Aus einer superstabilen Abwehr das Spiel mit viel Ballbesitz kontrollieren und dann mit wenigen Stationen den Ball schnell in die Spitze bringen ist vom Grunde her ja durchaus erfolgsversprechend. So verstehe ich zumindest Wiesingers Vorstellung von Fußball. Das Problem dabei ist allerdings, das man für so ein System gerade im Mittelfeld laufstarke Spieler benötigt, die bei hohem Tempo auch mal einen Zweikampf gewinnen und dazu noch genaue Pässe spielen können. Kefkir war bis zu seiner roten Karte so ein Spieler, danach hat das eh schon dürftige Offensivspiel nochmal deutlich an Schwung verloren. Warum Kefkir seitdem so nachgelassen hat, ist mir völlig unverständlich. Spieler wie Chessa, Dörfler, Krempicki oder Rüter haben zwar viele gute Ansätze, scheitern aber in vielen Situationen an der Genauigkeit im Abschluss. Vielleicht ist das ja letztlich auch der Grund, warum es diese Spieler eben nicht bis ganz nach oben geschafft haben. Wenn man mit einem komplett neuen Team nach der Hälfte der Saison in der Tabelle weit oben steht hat der Trainer sicherlich nicht so viel falsch gemacht und sich ein gewisses Vertrauen verdient. Ein guter Trainer sollte allerdings auch in der Lage sein, das Spielsystem so anzupassen, dass die vorhandenen Spieler dieses auch umsetzen können. Wenn Wiesinger hier nicht sehr bald reagiert und einige wesentliche Umstellungen vornimmt dürfte es mit Blick auf das Ziel Aufstieg in dieser Saison wirklich schwer werden. Ich würde allerdings auch nicht ausschließen, dass Wiesingers Taktik von Ponomarev bisher weitestgehend mitgetragen wird. Bei einer eher längerfristig ausgelegten Strategie ist Stabilität auf der Trainerbank absolute Grundvoraussetzung. Es würde mich daher nicht wundern, wenn man jetzt erst einmal so weitermacht und dann in der nächsten Saison insbesondere das Mittelfeld mit Spielern, die Wiesingers System besser umsetzen können, ergänzt wird.
In der 3.Liga würde sich der Schnitt irgendwo bei 3000 einpegeln, mehr ist nach der langen Zeit im Niemandsland, ohne großen Fanzuwachs und der für die Außendarstellung katastrophalen Lakis Zeit erst einmal nicht drin. Wie Elvis schon schreibt bräuchte man in Krefeld und der näheren Umgebung neben sportlichem Erfolg im Prinzip eine umfassende Präsenz in den Medien und im Straßenbild. Und das alles möglichst über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Einzelne Maßnahmen verpuffen da eher, wie das Beispiel aus Wuppertal zeigt. Da diese Dinge aber extrem teuer sind kann ich mir kaum vorstellen, dass vor einem eventuellen Aufstieg in die 2.Liga jemand dieses Geld in die Hand nimmt. Die Grotenburg für Liga 3 fitzumachen wird allein schon eine große Hürde. Aber mal schauen....der aktuellen Vereinsführung ist einiges zuzutrauen.
Auch wenn es manchmal vielleicht nicht den Anschein hat sollte man nicht vergessen, dass immer noch die große Mehrheit derer, die hier ihre Meinung kund tun, durchaus differenzieren können. Was natürlich heißt, dass es nicht unterschiedliche Meinungen geben kann. Bei den 3-4 ewigen Schwarz-Weiß Malern fehlt es halt auch irgendwo an der Qualität zwischen den Ohren, um über den eigenen schmalen Tellerrand mal hinauszusehen. Muss man nicht jedes mal drauf eingehen.
Man hat heute wieder deutlich gesehen, dass es nicht am Spielsystem liegt, das der KFC so wenige Tore schießt. Die Abwehr ist so stark, dass sich sogar mancher 2.Ligist die Zähne daran ausbeißen würde. Im Mittelfeld werden viele Zweikämpfe gewonnen und der Ball rollt eigentlich die meiste Zeit ganz gut. Das Problem ist einfach, dass es vorne viel zu wenige Anspielstationen gibt und das Spiel statisch wirkt. Die Folge ist, dass der Ball dann zu oft wieder quer oder zurück gespielt wird.
Was mometan auch etwas fehlt, sind impulsive Einzelaktionen, wie man sie von Kefkir, Chessa oder Krempicki ab und an schon gesehen hat und die das ganze Team mitreißen können. Bei fast jedem Flankenlauf oder Dribbling durch die Abwehr fehlt am Ende aber das letzte bisschen Konzentration und Genauigkeit. Leider zieht sich dieses Problem nun schon durch die ganze Saison.
Ich hatte heute insbesondere in Halbzeit 1 wie schon in Oberhausen den Eindruck, dass da 11 technisch und taktisch richtig gut ausgebildete Fußballer auf dem Platz stehen, aber irgendwie fehlt noch der ein oder andere Arbeiter und Antreiber. Typen halt, die nicht unbedingt mit dem größten Talent gesegnet sind aber eine Hackordnung im Team bilden können. Vielleicht kann ja Christian Müller zukünftig so eine Rolle übernehmen.
So ist das. Regelmäßig zu einem Verein geht man wahrscheinlich nur, wenn eine gewachsene Identifikation besteht, die schon in jüngeren Jahren entstanden ist. Leider hat der KFC da in den letzten 20 Jahren eine ziemlich große Lücke und wenig Fan-Nachwuchs produziert. Wenn man es schafft, in den nächsten Jahren konstant und ohne große Krisen zu arbeiten und sich auch der sportliche Erfolg einstellt, wird sich daran vielleicht etwas ändern. Wobei der Zeithorizont vermutlich eher bei 5 und mehr Jahren liegt als bei 2-3 Jahren.
700 Zuschauer mehr machen Einnahmen- und Sponsorentechnisch sicher nicht den großen Unterschied, sagen aber bei den Randbedingungen am Samstag - Tabellenführer, gutes letztes Spiel, beste Uhrzeit, bestes Fussballwetter - doch einiges über den Stellenwert des KFC in Krefeld aus. Uninteressante Gegner oder defensiver Fussball sind da m.M. nur vorgeschobene Gründe, die nur einen kleinen Teil ausmachen. Ich möchte nicht wissen, wie viele Krefelder jedes Wochenende nach Gladbach, Schalke oder Dortmund fahren.
Klar, kurzfristig könnte man damit sicherlich was bewegen und die Zuschauerzahlen ein bisschen hochschrauben. Wenn man sich allerdings mal an die erfolgreichen ersten Jahre nach dem Aufstieg in den 80ern erinnert, dann war es damals schon - trotz erfolgreichem Offensivfußball - schwierig, die Krefelder für Uerdingen zu begeistern. Die Zuschauerzahlen lagen selbst in Zeiten des Profifußballs immer schon deutlich unter dem Durchschnitt. In jüngeren Zeiten haben natürlich die Abstiege und vor allem die ‚Skandälchen’ während der Lakis-Zeit diese Situation nicht eben verbessert. An der Westparkstraße sieht die Situation ja auch nicht wesentlich besser aus. Für den Anspruch, eine ‚Eishockeystadt‘ zu sein, sind die Zuschauerzahlen auch dort zu gering. Insgesamt ist das Krefelder Publikum m.M. sehr schwierig, was vielleicht mit mangelnder Identifikation, unrealistischen Ansprüchen und vor allem zu vielen Alternativen im Umland zu tun hat.
Vielleicht hat das Verschwinden in der Kabine ja auch einfach mit der Selbsterkenntnis zu tun, dass man es heute eigentlich nicht verdient hat, sich gross feiern zu lassen.
Wer anderen, die versuchen, ein Spiel halbwegs sachlich zu analysieren, einen Dachschaden attestiert....der muss -gelinde gesagt - mental schon ziemlich betroffen sein. Mein Beileid!
Die Mannschaft hat bisher vieles richtig gemacht. Heute dagegen gibt es wirklich nichts schönzureden, dass war vielleicht das schlechteste Spiel der Saison. Von der ersten Minute an haben Wille und Laufbereitschaft gefehlt, so einen Gegner an die Wand zu spielen. Das Hin- und Hergeschiebe hat auch nichts mit defensiver Spielweise zu tun, da haben schlichtweg die Anspielstationen gefehlt. Gut auch zu sehen, dass es im Prinzip egal ist, wer auf dem Platz steht, wenn die Einstellung nicht stimmt und die Mannschaft an so einem Tag nicht funktioniert. Der Trainer wird das auf jeden Fall richtig analysieren.
Na ja, trotzdem.....gewonnen, Tabellenführer, die Sonne scheint...es gibt schlechtere Tage
Überlesen, ignorieren und vor allem....bemitleiden! Die Nörglerei hört bei solchen Menschen meistens ja nicht bei so etwas nebensächlichem wie Fußball auf. Wer möchte schon so leben?
Eine attraktive Spielweise zeichnet sich letztlich ja nicht nur durch eine mehr defensive oder mehr offensive Ausrichtung aus. Viel wichtiger ist es, dass Tempo über die gesamt Spieldauer hochzuhalten und vor allem müssen die Pässe dann ankommen. Gerade diese beiden Punkte, an denen es momentan einfach noch mangelt, sind aber sehr an das funktionierende Zusammenspiel der Mannschaft gekoppelt. Selbst mit Zweit- und Drittligaspielern lässt sich das nicht von heute auf morgen umsetzen. Mein Eindruck ist aber, dass die Mannschaft durchaus Potential hat, zukünftig so einen Fußball zu spielen.
Und 90 Minuten Offensivfußball allein werden sicherlich nicht für mehr Zuschauer sorgen, wenn man sich am Ende wieder einen Konter fängt und das Spiel verliert.
Da der KFC beim Spielermaterial für diese Saison überwiegend in die Defensive investiert hat und dazu ein Trainer verpflichtet wurde, der in den letzten Jahren - durchaus erfolgreich - für seine defensive Spielweise bekannt war sollte es doch eigentlich keine Überraschung sein, dass der KFC nun auch eher defensiv ausgerichtet ist und nicht mit Hurra Fußball über die Regionalliga herfällt. Ob das von schnellem Erfolg gekrönt sein wird muss man abwarten, grundsätzlich ist diese Ausrichtung aber sicherlich nicht so verkehrt. Wenn man es dann schaffen sollte, ein schnelles Konterspiel aufzuziehen, wird das früher oder später auch erfolgreich sein. In der Umsetzung hapert es bisher halt noch am Verständnis für die Laufwege der Mitspieler, was man in Bonn deutlich gesehen hat.....und nach den bisherigen Auftritten zu urteilen an einem echten Knipser. Vom Typ her ist Reichwein so einer, die Torchancen sind ja da. Allerdings muss man im Verlauf der Hinrunde sehen, ob er noch auf Touren kommt und nicht doch Musculus die bessere Alternative ist.
Tolles Ergebnis, allerdings leider auch eine beschämende Zuschauerzahl. Selbst die anderen kleinen Mannschaften hatten am ersten Spieltag mehr als doppelt so viele Zuschauer.
Tolles Ergebnis, allerdings leider auch eine beschämende Zuschauerzahl. Selbst die anderen kleinen Mannschaften hatten am ersten Spieltag mehr als doppelt so viele Zuschauer.
solche Kommentare, die auf die Frustrationstoleranz eines Kleinkindes schließen lassen geben einem wirklich schwachen Spiel am Ende wenigstens noch eine etwas humoristische Note.....
Da schaut man nach einem richtig guten Test gegen einen Bundesligisten ins Forum und in gefühlt jedem Kommentar wird erst einmal über das Catering gemeckert. Ziemlich schade... ?(
Die einzige Schlußfolgerung daraus ist ja nun die, dass der neue Trainer weder Maurice Schumacher noch den anderen neu verpflichteten Torhütern ausreichende Qualität für den Aufstieg zutraut. Das ist natürlich ein absoluter Schlag ins Genick für denjenigen, der den Kader vor der Verpflichtung von Michael Wiesinger zusammengestellt hat.
Der einzige Schluß, den man aus der momentanen Situation ziehen kann ist der, dass es in der ´alten´ Mannschaft tatsächlich so rumort, dass man den größten Teil - unabhängig vom sportlichen Wert für das Team - nur noch austauschen kann, will man einen totalen Fehlschuss in der nächsten Saison vermeiden. Hat sich ja leider bereits seit einigen Wochen so angekündigt.
Sollte es so kommen hätte der KFC mit Pawlak, Achenbach und Rankl praktisch sein komplettes Gesicht der Aufstiegssaison verloren. Auch wenn die Gründe vielleicht nachvollziehbar sind....Schade ist es allemal, zur Identifikation trägt es wohl kaum bei und ein kompletter Neubeginn nach dem Aufstieg birgt auch wieder Risiken.