vorwärtsblaurot
- Dabei seit
- 27.02.2012
- Beiträge
- 1621
- Zuletzt angemeldet
- 25.10.2025
Beiträge
Man muss sich wirklich fragen, ob diese Leistung über die gesamte Spielzeit gegen einen nicht allzu starken Gegner schon alles ist, was diese Saison unter diesem Trainer möglich ist. Wenn ja, wird es noch verdammt ungemütlich.
Das erste Viertel des Spiels war, mit Sicherheit dank der gefährlichen Aktionen direkt zu Spielbeginn, selbstbewusst und dominant von uns. Wir waren weiter aufgerückt, haben Lübeck früh gestört, wichtige Zweikämpfe gewonnen und den Ball ganz ordentlich nach vorne getragen. Da waren ein paar gute Momente dabei und wir waren im Spiel. Im Nachhinein muss man sagen, dass es bestimmt auch daran lag, dass Lübeck einfach noch gar nicht richtig im Spiel war, weil sie die Bälle zu leicht verloren haben.Mit zunehmender Spieldauer hat Lübeck sich immer besser auf unser Spiel, das recht ausrechenbar war, eingestellt und z.B. van Ooijen viel entschlossener gestellt, wodurch wir harmloser wurden. Dazu haben sie immer mehr offensive Zweikämpfe gewonnen und sich mit sehr viel Aufwand nach vorne gespielt.
Ab dem Zeitpunkt hat man gesehen, dass Krämer normal offene Spiele anscheinend kaum erfolgreich coachen kann. Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen wuchsen immer weiter, u.a. weil wir insgesamt als Team zu wenig Laufarbeit an den Tag legen, um im Kollektiv anzugreifen und zu verteidigen. So wurden schon gegen Ende der ersten Hälfte die Bälle nicht mehr sinnvoll nach vorne getragen, weil keine Verbindung im Mittelfeld da war und Lübeck hat diese Räume zusehends genutzt. Wir schaffen es einfach nicht, in offenen Spielen eine Kompaktheit zu wahren und haben dazu offensiv zu wenige zentrale Anspielstationen, zündende Ideen, Einzelaktionen, Überzahl im Zentrum, direktes Zusammenspiel. Es reicht einfach nicht, gegen Duisburg und Saarbrücken extrem tief zu stehen, zu verteidigen und auf Chancen zu hoffen. Sobald wir mitspielen müssen und es hin und her geht, kommt unsere Statik ins Wanken. Das geht nicht und dafür ist ein Trainer verantwortlich. Und über mangelnde Alternativen im Zentrum können wir uns auch wirklich nicht beschweren.
Das Tor resultiert dann einfach aus einem unnötigen Ballverlust und ist am Ende schwer zu verteidigen. Aber irgendwo hatte es sich angedeutet, weil Lübeck auch einfach zielstrebiger wurde und einen unbändigen Willen an den Tag gelegt hat, sich so ein Tor zu erarbeiten.
Danach haben wir reagiert, was ich richtig fand. Die Frage ist natürlich, ob van Ooijen wirklich raus musste. Er wirkte gerade zu Beginn extrem spielfreudig und war immer gefährlich. Ist er noch nicht bereit für 90 Minuten? Die Wechsel waren aus meiner Sicht okay, denn die Eingewechselten hatten genügend Qualität. Allerdings muss ich auch sagen, dass uns die fehlenden Optionen im Sturm nun doch wirklich zum Verhängnis werden. So können wir nicht ernsthaft auf 2 Spitzen umstellen. Lukimya in den Sturm zu stellen, wirkt einfach nur hilflos.
Ich finde auch, dass wir in Rückstand nicht an Fechner und Wagner festhalten können, auch wenn beide auch heute wieder gut gespielt haben. Wir hatten gerade in dieser wichtigen Phase, auch wenn Wagner und Fechner versucht haben, Meter zu machen, zu wenig Kontrolle im Zentrum. Pusch war da auch zu wenig präsent. Ein paar Minuten lang war es mal zwingender, aber insgesamt hatten wir zu wenige Abschlüsse und klare Chancen. Das war mir auch zu früh zu hektisch und nicht klar genug, trotz Überlegenheit und viel Ballbesitz in Strafraumnähe. Auch das hatten wir schon. Von den eingewechselten Spielern kam da auch einfach zu wenig.
Hinten wurde es dann auch immer mehr Harakiri, natürlich weil wir das Risiko erhöht haben. Wir hätten uns am Ende über ein 0:2 nicht beschweren dürfen. Lübeck hat dann auch nach vorne immer wieder Nadelstiche setzen können.
Die Niederlage war unnötig, weil wir das Spiel selbst aus der Hand gegeben haben und das Gegentor selbst einleiten. Damit haben wir es uns selbst schwer gemacht, weil Lübeck danach leidenschaftlich verteidigt hat. Gleichzeitig zeigt sie aber auch unsere Schwächen im eigenen Spiel und in der Balance auf. Ob Krämer diese Probleme nachhaltig in den Griff bekommt, bezweifle ich nach wie vor. Gegen Unterhaching wird jetzt bestimmt wieder gemauert, damit man wenigstens einen Punkt holt.
Danach hat sich Lübeck etwas besser auf uns eingestellt und nimmt jetzt mehr am Spiel teil. Wir müssen schauen, dass wir defensiv im Mittelfeld nicht zu große Räume entstehen lassen und die Zweikämpfe auf den Flügeln gewinnen. Dorda muss da besonders aufpassen.
Lübeck insgesamt aber nicht besonders gut. Hier sollten wir gewinnen, gerade mit den Wechseloptionen.
Ja, es wurde schon sehr viel zu Stefan Krämer geschrieben und wir sollten sowieso die nächsten Spiele abwarten. Und ja, das folgende Video muss uns eigentlich gar nicht interessieren, es ist auch nur Regionalliga und Essen hat eine Topmannschaft.
Trotzdem kann man meiner Meinung nach ein klares Konzept in den Angriffen erkennen, die richtig sauber gespielt werden. Dort hat der neue Trainer Christian Neidhart, der schon aus Meppen letzte Saison eine starke Mannschaft geformt hat, wieder in wenigen Monaten das Spiel auf ein neues Niveau gehoben. Das nur mal als Beispiel, wie es gehen kann, wenn ein Trainer eine Mannschaft fußballerisch und taktisch entwickelt. Ich würde uns nach wie vor gerne mal in einem Testspiel gegen einen solchen Gegner sehen, vielleicht kommt es ja auch noch im Pokal zu einer Begegnung.
https://www.youtube.com/watch?v=1VQUsnMF4PI
Wirkliche spielerische Schönheit kann man in der 3. Liga kaum erwarten. Teams wie Bayern ll schaffen es, gelegentlich zu zaubern, aber das fordert schon sehr viel Training, Eingespieltheit und individuelle Qualität und bringt auch nicht unbedingt den großen Erfolg.
Bei der Dominanz geht es meiner Meinung nach einfach um Spielkontrolle. Das muss nicht heißen, dass man den Ball mit 80% Ballbesitz hin- und herschiebt. Dennoch sollten wir den Ball viel öfter haben und haben wollen. Je öfter wir den Ball haben, desto öfter können wir gefährlich werden. Mir geht es darum, das Heft in der Hand zu haben. Saarbrücken und Zwickau haben gestern klar gezeigt, wie man ein Spiel total unter Kontrolle haben kann und sich gute Chancen herausspielen kann. Beide hätten gestern klare Siege einfahren können, wenn sie ihre Möglichkeiten besser genutzt hätten und hinten keine Fehler gemacht hätten.
Wenn der Gegner den Ball hat, erwarte ich, dass man vernünftig (nicht zu gierig) presst und bei Ballverlust erfordert es ein gewisses Gegenpressing, um den Ball schnell wieder zu erobern. Das sieht bei uns schon ganz gut aus, könnte nun aber noch etwas höher passieren.
Im eigenen Ballbesitz braucht es tiefe Anspielstationen (durch richtige Positionierung und Läufe), das Erkennen dieser Räume bzw. Mitspieler und die Pässe dorthin. Schaut euch mal das gestrige Tor von Türkgücü an - für mich ein Bilderbuchtor. Dann muss der Ball auch nicht ewig hin- und herlaufen. Dafür erwarte ich ein gewisses Risiko, weil es nur mit sicheren Querpässen gegen die Defensivreihen in dieser Liga schwer wird. Ganz wichtig ist dabei natürlich dann bei möglichem Ballverlust das direkte Umschalten ins Gegenpressing oder die Absicherung mit so vielen Spielern so schnell wie möglich hinter dem Ball.
Und wenn wir mal tiefer stehen müssen, weil der Gegner drückt, müssen Abläufe für Konter bei Ballgewinn klar einstudiert sein. So erzielen ja viele Teams in dieser Liga ihre Tore und das müssen wir auch noch verbessern.
Dafür braucht es viel Tempo und Ausdauer. Da wir diesbezüglich ja offensichtlich deutlich zugelegt haben, wünsche ich mir, dass wir davon auch noch mehr sehen. Ich sehe noch zu wenige Aktionen von uns mit sehr hohem Tempo, im Vollsprint. Nur so bringst du einen Gegner in Stresssituationen. Ohne Tempo ist alles zu berechenbar. Insbesondere die Außenspieler sind da total gefordert. Göbel zeigt das ja schon, aber Dorda muss sich wirklich noch mehr einschalten. Auch das Zusammenspiel mit Marcussen und Feigenspan (oder Kinsombi) muss sich noch steigern. Sie müssen tiefe Läufe in tiefe Räume anbieten, die dann angespielt werden oder sie müssen mit Ball Vollgas geben, entweder zur Grundlinie ziehen, wo dann bei Hereingabe auch unbedingt Mitspieler in der Box sein müssen (beispielsweise von links kommend Kiprit auf den ersten Pfosten, Feigenspan auf den zweiten Pfosten und Pusch im Rückraum), oder nach innen ziehen und dort den Abschluss suchen oder Anspielstationen finden. Es braucht viel mehr Stress für die gegnerische Abwehr und das geht nur durch permanente Bewegung unserer gesamten Offensive.
Das wünsche ich mir, weniger den perfekten Ballbesitzfußball a la Guardiola und Hacke und Spitze. Einfach dynamisches Offensivspiel, wie es andere Drittligisten auch einigermaßen draufhaben.
Ich sehe es übrigens ähnlich wie kfc9999. Ich finde, wir sind nicht besser als die meisten anderen Teams, wer schlechter als wir ist, kann man nur schwer sagen. Aktuell vielleicht Magdeburg und Meppen. Das Spiel am Sonntag wird ja ganz direkt zeigen, ob wir besser sind als ein Team auf einem Abstiegsplatz (Lübeck). Kaiserslautern fehlen noch die letzten Prozent vor dem Tor, aber die sind keineswegs schwächer als wir. Mannheim und Zwickau sehe ich aktuell mindestens auf Augenhöhe, von der Offensive stärker als wir. Halle, Unterhaching und Duisburg sind schwer einzuschätzen, auch wegen der Nachholspiele. Gegen Unterhaching und Halle werden wir auch sehen, ob wir wirklich besser sind. Das sind Teams, gegen die Punkte Pflicht sind. Aber 4 Teams, die definitiv schlechter sind als wir, sehe ich aktuell ebenfalls (noch) nicht. Das ist doch auch keine schlimme Aussage, wie ich finde. Wir sind noch längst keine gute Drittliga-Mannschaft.
Von der Stadt Krefeld dazu gestern auf Facebook:
"Aktuell stellen wir, wie andere Kommunen gerade auch, das Softwaresystem im Fachbereich Gesundheit um. Aktuell kommen die Befunde aus den Laboren per Fax und müssen händisch erfasst werden. Das wird mit einem neuen System, welches auch mit denen anderer Kommunen vernetzbar ist, anders werden. In dieser Umstellungsphase klappt es nicht immer aktuelle Zahlen auszuwerfen. Der wichtigere Prozess, der der Erfassung, der Betreuung und vor allem der der Nachverfolgung von Kontakten löuft unvermindert weiter und ist von der EDV unabhängig. Konkret heißt das, wir werden Euch auch heute keine Zahlen liefern können, spätestens wenn die Software richtig läuft werdet ihr hier aber wieder die Zahlen in der Art und Weise bekommen, wie ihr es seit März gewöhnt seit. Das ist blöd, aber besser ne kurze Zeit ohne die Zahlen und dann wieder vernünftig, als wenn wir jetzt zwischen den Faxen anfangen händisch irgendwas zusammenzurechnen. Also, wir sind dran. Versprochen."
Die nächsten Spiele gegen mäßige Drittliga-Mannschaften wie Lübeck, Unterhaching, Halle oder Verl werden so oder so zeigen, was wir von dieser Saison noch erwarten dürfen und ob Krämer es schafft, an den Defiziten zu arbeiten.
Langsam sollte er nach den anfänglichen Problemen Zeit genug bekommen haben, um eine funktionierende Mannschaft (auch offensiv) zu formen. Der Kader gibt ihm wieder viele Optionen, wir haben Erfolgserlebnisse im Rücken und haben unsere Stabilität gefunden. Das ist die Basis für erfolgreichen Drittliga-Fußball. Jetzt gilt es, im spielerischen Bereich eine klare Handschrift erkennen zu lassen.
Ich finde auch, dass Krämer mit den jüngsten Erfolgen Argumente für seinen Verbleib geliefert hat. Aber ich glaube, dass sich über mehrere Spiele hinweg die Art und Weise, wie wir spielen, auch automatisch in den Ergebnissen widerspiegeln wird. Wir werden nicht immer Glück haben und werden, wenn wir so weiter so spielen wie jetzt, vermutlich nicht sehr viele Punkte holen.
Die Frage ist dann tatsächlich, ob einem das reicht. Ist es zufriedenstellend, mit einer verstärkten, vielversprechenden Mannschaft auch nach Monaten noch Rumpelfußball zu spielen, der mäßigen Erfolg hat? Was erwarten wir von dem Trainer in dieser eigentlich so wichtigen Übergangssaison, in der man das Fundament für eine nächste Saison legen kann, in der man versucht, oben anzugreifen?
Ich persönlich erwarte keinen Trainer, der in einer Saison, in der es augenscheinlich um die Entwicklung einer neuformierten Truppe zu einem schlagkräftigen Team geht, Ergebnisfußball spielen lässt, damit man am Ende im Mittelfeld landet. Was bringt uns das großartig? Wo wäre der Fortschritt am Ende der Saison? Ich erwarte eher einen Trainer, der der Mannschaft einen klaren Plan an die Hand gibt und versucht, seine Idee vom Fußball zu etablieren.
Wir haben doch kaum Ergebnisdruck in dieser Saison, solange wir nicht völlig hinterherhinken. Wir sind stabil und haben genug Potential, um mit eigener Kraft Spiele zu gewinnen. Es ist früh in der Saison und wir schweben nicht in akuter Abstiegsgefahr.
Also dann möchte ich doch auch spätestens jetzt, mit genug Punkten als Puffer und Selbstvertrauen langsam erkennen, dass unser Trainer mutiger wird und versucht, seine Spielidee (die er hoffentlich in dem Maße hat) auf dem Platz durchzusetzen. Ihr schreibt ja alle, dass es auch mal Niederlagen geben wird und wir dem Team das zugestehen müssen.
Eben - aber dann sollten wir diese Spiele doch auch nutzen und sie so angehen, dass wir sie mit einem Plan dahinter gewinnen wollen, auch wenn man am Ende mal verliert. Das will ich in den kommenden Wochen sehen. Zumindest, dass wir daran arbeiten und dass man Fortschritte sieht.
Die Punkte aus drei Remis kann man schon mit einem Sieg holen, wer hätte das gedacht. Es muss jetzt Schluss sein mit diesem Feuerwehrmann-Fußball. Was würde uns eine Saison auf Platz 12 mit 49 Punkten und lausigem Gekicke bringen?
Ich bin nach wie vor gespannt und hoffe auf baldige Fortschritte.
Dabei geht es eben nicht um persönliche Rechthaberei. Hier verfolgt keiner das Ziel, ewig an seiner Meinung festzuhalten, um am Ende recht zu haben. Vielmehr geht es um eine laufende Beobachtung, in der man seine Meinung gerne ändert, wenn es Anlass dazu gibt.
Aktuell stimmen zwar die Ergebnisse, manche überzeugt diese Momentaufnahme aufgrund der Art und Weise allerdings trotzdem nicht wirklich. Die Hoffnung auf Besserung ist immer da, aber wenn diese über einen längeren Zeitraum ausbleibt, wird man skeptisch und kommt ins Grübeln, was mittel- bis langfristig dem Verein am meisten weiterhelfen würde. Ein weiter so mit holprigen Erfölgchen oder vielleicht besser ein Schnitt.
Ich warte nicht auf Misserfolg, möchte aber auch nicht, dass wir uns ewig von Punktgewinnen mit mageren Leistungen blenden lassen. Wenn ich sehe, wie wir immer noch spielen, dann denke ich schon darüber nach, ob ein ehrliches Spielresultat nicht helfen würde, weil man sich davon weniger blenden lassen kann. Ich freue mich am Ende über jeden Sieg, aber aktuell schwingt immer etwas Unzufriedenheit ob der Art und Weise mit und dem Wissen, dass sich vermutlich nicht viel ändern wird. Da denkt man schon manchmal an das Sprichtwort "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" (auch wenn Schrecken in unserer Situation übertrieben ist). Aber wie gesagt nur im Sinne des Erfolges, nicht, um danach sagen zu können, man habe es ja am besten gewusst. Am liebsten hätten wir alle wohl "unrecht", weil uns Krämer eines Besseren belehrt.
Stimme auch eigentlich total zu. Aber genau dieser Gedanke macht mir Bauchschmerzen: "Solange er aber da ist müssen wir so spielen wie es unter ihm am erfolgversprechendsten ist". Das ist eigentlich ein Armutszeugnis und die Aufgabe aller größeren Ziele und Ansprüche. Hier wurde doch geschrieben, dass es nicht um Krämer gehe. Hier geht es gerade in dieser Saison um die Entwicklung einer jungen Mannschaft. Und wenn Krämer das nicht angemessen hinbekommt, woran ich auch zweifle, dann muss er eben gehen. Krämer will doch nach wie vor nur seinen Job retten und so spielen wir halt auch. Krämer weiß, dass er mit einer anderen Spielweise nicht mehr Trainer wäre, weil uns dann vieles um die Ohren fliegen würde - weil er es nicht besser kann. Noch geben ihm die Resultate eben recht, aber reicht das alleine? Haben wir eine Perspektive, mit ihm nächste Saison um den Aufstieg mitzuspielen? Mal ganz ehrlich.
Wahrscheinlich müssen wirklich erst die Ergebnisse nicht mehr stimmen, damit man Gründe hätte, ihn zu entlassen.
Wenn die 8 Spiele bis jetzt leistungsgerecht ausgegangen wären, dann hätten wir jetzt wohl eher 8 statt 11 Punkte auf dem Konto - nach 8 Spielen. Dazu haben wir wie erwähnt die schwächste Offensive der Liga. Der einzig verdiente Sieg war gegen Duisburg, die zu dem Zeitpunkt ihren bisherigen Saisontiefpunkt hatten. Schaut man in die Foren anderer Teams, werden wir oft als einer der schlechtesten Gegner genannt, gegen den man unbedingt punkten muss. Auch die gegnerischen Trainer betonen, wohl aus Respekt, nur unsere hohe individuelle Qualität, wissen aber genau, dass wir eigentlich harmlos sind.
Also bitte, lasst und das Ganze hier nicht zu rosig sehen. Wir sind stabil, aber das waren wir auch schon mal gegen Bayern ll. Viel hat sich in den ganzen Wochen nicht geändert, wenn man ehrlich ist. Wir stehen eben noch sicherer, was dem starken Zweikampfverhalten von Lukimya und Girdvainis sowie dem Abräumen von Wagner und Fechner zu verdanken ist. Große Kunst ist das allerdings nicht. Das kann in dieser Liga jede Mannschaft, wenn sie will. Würden unsere Gegner alle so spielen, würden wir auch alt aussehen. Aber was bringt das.
Ich frage mich eben, ob man mit dem kleinen Fußballeinmaleins, das jedes Drittliga-Team beherrschen sollte, schon zufrieden sein kann. Kann es auf Dauer unser Anspruch sein, mit diesem Team einen Fußball wie unter Reisinger mit der letzjährigen Mannschaft zu spielen? Es ist ja schön, wenn am Ende Punkte dabei herausspringen, aber das wird nicht immer so sein und vor allem werden Siege immer etwas glücklich und nie wirklich verdient sein. Wir können uns nicht nur auf ein paar Standards verlassen, die jetzt Gott sei Dank wieder gefährlich sind.
Wir haben gegen Meppen sang- und klanglos verloren. Was war die Reaktion? Sicherheitsfußball mit Remis gegen Rostock und Bayern ll. Dann versuchen wir es gegen Wehen wieder (beide Male allerdings einfach nicht geschlossen genug) und kassieren wieder eine Pleite. Was war die Reaktion? Sicherheitsfußball mit Siegen gegen Duisburg und Saarbrücken. Heißt das jetzt, dass wir nur noch in der eigenen Hälfte abwarten und irgendwie auf den lucky punch warten? Ist das unser Konzept für die Saison? Weil wir zu viel Angst haben, dass es mit einer offensiveren Ausrichtung wieder in die Hose gehen könnte? Das ist mutlos und kann nicht so weitergehen. Andere Teams kriegen es auch hin, eine gute Balance zwischen Offensive und Defensive zu haben. Wo ist das Risiko, einen Ball gewinnen zu wollen, um ein Tor zu schießen? Hier wird nur defensiv gedacht, wie schon erwähnt mit den 8 defensiv ausgerichteten Spielern. Das ist doch fast schon feige. Deswegen sind die Gegner nach den Spielen auch immer leicht angesäuert. Sie wussten, dass sie gegen uns gute Siegchancen haben, haben es gegen unser Bollwerk aber nicht geschafft, weil so fast jede Drittliga-Mannschaft an ihr offensives Limit stößt. Wir trauen uns keinen offenen Schlagabtausch zu, weil wir dann unsere Grenzen aufgezeigt bekommen könnten. Wie wäre es, wenn wir daran arbeiten, statt nur noch zu mauern. Wo ist da die Entwicklung? Natürlich ist die Liga eng und es gilt, keinen Gegner zu unterschätzen. Aber wollen wir allen Ernstes in Lübeck wieder am eigenen Sechzehner stehen und die Bälle am Mittelkreis verlieren? Trauen wir uns so wenig zu? Wollen wir unser Schicksal nicht mal etwas mehr in die eigene Hand nehmen? Genau an dem "schmalen Grat" zwischen Wehen und Saarbrücken muss doch jetzt gearbeitet werden. Es braucht viel mehr Präsenz im Mittelfeld und in der gegnerischen Hälfte, ohne die Kompaktheit aufzugeben. Wir überlassen dem Gegner den Ball und schauen mal, was sich hinten raus ergibt. Darauf kann man nicht wirklich stolz sein, selbst wenn dabei ein paar Punkte herausspringen.
Ich würde abgesehen davon das System im Groben auch erstmal beibehalten. Wenn wir uns alle mal 10-20 Meter nach vorne verschieben würden, hätten wir auch viel mehr Zugriff auf das Spiel und der Weg zum gegnerischen Tor ist nicht mehr weit. Der Ballgewinn zum 1:1 gegen Bayern ist doch ein gutes Beispiel. Dann hätte Kiprit auch automatisch mehr vom Spiel. Im Zentrum wird man sehen müssen, wer fit ist, aber es wird angesichts der üppigen Besetzung immer zu Härtefällen kommen.
Aber ich wäre doch auch heute dafür, das Spiel ganz objektiv einzuordnen. Der Sieg ist sehr glücklich. Ein Punkt wäre aufgrund der disziplinierten Defensivleistung verdient gewesen, mehr aber auch nicht. Saarbrücken hatte uns defensiv bis auf Standards komplett im Griff, bis auf vielleicht 1-2 Ausnahmen. Von uns war, wenn wir mal die Möglichkeit hatten, Angriffe vorzutragen, wieder kaum etwas zu sehen. Oft haben wir die Bälle schon im Mittelfeld verloren. Natürlich hat man gesehen, dass einem ordentlichen Team wie Saarbrücken gegen einen tiefstehenden Gegner ein wenig die kreativen Momente fehlen. Trotzdem war das auch "nur" Saarbrücken, ein guter Aufsteiger.
Wir spielen inzwischen fast wie unter Reisinger oder auch wie Krämer letzte Saison mit Magdeburg. Das ist am Ende genug, um drin zu bleiben, aber wirklich etwas erreichen tut man so nicht. Wir stehen jetzt sehr sicher, weshalb es schwer ist, gegen uns ein Tor zu erzielen, zeigen nach vorne aber kaum Brauchbares. Die meiste Zeit der Spiele sind wir gegen halbwegs gute Gegner defensiv gebunden, investieren extrem viel in das Spiel gegen den Ball. Nach vorne reicht es dann nicht mehr. Und wenn das Argument jetzt ist, dass man ja höher stehend und aktiver hinten anfälliger wäre (was definitiv so ist, wie man heute einige wenige Mal gesehen hat), dann ist das doch auch irgendwo ein Armutszeugnis.
Wenn es so weiter geht, dann werden wir immer wieder punkten, aber eine Entwicklung sehe ich abgesehen von der defensiven Stabilität und etwas individueller Klasse in der Offensive kaum. Wir können mit unserer bisherigen Punkteausbeute echt froh sein.
Einer der Hoffnung macht, ist definitiv Göbel, der sich immer wieder auch nach vorne einschaltet. Auch van Ooijen hat seine Klasse im direkten Duell aufblitzen lassen. Dieses spielerische Niveau werden wir im Zentrum brauchen, weil wir nicht noch ewig Verhinderungsfußball spielen können.
Lübeck wird jetzt eine erste echte Probe, weil wir in dieses Spiel eigentlich klar mit dem Ziel gehen müssen, zu gewinnen. Ich bin gespannt, ob wir auch dort wieder tief stehen und abwarten und am Ende ein 0:0 "gerne mitnehmen".
Nächste Spiele
| 24.10. 17:30 |
ETB Essen
|
-:- |
|
| 24.10. 18:00 |
KFC Uerd.
|
-:- |
1. FC Mo
|
| 25.10. 15:00 |
SSVg Velb.
|
-:- |
Holzheim
|
| 25.10. 15:00 |
SF Baumb.
|
-:- |
Dingden
|
| 25.10. 15:00 |
TSV Meerb.
|
-:- |
|
| 25.10. 15:00 |
Sonsbeck
|
-:- |
|
| 25.10. 15:00 |
Scherpen
|
-:- |
|
| 25.10. 15:30 |
Solingen
|
-:- |
VFL Jüch
|
Letzte Spiele
| 18.10. 15:00 |
1. FC Mo
|
4:2 |
|
| 18.10. 15:00 |
VFL Jüch
|
1:1 |
|
| 18.10. 15:00 |
Schonneb.
|
4:1 |
Scherpen
|
| 18.10. 15:30 |
Solingen
|
2:3 |
|
| 18.10. 15:30 |
SC Tönis
|
1:0 |
Holzheim
|
| 23.10. 19:30 |
Fortuna
|
1:1 |
|