalten können? Das ist doch realitätsfern.
Wir können über alle froh sein, die hier sind und sich das Abenteuer KFC antun. Denn viele gute Spieler wollen das nicht unbedingt. Und gute Trainer ebenso wenig. Trotz aller Schwierigkeiten haben wir einen Kader auf die Beine stellen können, der bisher oft mithalten konnte. Schneider und Voronov haben nicht nur Blinde gescoutet. Sagt mal einer was zu Jungs wie Jovic, Prodanovic, Fesenmeyer oder Augusto? Die machen hier einen richtig guten Job für die Verhältnisse. Es bleibt aber eine blutjunge Truppe, viele haben null oder kaum Seniorenerfahrung. Wichtige Spieler brechen immer wieder weg, die Moral bekommt Kratzer. Natürlich wird es da schnell ganz eng.
Diese Saison wird knüppelhart, das hätte jedem bewusst sein müssen und deswegen kann ich dieses Gemecker hier nur ganz schwer ertragen. Es wird alles versucht, um den Klassenerhalt irgendwie zu erreichen. Dazu werden sogar noch Spieler zu uns kommen in der Winterpause. Trotzdem kann es sein, dass wir am Ende zu den fünf Absteigern gehören und in die Oberliga absteigen müssen. Das wäre dann sehr bitter, aber damit muss man einfach rechnen bei den schwierigen Voraussetzungen. Hier kann keiner zaubern, auch Voigt im Übrigen nicht.
Für das Resultat dann aber allein Voronov und Schneider verantwortlich zu machen und sich auch noch darüber aufzuregen, dass sie sich hier weiterhin einbringen, finde ich daneben. Wie wir mit dicker Schatulle in Liga 3 aufgestellt waren - das war peinlich, aber sicher nicht, dass sich einige langjährige Mitarbeiter hier reinhängen, weil wir Profis aktuell einfach längst nicht bekommen können. Wir haben so viele Baustellen, die wir erstmal lösen müssen, bevor wir wieder an ambitionierten Fußball denken können. Wer keine Lust hat, diesen Weg mitzugehen, kann ja eine Auszeit nehmen und warten, bis der KFC 2.0 ein Verein mit Geld und Erfolg ist.
Was die Lösungen sind? Neuzugänge mit Erfahrung und Qualität für das offensive Mittelfeld würden mit Sicherheit enorm helfen. Solange die nicht da sind, oder auch Fesenmeyer, Terada und Atsina gleichzeitig, würde ich es vielleicht auch mit einer Raute und zwei Stürmern versuchen. Dann gehen die langen Bälle vielleicht nicht direkt verloren und die gegnerische Abwehr hätte auch bei tiefen Laufwegen mehr zu tun. Ich finde auch, dass wir die tendenziell sehr gefährlichen Vorstöße von Schlösser noch mehr nutzen sollten, entweder in Form von Flanken oder von Durchbrüchen bis zur Grundlinie und dann aber einer guten Strafraumbesetzung. Wir müssen einfach unsere wenigen Momente im Spiel nutzen und dann mal ein 1:0 über die Uhr bringen, irgendwie, alleine für die Stimmung und für's Selbstvertrauen.
In meinen Augen ist das vorher gefährliches Spiel vom Homberger, der mit seinem Fallrückzieher-Versuch Jensen im Gesicht trifft, sodass der sogar runter muss. Hätte man abpfeifen müssen, aber der Schiedsrichter hat sowieso einige zweifelhafte Entscheidungen getroffen...
Und wofür soll es die rote Karte gegen Sierck gegeben haben?
Mal wieder ein typischer, bitterer Nachmittag. Leider ist der Punkt für Homberg aber hochverdient, weil wir nach dem Elfmeter offensiv kaum noch stattgefunden haben (und die wenigen Konter schwach ausgespielt haben) und selbst in den Zweikämpfen oft das Nachsehen hatten, wodurch wir kaum für Entlastung gegen gallige Homberger sorgen konnten. Das reicht dann am Ende einfach nicht...
Sonst wird hier ja schon mal kritisiert, Schneider habe kein Netzwerk. Jetzt nutzt er es, um einen neuen Trainer zu finden, und schon wird es als Klüngelei abgetan. Schon kurios.
Was mir aber gefällt, ist seine klare Ansprache und die gewisse Härte und Autorität. Ich denke, dass wir eine Mannschaft sehen werden, die über 90 Minuten körperlich und kämpferisch mithält. Inwieweit wir auch taktisch-spielerisch klare Veränderungen sehen werden, bleibt abzuwarten.
Trotz aller Bedenken hat er natürlich erstmal einen Vertrauensvorschuss verdient, weil er sich der Aufgabe stellt. Und vielleicht überrascht er uns ja auch alle im positiven Sinne, vielleicht hat er sich in seiner freien Zeit als Trainer weiterentwickelt. Ich wünsche ihm und uns viel Erfolg!
Um gegen solche Gegner in dieser Saison zu bestehen, müssen wir ans Limit gehen und die Zweikämpfe und Laufduelle bis zum Ende hart führen. Dann eröffnen sich bei Ballgewinn Räume. Heute waren wir am Limit und hatten auch gute Ballgewinne, aber die Tore haben gefehlt. Gegen Ende hat es dann an der nötigen Entlastung gemangelt, weil die Spieler von der Bank heute leider auch keine Verstärkung waren. Insgesamt haben wir trotzdem ein gutes Spiel gemacht, das wir so bestätigen müssen, um punkten zu können.
- Vorenthalten von Arbeitnehmerentgelten gegenüber den Krankenkassen
- Subventionsbetrug bei Corona-Soforthilfen
- Insolvenzverschleppung
Wenn man das liest und an die letzten paar Jahre zurückdenkt, sollte einem doch bewusst werden, was für Verbrecher hier zuletzt tätig waren und wie froh wir im Vergleich dazu doch über die aktuelle Führung sein können. Es wird aktuell gewiss nicht alles richtig gemacht, aber wenigstens kann man den Verantwortlichen wieder glauben, dass sie das Beste für den Verein tun. Das ist keine Selbstverständlichkeit...
Der Vorstand hat es übrigens nach 3 Spielen gecheckt, das finde ich noch okay.