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Neuer Hauptsponsor ·

Der letzte Abschnitt dieser "Analyse" ist aber schon etwas verwirrt, oder? Beim Rücktritt von Schürmann und Ludenberg hat es also die Falschen getroffen, aha. Ja, das ist schon eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, dass unser verdienter Sportvorstand Ilja Ludenberg aus dem Amt gedrängt wird, nur weil der edle Darlehnsgeber auf einmal doch nicht mehr zahlen will.

Im Juni "endet die Amtszeit des Vorstand endlich". Ja genau, die Amtszeit von Christoph Gummert und Marcel Brauner dauert ja jetzt schon ganze zwei Tage, ich kann die beiden auch langsam nicht mehr sehen...

Und der Verwaltungsrat ist natürlich völlig unschuldig. Wenn ich mich nicht verzählt habe, hat der Verwaltungsrat zehn Leute innerhalb von drei Jahren in den Vorstand berufen und laut Schulz sitzen jetzt immer noch die Falschen im Vorstand. Ganz so ein glückliches Händchen scheint unser Verwaltungsrat dann ja wohl doch nicht gehabt zu haben.

Hinata Gonda ·

Ich muss dich darauf hinweisen, dass du bei der Berechnung der 1.250€ die Beiträge für die BG vergessen hast - ein altbekannter Fehler :-) 1.000€ weniger Bruttogehalt bedeuten also eher so ca. 1.550€ weniger finanzielle Belastung für den Verein.

Ich meine, an einer Stelle mal gelesen zu haben, dass von den 90.000€ Personalkosten etwas mehr als zwei Drittel auf die Spieler der ersten Mannschaft entfallen. Das bedeutet, dass das gesamte monatliche Bruttogehalt der Spieler so bei ca. 40.000€ liegen müsste. Ich würde also nicht davon ausgehen, dass wir allzu viele Spieler haben, deren Gehalt wir von 5.000 auf 4.000€ reduzieren könnten. Vermutlich verdient kein einziger Spieler hier so viel.

Das auch vielleicht nochmal zur Einordnung, was ausbleibenden Gehaltszahlungen für die Spieler bedeuten. Ludenberg hat ja geäußert, dass 80% der Spieler von ihrem Gehalt als Fußballspieler leben. Da können wir davon ausgehen, dass das im Schnitt weniger als 2.500€ brutto sind. Wir bewegen uns hier sozusagen im Fußballprekariat.

Neuer Hauptsponsor ·

Das muss man finde ich nochmals betonen: Die wesentliche Schuld für die jetzige Situation liegt nicht beim derzeitigen Vorstand. Sondern eindeutig bei den Leuten, die nach der Insolvenz innerhalb von zwei Jahren wieder völlig unnötig hunderttausende Euro Schulden angehäuft haben. Die Verantwortung tragen natürlich hauptsächlich Raths und seine Vorstandskollegen selbst. Aber auch der Verwaltungsrat kann sich da nicht ganz freisprechen. Nicht nur, dass das mit der Kontrollfunktion wohl nicht so ganz funktioniert hat, es ist ja auch das Vereinsorgan, das diesen Vorstand installiert hat.

Was der jetzige Vorstand betreibt ist im Grunde nur noch Schadensbegrenzung. Ja, man sicherlich darüber streiten, wie gut diese Schadensbegrenzung gerade gelingt. Aber dass der Schaden überhaupt entstanden ist, da können wir uns bei anderen Leuten bedanken.

Levan Kenia ·

Ja, wahrscheinlich hätte Kenia diese Äußerungen so nicht tätigen sollen. Vielleicht liegt es daran, dass er kein Trainerprofi ist, die Situation schon die ganze Saison lang belastend ist oder einfach die Niederlage noch nicht emotional verarbeitet war.

Mit der Keule der arbeitsrechtlichen Konsequenzen müssen wir aber glaube ich keinem aus der Mannschaft kommen. Auch das ist wieder anders als im normalen Arbeitsleben: Die Spieler und Trainer sitzen allesamt am längeren Hebel. Praktisch alle sind unentbehrlich wenn man noch aufsteigen will und ohnehin reden wir hier noch von zwei Monaten Vertragslaufzeit für die meisten.

Levan Kenia ·

Ich finde diese Vergleiche mit der "normalen" Arbeitswelt nur bedingt angebracht.

Die wirtschaftliche Situation des KFC wird ja ausgiebig in der lokalen, teil sogar überregionalen, Presse behandelt. Wenn Gehälter nicht pünktlich gezahlt werden, dringt das so oder so an die Öffentlichkeit. Das wäre auch bei jedem anderen größeren Fußballverein so. Das ist halt anders als bei einem x-beliebigen Arbeitgeber, der nicht Teil der täglichen Berichterstattung lokaler Medien ist.

Auch der Verweis auf die fehlende Leistung... Kann man das wirklich sagen, dass Levan Kenia letzte Woche nicht die gemäß seines Arbeitsvertrags geschuldete Leistungen erbracht hat und sich deshalb nicht äußern soll?

Ja, weiß ich. Aber halt die Stadt und irgendwann wird die den vermarkten und auf irgendeine Weise wird dann das Geld zu einem Großteil auch beim KFC landen, denn ohne den KFC als Mieter ist der Stadionname ziemlich wertlos.

Ich gebe aber zu, das wird wahrscheinlich zu lange dauern um in der jetzigen Situation relevant zu sein. Wird wohl so ähnlich ablaufen wie mit der Grotenburgsanierung. Bestimmte Gruppen im Stadtrat müssen erst ihre Show abziehen und irgendwann geht es dann durch.

Abris Ansatz ist glaube ich, dass die Finanzierung durch Fans erfolgen soll, die aus Liebe zum Verein nicht den marktgerechten Zins verlangen (den man wahrscheinlich in unserer finanziellen Situation auch gar nicht mehr berechnen kann). Außerdem, dass die Finanzierung nur zustande kommt, wenn ein bestimmter Betrag gesammelt wird, der die aktuelle Liquiditätslücke füllt.

Die Idee ist ja OK, auch wenn ich stark bezweifle, dass man den benötigten Betrag zusammen bekommen würde. Nur ist halt die Finanzierungsform der Anleihe absolut ungeeignet. Dann eher noch Crowdfunding, weil das gesetzlich kaum reguliert ist. Meinetwegen auch Darlehensverträge, die nur unter bestimmten Bedingungen in Kraft treten.

Das ist aber alles nur Theorie, weil da wohl nie genug Leute mitmachen würden.

Was ich z.B. noch für sehr unwahrscheinlich, aber nicht komplett unrealistisch halten würde, wären so Sachen, wie dass man den Stadionnamen doch noch für mehrere Jahre verkauft und der Sponsor den Betrag im vorhinein bezahlt.

Hallo Abri, ich kann dir sagen was nicht geht: Eine Anleihe, so wie RWO es gerade macht, öffentlich zu platzieren. Denn dafür gibt es regulatorische Voraussetzungen, die wir nicht ansatzweise erfüllen können. Nur ein Beispiel (von ganz vielen Sachen): Ohne testierten Jahresabschluss 2022 wird nichts gehen. Und man hört ja, dass da gerade noch fleißig hin- und hergebucht wird.

Was theoretisch gehen könnte, wenn du das mit den 50.000€ wirklich ernst meinst: dem Verein direkt einen Kredit geben. Keine Ahnung, ob das realistisch und sinnvoll ist. Aber realistischer als die Herausgabe einer Anleihe auf jeden Fall.

Ich habe aber gar keinen Sachverstand, was das Managen eines Fußballvereins angeht :D Außer vielleicht bei irgendwelchen Spezialthemen aus dem Bereich Finanzen, aber das können andere insgesamt auch besser.

Das mit dem Sachverstand ist halt generell so ein Thema im Verein, denke ich. Wenn man im Berufsleben eine neue Stelle antritt, dann hat man entweder die nötige Erfahrung oder es gibt jemanden, der einen anlernt. Und wenn es beides nicht gibt, dann fängt man irgendwie klein an, aber nicht direkt auf dem Chefsessel.

Welche Erfahrungen im Oberligafußball haben die Vorstandsmitglieder der letzten Jahre mitgebracht, bzw. wer hätte ihnen sagen können, was zu tun ist?

Das ist wohl echt ein Problem bei der BG, dass viele Sportler so gerade genug (auf dem Papier) verdienen, um versichert zu sein, aber halt zu entsprechend niedrigen Beiträgen.

Abscheinend ein ziemliches Zuschussgeschäft für die BG bzw. die großen Vereine, denn so eine Reha für einen 250€-Spieler ist halt auch ganz schön teuer.

Ich habe mal gelesen, dass über 10.000 Fußballspieler in der gesetzlichen Unfallversicherung sind, ich glaube man muss nur mehr als 250 € pro Monat mit Fußball verdienen. Also wahrscheinlich jeder Oberligaspieler. Der Gesamtbetrag, den ein Verein bezahlen muss, ist natürlich abhängig von den gezahlten Gehältern.

Die "Erklärung", die hier vor ein paar Seiten mal genannt wurde, dass man aufgrund der Umstellung auf Vorschusszahlungen zu einem Zeitpunkt quasi doppelt zahlen musste, und dieses Problem auch andere Vereine hätten, ist - wenn sie so wirklich bei der Inforveranstaltung hervorgebracht worden ist - ohnehin glatt gelogen.

Ich kenne das Thema aus der Firma, bei der ich arbeite: Richtig ist, dass ab 2022 die Beiträge zwar vorschüssig erhoben werden, dafür aber das Jahr 2021 beitragsfrei war, dass heißt es gab Anfang 2022 keine Beitragserhebung für 2021. Und zwar genau damit es nicht zu Doppelbelastung der Unternehmen kommt.

Das Ganze funktioniert ähnlich wie man es von Gas- oder Stromverträgen kennt. Die Vorrauszahlungen sind nur eine Art Abschlag basierend auf den Vorjahresgehältern. Am Ende, irgendwann so im April oder so, gibt es eine richtigen Beitragsbescheid aufgrund der tatsächlich gezahlten Gehälter und Ausgaben der BG.

Ich denke, das war das Problem: Die Abschläge für 2022 waren viel zu klein (vielleicht hat man es auch irgendwie hinbekommen, gar keine zu zahlen), weil 2021 keine großen Gehälter gezahlt wurden (war ja nur die Hinrunde der Regionalligasaison). Dann dicke Nachzahlung im April 2023 plus saftige neue Abschlagzahlungen. Und zack, ein paar Hundertausend Euro im Minus. Derjenige, der den Beitragsbescheid geöffnet hat, muss vor Schreck vom Stuhl gefallen sein...

Die Zahlungen an der BG sind für einen Sportverein unserer Größe der zweithöchste Kostenpunkt, direkt nach den Gehältern. Sollte man eigentlich schon im Griff haben...

Ist das so auf der Informationsveranstaltung am Samstag erklärt worden?

Marcus John ·

Ah okay, danke, das hatte ich dann wirklich falsch in Erinnerung!

Marcus John ·

Seine Aussage zum Umfeld scheint mir völlig plausibel, eher noch wohlwollend formuliert.

Die Einschätzung der sportliche Lage wirkt hingegen ziemlich realitätsfern nachdem man gerade völlig verdient zuhause 1:4 gegen einen Abstiegskandidaten verloren hat. Aber gut, das ist nun mal sein Verantwortungsbereich, klar, dass er sich da nicht allzu kritisch äußert.

Irgendwie habe ich etwas die Sorge, dass unser Verschleiß an Trainern (und auch Spielern) langsam etwas ins Geld geht. John hat ja seinen normalen Beruf ruhen lassen, er wird also wohl eine Vergütung beziehen, von der man Leben kann. Wenn es hier also weitergeht, wird man sich demnächst auf eine Vertragsauflösung einigen müssen und da wird wieder ein fünfstelliger Betrag ohne Gegenleistung weg sein.

KFC - St. Tönis 24.01.24 ·

Wir haben letzte Saison als einziger Oberligist tagsüber trainiert, so dass die Spieler keiner anderen Erwerbstätigkeit nachgehen konnten. Allein das sollte ein ziemlich starkes Indiz dafür sein, dass wir andere Gehälter als "normale" Oberligisten zahlen (oder zumindest gezahlt haben, wobei ja viele Verträge aus dieser Zeit noch laufen und auch Neuzugänge wie Schlösser, Blum, Abel werden wohl ein bisschen was kosten).

Marcus John ·

"b) was eigentlich Spieler verdienen müssen, damit ein derartiger Betrag zustandekommt. Insbesondere der zweite Teil war in meiner Erinnerung ohne Ergebnis geblieben."

Ich habe den genauen Wert nicht mehr im Kopf, aber für bezahlte Sportler war es in 2022 glaube ich etwas mehr als 30% des Bruttoentgelts, das an die VBG abgeführt werden muss. Der Prozentsatz wird in den nächsten Jahren sogar noch etwas steigen, da die Gefahrenklasse für Profisportler bis 2027 sukzessive angehoben wird. Bis jetzt war das nämlich nicht kostendeckend und musste durch andere Berufsgruppen quersubventioniert werdnen.

Es gibt dann wie bei den anderen Sozialversicherung noch Beitragsbemessungsgrenzen. Da wird aber wohl kein Spieler von uns drüber liegen (zu Drittliga-Zeiten war das natürlich noch sehr wohl der Fall, keine Ahnung, ob vielleicht deshalb auch jemand der Verantwortlichen falsche Annahmen zur Höhe der Beiträge hatte).

KFC - St. Tönis 24.01.24 ·

Wenn ich es richtig verstehe, suchst du ja nach Spieltagseinnahmen abzüglich Spieltagsausgaben, also das was quasi übrig bleibt um die Mannschaft zu finanzieren (oder die Schulden abzubezahlen...). Da erscheinen mir für die Ligaspiele 340.000€ je Saison bei einem Schnitt von 2.000 auch viel zu hoch.

Da ein Teil der Spieltagsausgaben Fixkosten sind, also in gleicher Höhe anfallen, wenn weniger Zuschauer kommen (z.B. Stadionmiete, Schiedsrichter etc.) kann man nicht sagen, dass bei auch noch die Hälfte des Überschuss übrig bleibt wenn nur noch die Hälfte der Zuschauer kommt. Die Frage ist, wie schlecht müsste die Mannschaft sein, um überhaupt die Hälfte der Zuschauer zu vergraulen. Das müsste man schon mit der allerletzten Thekenmannschaften antreten, denke ich.

Ob der Blick nach Ratingen oder Schonnebeck hilft, weiß ich nicht. Die Sponsorensituation wird bei jedem Verein recht individuell sein. Außerdem haben wir halt auch eine etwas andere Kostenstruktur als die restlichen Vereine in der Oberliga, die wohl z.B. eher keine hauptamtlichen Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle haben werden.

Marcus John ·

OK, das war Samstag und eigentlich fast die ganze Saison so schwach, dass man ja fast nicht mehr anders konnte, als John von seinen Aufgaben zu entbinden.

Ich frage mich nur gerade, wie viele "schlechteste Trainer aller Zeiten" hatten wir eigentlich in den letzten fünf Jahren? Werden wohl locker 6, 7 gewesen sein. Irgendwie kommen bei mir doch langsam Zweifel auf, ob das immer alles nur an den Trainern liegt. Und wenn doch, dann machen diejenigen, die diese Trainer andauernd einstellen, auch keine gute Arbeit.

KFC - St. Tönis 24.01.24 ·

Gerade mal zum Spaß für mich ausgerechnet: Wir haben vier Dauerkarten im Block M, zweimal ermäßigt, zweimal Vollzahler. Der Nettoumsatz pro Spiel und Person beläuft sich damit auf exakt 9,89€. Davon gehen dann noch ein paar variable Kosten ab, z.B. fürs Ticketing. Liegt man wahrscheinlich bei 8,50-9 Euro. Plus diverse Fixkosten wie Stadionmiete, aber danach war ja nicht gefragt. Dann gibt es noch Catering, ja. Aber es würde mich fast wundern, wenn man insgesamt mehr als 10€ je fehlendem Zuschauer verliert.

Außerdem glaube ich, dass wir schon ganz schön schlecht spielen müssten, damit sich die Zuschauerzahlen wirklich halbieren. Das Publikum ist hier ja leidensfähig :)

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