vorwärtsblaurot
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Davon abgesehen darf es heute nur eine Richtung und nur ein Ziel geben! Auf geht's!
Boris Schommers ist in meinen Augen ein sehr guter Trainer. Hat sehr erfolgreich Jugendmannschaften betreut, dann beim 1. FC Nürnberg in der 1. Bundesliga als Notlösung beachtliche Spiele geliefert und in Kaiserslautern auch eine ordentliche Bilanz aufzuweisen.
Christian Titz war beim HSV verhältnismäßig erfolgreich und hat auch in Essen guten Fußball spielen lassen. Dort hatte man nur keine Geduld mit ihm.
Torsten Ziegner kennen wir alle aus Zwickau und Halle. Ein Mann, der die Liga kennt und für Offensivfußball steht.
Christian Flüthmann finde ich nach wie vor sehr interessant. Das ist ein absoluter Fußball-Fachmann und seine Entlassung in Braunschweig kam auch etwas überraschend.
Rüdiger Ziehl ist ein weiterer spannender Trainer. Hat über Jahre die U23 vom VfL Wolfsburg trainiert, durfte aber im Sommer nicht weiter dort arbeiten, obwohl er seine Mannschaften viermal in Folge mit vielen Toren unter die Top-3 geführt hat. Wäre für mich ein zukunftsfähiger Trainer, der eine junge Mannschaft entwickeln kann.
Jurjus
Fechner Velkov
Schneider Dorda Wagner Pusch van Ooijen Göbel Feigenspan Kiprit
Fechner und Velkov haben immer einen guten Job gemacht (wird aber sowieso Lukimya). Auf rechts würde ich auch gerne Schneider defensiv sehen und Göbel davor. Das könnte uns mehr Stabilität bringen und Göbel könnte seine Stärken besser ausspielen. Wagner macht in der Zentrale einen richtigen guten Job. Pusch und van Ooijen müssen beide mit nach hinten arbeiten und ihn unterstützen, sollen dann aber in den Halbräumen und im Zehnerraum immer wieder anspielbereit sein, aufdrehen und unser Spiel im letzten Drittel lenken, dazu selber den Abschluss suchen oder mit in die Box gehen. Die beiden müssen den Unterschied machen. Feigenspan würde ich wirklich gerne mal auf seiner linken Seite von Beginn an sehen. Ich finde, dass er mit seinen tiefen Läufen und seinem Tempo eine Waffe sein kann, wenn man ihn noch besser in Szene setzt. Dazu arbeitet er stark nach hinten mit, was Dorda helfen kann. Kiprit hat somit mehr Mitspieler - von hinten Pusch und van Ooijen und auf den Seiten Göbel und Feigenspan, die beide gute Vorbereiter sind.
Ich erwarte nur eben, dass wir wirklich über 90 Minuten offensiv ausgerichtet sind und dementsprechend immer wieder nach vorne schieben, wenn wir den Ball haben oder wenn der Gegner aufbaut. Nur wenn der Gegner nach vorne durchkommt, müssen wir uns nach hinten orientieren. Wir können dieses Offensivspiel aber anscheinend nur wenige Minuten durchhalten und schaffen es auch nicht, nach Ballverlusten konsequent nachzurücken und zur Not im Kollektiv zurückzuarbeiten. Lübeck hat immer wieder einfach mit tiefen Bällen unser Mittelfeld überbrückt und konnte sich dann lösen, weil wir von hinten keinen Druck gemacht haben. Unsere Offensive stand dann noch ganz vorne rum, das Mittelfeld war offen. Und wenn wir dann den Ball hinten erobert haben, stand die Offensive eben immer noch weit vorne.
Wenn wir vorne draufgehen, dann müssen auch hinter den Offensiven alle mitpressen, sonst hast du riesige Löcher im Zentrum wie gegen Wehen. Wir brauchen richtig viel Bewegung des gesamten Teams. Schaut mal, wie laufintensiv die großen Teams spielen, um immer kompakt und nah beieinander zu stehen. Die machen das Spielfeld ganz klein und pressen zur richtigen Zeit. Und wenn dann der Ball gewonnen wird, schwärmen manche aus, andere bieten sich an.
Wir brauchen viel mehr Dynamik und Balance und Mut in unserem Spiel. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Dafür benötigen wir aber klare Abläufe mit und gegen den Ball und Mittelfeldspieler, die dieses Spiel lenken können. Bei uns müssen das Fechner und Wagner tun, die einfach nicht klassisch dafür prädestiniert sind. Im Zentrum müssen jetzt Spielgestalter auf den Platz und auf der Außenbahn brauchen wir Feuer in jeder Aktion, wie Göbel und Feigenspan es schon andeuten.
Ich sehe aber eigentlich kaum jemanden, der hier wirklich mit vollem Ernst Fehler anspricht und alle heiß macht.
Wir haben zu viele liebe Spieler, zu wenig Identifikation mit dem Verein (kein Vorwurf an Neuzugänge) oder Sprachbarrieren, da wird es schwer. Kirchhoff würde ich das zutrauen, aber er ist aktuell vermutlich noch nicht nah genug am Team. Oder meint ihr, dass Pusch oder Göbel hier den Ton angeben? Dann sehe ich fast noch Wagner als Führungsfigur. Lukimya und Dorda sind nette Jungs.
Ein wichtiges Stichwort in Anlehnung an meinen letzten Post ist mit Sicherheit noch Raumaufteilung.
Meiner Ansicht nach erkennt man an einer guten Raumaufteilung einen guten Trainer. Bei uns ist es kein Zufall, dass wir kaum gute Anspielstationen haben und der ballführende Spieler oft nicht weiß, wo er hinspielen soll und dann lieber zurück spielt. Denn im Mittelfeld haben wir viel zu häufig keine zentralen Anspielstationen, weil sich keiner in den Zwischenräumen anbietet. Das ist auch Trainingssache, dass man den Spielern erklärt, gerade im Zentrum, wie sie sich im Spielaufbau zu positionieren und anzubieten haben. Die anderen Teams schaffen viel häufiger Überzahlsituationen im Mittelfeld, weil man sich dem Mitspieler klug anbietet. Hinzu kommen dann noch Mut und Können am Ball und ein gutes Zusammenspiel auf engem Raum. Wie wichtig war gestern für Lübeck alleine Mirko Boland mit seiner Ruhe am Ball im Zentrum und als Ballverteiler. Bei uns sieht man kaum eine gute Staffelung im Mittelfeld und die Abstände sind viel zu groß. Was dazu kommt, was mir auch fehlt, ist das Erkennen von freien Räumen, Läufe dort hin und Spieler am Ball, die dorthin spielen. Das alles gelingt aber auch nur, wenn Mitspieler auch mal einen Gegner mit einem anderen Lauf binden und wegziehen. Sieht man bei uns kaum. Wir bewegen uns ohne Ball fast gar nicht. So ist unser Spiel nach vorne struktur- und planlos. Oder wie oft konnten wir in dieser Saison aus eigenem Ballbesitz vernünftige Angriffe starten? Ich erinnere mich an nicht viel.
Gegen den Ball sind wir, wenn wir nicht gerade in der eigenen Hälfte warten, aber auch selbst da, oft nicht kompakt genug. Jeder Spieler muss mit nach hinten arbeiten, wir müssen konsequent verschieben und uns gegenseitig unterstützen. Zudem brauchen wir Zugriff auf den Gegenspieler. Lübeck hatte oft zu viel Platz im Mittelfeld, weil wir zu weit auseinander standen.
Das sind alles klassische Aufgaben eines Trainers - sowohl im Training als auch im Spiel (aktives Coaching). Ich hoffe, dass gerade das Offensivspiel akribisch trainiert wird, damit endlich jeder Spieler weiß, wie wir zum Torerfolg kommen können.
Ich fand auch, dass man gestern in der Anfangsphase so etwas wie ein Konzept gesehen hat. Nur war das trotz einiger Möglichkeiten und Dominanz gegen noch nicht anwesende Lübecker auch nicht überragend. Ich glaube, dass die großen Chancen ganz zu Beginn des Spiels einfach dafür gesorgt haben, dass Lübeck sich erst einmal ganz tief zurückgezogen hat. Sie waren schon etwas überrascht von unserer Spielweise und haben die Bälle auch zu einfach verloren. Wenn man dann so hoch steht und einen Ball nach dem anderen hoch gewinnt, lässt es sich immer recht leicht dominant spielen.
Klar ist natürlich, dass man als Drittligist nie 90 Minuten lang den Gegner so zupressen kann, dass er nicht aus der eigenen Hälfte kommt. Das erwartet auch keiner. Aber wenn diese paar Minuten trotzdem alles an Offensivbemühungen sein sollen, reicht das einfach über 90 Minuten nicht.
Und da fängt für mich, wie bereits erwähnt, das große Problem von Krämer an. Krämer kann oder will (aus Angst eventuell) der Mannschaft keine gesunde Balance und ein gutes Umschaltspiel einimpfen, das normalerweise aber nötig ist, um einen Gegner über die gesamte Spielzeit zu bespielen.
Wir können entweder kurze Zeit hoch pressen und können dadurch kurz eine Drangphase schaffen, weil wir immer wieder den Ball gewinnen und tief spielen. Oder wir können tief stehen, konzentriert verteidigen und versuchen dann ein Umschaltspiel, was in Ansätzen funktioniert.
Aber fließende Übergänge von Offensivphasen und Defensivphasen sieht man über ein gesamtes Spiel kaum, was allein die großen Löcher im Zentrum schon zeigen. Wir müssen als 10er-Block angreifen (ja, auch die Außenverteidiger), aber auch gemeinsam verteidigen. Das heißt, dass wir extrem viel Laufarbeit leisten müssen, die ich bis jetzt noch nicht sehe. Gefühlt sind die Teams von Krämer immer etwas lauffauler, wodurch die Verbindung zwischen Abwehr und Sturm oft fehlt. So hast du einfach nicht die nötigen Anspielstationen in nächster Nähe und keine Überzahlsituationen, sondern bist oft deine Mitspieler suchend auf dem Platz unterwegs. Uns fehlt die dauerhafte Kompaktheit, wofür jeder Spieler viel investieren muss. Den Plan muss allerdings der Trainer vorgeben.
Das sind die Scorerbilanzen unserer Offensivspieler im Seniorenbereich seit Sommer 2017:
Dave Gnaase: 80 Spiele, 7 Tore, 6 Vorlagen
Peter van Ooijen: 80 Spiele, 9 Tore, 7 Vorlagen
Kolja Pusch: 63 Spiele, 11 Tore, 6 Vorlagen
Rijad Kobiljar: 60 Spiele, 6 Tore, 8 Vorlagen
Ali Ibrahimaj: 48 Spiele, 6 Tore, 1 Vorlage
Gustav Marcussen: 94 Spiele, 10 Tore, 10 Vorlagen
Mike Feigenspan: 84 Spiele, 14 Tore, 11 Vorlagen
Patrick Göbel: 105 Spiele, 14 Tore, 16 Vorlagen (teilweise als RV)
Christian Kinsombi: 79 Spiele, 5 Tore, 8 Vorlagen
Heinz Mörschel: 72 Spiele, 16 Tore, 2 Vorlagen
Muhammed Kiprit: 46 Spiele, 29 Tore, 5 Vorlagen
Für mich zeigen diese Zahlen nochmal eindeutig, wie ineffektiv manche unserer Spieler einfach letztlich sind (z.B. Ibrahimaj und Kinsombi). Göbels Statistik wiederrum offenbart, wieso er uns aktuell auf dem rechten Flügel wohl am besten tun würde. Auch wird deutlich, dass Gnaase auf keinen Fall ein 10er ist. Im offensiven Mittelfeld (alleine oder zu zweit) müssen unbedingt van Ooijen und Pusch ins Rollen kommen. Feigenspan bringt die nötige Power und Einstellung für diese Liga mit und ist ein guter Vorbereiter, weshalb ich ihn gerne mal auf der linken Seite sehen würde. Auch Mörschel können wir doch nicht so versauern - der Junge wird ja noch nicht einmal eingewechselt.
Dass uns mindestens noch ein Spieler/Stürmer fehlt, der wie Kiprit für Minimum 10 Tore in einer Saison gut ist, wird auch deutlich. Aber das müssen wir jetzt eben ausbaden.
Jetzt sind es, wieder nach großem Umbruch und langer Vorbereitung, aber mit mehr Qualität, nach 9 Spielen unter Stefan Krämer 11 Punkte bei 7 geschossenen Toren. Die realistische Punkteausbeute fällt ähnlich wie die von Vogel aus.
Ja, unser Ziel ist nicht mehr der Aufstieg und wir spielen auch stabiler als vor einem Jahr, aber wir müssen uns bewusst werden, dass wir mit diesem Fußball nur noch um den Klassenerhalt kämpfen werden und kaum mehr als 48 Punkte sammeln werden. Die Verantwortlichen sollten die Entwicklung ganz genau beobachten und bei ausbleibender Besserung spätestens vor der Winterpause reagieren. Denn wir brauchen 1. Punkte, die man am ehesten mit Siegen holt und 2. spielerische Perspektive für die nächste Saison. Krämer holt einfach nicht das Optimum aus unseren Möglichkeiten raus!
4 Spiele stehen in den nächsten 19 Tagen auf dem Plan. Es bleibt kaum Zeit - wir müssen in den nächsten Wochen bereit sein, zu punkten. Angesichts der Gegner ist eigentlich alles unter 5 Punkten nicht tolerierbar - und das ist bereits wohlwollend gerechnet.
Ob wir das hinbekommen und vor allem wie, weiß ich nicht. Vielleicht wäre es sinnvoll, Krämer für diese Spiele eine Jobgarantie auszusprechen und gleichzeitig Offensivfußball zu fordern. Weil sonst sehe ich gegen die spielstarken Unterhachinger wieder Angsthasenfußball und ein 0:0, das uns und Krämer auch nicht weiterbringen wird. Wir müssen unsere Siegchancen schleunigst erhöhen und das geht nur über vernünftige Offensivaktionen. Denn bei 1860 erwarte ich nicht viel und danach kommt Halle zu uns - ein ganz wichtiges Spiel. Spätestens das ist für mich ein Spiel der Wahrheit, in dem wir die Hosen runterlassen müssen und 3 Punkte Pflicht sind (und dafür brauchen wir Tore!).
Ich bleibe dabei: Wenn sich an unserem Spiel nicht nachhaltig etwas ändert, werden die Ergebnisse in wenigen Wochen von alleine für Krämers Rauswurf sorgen - so hart das klingt. Es gibt nur noch einen Ausweg: der Mannschaft ein Konzept an die Hand geben und sie so aufstellen, dass sie TORE erzielen und Spiele GEWINNEN kann.
Da auch Göbel als Rechtsverteidiger nicht den allerbesten Eindruck macht, würde ich ihn gerne mal auf dem rechten Flügel sehen. Er scheint mir deutlich effektiver, hatte heute auch wieder einige gute Offensivaktionen dabei.
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