vorwärtsblaurot
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Die Mannschaft hat laut Aussagen ihre Schlüsse aus der Niederlagenserie gezogen, es wurde hart und viel trainiert, wir haben wieder einen etwas breiteren Kader zur Verfügung, Boere sollte sich so langsam einfinden bzw. sollten Automatismen und Abstimmung insgesamt mal sitzen. Ich hoffe, dass jeder Spieler hart an sich gearbeitet hat und mutig in das Spiel geht. Wir brauchen jetzt Spiele ohne Ausfälle auf dem Platz, ohne Schnitzer, mit einer galligen Truppe über 90+ Minuten, die einen Plan verfolgt, wie sie erfolgreich sein kann - sonst gehen wir auch in Zwickau baden. Jetzt zählt es!
Ich hoffe auch auf ein paar Änderungen in der Startelf, auch ich würde gerne Rühle, Ibrahimaj und Pflücke sehen. Gott sei Dank ist Mbom auch wieder zurück.
Ich werde nach Zwickau fahren und hoffe, dass ich nicht alleine im Block stehen werde. Denn bei aller Enttäuschung muss es weitergehen. Wir befinden uns gerade im ersten Viertel der Saison, es gibt noch viele Punkte zu holen und es geht nur gemeinsam da unten raus! Wir spielen endlich 3. Liga - da sollte eine Auswärtsfahrt nach Zwickau doch grundsätzlich Lust machen. 39 Uerdinger wie im März (ja, unter der Woche) wären jedenfalls auch nicht drittligawürdig.
Was war gestern wieder in den ersten 30 min. bei unserer Mannschaft los? Wieder einmal wurde der Start komplett verschlafen. Wir waren passiv, langsam, auch gedanklich, haben Zweikämpfe halbherzig geführt, inkonsequent gepresst, waren nicht ballsicher geschweige denn zwingend, ungenau etc. Und dann heißt es immer, der Trainer habe die Spieler super eingestellt. Der Trainer ist blind und beratungsresistent und dazu haben wir keine geschlossene Mannschaft, die gemeinsam kämpft.
Was hat ein Kirchhoff auf dem Platz zu suchen? Auch für mich eine riesige Frechheit gestern. Wieso spielen Jungs wie Rühle, Ibrahimaj und Pflücke, die wollen und ackern, nicht von Beginn an und formschwache Spieler, die nicht bereit sind, Meter zu machen, dürfen wiederholt ran? Die formschwachen Männer haben wir aktuell im Mittelfeld - da, wo Spiele entschieden werden. Das ist Selbstmord. Essen hat mit galligen Spielern wie Kehl-Gomez, Grote, Conde gepresst und Zweikämpfe und Bälle ohne Ende gewonnen, dann scharfe Pässe in die Tiefe gespielt und ab ging die Post. Der Abwehr mache ich keinen großen Vorwurf. Lukimya mit gutem Spiel und teilweise mit einer klasse Spieleröffnung. Nicht nur in der Zentrale haben wir Anschauungsunterricht bekommen. Auch Essens offensive Außen haben Dampf ohne Ende gemacht, tiefe Läufe in hohem Tempo, Eins-Gegen-Eins-Situationen gesucht. Das sieht man hier kaum. Ich will Essen nicht in den Himmel loben, aber die haben mit Nowak und Titz absolut seriöses, kompetentes Personal an Bord. Im Vergleich zum April haben die sich enorm weiterentwickelt, wir sind ehrlich gesagt keinen Deut besser. Man merkt einfach, dass Titz zuletzt in der Bundesliga gearbeitet hat. Essen hat unfassbar sauberen Fußball gezeigt. Das war sicheres Flachpassspielt mit max. 2 Kontakten, auch in bedrängten Situationen mit der nötigen Schärfe und Präzision, wie man es sonst teilweise in der Bundesliga sieht. Damit konnte sich Essen problemlos durch unser halbherziges Pressing nach vorne kombinieren. Wir dagegen haben den Ball oft viel zu lange, auch dank mangelnder Anspielstationen und Spielidee. Sind unsere Spieler zu schlecht für sauberen Fußball oder wird das einfach nicht trainiert bzw. zu wenig drauf gepocht? Wir haben eine unfassbar uninspirierte, unattraktive Spielanlage und können nur Ballbesitzfußball (und das noch nicht mal gut, weil wir dafür nicht gut genug sind). Dazu noch saubere Ballverarbeitung bei Essen, genaue Spielverlagerungen. Es wurde zudem schlau verschoben, alle haben als Kollektiv verteidigt, es wurde gut gepresst und dann wurde schnell die Tiefe gesucht. Man sieht eine klare Handschrift des Trainers. Titz zeigt, wie man eine Mannschaft mit Matchplan auf ein Spiel einstellt und wie man eine Mannschaft besser macht. Wie wäre es denn mal Herr Vogel, wenn z.B. intensive Trainingsspiele mit max. 2 Ballkontakten gespielt werden, Ballstaffetten geübt werden, gemeinsames Pressing, Umschalten in unter 10 Sekunden mit Torabschluss, Eins-Gegen-Eins auf Außen mit anschließender Flanke/Torabschluss? Und wie wäre es mal, wenn man eine Stammelf formt, auf die man baut und die sich einspielt. Außerdem Teambuilding, sodass alle Spieler heiß sind und für den Teamerfolg arbeiten, aber auch Chancen bekommen und nicht abgesägt werden? Jeder Trainer spricht in den PKs vor den Spielen von unserer individuellen Klasse. Das sagt alles, weil eine geschlossene Einheit eben nicht vorhanden ist, sondern nur Einzelkönner bzw. Grüppchen. Essen hat uns gestern vorgemacht, was es heißt a) eine Mannschaft zu sein und b) Fußball zu SPIELEN.
Erst als Essen geführt hat, kamen wir besser ins Spiel, weil die uns nicht mehr auf den Füßen standen, sondern sich zurückgezogen haben. Aber auch das war unter dem Strich zu harmlos. Mit den Einwechslungen kam Schwung und Robustheit in unser Spiel. Wir haben dann phasenweise so etwas wie Druck erzeugt und hatten unsere Chancen, aber das war auch schon die Brechstange mit totaler Offensive und aufgelöster Abwehr und natürlich das Mindeste, was man beim Stand von 0:2 erwarten darf.
Unter dem Strich steht eine verdiente Niederlage gegen einen sehr guten Regionalligisten. Phasenweise sah es so aus, als wären wir der Regionalligist und Essen Drittligist. Und genau das macht einen so sauer. Wir spielen eine Klasse höher, aber auf dem Platz siehst du davon nichts. Wir stagnieren seit Anfang des Jahres auf ganz traurigem Niveau und lernen einfach nicht dazu.
Es reicht!
Das Beste war gestern der Support. Großen Respekt. Das war zeitweise ein Heimspiel.
Tor: Königshofer (Udegbe)
RV: Großkreutz, Bittroff
IV: Steurer, Lukimya, Kirchhoff (Maroh, Konrad)
LV: Dorda (Guenouche)
ZM: Mbom, Matuschyk wäre so wichtig, Kirchhoff (Großkreutz usw.)
ZOM: Pflücke, Rodriguez
LM: Rodriguez, Evina, Kinsombi
RM: Barry, Rühle
ST: Boere, Evina, Rühle
Gündüz bereitet mir ehrlicherweise etwas Kopfschmerzen. Nach vorne ist mir das oft zu schwach, bei den Außenverteidigern sind andere vorne und zentral ist nicht so seins. Am besten bringt man ihn wohl bei eigener Führung auf der Außenbahn, weil er defensiv denkt und seine Seite zuhält.
Osawe ist ein weiteres Fragezeichen. Wie lange fällt er noch aus? Wird noch mit ihm geplant? (wobei ich schon davon ausgehe).
Wir hätten somit inklusive Osawe max. 22 Spieler, auf die man m.M.n. bauen sollte, von denen Spieler wie Konrad oder Guenouche aber nur Notlösungen sind. Heißt, wir haben abzüglich der Torhüter 18 Feldspieler, die man bringen kann, von denen aktuell einer gesperrt ist und zwei noch verletzt sind.
Fazit: Wenn wir von Verletzungen verschont bleiben, dann ist das so grade ein ausreichender Kader, um bis zum Winter hoffentlich wenigstens 20 Punkte zu holen. Was ich, wie auch viele andere, aber viel wichtiger finde, ist, dass der Trainer die Spieler auf ihren gewohnten Positionen aufstellt und jetzt versucht, halbwegs eine Stammelf zu formen, die Automatismen entwickeln kann.
Dass ein paar Gästefans im Heimbereich sitzen, gehört in den höheren Ligen dazu, aber doch bitte nicht so viele. Wo befindet sich denn der offizielle Gästesitzplatzblock? Wieso wird dafür nicht der Oberrang des Gästebereichs genutzt? Ist ja eh ein abgetrennter Bereich. Dann würden sich auch einige Fans dort niederlassen und der Zaun oben wäre mit Sicherheit immer geschlossen.
Kritisch sehe ich auch den Bahntransfer zum/vom Stadion. Ja, normalerweise sollte es keine Probleme geben, wenn Fans beider Lager zusammen mit der Bahn fahren. Aber gibt es eigentlich eine Alternative für Gästefans, zum Hbf zu gelangen? Und was ist erst mit Ultraszenen, die über den Hbf an- und abreisen? Ich hoffe, dass die Spiele gegen Duisburg und Mannheim als Risikospiele eingestuft werden und es sowohl einen eigenen Gästesitzplatzbereich als auch eine getrennte An- und Abreise gibt. Am Sonntag ging noch alles gut und natürlich passiert in der Regel kaum etwas in Straßenbahnen, aber auch da ist eine kleine Braunschweiger Szenegruppe mit der U-Bahn zum Hbf gefahren, in aller Seelenruhe. Muss nicht unbedingt sein. Dass die Grotenburg dagegen deutlich sicherer ist, steht außer Frage.
Königshofer
Lukimya Kirchhoff Steurer
Bittroff Großkreutz Dorda
Pflücke
Rühle Rodriguez
Boere
Hinten mit drei zweikampfstarken IV alles wegverteidigen, Kirchhoff baut von hinten auf, Großkreutz nur defensiv zerstören lassen vor der Abwehr, Bittroff und Dorda werden zur 5er-Kette (war mit beiden gegen BS recht zufrieden), Pflücke ist der Verbindungsspieler, der schnell umschaltet, Rühle und Rodriguez sind körperlich stabil und erfahren und in guter Form, vorne Boere. Bank: Udegbe, Maroh, Gündüz, Konrad, Barry, Evina, Kinsombi.
Die Gefahr dabei ist natürlich, dass so noch nicht wirklich zusammengespielt wurde.
Alternative wäre die Elf vom Braunschweig-Spiel mit kleineren Änderungen (Großkreutz für Mbom, vorne Rodriguez auf links und Pflücke für Evina, vorne Boere).
Ich stimme Bande zu, dass Anspruch und Geduld hier im Forum einfach variieren, was aber doch okay ist. Ich finde nämlich, dass am Ende die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt. Ja, viele Analysen im Forum sind außerordentlich treffend und fundiert sowie mit Fakten unterlegt. Mit Fakten kann man dagegen natürlich nur schwer argumentieren. Denn unsere Lage ist natürlich sehr ernstzunehmend und ärgerlich. Ich finde es aber auch nicht korrekt, sich so stark auf Zahlen und Statistiken zu stützen und begründete Gefühle außen vor zu lassen. Auf der anderen Seite darf man natürlich nicht die nackten Zahlen ausblenden.
Können wir uns nicht darauf einigen, dass es diese Saison erst mal darum geht, 45 Punkte zu holen, um sicher die Klasse zu halten (was aktuell natürlich als Herkulesaufgabe erscheint). Danach kann man weitersehen. Dass wir mit einigen Transfers (Maxsö z.B.) eher andere Ansprüche haben sollten und die ganze Kaderplanung in den letzten Wochen und Monaten mehr als unglücklich verlaufen ist und auch berechtigte Fragen aufgeworfen hat, ist klar und auch mir inzwischen bewusst. Ich habe bei unserem aktuellen Kader auch meine Bedenken. Dass wir viel zu ungefährlich in der gegnerischen Hälfte sind und sich das schleunigst ändern sollte, ist auch klar. Aber wir dürfen doch Ende August jetzt nicht in Panik verfallen und von der Winterpause oder dem Abstieg sprechen. Wir müssen punkten, am besten schon morgen, brauchen aber einfach Geduld. Der Trainer genießt bei mir auch nicht mehr das Vertrauen, das er vor Wochen genossen hat, aber ich glaube auch, dass er die Mannschaft erreicht und ein Entwicklungsprozess stattfindet. Gegen Braunschweig erwarte ich eine Steigerung in punkto Torgefahr, aber nicht unbedingt Punkte. Gegen Zwickau, Mannheim und Meppen - da wird sich zeigen, ob sich etwas zum Positiven verändert. Aber erst danach finde, dass man beurteilen kann, ob der Weg mit Vogel der Richtige ist. Dazu sind wir jetzt noch zu früh in der Saison und hatten zu viele unglückliche Spiele dabei. Ich halte auch nichts von Aktionismus und setze auf den Lerneffekt gerade der jungen Spieler, auf mehr Eingespieltheit eines Stamms von 15 Mann und auf bestimmte, hoffentlich fitte Spieler (ja, es ist traurig, dass wir vieles noch nachholen müssen). Die wichtigen Spiele kommen bald und dafür hat der Trainer bei mir noch Kredit. Wir müssen uns einfach mit der aktuellen Lage arrangieren und schauen, dass wir bis Oktober über 10 Punkte auf dem Konto haben, so ernüchternd das klingen mag.
Ich wäre dem Radio-BlauRot-Team echt dankbar, wenn wenigstens sie mal morgen nachfragen würden, wie es z.B. um Ibrahimaj, Osawe oder Maxsö steht.
Eigentlich wieder eine unfassbare Farce, da greift man sich echt an den Kopf.
Steurer scheint einer der vorrausgesagten Spieler zu sein, die es bei Bundesligisten nicht in den Kader schaffen und verliehen sollen und wir haben zugeschlagen - alles gut. Ich glaube, dass Steurer hier viel Einsatzzeit bekommen kann, was allen Beteiligten hilft.
Der große Schritt nach Heidenheim scheint (noch) etwas zu groß gewesen zu sein, worin ich für uns aber kein Problem sehe. Zudem kann man Heidenheim inzwischen zu den besseren Teams der 2. Liga zählen - gerade letzte Saison waren sie bärenstark (nicht nur bei den Bayern). Trotzdem scheint Steurer sogar schon einige ordentliche Spiele für Heidenheim absolviert zu haben (Spiele wie in Nürnberg passieren mal), hat auf Zweitliganiveau trainiert und es auch einige Male in den Kader geschafft. Ich denke schon, dass wir hier durchaus von einem guten Drittliga-Spieler sprechen können. Mir gefällt, dass er Linksfuß ist und auch LV spielen kann, womit wir für diese Position auch eine weitere Alternative haben. Zudem haben wir mit ihm endlich auch einen schnellen und agilen IV, der auch mal in ein Laufduell gehen kann. Ich erhoffe mir von ihm, dass er spielt und uns defensiv weiter stabilisiert.
Ich bin auch etwas enttäuscht ob des Supports und der Auswärtsfahrerzahl, aber man muss auch realistisch bleiben, wie JimPanse schon schreibt.
Das Spiel wurde relativ kurzfristig auf einen Freitag gelegt, an dem viele Menschen nun mal arbeiten müssen. Dazu sind Schulferien, München bedeutet über 600km Anreise, dazu das Wetter und die Übertragung auf Magenta. Mit allzu vielen Fans kann man dann leider nicht rechnen. Ich finde die 150, die es ca. waren, noch in Ordnung. Und da unsere Fanszene nicht die größte ist, fahren von denen dann leider auch nicht alle mit und es bleibt bei etwas spielbezogenem Support. Finde solche Oldschool-Auftritte ab und zu unter diesen Bedingungen übrigens auch cool. Und bestimmt 8-10 Vereine in der Liga würden unter gleichen Voraussetzungen nicht mehr Fans mitbringen. Gerade der Anteil der Nicht-Szene-Auswärtsfahrer und die Anzahl der Zaunfahnen bei Auswärtsspielen können sich eigentlich immer sehen lassen.
Ich finde auch, dass sich unsere Zuschauerzahlen und Auswärtsfahrerzahlen im zufriedenstellenden Bereich entwickelt haben, wenn man sich zum Vergleich nur mal die Saisons 2014/2015, 2015/2016 und 2016/2017 ansieht, in denen unsere Spiele noch relativ dürftig besucht waren und dazu die Entfernungen zu den Auswärtsspielen bedenkt. Wir haben unseren Zuschauerstamm erweitern können und auswärts solide Auftritte hingelegt.
Aber natürlich war gerade die letzte Saison für alle Fans eine riesige Freude. Man wollte so viele Touren durch Deutschland und so viele neue Stadien wie möglich mitnehmen und auch zuhause nichts verpassen, trotz Duisburg. Mit über 1000 Fans auf dem Betzenberg - das war sehr geil, aber alle waren motiviert und wollten sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Solche Zahlen sind natürlich nicht repräsentativ.
Auch unsere Ultraszene ist im Kern mit die kleinste der ganzen Liga, da muss man immer ehrlich bleiben und darf nicht zu viel erwarten. Nach Wuppertal z.B. fahren ja auch viele Erlebnisorientierte, die man bei weniger interessanten Spielen nicht im Stadion sieht. Es braucht Geduld und vor allem positive Außendarstellung und aktive Werbung, um junge Leute aus Krefeld für den KFC und vielleicht auch die Fanszene zu begeistern. Die wachsen hier nicht auf den Bäumen und können auch nach Gladbach oder sonstwo gehen.
Die Euphorie der ersten Saison ist jetzt jedenfalls, gerade nach der letzten Rückrunde, fast komplett erloschen, auch wenn ein paar interessante Neulinge die Liga bereichern und uns schöne Duelle bevorstehen.
Jetzt, im zweiten Jahr, wird sich zeigen, wie viele neue Fans wir wirklich haben und wie treu der Stamm ist bzw. wie motiviert, auch ein zweites Mal nach Aspach, Würzburg oder Jena zu fahren. Und ich denke auch, dass Duisburg für uns eine bessere Aushilfsheimstätte war, als es Düsseldorf ist. Aber auch damit muss man fertig werden und schauen, dass man das Bestmögliche draus macht. Dass wir mit einer Grotenburg über ganz andere Zahlen sprechen würden, ist auch klar. In der Stadt haben wir deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen.
Alles in allem sehe ich eine positive Entwicklung der Fanbasis, die Zahlen werden sich im zweiten Jahr nach dem Aufstieg auf ein realistisches Maß einpendeln. Es wäre allerdings schon schade, wenn die Zahlen zu sehr von denen der letzten Saison abweichen würden. Ich spüre da bei dem einen oder anderen schon etwas Sättigkeit und höre Ausreden über das Stadion und die zusammengewürfelte Mannschaft, die unattraktiven Fußball spielt. Ich hoffe, dass wir letzte Saison nicht zu viele Euphorie-Eintagsfliegen dabei hatten und auch diese Saison blau-rot wieder angemessen vertreten werden. Luft nach oben ist nach den ersten beiden Spielen sicherlich.
Aber auch ich bin davon überzeugt, dass junge Spieler wie Krempicki und Litka nicht hauptverantwortlich für die Misere der letzten Saison sind, immer vollen Einsatz gezeigt haben und ihr Potential einfach nicht abrufen konnten. Dass sie locker 3. Liga spielen können, sieht man spätestens jetzt, konnte man aber auch letzte Saison schon erkennen. Es war für beide das erste Jahr in dieser Liga, in einer nicht funktionierenden Mannschaft und einem unruhigen Verein. Sie werden dazu gelernt haben und sind jetzt Teil funktionierender Mannschaften mit unterstützenden Mitspielern - das kann einiges ausmachen. Ein Litka war in der Rückrunde oft einer der Besten auf dem Platz, hat die Bälle gefordert und sicher nach vorne getragen - er würde uns aktuell schon gut tun. Und nein, Statistiken alleine sagen nicht alles aus - wenn das Zusammenspiel mit deinen Mitspielern nicht funktioniert, dann wird es für jeden Spieler schwer, Scorerpunkte zu sammeln.
Weiß einer, wie stark unsere Mannschaft aktuell ist? Nein. Wann wissen wir das frühestens? Am 21.7. Wer sieht die Mannschaft aktuell täglich und hat mehr Fußballsachverstand als wir alle? Heiko Vogel. Sollte man ihm ein Stück weit vertrauen in seiner Einschätzung, dass der Kader die nötige Qualität hat? Ja. Kann uns auch ein Evina helfen? Wieso nicht. Kann eigentlich überhaupt jemand etwas für zwei verletzte Stürmer? Nicht wirklich. Wird der Verein die Lage erkannt haben und weiter Ausschau nach Neuzugängen halten? Natürlich. Wollen wir unüberlegte Panikkäufe? Nein. Sollten wir alle vielleicht etwas geduldiger, demütiger und dankbarer sein und weniger vorschnelle Urteile fällen? Ja.
Nicht jeder, der Kritik äußert, will dem Verein damit automatisch schaden - konstruktive Kritik ist wichtig. Andersherum ist aber auch nicht jeder, der sich mit mancher "Kritik" nicht anfreunden kann, ein blinder Ja-Sager. Es geht immer um die Art und Weise der Kritik.
Ansonsten kann man vielleicht einen Tom Baumgart aus Aue leihen oder kaufen.
Warum sollen sich im Sommer nicht die Abwehrprobleme lösen? Warum ist man sich so sicher, dass diese Spieler nächste Saison eine schlechte Abwehr stellen? Wollt ihr ernsthaft die Vorbereitung im Winter mit der jetzigen vergleichen?
Ich glaube, dass Vogel fest mit unseren jetzigen Abwehrspielern plant. Dass wir uns noch verstärken müssen - quantitativ sowieso und auch qualitativ, ist auch mir bewusst - alleine schon für den Konkurrenzkampf und für den Fall von Verletzungen, aber auch zur Stabilisierung der jetzigen Spieler. Gerne dürfen auch ein LV und ein IV kommen, die besser sind als die jetzigen. Aber ich würde auch Großkreutz, Maroh, Lumikya und Dorda die Chance und das Vertrauen geben, es besser zu machen.