aphex2
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Ich verstehe Platzer ja und im Nachhinein hat er persönlich gesehen wohl alles richtig damit gemacht, dass Geld nicht zu zahlen.
Auf der anderen Seite finde ich es aber immer noch etwas widersprüchlich, einerseits zu sagen, man wolle und könne die Insolvenz auf jeden Fall vermeiden, dann aber das Geld nicht zu zahlen, mit der Begründung, dass damit ja nur die Schulden beim Finanzamt getilgt werden. Dabei ist es doch klar, dass genau diese Schulden als aller erstes bezahlt werden müssen um die Insolvenz zu umgehen, wie man ja jetzt auch sieht.
Aber bei dem Thema drehen wir uns glaube ich etwas im Kreis:)
Eine Sache, bei der ich dir auf jeden Fall recht gebe, ist, dass der Etat von 1,2 Mio. Euro schon unrealistisch hoch war, da man ja wirklich so gut wie jeden Sponsor vergrault hatten.
Umso schlimmer, dass man selbst diesen Phantasie-Etat noch deutlich überzogen hat.
Volle Zustimmung.
Wenn ich es richtig sehe ist das Konstrukt derzeit: Die Mitgliederversammlung wählt den Ehrenrat, der Ehrenrat schlägt die Kandidaten für den VWR vor, die MV wählt danach erst den VWR, der VWR wählt dann den Vorstandsvorsitzenden, der Vorstandsvorsitzende schlägt die weiteren Vorstandsmitglieder vor, die dann wieder von VWR gewählt werden müssen.
Wäre schon wünschenswert, wenn der Einfluss der MV auf die Besetzung des Vorstandes etwas unmittelbarer wäre.
Dass der VWR persönlich haftbar ist, halte ich für fast ausgeschlossen.
Bei den ehemaligen Vorständen sieht das natürlich anders aus.
Eigentlich habe ich ja überhaupt keine Lust den VWR zu verteidigen, aber inzwischen wird hier alles so einseitig ausgelegt, dass es nur noch nervt.
"Auch er nennt falsche Schulden. Die Schulden waren zu Saisonbeginn bei mindestens 1,1 Milionen."
Das mag sein, aber wie kannst du deine Zahl belegen?
"Wenn der Etat im Mai schon geplant wurde, wie kann dann Eser schuld sein das keine Sponsoren kommen, obwohl er bei der Planung noch garnicht im Verein war?"
Natürlich war Eser im Mai schon im Verein. Selbst der Kooperationsvertag ist noch auf Mai datiert und Eser ist bestimmt schon ein paar Tage vorher aufgetaucht.
"Und klar, das hier davor die Vorstände keine Miete zahlen, ist natürlich nicht so schlimm"
Hast du den Artikel überhaupt gelesen? Da wird das nämlich als "unentschuldbaren Fehlpriorisierung" bezeichnet.
Ja, das ist das irische Konto.
Vermutlich war das deutsche Konto wirklich gepfändet. Jedem neu eröffneten Konto in Deutschland hätte ebenfalls nach kurzer Zeit die Pfändung gedroht. Und ohne Konto funktioniert es nicht.
Illegal ist das zwar nicht, aber absolut keine Dauerlösung, weil dadurch ja keine Schulden verschwinden. Man kann vielleicht ein paar Wochen Zeit gewinnen, aber wenn man so einen Schritt nötig hat, steht man schon mindestens mit einem Fuß in der Insolvenz.
Natürlich entscheidet es nicht getrennt über zwei Anträge, zumindest nicht, wenn beide den gleichen Insolvenzgrund anführen.
Aber wenn das Finanzamt nach einer Einigung seinen Antrag zurückgezogen hätte, müsste das Gericht immer noch über den Eigenantrag entscheiden.
Deshalb ist es unlogisch, von der Einsetzung eines vorläufigen IV abzuleiten, dass die Einigung mit dem Finanzamt nicht gelungen ist.
"Dass ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt wurde deutet zudem darauf hin keine Einigung mit dem Gläubiger Finanzamt erzielt zu haben. Ansonsten hätte der Insolvenzrichter das Verfahren zu den Akten gelegt."
Das halte ich für eine falsche Schlussfolgerung. Du hast offensichtlich vergessen, dass auch ein Eigenantrag vorliegt.
"Oder wie viele Insolvenzverwalter gibt es hier im Umkreis und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass genau der eine Verwalter dem KFC zugewiesen wird, den Kahstein aus der Liquidation seiner eigenen Firma kennt?"
Es gibt wohl ungefähr 2000 Insolvenzverwalter in Deutschland. Grob geschätzt werden also wohl so 50 bis 100 im Großraum Düsseldorf sitzen.
Entsprechend würde die Wahrscheinlichkeit bei 1-2% liegen.
Du hast also recht, es sieht nicht unbedingt nach einem Zufall aus.
Die 600.000€ an Einnahmen klingen gar nicht so unrealistisch. Ich gehe aber mal stark davon aus, dass vom Dauerkartenverkauf und den Sponsoreneinnahmen zu Saisonbeginn mehr oder weniger ausschließlich die Restgehälter und Aufstiegsprämien der letzten Saison gezahlt worden sind.
Beim Rest - keine Ahnung. Wird schon noch laufende Kosten geben, vielleicht hat der ein oder anderer Gläubiger etwas lauter geschrien und wurde dann bezahlt. Es können Einnahmen auf dem gepfändeten Konto gelandet sein oder vielleicht ist etwas auf dem ominösen irischen Konto beiseite geschafft worden.
Was ich noch nicht ganz glauben will, ist, dass hier wirklich im größeren Stil Gelder veruntreut o.ä. worden sind.
Daran habe ich gar nicht gedacht.
Das wäre natürlich das absolute Kuriosum: Die AoVM empfiehlt dem VWR die Abberufung von K+R, jener kann diese aber gar nicht mehr abberufen, weil er mit Einberufung der AoVM sein Amt aufgegeben hat. Somit verbleiben K+R zwangsläufig im Vorstand.
Naja, ich halte dieses Szenario noch für ziemlich unwahrscheinlich.
Bei einer Sache bin ich mir aber mittlerweile sicher: Für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass in diesem Verein mal Ruhe einkehrt, sollte man diese Zeit auf jeden Fall nutzen, um sich mal Gedanken über die Satzung zu machen.
Mehrheit reicht. Ich würde mich nicht wundern, wenn es keine einzige Gegenstimme gibt. Das ist also sicher.
Mit Blick in die Satzung sehe ich drei Möglichkeiten, mit denen K+R oder der VWR dem Ganzen noch einen Strich durch die Rechnung machen könnten.
(1) Frist zur Einberufung der Mitgliederversammlung nicht eingehalten. Offensichtlich stellt sich der Einladende zur AoMV auf den Standpunkt, dass die Bestimmung von §11 Absatz 5 sich ausschließlich auf ordentliche Mitgliederversammlungen beziehen. Keine Ahnung, ob das wirklich der Fall ist. Falls ja, ist es vielleicht etwas inkonsequent, dass dann bei §11 Absatz 6 (Abberufung von Vorstandsmitgliedern) anders sein soll.
(2) Vermutlich kann laut Satzung nur der VWR selbst (auf Empfehlung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung) Vorstandsmitglieder abberufen.
(3) Nach Abberufung muss der Vorstandsvorsitzende dem VWR neue Vorstandsmitglieder vorschlagen. Der VWR kann diese ablehnen. Nach wiederholter Ablehnung muss der VWR einen anderen Vorsitzenden bestellen.
Fazit: Nach Satzung sitzt der VWR wahrscheinlich am längeren Hebel. Ob er das wirklich so ausspielen würde, steht natürlich auf einem anderen Blatt geschrieben.
Catering definitiv ja. War aber auch wenig los im Stadion und Bierdurst war aufgrund von Wettern und Uhrzeit vielleicht auch nicht ganz so groß. Personal war auf jeden Fall genug da.
Einlasskontrolle kam mir etwas abgespeckt vor. Scanner waren auch nicht da, was aber im Grunde egal ist.
Kartenverkauf habe ich nicht wirklich beobachtet, aber so schlimm wie Ende letzten Jahres kann es auf keinen Fall gewesen sein.
Respekt an alle Spieler, die unter diesem Umständen noch dabei sind. Und dann auch noch einen Punkt mitzunehmen heute ist echt stark.
Ich verstehe ja nicht ganz, wie man den Kreis der "Vereinszerstörer" einerseits soweit ziehen kann, dass schon die Unterzeichner eines Statements zum Zusammenhalt der Fanszene dazugehören, aber dann auf der anderen Seite Eser und Platzer ausgenommen werden, obwohl sie im letzten halben Jahr Monat für Monat einen fast sechsstelligen Betrag an neuen Schulden für den Verein aufgebaut haben.
Diese Logik möge mir jemand erklären.
Inzwischen gibt es bereits 15 Gruppen, die das Statement unterstützen. Grotenburg-Supporters sind auch dabei. Viele andere sagen mir nichts.
Sehe ich ganz ähnlich.
Ich will gar nicht abstreiten, dass der Weg mit Eser und Platzer vielleicht der aussichtsreichste ist mit Hinblick auf das Überleben des Vereins (bin nicht klug genug, um das sicher beurteilen zu können).
Nur, die Darstellung "Freie Fahrt für Eser" führt zu Chance x>0 %, dass der Verein überlebt und alles andere zu einer Chance von 0%, das ist mir dann doch zu unterkomplex.
Ich denke nicht, dass die Inhaber einer lebenslangen Dauerkarte noch Gläubiger des Vereins sind. Das waren sie sicherlich damals als sie die Karte gekauft haben. Die 1905€ müssten buchhalterisch aus Sicht des Vereins eine erhaltene Anzahlung und somit eine Verbindlichkeit gegenüber dem Käufer gewesen sein.
Jetzt ist der Verein ja 2021 in die Insolvenz gegangen, somit ist Forderung aus der geleisteten Anzahlung wohl leider weg. Natürlich muss der Verein weiterhin die Dienstleistung (Dauerkarte zur Verfügung stellen) erbringen, aber das stellt keine Verbindlichkeit dar.
Anders würde es eventuell bei lebenslangen Dauerkarten aussehen, die nach der Insolvenz verkauft worden sind.
"Hier stellt sich natürlich die Frage, ob das FA, die Krankenkassen, die BG (was ist eigentlich aus dem wahnsinnig hohen Betrag geworden?)"
Der Beitrag ist weiterhin wahnsinnig hoch, ca. 30% des Bruttogehalts für das fußballspielende Personal.
Die alte Forderung der BG ist wahrscheinlich beglichen - ich kann mir nicht vorstellen, dass die jahrelang auf ihr Geld warten. Gut möglich, dass Leute aus dem Vereinsumfeld dafür Geld geliehen haben. Es gab ja Anfang letzten Jahres mal einen Brief des Vorstands (oder VWR, weiß ich gar nicht mehr, in dem es hieß, dass man die Insolvenz unbedingt vermeiden wolle, weil die Gläubigerlandschaft ganz überwiegend aus "Freunden" des Vereins bestehe. Im Nachhinein muss man natürlich sagen, dass eine Insolvenz mit der öffentlichen Hand als Hauptgläubiger wahrscheinlich deutlich unangenehmer ist.
Ich glaube, dass das Finanzamt seine Beurteilung eher an Zahlen als an Personen festmachen wird. Sonst hätten wir ja auch ein Problem, denn Platzer ist nun mal seit einem halben Jahr der Vorsitzende des Vorstands und damit der Hauptverantwortliche. Ja, vielleicht zuletzt handlungsunfähig, aber das Finanzamt wird sicherlich wenig Lust haben, die genauen Zusammenhänge in unserem Intrigantenstadl hier zu ermitteln.
Ich wäre aber nicht ganz so pessimistisch, was das Zurücknehmen des Antrags angeht. Anders wenn das Amtsgericht über den Insolvenzantrag entscheidet, kann das Finanzamt eigentlich tun und lassen, was es will. Wären wir "Ersttäter" würde es wohl auch schon absolut ausreichend sein, einfach nur die Schulden zu begleichen.
Die größeren Hürden kommen meiner Meinung nach erst danach: Was machen wir mit dem Antrag von K+R? Kann man den zurücknehmen (wenn überhaupt sicherlich nur, wenn K+R nicht mehr im Vorstand sind)? Oder können wird die Insolvenzgründe beseitigen?
Und mit Krankenkasse und BG droht denke ich auch sehr bald größeres Ungemach...