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Grotenburg - Sanierung ·
Seht ihr jetzt tatsächlich alle die Schuld bei der Stadt, weil man dort nicht einfach so ein kurzfristig viel teureres Stadionprojekt eines führungslosen Vereins durchwinken möchte?
Es wurde doch noch nichts endgültig entschieden, sondern nur vertagt. Ja, dadurch hat sich unsere Situation verschlechtert, aber es hängt so oder so an MP, der einen neuen Investor präsentieren muss und zwar schnellstmöglich. Ohne Geldgeber wird hier nichts mehr möglich sein oder wovon leben wir seit über 10 Jahren?
Wenn dann daneben noch ehrlich und konstruktiv über die Baukosten gesprochen wird (da müssen Meyer & Co. natürlich jetzt Tempo machen) und man Transparenz schafft und Einsparpotentiale findet, dann könnte es im Februar noch etwas werden.
Am meisten ist aber der KFC in der Pflicht, denn aktuell weiß doch keiner, ob es auch in Zukunft einen Geldgeber geben wird, der den Verein finanziert, sich zur Grotenburg bekennt und gemeinsam mit der Stadt dieses Projekt vorantreibt. Das ist doch die Voraussetzung.
Ich fand viele Beiträge der Ratsmitglieder heute recht sachlich und differenziert und man hat gerade bei der CDU gemerkt, dass sie nicht abgeneigt sind, aber Sicherheit wollen, weil es nicht um ein paar Cent geht. Selbst die Grünen haben ja Bauchschmerzen geäußert. Der KFC wurde auch schon mal mehr im Stich gelassen.
Mikhail Ponomarev ·
Wir reihen uns ganz still in die Reihe von Ponomarevs Spielzeugen ein. Er hat hier in den letzten Jahren mit der Brechstange und ohne Plan den großen Wurf versucht, ist dabei kläglich gescheitert und schmeißt uns nun benutzt und ausgelaugt weg, weil es keine Aussicht mehr auf Rendite gibt. Ein Vorzeigeinvestor. Wir haben damals die Chance auf Erfolg den Sorgen vorgezogen und bekommen jetzt nach ein paar schönen Erlebnissen eben die Quittung. Investor ist eben nicht gleich Investor.
Grotenburg - Sanierung ·

"Mensch Leute - jetzt tut doch nicht so als wäre das hier alles die Schuld des Vereins in den letzten 2-3 Jahren gewesen dass wir heute so darstehen. Hätte sich diese verdammte Stadt Krefeld zwischen 1995 und 2005 vernünftig um den Verein und das Stadion gekümmert dann hätten wir einen Lakis und einen MP niemals gebraucht."


Da hast du auf jeden Fall recht! Das war der Anfang des ganzen Spektakels... Damals waren wir sportlich voll auf der Höhe mit vielen heutigen Bundesligisten, aber ab 2005 wurde die Lücke immer größer...
Grotenburg - Sanierung ·
Ist korrekt, trotzdem hatte Paderborn ein nagelneues Stadion für den Profifußball und das zählt erstmal. Der Rest kam dazu, aber die Basis, auch im Verein, stimmte.
Darmstadt war aber dann spätestens in der 3. Liga auf dem richtigen Weg und auch der Verein auch dort in sicheren Händen.
Wer leitet hier aktuell die Geschicke des Vereins, der in die 2. Bundesliga aufsteigen möchte? Ponomarev und Weinhart? Na viel Spaß.
Wir müssen uns endlich eingestehen, dass wir mit Zweitliga-Ambitionen aktuell nichts, aber auch gar nichts zu tun haben. Im Sportlichen ja auch nicht, trotz entwicklungsfähigem Kader.
Grotenburg - Sanierung ·
Nur in Beine zu investieren ist für einen Verein wie wir er sind einfach nicht möglich! Das holt uns jetzt alles ein. Profifußball geht nicht mal eben so, erst recht nicht, wenn der Verein nicht solide aufgestellt und in der Stadt vernetzt ist.
Grotenburg - Sanierung ·
Da wird aber in erster Linie der Sportplatz am Sprödentalplatz ertüchtigt, wo deutlich mehr Sportarten von profitieren als in der Grotenburg.
Grotenburg - Sanierung ·
Paderborn hat einen Finke. Aue einen Leonhardt. Braunschweig hat das Stadion kontinuierlich ausgebaut als Dritt-, Zweit- und Erstligist. Würzburg hat auch eine gute Sponsorenbasis und wie ich geschrieben habe, bereits in der 4. Liga einen Strategieplan aufgestellt. Darmstadt hat sehr starke Sponsoren. Da frage ich mich noch am ehesten, wie man mit deren Stadion Bundesliga spielen durfte.
Wir haben kein Trainingsgelände. Wir haben kein ertüchtigtes Stadion vor 2022. Wir haben keinen Investor.
Grotenburg - Sanierung ·
Es geht um sehr viel Geld und da haben die Ratsmitglieder einfach eine Verantwortung gegenüber allen Bürgern. Ich kann die Bedenken verstehen und den Wunsch, sich mit den Details erst noch genauer auseinanderzusetzen. Mal eben so die 17 Mio. durchwinken mit Bauchschmerzen ist doch auch fragwürdig.
Grotenburg - Sanierung ·
Wir sind innerhalb von zwei Jahren aus der Oberliga in die 3. Liga gestoßen - alles drumherum ist aber nicht mitgewachsen, konnte teilweise auch gar nicht in dieser Kürze mitwachsen - noch nicht einmal bis heute. Das fliegt uns jetzt alles um die Ohren, erst recht, wenn der Investor abtritt und wir uns nach einem neuen umsehen müssen.
In anderen Städten sind solche Wege in den Profifußball über zig Jahre kontinuierlich geebnet worden - davon sind wir hier weit entfernt und daher bin ich auch nicht so optimistisch. Der neue Investor müsste schon wirklich an das Projekt glauben und viel Geduld mitbringen. Wo spielen wir alleine bis 2022?
Grotenburg - Sanierung ·
Ohne neuen seriösen Investor wird hier gar nichts mehr gehen! Der Abgang von MP zu diesem Zeitpunkt stellt uns vor die Existenzfrage, da hat er leider recht... MP muss jetzt eine Lösung präsentieren, wenn er jetzt abtritt!
Grotenburg - Sanierung ·
AS + P trägt tatsächlich eine deutliche Mitschuld an der aktuellen Lage!
Grotenburg - Sanierung ·
Da sind leider viele richtige Argumente bei... 2. Liga ist in den nächsten 5 Jahren eigentlich utopisch und wer investiert schon so fortlaufend wie bei Hansa Rostock?
Mikhail Ponomarev ·
Es kommt natürlich drauf an, welche Sponsoren man hat. Um ein paar Großsponsoren wird man im Profifußball nicht herumkommen. Diese kommen jedoch bei vielen gut geführten Vereinen in Deutschland sehr wohl aus der Region. Das deckt sich teilweise mit den von dir genannten Leuten, die aus Verbundenheit investieren. Dazu kommt meistens eben aber noch ein breiter Kleinsponsorenpool (oft mehrere hundert Unternehmen), meist auch aus regionalen Sponsoren. Dass das Erfolg haben kann, zeigen genügend Zweit- und Drittligisten. Ein Ammenmärchen sehe ich also nicht. Und dass wir aktuell nur schwer langsam mit Sponsoren wachsen können, habe ich oben ja dargelegt.
Der Rest wird bereits von chris05 gut beantwortet. Und ja, es soll Investoren geben, die mit ihrem reinen Profitdenken Vereine zerstört haben.
Mikhail Ponomarev ·
Es gibt immer solche und solche Vereine.
Holstein Kiel beispielsweise hat in der Saison 2017/2018 alleine ca. 4,38 Mio. Euro Gewinn gemacht - eine ganze Menge Geld wie ich finde. Der SV Darmstadt 98 hat in der Saison 2017/2018 ca. 1,78 Mio. Euro Gewinn gemacht, Dynamo Dresden in der gleichen Saison 2,41 Mio. Euro Gewinn, der 1. FC Nürnberg 3,08 Mio. Euro Gewinn, Jahn Regensburg 2,25 Mio. Euro Gewinn.
Es kommt halt immer drauf an. Kluge Investoren bzw. gut wirtschaftende Vereine können in der zweiten Liga schon Geld verdienen.
Quo vadis KFC Uerdingen ·

Ich habe mir nochmal die Bundesligisten angeschaut, die in den letzten 15 Jahren mindestens ein Jahr viertklassig waren - einfach aus Neugier, auf welche Gründe dort der jeweilige Aufschung zurückzuführen ist. Man erkennt gewisse Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede. Basis scheint aber immer die gesunde Verwurzelung mit Stadt und lokaler Wirtschaft sowie eine gewisse Weitsicht und Strategie in der Entwicklung des Vereins zu sein. Auch sieht man, dass viele Vereine einige Jahre in der 3. Liga gespielt haben, bis der Sprung weiter nach oben gelingen konnte. Einerseits muss man festhalten, dass wir beim KFC nochmal ganz andere Probleme und nicht so rosige Voraussetzungen in Stadt und lokaler Wirtschaft haben wie anderswo, dennoch sollten uns diese Vereine in vielen Kleinigkeiten Vorbilder sein. Was sagt ihr?


Union Berlin war in der Saison 2005/2006 bis in die Oberliga (4. Liga) abgerutscht. Danach folgte ein kontinuierlicher Aufstieg bis in die 1. Bundesliga. Ein sicherlich einzigartiger Verein, der besonders von seinen Fans lebt.


Holstein Kiel war von 2007 bis 2009 und von 2010 bis 2013 auch noch viertklassig, danach ging es auch dort beständig nach oben bis in die Relegation zur Bundesliga 2018. Seit 2006 wurde das Stadion sukzessive umgebaut, damit es den Anforderungen entsprechen konnte. Außerdem konnte der Verein schon früh professionelle Strukturen für die Jugend und den Trainingsbetrieb schaffen (Wikipedia):

Im Sommer 2009 wurde mit einem Neubau für die Geschäftsstelle sowie anderen Modernisierungsmaßnahmen auf dem Gelände des Trainings- und Nachwuchsleistungszentrums Projensdorf begonnen. Heute befinden auf dem Areal mehrere Rasen- und Kunstrasenplätze, eine Kunstrasen-Halle sowie ein Kraftraum. Im September 2019 gab der Verein bekannt, 3 Millionen Euro in zwei neue Fußballplätze in Projensdorf zu investieren. Die beiden im Sommer 2020 fertiggestellten Plätze, ein Hybridrasen- und ein Naturrasenplatz, verfügen jeweils über Flutlicht, ein Entwässerungssystem und eine Rasenheizung. Zusätlich wurden im Sommer 2020 das Holstein-Stadion und die Arena im Citti-Fußball-Park, auf dem die Spiele der Zweiten Mannschaft und der Jugend stattfinden, mit einem Hybridrasen, Beregnungssystem und einer Drainage ausgestattet. Das Nachwuchsleistungszentrums, welches seit 2007 vom Deutschen Fußball Bund als DFB-Leistungszentrum offiziell anerkannten wurde, heißt seit Oktober 2016 Citti-Fussball-Park und erhielt im Sommer 2019 vom DFB die Zertifizierung von maximal drei Qualitätssternen und damit die höchste Auszeichnung.

In Sachen Sponsoring sind wie so oft vor allem lokale Unternehmen aktiv:

Von 2001 bis 2005 war die Supermarktkette Markant Trikotsponsor und seit der Saison 2005/06 ist es die Hypermarktkette famila. Beide Unternehmen gehören zur Bartels-Langness GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Kiel. Der frühere Firmeneigentümer Hermann Langness war seit 1906 Mitglied des 1. KFV und nach der Fusion 1917 weiterhin Mitglied der neugegründeten KSV Holstein. Von 1930 bis 1938 und von 1949 bis 1952 war er Präsident von Holstein Kiel und sein Enkel Hermann Langness pflegt diese Familientradition als Mitglied des ersten Aufsichtsrats (2007) in der Geschichte von Holstein weiter.


Die Würzburger Kickers waren bis 2009 fünftklassig, von 2009 bis 2012 gar sechstklassig. Danach folgten durch einen Doppelaufstieg in einem Sommer drei Jahre Regionalliga (4. Liga). Seit 2015 ist man Bestandteil des Profifußballs. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch folgender Absatz von Wikipedia:

Bereits vor Saisonende 2013/14 hatten die Kickers das sogenannte Projekt 3×3 – In drei Jahren in die Dritte Liga unter dem Slogan Würzburg braucht Profis! gestartet. Hierzu legte der Verein eine breite Marketingkampagne an, um in der Region eine Welle der Begeisterung für das Projekt Profifußball zu entfachen. Diese beinhaltete einen Werbefilm, die Kooperation mit bekannten lokalen Persönlichkeiten aus Politik, Sport und Gesellschaft sowie einen Infopavillon auf dem Marktplatz. Ziel des Konzepts war es, innerhalb von drei Jahren den sportlichen Aufstieg in die 3. Liga zu realisieren. Zeitgleich zur sportlichen Entwicklung sollte schrittweise das Umfeld weiter professionalisiert werden. Dazu wurde ein Budget von mindestens 1,2 Millionen Euro pro Saison über Sponsoren, Partner und Dauerkartenverkäufe für die folgenden drei Jahre akquiriert. Nach Erreichen der erforderlichen Zusagen wurden umfassende Kaderplanungen und Professionalisierungen in den Strukturen vorgenommen und in die Wege geleitet.


Der SV Sandhausen spielte bis 2007 in der viertklassigen Oberliga BW und hat danach auch über fünf Jahre Drittklassigkeit den Sprung in die 2. Bundesliga geschafft.


Der SV Darmstadt spielte von 2007 bis 2011 nur in der 4. Liga, danach folgte nach beschwerlichen Jahren in der 3. Liga trotzdem der steile Aufstieg zurück in die Bundesliga. Seit 2014 wurde das Stadion stufenweise umgebaut, gleichzeitig übernahm der Chemie- und Pharmakonzern Merck KGaA das Namenssponsoring. Seit 2008 sponsert der Software-Weltmarktführer aus Darmstadt, die Software AG, den Verein. Auf Wikipedia heißt es dazu:

Gründe für das eigentlich ungewöhnliche Sportsponsoring der Software AG sah dessen Finanzvorstand Arnd Zinnhardt in der Verbundenheit zweier Darmstädter Institutionen sowie in der Wichtigkeit der Jugendförderung und des Breitensports.

Weiter zu den Sponsoren:

Eine weitere wichtige Säule in der finanziellen Planung des SV 98 sind die fünf Premiumsponsoren. Dies sind im Einzelnen der Darmstädter Energieversorger Entega, die Darmstädter Unternehmensgruppe PEAK, die Krombacher Brauerei, Merck KGaA und die ROWE Mineralölwerk GmbH, die gleichzeitig auch Ärmelsponsor sind. Neben den Premiumsponsoren gibt es auch noch sechs Top-Sponsoren. Zu diesen zählen die Firma MKM, die Sparkasse Darmstadt, das Loop5 in Weiterstadt, die BAUHAUS AG und der Radiosender Hitradio FFH. Des Weiteren wird der SV Darmstadt 98 von 11 Co-Sponsoren und über 100 Sponsoren sowie 250 sogenannte "Partner der Lilien" unterstützt, die den Verein fördern.


Der SSV Jahn Regensburg leistete sich in den Saisons 2006/2007 und 2015/2016 Ausrutscher in der 4. Liga, stieg danach aber direkt wieder auf, 2017 sogar direkt weiter in die 2. Bundesliga. Ein wesentlicher Faktor dabei war mit Sicherheit das neue Stadion, wodurch alleine der Zuschauerschnitt um fast 3000 Zuschauer stieg. Auf Wikipedia heißt es dazu:

Mit der Eröffnung und dem Umzug vom alten Jahnstadion an der Prüfeningerstraße im Westenviertel nach Oberisling wollte der Verein eine neue Ära einleiten, durch die neuen Möglichkeiten wollte man sich erstmals den anderen Klubs der 3. Liga finanziell annähern.


Der 1. FC Heidenheim spielte bis 2009 in der vierten Liga, nach fünf Jahren Drittklassigkeit gelang 2014 der Aufstieg in die 2. Bundesliga, in der man sich zunehmend verbesserte und im Sommer sogar in der Relegation zur 1. Bundesliga stand. Ab 2009 hat man das Stadion für 14,1 Mio. Euro umgebaut, wovon der Verein 2,8 Mio. Euro trug. Im Jahr 2019 hat der Verein der Stadt das Stadion abgekauft. Die Hauptsponsoren sind zwei in Heidenheim ansässige Unternehmen mit Milliardenumsätzen: die Hartmann-Gruppe und die Voith GmbH.

Mikhail Ponomarev ·
Diese Vereine sind einerseits über Jahrzehnte kontinuierlich gewachsen (Fürth z.B.), woran man sieht, was für einen langen Atem es eigentlich braucht, um erfolgreich Profifußball in einer Stadt zu gewährleisten. Bei anderen ging es etwas schneller, weil sie noch zahlungskräftigere Sponsoren haben.
All diese Vereine eint aber, dass sie seriös und mehr oder weniger kontinuierlich geführt werden, von in der Region verwurzelten und mit dem Verein verbundenen Menschen mit kaufmännischem und sportlichen Know-how. Dadurch wird effizient gewirtschaftet und die Mannschaft immer bestmöglich verbessert. Außerdem pflegen sie ein gutes Verhältnis zu Verantwortlichen und Bürgern in Stadt und Region, was die Lösung möglicher Stadionfragen erleichtert und die Unternehmen der Region für Sponsoring anzieht. Ein gutes, über Jahre gepfegtes Image ist eben letztlich viel wert.
Ein Faktor in Krefeld sind eben die Pinguine, die für viele in der Stadt einen großen Stellenwert haben. In anderen Städten hast du eben nur den einen Fußballclub, der die ganze Zuneigung und Aufmerksamkeit von Politik und Wirtschaft genießt. Damit müssen wir hier zurechtkommen. Und die Konkurrenz in unserer Umgebung ist dann doch noch eine andere als in Sandhausen oder Fürth. Hier können die großen Unternehmen doch leichter bei den großen Vereinen der Region einsteigen.
Letztlich bin ich aber auch davon überzeugt, dass auch in Krefeld Profifußball mit breiter Sponsorenbasis möglich wäre (das Argument bzgl. der fehlenden Logen in der Grotenburg von MP sollte man übrigens nicht unterschätzen). Nur der Weg dahin ist aktuell nach wie vor sehr weit, weil hier schon seit Jahren wieder keine Ruhe herrscht. Corona erschwert die Lage natürlich noch einmal zusätzlich.
Ein anderer Faktor ist glaube ich aber auch der Zeitpunkt eines sportlichen Aufstiegs. Viele der heute etablierten Vereine waren es schon seit sehr langer Zeit, bevor das große Geld in den Fußball kam. Damals war es noch keine Mammutaufgabe, aus dem Amateurbereich in den Profifußball vorzudringen und die regionalen Sponsoren hatten noch ein größeres Interesse an ihren Vereinen. Das ist heute anders. Wer heute von unten hochkommt, hat meistens einen Investor - anders ist es kaum noch möglich. Als Oberligist oder Regionalligist, dann noch mit angezähltem Image und aus unserer Region/Stadt wirst du heute kaum noch Sponsoren für dich begeistern können. Vielleicht haben wir als Drittligist mit eigenem Stadion und als Marke KFC mit etwas Ruhe und Kontinuität bald wieder die Möglichkeit, uns das Vertrauen einiger Sponsoren zu verdienen, aber aktuell wird es wohl ohne Investor nicht funktionieren.
Mikhail Ponomarev ·
Ich glaube, dass Profifußball auch in Krefeld möglich wäre, aber du schreibst es ja: mittelfristig die 2. Liga mit allen Anforderungen anstreben. Das heißt aber eben nicht, aus Ober- und Regionalliga kommend in 2-3 Jahren ohne Strukturen aufsteigen zu wollen. Es braucht schon etwas Geduld.
Mikhail Ponomarev ·
Ziel hin oder her - am Ende ist die schnellstmögliche Überwindung der 3. Liga für einen Verein wie unseren aber eben sehr schwer und das gilt es einzusehen! Wir spielen gerade einmal das dritte Jahr 3. Liga, das ist noch nicht viel. Manchmal macht man besser erstmal keinen Schritt nach vorne, um dann danach 2 zu machen. Ponomarev wollte den schnellen Erfolg, was aber kaum möglich ist, weil selbst bei einem schnellen Aufstieg wieder ganz andere Herausforderungen wie ein NLZ auf uns gewartet hätten.
Mikhail Ponomarev ·
Der angekündigte Rückzug von Ponomarev kam für mich schon überraschend, auch die Art und Weise. Ich betrachte diesen Schritt mit gemischten Gefühlen.
Ich habe noch einmal an die Anfänge von Ponomarev zurückgedacht. Saison 2015/2016: Nach dem Abstieg versuchen wir unter Michael Boris den direkten Wiederaufstieg - gegen einen starken Konkurrenten aus Wuppertal. Schon im Frühjahr 2016 wird deutlich, dass dieses Vorhaben gescheitert ist. Die Ernüchterung über den Rückfall in die Bedeutungslosigkeit ist groß, die Saison läuft irgendwie aus, im April spielen wir gegen Oberhausen ll vor 940 Zuschauern in der Grotenburg. Wir waren wieder ziemlich tief unten angekommen, in den Niederungen der Oberliga. Das war der Ausgangspunkt, der status quo, bevor Ponomarev hier richtig losgelegt hat.
Was dann in den folgenden zwei Jahren passiert ist, gleicht einem Traum. Es werden jeweils schlagkräftige Mannschaften zusammengestellt, die das Zeug zum Aufstieg haben und am Ende gehen wir tatsächlich zweimal in Folge hoch. In Stadt und Verein entsteht wieder so etwas wie Aufbruchsstimmung und Euphorie. 15 Monate nach Spielen gegen Hilden und Düsseldorf-West spielen wir bei 1860 München. Ein riesiger Schritt, der unseren Verein vor große Herausforderungen, besonders neben dem Platz, aber auch in sportlicher Hinsicht stellte. Heute muss man sagen, dass die hochgesteckten Ziele - es sollte ja sogar schnell die 2. Bundesliga werden - und der schnelle Aufstieg Ponomarev überfordert haben. Einerseits wäre mit klügeren Personalentscheidungen, mehr Kooperation mit der Stadt und einem effizienteren Mitteleinsatz bestimmt eine positivere Entwicklung möglich gewesen. Andererseits muss sich Ponomarev eingestehen, dass sein ambitioniertes Vorhaben Zeit und Geduld braucht - die er offensichtlich nicht hatte. So hat er unserem Verein eindrucksvoll aus der Krise geholfen und den direkten Durchmarsch in den Profifußball ermöglicht, was für viele schöne Momente und die ein oder andere Freudenträne gesorgt hat. Dass die Etablierung im Profifußball und gar der Aufstieg in die 2. Bundesliga aber nicht so einfach gelingen wie der Aufstieg aus der Oberliga, das hat er nicht erkannt. Er wollte den schnellen Erfolg mit großen Namen und ist damit kläglich gescheitert. Ich denke, dass er das innerlich auch langsam einsieht, obwohl er ja immer noch meint, er wüsste nicht, was er noch verändern solle. Vielleicht steht sein Stolz einem guten Management im Profifußball auch einfach im Weg und er wird es auch woanders nicht besser machen können. Die Führung und Etablierung eines Profi-Fußballklubs ist eine Mammutaufgabe, für die es Fachmänner, langen Atem und Kooperationsbereitschaft braucht. All dies ist bei Ponomarev Stand heute einfach nicht in dem Maße zu finden, um das Projekt KFC wirklich erfolgreich werden zu lassen. Er hat sich vieles selbst schwer, aus seinen Möglichkeiten zu wenig gemacht.
Die große Frage ist nun, wo wir gegenüber seinem Einstieg nun stehen. Ja, wir spielen nun in der 3. Liga und nicht mehr auf Bezirkssportanlagen und ja, dafür hat Ponomarev viel Geld in die Hand genommen. Das gilt es anzuerkennen. Auch dank der sportlichen Entwicklung werden wir hoffentlich bald in einer modernisierten Grotenburg spielen. Auch die Jugendmannschaften konnten durch sein Engagement sportliche Erfolge verzeichnen.
Auf der anderen Seite stehen allerdings unzählige Gerichtstermine, eine teils peinliche Außendarstellung in den Medien, viele unkluge sportliche Entscheidungen und ein belastetes Verhältnis zur Stadt Krefeld. Dazu kommt eben jetzt sein Abgang, den man respektieren muss, aber nicht unbedingt verstehen. Wir haben uns damals auf ihn eingelassen, was uns völlig verschlossene Türen geöffnet hat, aber ich hoffe einfach nicht, dass ich bald sagen muss, dass der Einstieg von MP damals ein Fehler war. Aktuell sehe ich für uns noch die Möglichkeit, weiter an Profifußball in Krefeld glauben zu können, aber wir sollten auch wissen, wo wir noch vor wenigen Jahren standen und was es alles braucht, um im Profifußball zu bestehen. Ich hoffe, dass hier wieder mehr Sinn für die Realität einkehrt und wir einfach demütig daran arbeiten, überhaupt erstmal ein gesunder Drittligist mit all den nötigen Strukturen zu werden. Große Töne von der 2. Bundesliga klingen immer verlockend, aber dafür sind wir einfach noch längst nicht bereit.
Ich werde den Einstieg von Ponomarev insgesamt aufgrund der eröffneten Chancen immer etwas mehr positiv als negativ sehen. Wir sollten uns aber bewusst sein, dass die Abhängigkeit von einem Investor auch vereinsschädigende Risiken mitbringt. Hoffentlich finden wir Geldgeber, die eine nachhaltigere Strategie verfolgen - davon würden alle profitieren, ganz besonders wir Fans.
Grotenburg - Sanierung ·
Ob wir hätten umziehen müssen bzw. wie lange die Umbaumaßnahmen gebraucht hätten, kann man im Nachhinenin schwer sagen. Aber ja, auch zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs in der RL West hat der Stadtrat im April 2018 1,07 Mio. Euro freigegeben, um die Grotenburg bis Ende 2018 zu modernisieren. Aber dann kam der Aufstieg und es wurde direkt an der Drittligatauglichkeit gearbeitet.

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