Üdinho
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Kann jemand aus der Erfahrung mit dem KFC sagen, wovon es konkret abhängt, ob der Spielbetrieb weitergeführt wird?
Reicht es theoretisch, wenn die Spieler "Bock" haben umsonst zu spielen? Die wollen sich doch sicher für neue Vereine zeigen.
Und wenn sie in Duisburg auch mit dem neuen Konditionstrainer nicht zufrieden sind, könnte das zu einer Streichung des Solis führen.
Was mich im Nachhinein viel mehr ärgert ist, dass man sich den Mist durch die lange Zeit ungelöste Investorenfrage und das leidige Stadionthema selbst eingebrockt hat.
Allerdings spielt man nun ja auch noch gegen formschwache Teams, für die es um kaum noch was geht. Z.B. gegen Verl, Türkgücü oder neuerdings auch Viktoria. Unter Umständen sind auch Magdeburg und sehr wahrscheinlich auch Mannheim bald aus dem Gröbsten raus. Das muss man dann ebenfalls ausnutzen.
Du kannst auch als Regel aufnehmen (wieder überspitzt), dass man die Lizenz entzogen bekommt, wenn man Firma xy als Werbepartner ins Boot holt. Kannst du alles machen. Die Frage ist immer, ob diese Regeln dann auch durchgesetzt werden können. Und bei diesem Punktabzug stellt sich für mich die Frage, wofür man überhaupt bestraft wird.
Im Normalfall (außerhalb Corona) wird im Lizenzierungsverfahren die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit geprüft. Kann man diese nicht aufweisen, dann kann man sich nicht einfach mit einer Insolvenz davonschleichen - wäre noch schöner. Im Normalfall MUSS es also Sanktionen und Punktabzüge geben.
Aber die Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit wurde ja ausgesetzt. Das Verfahren wurde gelockert. Und wenn bildlich gesprochen der Schaffner sagt: "Ihr benötigt wegen Corona heute kein Ticket", dann kann die Bahn sicher in AGB reinschreiben, dass man Strafe zahlen muss ohne Ticket. Aber es wird nirgends Bestand haben. Oder anderes Beispiel: Die Bunderegierung sagt: "Ihr müsst alle wegen Corona für die nächsten zehn Jahre nicht zum TÜV. Aber ihr müsst trotzdem dem TÜV nachweisen, dass die Reifen in Ordnung sind". Da würden auch alle nur mit dem Kopf schütteln. Ich weiß, die Vergleiche hinken. Aber ich hoffe es ist verständlich, worauf ich hinaus will. Das wäre aus meiner Sicht der Ansatzpunkt.
Man gibt normalerweise vor der Saison konkludent das Versprechen ab, dass man nicht Insolvenz anmeldet. Aber dieses Versprechen hat man doch in dieser Saison gar nicht geben müssen. Wozu und wofür wird also der Punkabzug ausgesprochen? Auf den ersten Blick handeln der DFB und die Gerichte vollkommen logisch. Da ist eine Regel und die wird eben angewandt. Bei Licht betrachtet stellen sich aber zumindest mir einige Fragen.
Auf den ersten Blick mag das stimmen. Aber aufgrund der U23-Regel sind Vereine wie der KFC stark darauf angewiesen, junge Spieler zu verpflichten, die ohne großen Qualitätsverlust spielen können. Das ist JETZT schon schwierig - ohne zweite Mannschaften (bzw nur Bayern). Aber was machst du, wenn der BVB in Leon Schneider Potenzial sieht und ihn für die 3.Liga haben möchte - mit Perspektive Profi? Dann zahlst du bei ihm schon drauf, wenn er in den Gehaltsverhandlungen nur erwähnt, dass er auch ein Angebot von Dortmund hat. Aktuell kann man sagen: "Hier kannst du 3.Liga spielen", aber das geht dann nicht mehr. Seine Perspektiven wären in Dortmund besser. Und das ist jetzt wirklich nur ein fiktives und erfundenes Beispiel.
Erfahrungsgemäß steigen bei vier Absteigern immer noch ein oder zwei Mannschaften ab, die neun Spieltage vor Schluss über dem Strich stehen. Das kann eben zu einer Scheinsicherheit und einem Zurücklehnen führen. Auch Chemnitz kann davon ein Lied singen. Selbst Viktoria Köln, Halle und Mannheim sind nicht aus dem Schneider. Alte Weisheit: Wenn die fehlenden paar Punkte nicht kommen, dann kommen sie nicht.
Der Spielplan ist generell sehr unausgeglichen. Jede Mannschaft hat immer viele stärkere Gegner am Stück und dann wieder mehrere schwache. So etwas muss man immer berücksichtigen, denn jede Mannschaft holt gegen schwächere Gegner mehr Punkte als gegen die Teams aus der oberen Tabellenhälfte. Das führt schnell zu falschen Leistungseinschätzungen. Aber es konnte vor der Saison niemand wissen, dass Verl eine Spitzenmannschaft sein würde.
Aufgrund des Spielplans darf man auch Lautern und Magdeburg keinesfalls abschreiben. Die haben fast nur "leichte" Gegner. Klar hört man immer die Sprüche "Wir schauen nur auf uns" oder "Jeder Gegner ist schwer". Aber das sind Phrasen, die an der Realität vorbeigehen.
Ob das mit dem neuen Rasen in den letzten Spielen DER Vorteil ist, muss man erst sehen. Die Gegner sind ja Mannheim, Lautern, Bayern II und Ingolstadt - also bis auf Lautern fußballerisch eher stärkere Mannschaften. Was ich eher als Vorteil sehe ist die Tatsache, dass die regelmäßigen Corona-Regelbrech-Hupkonzerte toleriert und von vielen Medien sogar gefeiert werden. Für mich ist das der eigentliche Skandal. Da muss man auch nicht mit Formalien kommen. Es war eigentlich eine stillschweigende Übereinkunft aller Fanszenen, dass es nicht zu Massenansammlungen vor den Stadien kommt.
Ansonsten hoffe ich trotzdem noch auf den Dotchev-Blues. Dotchev ist ja mit Köln in beide Spielzeiten furios gestartet. Viktoria hat am Anfang gepunktet wie ein Spitzenteam. Aber beide Male kam es zum Einbruch. Die Spielweise ist einfach sehr laufintensiv und meines Erachtens schwer über eine längere Strecke durchzuhalten.
Leider schlechte Nachrichten:
https://www.dfb.de/news/detail/dfb-praesidium-weist-uerdingen-beschwerde-gegen-punktabzug-zurueck-226064/
In Duisburg wird er ja als neuer Heilsbringer für die wacklige Defensive gefeiert. Kann jemand nachvollziehen, worauf diese Hoffnung beruht.
In den wenigen Einsätzen für den MSV und den KFC wirkte er auf mich nicht wirklich sicher oder souverän.
Wenn man nun davon ausgeht, dass der KFC ein Juwel ziehen ließ, dann würde mich weiter interessieren, wieso man ihn hat so einfach gehen lassen.
Viele Spieler hat man ja gegen ihren Willen gehalten.
Wie seht ihr diese Personalie?
Wie sagt man so schön: Guenouche ist Guenouche.
Ich frage mich, wo die Verhältnismäßigkeiten da noch stimmen sollen: Erzgebirge Aue muss eine Strafe zahlen, weil im Vip-Bereich eine Torte verzehrt wurde.
https://www.sueddeutsche.de/sport/fussball-aue-hygienekonzept-verstoss-geldstrafe-fuer-fc-erzgebirge-aue-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-210323-99-942443
Aber im Fall Duisburg gibt es NULL Reaktion auf die wöchentlichen Hupkonzerte. Obwohl die Bilder klar und eindeutig zeigen, dass die Leute da weder Abstände einhalten noch durchgängig Masken tragen. Die Leute sitzen eben NICHT brav in ihren Autos, so wie es uns erzählt wird.
Vielleicht sollten darauf auch mal die KFC-Verantwortlichen hinweisen - und sei es nur intern. Aus meiner Sicht wird da einfach nur nach Gutdünken ein Auge zugedrückt.
Auf jeden Fall scheinen die sich in Lotte nicht besonders wohl zu fühlen:
https://www.fussballdaten.de/vereine/sportfreunde-lotte/fsv-zwickau/spiele/
Vielleicht sollte man mal Videomaterial sichten um zu schauen, wie Lotte damals taktisch agiert hat. Die Mannschaft von Zwickau hat sich nicht großartig verändert.
Welchen Grund sollte der DFB haben sich gönnerhaft zu zeigen? Die Öffentlichkeit wartet doch nur darauf, dass der KFC "versenkt" wird. Das Einfachste wäre doch, es einfach beim Punktabzug zu belassen. Aber man wartet und wartet und wartet.
Für mich ist es unverständlich, warum man noch nichtmal hört, WANN denn mit einer Entscheidung zu rechnen ist.
Es geht mir einfach im die Widersprüchlichkeit. In Duisburg versammeln sich Woche für Woche Fans vor dem Stadion - zum Teil ohne die Maske richtig aufzuziehen und verschaffen der Mannschaft so einen Vorteil. Warum redet da niemand von Wettbewerbsverzerrung? Für das Lübeck-Spiel gilt dasselbe. Geht man hier die Galerie durch, dann sieht man, dass manche keine Maske tragen und schon gar keine Abstände einhalten. Warum ist das eine Kult und das andere Wettbewerbsverzerrung?
WENN man das schon erlaubt, wieso kann man dann nicht gleich die Fans ins Stadion lassen?
Oder anders ausgedrückt: Die wirkliche Wettbewerbsverzerrung ensteht doch dadurch, dass aktuell jede Fanszene ihr eigenes Süppchen kocht und auch die Stadien unterschiedliche Voraussetzungen bieten. Alle halten sich an die Regeln. Nur in einigen Vereinen gehen die Fans einen anderen Weg und lassen sich dafür feiern.
Was aber jetzt in Rostock versucht wird, kann auf Dauer jedem Verein weiterhelfen, so dass vielleicht irgendwann wieder eine einheitliche Anzahl an Fans in die Stadien darf. Zumindest ist es ein Schritt dahin. Natürlich kann man sich darüber streiten, weil die Inzidenzen unterschiedlich hoch sind. Aber das was in Lübeck oder Duisburg passiert, ist hingegen kein Schritt zur Normalität, sondern purer Eigennutz. DA feiert man es aber.
Was soll denn passieren, so lange Masken getragen und Abstände eingehalten werden?
Ich bin der Meinung: Wenn man zulässt, dass sich Fans vor Stadien versammeln, dann kann man sie auch gleich reinlassen.
Um den Bogen zu spannen: Das sollte man auch im Wege des Einspruchs klarmachen. Die Fans durften zu Saisonbeginn mit Masken ins Stadion. Dass man diese Grundsatzentscheidung rückgängig macht, war nicht wirklich abzusehen. Denn nüchtern betrachtet spricht nichts gegen eine zehn bis zwanzigprozentige Stadionauslastung.
Es nervt ziemlich, dass man von dem Thema so rein gar nichts hört.