NobbieB
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Mensch Toni, das ist ja fast schon zu viel der Ehre, dass du dich so leidenschaftlich an meiner Persönlichkeitsstruktur abarbeitest. Deinen so vielfältig interessierten Gedanken ist allerdings ein kleiner Denkfehler unterlaufen.
Genau wie links-radikales Gedankengut ist auch die neu-rechte Hetze eben gerade keine „Meinung“, die man als toleranter Mensch hinsichtlich seines Weltbilds unbedingt berücksichtigen müsste. Es sei denn, man hat eine leicht populistische Ader, aber die würde ich Dir natürlich nicht unterstellen ;-). Dass du Kommentare der „Jungen Freiheit“ benötigst, um Dir eine „relativ objektive Meinung“ zu verschaffen, spricht allerdings für sich.
Jetzt aber zurück zum Thema Covid 19: Finde es grundsätzlich völlig richtig und wichtig, dass Unternehmer, die jetzt oder schon im November dicht machen mussten, unterstützt werden. Wir leben eben auch von der untenehmerischen Vielfalt der Innenstädte und sollten diese erhalten.. Auch konnte ich die 75%-Regelung für Gastronomen in Ihrer Großzügigkeit (bei keinem Gastronomen bleiben 75% des Umsatzes als Gewinn über) als Kompensation für ein insgesamt miserables Jahr 2020 für einen Monat nachvollziehen. Es geht da um eine einzige, ohnehin stark gebeutelte Branche.
Dass jetzt aber der Einzelhandelsverband 75% des Umsatzes als Entschädigung landesweit für alle Einzelhändler fordert, finde ich schon happig. Bei den wenigsten Händlern bleiben wohl ansatzweise 75% des Umsatzes als Gewinn haften. Da finde ich eine Orientierung am entgangenenen Gewinn (von mir aus sogar am Rohertrag) des Vorjahres-Dezembers wesentlich realistischer. Wie seht ihr das?
Naja, wenn man die besagten "schillernden Persönlichkeiten" wie Basler, Lehmann und Konsorten nicht als Blitzbirnen empfindet, sagt das auch schon eine ganze Menge über die eigene Persönlichkeit aus. Dampfplauderer par excellence eben. Das solche Ex-Spieler und Immer-noch-Wichtigtuer in Ihren Meinungen zu Corona genau so exzentrisch und egozentrisch sind wie früher auf dem Spielfeld, überrascht wohl keinen. Hat sich eigentlich Max Kruse noch nicht zu Corona geäußert?
Man kann über einzelne Maßnahmen der Pandemiebekämpfung sicher diskutieren, hier hat keiner- auch international- heute ein Patentrezept. Aber wenn ich schon die Tatsache leugne, dass wir in einer Pandemie leben, dann kann ich auch die Erde zur Scheibe erklären. Dann ist in der Tat jede Diskussion überflüssig.
Ardos Aussage ist nicht ganz falsch, aber eben auch nicht vollständig richtig. Es werden in der Tat nicht "einfach so" Menschen getestet, sodass die Positivenquote der Tests in etwas gleichbedeutend mit der generellen "Durchseuchung" der Bevölkerung wäre.
Allerdings werden eben auch nicht nur solche mit Krankheitssymptomen getestet, sondern z.B. auch Personen ohne Symptome, die engen Kontakt zu einem nachweislich Infizierten hatten oder Bewohner von Pflegeeinrichtungen, wenn es dort zu einem Ausbruch gekommen ist. Lässt sich alles unter "nationaler Teststrategie" googeln.
Da also nur ein nicht-repräsentativer (weil überdurchschnittlich corona-wahrscheinlicher) Anteil der Menschen getestet wird, ist die Quote der positiven Tests natürlich deutlich höher als der Anteil der positiven Menschen an der Gesamtbevölkerung Krefelds.
Der Wert ist dennoch nicht unsinnig, weil man erkennt, ob die Zahl der gemeldeten Infizierten z.B. nur deshalb steigt, weil mehr getestet wird (gleichbleibende oder sogar sinkende Quote) oder tatsächlich mehr Menschen infiziert zu sein scheinen (steigende Quote der Positiven).
Ohne Maßnahmen würden sich die Infektionen mindestens alle 14 Tage verdoppeln (ganz ohne Maßnahmen sogar tendenziell eher schneller). Wir hätten also binnen 10 Wochen ca. 600.000 Infizierte am Tag! Die Kapazität der Intensivstationen wäre um ein Vielfaches überlastet. Mit massivsten Konsequenzen für Covid- und Nicht-Covid-Patienten.
Können wir diesem Dilemma begegnen, indem wir Plattitüden von Maßnahmen und Nebenwirkungen faseln, indem wir von Merkel-Diktatur schwurbeln? Man kann über die Angemessenheit einzelner Maßnahmen immer diskutieren, aber ohne Maßnahmen funktioniert es nachweislich nicht. Das Virus lässt sich leider nicht von schön formulierten Plattitüden verarschen.
Versuch doch mal einen Gedankengang zu verstehen, bevor Du von der Frage fabulierst, wie sich die ITS-Belegung seit August verändert hat. Tatsache ist, dass wir bei einer Freigabe von Kunst, Kultur & Gastro, also unter den Voraussetzungen des Oktobers, Weihnachten weit jenseits von gut und Böse wären.
Geradezu zynisch, aber eben auch entlarfend, ist dein "Argument", die anderen Menschen würden wegen des Respekts vor dem Virus doch ohnehin zuhause bleiben, da könne für deinesgleichen ja Party machen erlaubt bleiben!
Und schön, dass Frau Dr. Prof. Giulia besser als jeder Virologe beurteilen kann: "Mildere Maßnahmen würden reichen".
Der Beweis ist ja im Oktober mit laufenden Verdopplungen eindrucksvoll gelungen.
Zitat Giulia76: "Von medizinischem Drama ,dass zu dauerhaften Einschränkungen der Grundrechte für alle inkl. wirtschaftlichen sozialen Folgen berechtigt , kann ich da nix sehen.".
Ja, Giulia, ich glaube sogar, dass Du die Zusammenhänge anhand dieser Zahlen nicht siehst. Deshalb das Problem mit den freien Intensivbetten einmal in Kürze:
Nehmen wir unser Bundesland NRW, da haben wir derzeit 1267 freie Intensivbetten (die Frage ob wir jederzeit genug gesundes Intensiv-Pflegepersonal haben, lasse ich bewusst außen vor). Wir haben derzeit 940 Covid-Intensiv-Patienten in den Krankenhäusern. Unter den Voraussetzungen, die du herbei sehnst (offene Kultur, Gastronomie etc.) hatten wir zuletzt eine Verdopplung der Corona-Zahlen und daraufhin -mit zeitlichem Versatz- auch der Intensivpatienten Corona mindestens alle 14 Tage.
Das bedeutet nichts anderes, als dass sich die Coronazahlen und Intensivpatienten bis Weihnachten (in ca. 6 Wochen) verachtfachen würden. Und bei über 7.000 Corona-Intensivpatienten in NRW schon zu Weihnachten wäre unsere ach so riesige Reserve von 1.267 Intensivbetten ziemlich wertlos. Das wäre dann das von Dir gesuchte "medizinische Drama".
Deshalb hat auch keiner gesagt, dass es darum geht das Wachstum nur mal abzubremsen, sondern die Zahlen signifikant runter zu bekommen. Auch ich bin nicht immer von allen Maßnahmen begeistert und manchmal fehlt mir erkennbar die Langfriststrategie. Aber die Tatsache, dass ein "Weiter so" Anfang November als realistische Option nicht auf dem Tisch gelegen hat, dies sollte doch einleuchten.
Mensch Toni, ist das mit dem Differenzieren denn wirklich so schwer? Natürlich gibt es auch abseits des rechts-extremen Spektrums Kritiker von Corona-Maßnahmen, und das ist auch völlig legitim. Das hat aber (Achtung: Differenzierung!) nichts damit zu tun, das Sprachrohr der neuen rechten Hetzer als besonders interessanten Beitrag zu verlinken. Das zeigt dann doch entlarvend deutlich, wes' Geistes Kind man ist. Das war jetzt doch nicht so kompliziert, oder?
Wirklich sehr interessant, zumindest, wenn man am (Zitat Wikipedia) "Sprachrohr der Neuen Rechten" interessiert ist. Was aber wirklich interessant ist, ist für mich die Motivation einiger "Fußballfans", derart hemmungslos Werbung für grenzwertiges Gedankengut der "Neuen Rechten" in einem Fußballforum zu machen. Hier geht's wohl eher weniger, um eine offene Diskussion zwischen Fußballfans zum Thema Corona. Ist zumindest mal ein "interessantes" Signal, was hier mit der "Freiheitsdebatte" zum Thema Corona und den ständigen Relativierungen unserer "Querdenker" am Ende bezweckt werden soll.
100% agree! Letzten Endes geht es bei der Bewältigung von Corona doch darum, unter erschwerten Bedingungen (weil mit vielen Unbekannten in der Rechnung und regelmäßig neuen Erkenntnissen) einen optimalen Kompromiss zwischen maximaler Gesundheitsvorsorge und möglichst geringen wirtschaftlichen und sozialen Folgeschäden zu finden. Ob ich mich dann eher mit 60:40% auf die Folgeschäden oder mit 70:30% auf die Gesundheitsvorsorge fokussiere ist individuell unterschiedlich. Da hat jeder seine Meinung, die von eigenen Erfahrungen etc. geprägt ist. In diesem Spektrum gibt es m.E. angesichts der Masse an Unwägbarkeiten kein richtig oder falsch. Das sind Meinungen. Und da sind Diskussionen hilfreich, weil man auch den Standpunkt anderer Menschen erfährt. Das ist Meinungsvielfalt!
Abseits dieses Spektrums gibt es dann aber eben auch Leute, die komplett leugnen, dass es überhaupt zwei sich entgegen stehende Interessen gibt. Die nur das eigene Recht auf "Brot und Spiele" sehen. Die die vielen Toten und schwer Erkrankten relativieren und bagatellisieren. Hierzu gehören dann insbesondere auch die Corona-Leugner, die aus fortgeschrittener Dummheit/Gleichgültigkeit oder schlicht, weil sie Querulanten sind, gegen alles sind, was zum Schutz der Gesundheit unternommen wird. Diese Leute, die seit Jahren rechtspopulistische Parteien tatkräftig unterstützen bei ihrem Bemühen, die Demokratie zu unterwandern, fühlen sich plötzlich, angesichts einer wirklich existenziellen Bedrohung, zum Gralshüter der Demokratie berufen.
Mit diesen Heuchlern, die ihren Vorteil darin sehen, wenn es unserem Land möglichst schlecht geht, ist eine Diskussion dann auch sinnfrei. Denn denen geht es eben nicht um die Sache, sondern darum ihr staats-feindliches Süppchen auf dem Corona-Feuer zu kochen. Und für diese Leute halte ich die drasuische Ausdrucksweise von Scorpio dann auch für angemessen.