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1.Bundesliga ·
Ich verstehe deine Argumentation nicht wirklich, Ürdi. Meinst du das ernst? Thuram ist der Sohn von Lilian Thuram (Vermögen ca. 245 Millionen US-Dollar), wurde in Parma geboren, ist Franzose, schwimmt seit seiner Geburt in Geld und hat jetzt selbst schon Millionen auf dem Konto. Also finanziell wird ihn keine Strafe der Welt treffen. Was sind da schon 150.000 Euro? Und was soll das mit Afrika zu tun haben?Für mich fällt die Strafe bei allen Entschuldigungen auch zu gering aus!
Neue Investoren ·

Ich finde nicht, dass es für uns nur den einen alternativlosen Weg zurück in den Profifußball gibt und alles andere zwangsläufig nicht mehr als Fußballromantik ist und bin auch nach wie vor der Ansicht, dass man zwischen verschiedenen Investoren unterscheiden sollte.


Wir wissen aktuell noch nichts über die Ziele und Absichten der möglichen armenischen Investoren, weshalb ich vorsichtig wäre, dem Ganzen so positiv gegenüber zu stehen. Ich jedenfalls kann von mir sagen, dass ich es nicht akzeptieren würde, wenn wir als KFCN Uerdingen auflaufen würden und letztlich nicht mehr als ein Farmteam für den armenischen Fußball wären. Ich habe nach Ponomarev wie viele andere Fans und auch die Stadt klare Erwartungen an einen zukünftigen Investor bezüglich Professionalität, Seriösität und Nachhaltigkeit. Die im Eingangspost artikulierte Sorge sollten wir doch ernst nehmen. Ich teile daher auch die Aussage des neuesten Banners der Ultras an der Grotenburg ("Unser Verein wird nicht an der Basis vorbei an Investoren mit unklaren Motiven verkauft").

Wir können hier doch nicht die Augen vor möglichen Problemen verschließen, nur um unseren Status quo zu erhalten und weiter von der 2. Bundesliga zu träumen. Für mich steht der sportliche Erfolg nicht so weit über allem anderen, dass man dafür quasi alles in Kauf nehmen würde. Manche hier schreiben, dass der Profifußball immer mehr zu einem Business verkommt, wollen aber trotzdem am liebsten sofort dort hin, weil Erfolg eben sexy ist. Wie gesagt, ich hätte keine Lust, einen KFC in der 1. Bundesliga zu sehen, wenn wir dafür unsere Seele verkaufen würden und zum Spielball eines Investors werden würden. Schaut euch doch die Stadien in England an.

Ganz nebenbei halte ich die Zielsetzung des schnellen Aufstiegs in die 2. Bundesliga aktuell sowieso nicht für realistisch, denn andere Vereine haben für diesen Schritt jahrelang Aufbauarbeit leisten müssen, die wir erstmal noch vor uns haben. Es gibt auch andere Wege als den des schnellen Erfolgs mit irgendwelchen x-beliebigen Investoren und diese müssen nicht unbedingt Landesliga und Fußballromantik auf Bezirkssportanlagen bedeuten.


Es gibt es eine Fülle an Investitionsmodellen, die man aber nicht einheitlich bewerten sollte. Wenn man beispielsweise vom kommerzialisierten Bundesliga-Fußball spricht, sollte schon noch einmal unterschieden werden, auch wenn das große Ganze ingesamt natürlich zu einem Produkt geworden ist: Es gibt künstliche Gebilde wie RB Leipzig, Werksklubs wie den VfL Wolfsburg, Spielzeuge Superreicher wie 1899 Hoffenheim und Sponsoren wie Gazprom oder Qatar Airways, aber auf der anderen Seite genügend Vereine, die dank eines gewachsenen Sponsorenpools, einzelner verwurzelter Investoren oder anderer Finanzierungsmodelle Profifußball ermöglichen können. Diese Vereine wie Bielefeld, Mainz, Augsburg und viele Zweitligisten haben es ohne ausländische Investoren geschafft, welche in der Regel schon noch deutlich profitorientierter agieren. Man kann es sogar bis in die Bundesligen schaffen, ohne sich einem einzigen Investoren anzuvertrauen, auch wenn das wie gesagt aktuell gar nicht unser Thema sein sollte und nicht einfach ist.


Grundsätzlich ist es ohne finanzkräftige Hilfe heutzutage natürlich erheblich schwieriger geworden, aus der Regionalliga oder 3. Liga herauszukommen. Vereine wie wir, aber selbst etwas etabliertere und in der Region anerkanntere Vereine wie Alemannia Aachen, Kickers Offenbach, Rot-Weiß Erfurt, Hessen Kassel oder der Wuppertaler SV kämpfen rein mit Sponsoren dauerhaft ums Überleben und sind auf größere Investitionen angewiesen, um irgendwann wieder eine Chance auf Profifußball zu haben. Trotzdem muss man sich eben immer die Frage stellen, wie wichtig einem die Aussicht auf Erfolg ist und wie wichtig die nachhaltige und seriöse Entwicklung des Vereins. 1860 München, Carl-Zeiss Jena oder wir gelten nicht als Positivbeispiele für den Einstieg ausländischer Investoren. Besser stehen Vereine da, deren Investoren oder Gönner es wirklich ernst mit dem Verein meinen, wodurch die Vereine langfristiger planen und finanziell solider aufgestellt sind.

Allerdings ist auch offensichtlich, dass wir nicht der einzige Verein sind, der vergeblich solch einen regionalen Investor sucht. Beispiele wie aus Erfurt in diesem Jahr, wo Ex-Profi Franz Gerber als Investor eingestiegen ist und nun den Verein konsolidieren, Strukturen aufbauen, Sponsoren hinzugewinnen, die Fans zurück ins Boot holen und dann mit sportlicher Kompetenz und Nachhaltigkeit in den nächsten Jahren den Aufstieg aus der Oberliga in die 3. Liga anpeilen möchte, sind nicht die Regel, sondern sind Glücksfälle.


Wir wissen alle, auf welch wackligen Beinen unser Verein seit Jahren steht und dass wir aktuell fast dazu verdammt sind, einen Investoren zu finden, wenn wir weiterhin im Profifußball mitmischen möchten, aber wir sollten eben auch wissen, wo wir herkommen und dass die ganzen Diskussionen hier ohne Ponomarev gar nicht stattfinden würden. Einzig und allein durch Ponomarevs Geld können wir jetzt von der 2. Bundesliga träumen - ansonsten hat sich in und um den Verein kaum etwas geändert. Wir befinden uns seit zwei Jahren in einer künstlich erzeugten Blase Profifußball, obwohl wir dort eigentlich aktuell noch viel weniger zu suchen hätten als viele Regionalligisten. So viel zu verlieren haben wir also eigentlich gar nicht. Wir haben so viele Baustellen offen, weshalb wir eigentlich das Wort Bundesliga gar nicht in den Mund nehmen dürften.


Wieso also mit Krampf unseren Verein wieder in die Hände unfähiger, rein renditeorientierter, kaum verwurzelter Investoren legen, die mittelfristig mehr kaputt machen könnten als schaffen? (Es besteht zumindest die Gefahr, dass wir uns mit den armenischen Investoren solche Leute ins Boot holen könnten) Wenn wir einen anderen Weg gehen wollen und irgendwann vielleicht Investoren gewinnen wollen, die hier wirklich etwas aufbauen wollen, müssten wir uns doch erstmal folgenden Fragen widmen:

Haben wir als Verein nicht erstmal wieder unser Image zu verbessern, damit wir überhaupt erstmal wieder in Krefeld und Umgebung ernstgenommen werden? Sollten wir nicht erstmal wieder den Rückhalt in der Stadt gewinnen, den wir haben könnten? Sollten im Verein nicht vielleicht erstmal Leute tätig werden, die dem Klub wieder ein Gesicht geben?


Wenn wir dem Verein wieder ein Herz und Hirn geben würden und ernsthaft um Hilfe beten würden, dann bin ich mir sicher, dass, auch mit dem Stadion, zumindest schon einmal eine hinreichende Zahl an Sponsoren helfen würden. Aus einer gesunden Basis heraus könnte man sich dann anschließend Gedanken um die Finanzierung eines größeren Etats bzw. von Profifußball machen. Ponomarev hat mal gesagt, dass wir über Mitgliedereinnahmen (völlig ungenutztes Potential), Sponsoren (liegt ebenso brach) und Eintrittsgelder (auch mehr möglich als 1200 Nasen) pro Jahr maximal 600.000 Euro erwirtschaften können. Für die Regionalliga wäre das eng, keine Frage, aber ich sehe wie geschrieben eben ungenutzte Potenziale.


Beim Bonner SC, einem eher kleinen Regionalligisten, sieht es aktuell übrigens wie folgt aus:

"Wir waren im Jahr 2010 insolvent, uns gab es also fast gar nicht mehr. Jetzt wollen wir möglichst schnell in die 3. Liga aufsteigen und Strukturen etablieren, die für den Profifußball notwendig sind. In den letzten ein bis zwei Jahren haben wir ein Plateau erreicht, welches für die Regionalliga reicht. Mit unserem Etat von rund einer Millionen Euro sind wir nämlich nur eine kleine Trompete im großen Orchester Profifußball. Aber wir haben großes sportliches Potenzial: Unser Trainer ist top und wir haben viele Spieler im Kader, die sich sportlich weiterentwickeln wollen. In der Vereinsführung arbeiten wir nach drei Prinzipien: Seriösität, Geduld und Verlässlichkeit. Wir wollen uns langfristig entwickeln. Dazu tragen auch unsere Sponsoren bei, deren Anzahl wir in den vergangenen drei Jahren von 60 auf 160 haben steigern können. Die Sparkasse KölnBonn als Trikotsponsor auf der Brust zu tragen, ist für mich und den Bonner SC eine Auszeichnung."


Ganz salopp gesagt muss solch eine Basis für einen Verein wie den KFC Uerdingen mit viel größerem Namen und Fanpotential auch möglich sein. Wir sind größer als wir oft denken.


Und wieso nicht auch neue Wege der Finanzierung gehen, wie andere Vereine auch? Ein Beispiel sind die zuletzt bei einigen Vereinen ausprobierten Fan-Anleihen. Hier das Beispiel MSV:

"Um neues Geld zu generieren, startete der MSV Duisburg vor über einem Jahr eine Fan-Anleihe. Ab einem Betrag von 100 Euro können Fans ihr Geld beim MSV anlegen, und erhalten es nach fünf Jahren mit einer Verzinsungen von 5 Prozent zurück – im Falle des Aufstiegs erhöht sich der Zinssatz gar auf 6 Prozent. Wenige Tage vor dem Ende der Aktion sind bisher 519.000 Euro erwirtschaftet worden. "Wir sind beim Start der Anleihe davon ausgegangen, den Schuldenschnitt und die Stadionlösung in kurzer Zeit zu erreichen. Das hat sich dann aber leider als Marathonverfahren erwiesen, das erst jetzt abgeschlossen ist. Wir haben aber von Anfang an kommuniziert, dass wir wissen, dass mittelständische und Großanleger erst in die Zebra-Anleihe einsteigen, wenn diese Sicherheit wirklich fix ist. Deshalb sind wir mit dem jetzt erreichten Ergebnis nicht unzufrieden“, so MSV-Vorstandsvorsitzender Ingo Wald. Die Erlöse werden zum einen in das NachwuchsLeistungsZentrum des MSV investiert und zum anderen in den Verein selbst, um "die Abhängigkeit von Banken und einzelnen Investoren weiter zu reduzieren." "Unser Dank geht an die vielen, vielen Fans, die mit dem Zeichnen der Zebra-Anleihe wieder einmal ihre Liebe und Leidenschaft zum MSV gezeigt haben. Auch dieser Erfolg der Zebra-Anleihe ist ein wichtiger Baustein, mit dem beim MSV jetzt das Fundament geschaffen ist, eine wirtschaftlich und damit auch sportlich erfolgreiche Zukunft angreifen zu können“, erklärte Robert Philipps, stv. Vorstandsvorsitzender des MSV."

Ich wünsche mir einfach, dass wir den Verein als solchen mehr wertschätzen und uns nicht rein zum Spielball von unbekannten Investoren machen, nur weil wir vermeintlich keine Alternative sehen. Ich bin nicht per se gegen Investoren, nur sollten das Wohl und die ID des KFC immer über allem anderen stehen! Wer das gefährdet, hat meine Stimme nicht (mehr). Ich freue mich über eine Diskussion!

3. Liga 2020/21 ·
Ich habe mir nach 17 Spielen mal ein paar Liga-Statistiken angeschaut (die Verzerrungen durch die ausstehenden Nachholspiele ausgeblendet):
Punkte nach Rückstand: Wir lagen 9 Mal zurück (nur 4 Teams lagen häufiger zurück), woraus am Ende noch je ein Sieg und ein Remis herausgesprungen ist - sind 4 Punkte. Mit den 4 Punkten stehen wir fast im unteren Drittel der Tabelle. Das zeigt, dass Abwarten nicht die beste Option ist, erst recht nicht, weil wir nach Rückstand kaum noch zurückkommen (der Sieg war zudem in Überzahl in Zwickau).
Punkte nach Führung: Wir lagen 7 Mal in Führung (nur 2 Teams haben weniger geführt) und daraus 6 Siege geholt. Das ist eine der besten Quoten der Liga. Allerdings gehen wir aufgrund unserer abwartenden Taktik eben kaum in Führung, obwohl wir danach meistens gewinnen, weil wir ja verteidigen können. Insgesamt zeigt sich hier also die fehlende Balance zwischen Angriff und Abwehr. Würden wir offensiver auftreten, könnten wir öfter in Führung gehen und diese dann sauber verteidigen, quasi wie Lautern am Wochenende. Denn es ist natürlich schon in der 3 Liga eher so, dass das Team, das in Führung geht, am Ende gewinnt. Daraus sollten wir aber nicht ziehen, ein Gegentor zu verhindern, sondern ein Tor zu schießen.
Art der Tore: Wir haben bis jetzt ganze 2 Kopfballtore erzielt, nur Dresden hat weniger. Und das, obwohl wir viele große und kopfballstarke Spieler auf dem Feld stehen haben. Wir haben Defizite bei Standards (wobei das besser geworden ist) und vor allem bei Flanken aus dem Spiel heraus auf unsere Stürmer. Die 0 Elfmeter wurden bereits thematisiert und auch durch direkte Freistöße haben wir 0 Tore erzielt.
Langholz auf ihn, der die Bälle dann behaupten und dann die nachrückenden Mitspieler einbinden soll? Ingolstadt 2.0, nur dass die das deutlich besser spielen, weil alleine Kutschke schon deutlich stärker ist.
Kader 2020/21 ·
Grimaldi hilft uns mit seinen nach wie vor unbestrittenen Qualitäten als Anspielstation mit dem Rücken zum Tor, aber das war es dann leider auch. Es fehlen zu viele Eigenschaften, die einen guten Stürmer ausmachen.
Ein Blick auf die Scorerliste der 3. Liga verdeutlicht übrigens bestens unsere Misere. Unsere Topscorer nach 17 Spielen sind Kiprit und Mörschel mit je 4 Scorerpunkten auf einem geteilten 59. Platz. Das ist großer Mist.
Hier nur mal die Topscorer einiger anderer Vereine:
Saabrücken hat Shipnoski (15 Scorerpunkte), Jacob (9) und Jänicke (7).
1860 hat Mölders (14), Dressel (8) und Neudecker (7).
Türkgücü hat Sararer (14) und Sliskovic (13).Verl hat Janjic (13), Yildirim (10) und Rabihic (7).
Wehen hat Malone (12), Korte (9) und Tietz (8).
Mannheim hat Martinovic (12), Ferati (8) und Boyamba (7).
Halle hat Boyd (11) und Derstroff (8).Dresden hat Daferner und Hosiner (je 9) und Weihrauch (8).Rostock hat Bahn (9) und Verhoek (8).
Wenn man das liest, dann merkt man schon, wie wichtig Unterschiedsspieler sind. Diese fehlen uns im Sturm und auf den Flügeln. Dennoch haben Kiprit, Mörschel, Pusch, van Ooijen oder auch Göbel alle locker das Potenzial für 10 Scorerpunkte, wenn wir uns denn mehr Chancen erspielen würden.
Kader 2020/21 ·
Für mich ist ebenfalls die entscheidende Frage, ob es andere Trainer nicht doch besser können, erstmal auch losgelöst davon, ob diese Trainer auch zu uns kommen bzw. ob wir überhaupt Krämer entlassen. Wahrscheinlich werden wir ja sowieso noch einige Spiele mit Krämer sehen, aber das hängt auch von den Entwicklungen in der Führungsetage ab.
Jedenfalls hatte Stefan Krämer, das muss man inzwischen konstatieren, noch nie und hat aktuell auch weiterhin nicht eine echte Offensivstrategie! Seine Strategie geht nicht ernsthaft darüber hinaus, dem Gegner bewusst den Ball zu geben, um dann Ballgewinne zu provozieren und vor das Tor zu kommen. Das eigene Spiel mit Ball am Fuß ist für ihn lästiges Nebenwerk. Er hat es im Sommer mal etwas versucht, schnell gemerkt, dass er damit hier scheitern wird, und dann als Konsequenz eben wieder das gespielt, was er immer hat spielen lassen: abwarten, gut stehen, phasenweise pressen, umschalten, Standards, zweite Bälle. Das sind schöne Basics, aber für einen Profitrainer ist dieses Repertoire doch arg begrenzt.
Lautern gestern in der 1. Hälfte war doch wieder ein gutes Beispiel. Das gesamte Team ist entweder gemeinsam angelaufen, woraus Ballverluste resultierten, oder es stand sicher und hat dann planvoll und schnell umgeschaltet oder man hat sich aus einer sicheren Ballzirkulation heraus strukturiert nach vorne kombiniert, durch klares Positionsspiel im Mittelfeld uns saubere Pässe.
Bei uns gibt es kein hohes Anlaufen, wenn überhaupt ein ganz ordentliches Mittelfeldpressing, in dem manche Spieler wie van Ooijen aber manchmal auch noch überdrehen und einfach ausgespielt werden. Wenn wir Ballgewinne haben, findet immer noch zu selten ein klares Umschaltspiel statt - mit einstudierten Läufen und Passoptionen. Und im eigenen Ballbesitz lösen wir Situationen viel zu häufig mit einem bloßen langen Ball auf Grimaldi. Das Zentrum ist kaum anspielbar und die Spielertypen fehlen, weil Gnaase und Wagner eher defensiv denken. Pusch und van Ooijen treten noch viel zu selten in den Räumen in Erscheinung, wo wir sie alle sehen wollen.
Insgesamt sieht unser Offensivspiel somit, wenn es denn mal stattfindet, viel zu planlos aus. Die Jungs können zwar kombinieren, sich freilaufen und lösen Situationen auch dank ihrer Klasse teilweise sehr klug, aber eine Spielidee, mit der gezielt die Wahrscheinlichkeit eines Torerfolgs erhöht wird, ist nicht ersichtlich. Deshalb punkten wir auch fast nur, wenn wir hinten sicher stehen können und es damit jedem Gegner naturgemäß schwer machen. Sobald es hin und her geht (Pressing, Umschalten) oder wir eine Abwehr aushebeln müssen (sogar aus dem laufenden Spiel heraus, ohne dass der Gegner nur mauert), kriegen wir gewaltige Probleme. Die Spieler wissen einfach nicht blind, wo ihre Kollegen stehen, wer welche Läufe macht, wann sie sich wie entscheiden müssen. Das muss ein Trainer vorgeben, den Spielern mit an die Hand geben. Und wenn daran jetzt nicht hart gearbeitet wird, werden wir immer wieder solche Spiele wie gestern erleben
Wir haben auch ein Qualitätsproblem, denn wir bräuchten mehr Spieler, die aus wenig viel machen können und vor dem Tor eiskalt sind. Aber in erster Linie holt der Trainer doch einfach nicht das Maximum aus dem vorhandenen Spielermaterial heraus. Wenn unsere Stürmer so wenige brauchbare Bälle bekommen, weil wir vorher so viele Bälle verlieren oder den letzten und vorletzten Ball völlig vergeigen, dann haben sie es schwer. Schaut mal, wie schön die Spieler anderer Vereine freigespielt werden. Wie viele Großchancen haben wir denn pro Spiel? Wir haben viel Luft nach oben. Das müssen wir doch alle einsehen, oder?
Muhammad Kiprit ·
Er befindet sich in einem - für sein Alter - normalen Loch. Ursache dafür ist aber nicht unbedingt er selbst, auch wenn er noch viel lernen muss.
Heinz Mörschel ·
Für mich inzwischen auch mit der beste Mann bei uns. Heute war er einer der wenigen, die sich behaupten konnten, hat den Überblick behalten, Bälle auf die Flügel verteilt und Zweikämpfe geführt. Er findet immer mehr zu seinem Spiel, wird immer selbstbewusster. Der Junge bringt für das offensive Mittelfeld alles mit und zeigt es jetzt endlich. Guter Transfer!
Patrick Göbel ·
Absolute Zustimmung! Wir müssen mehr auf Göbel setzen, denn er bringt als einer der wenigen Qualität auf der offensiven Außenbahn mit und kann dadurch seine Mitspieler bedienen. Ich würde, wenn wir mit Flügeln spielen, voll auf Marcussen und ihn bauen!
Nikolas Weinhart ·
Ein unseriöser Schwätzer halt, der gute Kaufmann vom Wuppertaler SV.
Verdiente Niederlage, vor allem aufgrund der ersten Halbzeit. Die zweite Hälfte war okay, aber das reicht letztlich nicht. Ja, die Mannschaft hat heute einen vorbildlichen Einsatz gezeigt, ist fit, ist nicht auseinander gebrochen und hat alles nach vorne versucht und im Mittelfeld einen ordentlichen Ball gespielt. Nach den letzten Spielzeiten kann man darüber schon froh sein. ABER all das ist eigentlich nicht mehr als Standard in der 3. Liga. Wenn du mehr als 10 Spiele gewinnen willst, dann brauchst du mehr Offensivpower - spielerisch und personell.
Wir haben uns in den letzten Wochen stabilisiert und phasenweise ganz ordentlich Fußball gespielt und ja, die Mannschaft steckt die Außengeräusche gut weg. Trotzdem haben wir faktisch pro Spiel die schlechteste Offensive der Liga - ein Wert eines Absteigers. Unser Punkteschnitt reicht am Ende für knapp 50 Punkte, wenn alles gut geht. In 3 Wochen fahren wir ersatzgeschwächt nach Magdeburg, wo wir gewinnen sollten. Der Klassenerhalt ist noch weit weg und bis dahin brauchen wir Punkte und dafür TORE! Nicht jeder Gegner lässt und so gewähren und setzt uns so wenig unter Druck wie Köln unter der Woche. Wie Krämer sagte, müssen wir immer am Limit spielen, um überhaupt zu punkten.
Die Offensive ist DIE Schwachstelle des Teams. Das wusste Krämer seit Saisonbeginn, hat sich dann aber, weil Fußball Ergebnissport ist, erstmal der defensiven Ausrichtung gewidmet. Das hat mal hier mal da ganz gut geklappt, aber heute hat man wieder gesehen, dass wir offensiv kaum Automatismen, Selbstvertrauen und die richtigen Spieler auf den richtigen Positionen haben und insgesamt zu dünn aufgestellt sind. Ging ja schließlich auch oft genug ohne Offensive gut. Außer halt gegen Lübeck. Und Halle. Und Verl. Und Kaiserslautern.
Mit einem Feigenspan und Kinsombi gewinnst du nix, das muss man inzwischen so hart feststellen. Kiprit ist Evina 2.0 und Grimaldi macht Bälle fest, hat aber keine Mitspieler. Van Ooijen und Pusch spielen unter Leistungsvermögen. Wagner ist kein Offensivspieler. Göbel darf nicht mehr spielen.
Eigentlich brauchen wir in der Offensive dringend Verstärkung, aber ich glaube leider nicht, dass wir noch aktiv werden, da wir ja noch ganz andere Probleme haben. Ob Krämer aus dem zur Verfügung stehenden Material noch eine funktionierende Offensive hinbekommt, bezweifle ich. Schließlich ist das nicht seine Kernkompetenz, wie man deutlich sieht.
Hoffen wir das Beste, denn die Jungs sind alle charakterlich einwandfrei und hängen sich voll rein. Am Ende dürfen wir mit dieser Truppe nicht absteigen.
Die sechs Punkte waren überlebenswichtig, um mal mit Jeff Saibene zu sprechen.
Wir notieren: Lukimya verliert einen Zweikampf.
Dass Göbel nicht spielt, grenzt an eine Frechheit!
Sehe ich auch so.
Wir können nur darauf hoffen, dass wir unsere Punkte für den Klassenerhalt sammeln. Irgendwie eben. Da wir den Trainer wahrscheinlich ja behalten und die Chemie stimmt, wird es wohl Augen zu und durch heißen. Gegner niederkämpfen und irgendwie Tore erzielen. Höhere Ambitionen sollten wir uns aber abschminken.
Es geht doch nicht darum, wie die gegen andere spielen. Was Lautern kann, zeigen sie heute. Vielleicht sind wir dann auch einfach schwach? Gegen Köln haben wir nach zwei Standards getroffen, das war es. Gegen Türkgücü war es ein abgefälschter Fernschuss. Aber stimmt, wir haben ja überdurchschnittlich viele Torchancen laut Krämer. Lautern zeigt heute, wie man guten Fußball spielt. Da stimmt alles - vom Pressing, über die Galligkeit, das Umschalten, bis zum Passspiel, dem vertikalen Spiel/Flügelspiel und Abschluss.
Und man sieht jetzt auch, wie schwach Türkgücü und Köln letztlich waren.
Die können mit dem Kader ja nicht ewig so schwach performen. Jetzt zeigt sich mal, was in denen steckt.

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