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Antrag auf Insolvenz ·

Gerade in der jetzigen Lage hätten bzw. haben Platzer und Eser die Gelegenheit, die Insolvenz binnen kurzer Frist abzuwenden. Der vorläufige Insolvenzverwalter hat Möglichkeiten sehr einfach an alle Informationen zu kommen, die angeblich bisher von anderen oder ehemaligen Vorständen zurückgehalten worden sein sollen. Dann weiß man wie viel frisches Geld fehlt, um alle externen Gläubiger zu bezahlen - sagen wir mal 1 Mio und wie viel Geld Eser langfristig stunden muss oder nur einen Besserungsschein oder sowas für seine Darlehen erhält. Und die Kosten bis zum Saisonende. Dann kann man alles auf ein Treuhandkonto parken mit dem Vorbehalt, dass es nur zur Auszahlung gelangen darf wenn die Voraussetzungen vorliegen, dass keine Insolvenz eröffnet werden muss und dass der Vorstand gewechselt wird. Und na klar müssen Platzer und Eser damit die Fehler der Vergangenheit mit bezahlen. Aber das haben sie ja auch immer behauptet - wenn sie sagen, es geht auch ohne Insolvenz. Dann kommt es eben nicht darauf an, wer irgendwan was verschuldet hat sondern nur wie der Insolvenzzustand wieder behoben wird. Und das ist jetzt die Gelegenheit. Denn gepfändet werden darf jetzt nix mehr.

Oder man akzeptiert die Insolvenz und stellt ein Konzept für die Zukunft auf. Wie spielt man die Saison zu Ende? Was kann oder will man den Gläubigern anbieten, um einem Insolvenzplan zuzustimmen? Etat für die Saison 25/26 ? RL und oder OL? Und das kann JW mit seinem Team ja genauso planen.

Antrag auf Insolvenz ·

Leute, die Insolvenz ist nicht das Ergebnis oder gar Ziel einer Intrige irgendwelcher dunklen Strippenzieher. Sondern sie ist das Ergebnis von mindestens anderthalb Jahren gravierendem Mismanagements, finanzieller Fehlentscheidungen und Augen verschließen vor dem Offensichtlichen: Die Kohle reicht nicht. Und das nicht erst seit ein paar Wochen sondern schon nicht mehr seit DasBob im Jahr 2023 sein Sponsoringversprechen nicht einhalten konnte. Verantwortlich dafür der Verwaltungsrat und wechselnde Vorstände.

Jetzt ist die Gelegenheit für einen Neustart. Entweder, indem man zügig das Geld aufbringt, um den Schuldenberg kurzfristig zu tilgen und zwar nachhaltig. Oder indem man die Schulden über die Insolvenz los wird und dann schuldenfrei in die Saison 25/26 geht. Und ob das in der Regionalliga oder Oberliga ist, ist fast zweitrangig. Denn besser als die Alternative Kreisliga allemal.

Antrag auf Insolvenz ·

Das wird jedenfalls Bewegung in die Sache bringen, so oder so. Es ist noch keine Entscheidung über die Insolvenzeröffnung. Das Gute ist, dass ein neutraler Dritter jetzt das faktische Sagen hat, Kassensturz machen kann und man weiß wie hoch die offenen Schulden aktuell wirklich sind. Und der auch schnell ermitteln kann wie viel Kohle gerade wirklich da ist. Und gemeinsam mit dem Vorstand klären kann wie teuer es bis Saisonende an laufenden Kosten wird.

Dann kann man Platzer & Eser eine Zahl nennen wie viel Geld sie auf den Tisch legen müssen, damit sich die Insolvenz vor Eröffnung wieder erledigt. Oder man kann mit wem auch immer ein Konzept für die neue Saison planen. Jedenfalls gerät Bewegung in die Sache und die Hängepartie mit den wechselseitigen Schuldzuweisungen wird sich jetzt zügig auflösen, weil Transparenz so oder so geschaffen werden wird. Übrigens sind auch alle Pfändungen ab sofort nicht mehr möglich. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird ein separates Konto einrichten, auf das Sponsoren Geld einzahlen können ohne dass es gepfändet werden darf.

AoMV 30.01.2025 ·

Die Insolvenz ist kein Konzept sondern ein - offenbar schon länger bestehender - rechtlich relevanter Zustand, der den Vorstand verpflichtet, einen Insolvenzantrag zu stellen, um persönliche Haftung oder gar Strafbarkeit zu vermeiden.

Ein Konzept kann sein wie man gedenkt, die bereits eingetretene Insolvenz wieder (nachhaltig) zu beseitigen. Ein mehr als ambitioniertes und teures Vorhaben aber natürlich sportlich wünschenswert. Ob P & E das wuppen können?

Ein anderes Konzept kann sein wie man gedenkt, eine eröffnete Insolvenz bei Zeiten wieder über einen Insolvenzplan zu beenden. Also was sollen die Gläubiger bekommen? 5 %? 10 % ? 20 % ? Und in welcher Liga will man 25/26 mit welchem Etat antreten? Gibt es dazu schon konkrete Ideen? Personell & finanziell?

Aber nochmal, ein Insolvenzantrag ist eine gesetzliche Pflicht und keine „Handlungsoption“ und schon gar kein „Konzept“.

Das Finanzamt muss nach voller Zahlung entscheiden, ob es am Antrag festhält und eine Bestätigung braucht, dass keine Insolvenzlage mehr besteht. Oder es nach Zahlung den Antrag einfach für erledigt erklärt. Dafür braucht man sowohl ein gutes finanzielles als auch personelles Konzept. Und negative Presse hilft nicht.

Ebenso bei der Insolvenz. Wirtschaftlich wird es nicht schwer sein, bei einem Insolvenzplan das Szenario Abwicklung zu schlagen. Aber Support beim Neustart bekommt eher ein Verein, der sich geschlossen zeigt als bei heftig zerstrittenen Fanlagern.

Übrigens wird es weder beim Finanzamt noch sonstigen Gläubigern gut ankommen, wenn sich die Fanlager hier gegenseitig beschimpfen und herabwürdigen. Das ist Sandkastenniveau "Der da hat aber zuerst mit Sand geschmissen und beleidigt, mimimi". Es geht gerade um die Existenz des Vereins. Und hier gibt es einmal den ambitionierten Weg, alle Schulden kurzfristig durch Zahlung oder langfristige Stundung zu beseitigen und die eingetretene Insolvenz doch noch abzuwenden und idealerweise auch den Klasssenerhalt zu schaffen. Dafür müssen Platzer / Eser allerdings viel Geld in die Hand und einige Risiken in Kauf nehmen - Stichwort: In Vorleistung gehen. Wenn es klappt dürften ihnen Mehrheiten auf absehbare Zeit sicher sein und der allseitiger Dank selbst der kritischsten Kritiker. Und auch der andere Weg der Insolvenz, der aktuell deutlich wahrscheinlicher ist bei offenen Posten in 7-stelliger Höhe muss nicht das Ende bedeuten. Sofern sich Verein und Fanszene allerdings nicht im Griff haben und jedes Sanierungskonzept im Rahmen einer Insolvenz ausschließen oder torpedieren wird das auch nicht funktionieren. Dann gibt es wirklich bald den KFC 2025 e.V. in der Kreisliga C und es interessiert dann auch niemanden mehr. Also in der Sache streiten aber hinter der notleidenden Mannschaft stehen, die übrigens in einer Insolvenz jedenfalls für 3 Monate Insolvenzgeld bekommen würde.

Ich glaube ein wichtiger Schritt für alle wäre es, emotional einen Schritt zurück zu drehen. Ich unterstelle niemandem der handelnden Personen heute oder früher, dass sie den Verein "plattmachen" wollen.

Es gibt einfach ein streitiges Sachthema und zwar eine aktuell bestehende Insolvenzsituation.

Ein Teil glaubt / hofft, man kann diese noch abwenden. Das kostet mit Sicherheit viel Geld und beinhaltet für die Zahlenden gewisse Risiken, dass sie in Vorleistung gehen müssen und Darlehen vielleicht nie zurückbekommen. Höchst ehrenwert, falls man trotzdem dazu bereit sein sollte. Und es spricht nichts dagegen, dass man diese Chance ernsthaft prüfen und idealerweise umsetzen sollte. Wenn Bereitschaft und Kohle da sind.

Ein anderer Teil hält die Insolvenz für alternativlos, weil sie eben aktuell evident besteht und man von niemandem ernsthaft erwarten kann, einen vermutlich 7-stelligen Betrag kurzfristig aufzubringen, um das Szenario noch abzuwenden. Diese Haltung mag weniger populär sein und natürlich ist die Insolvenz auch mit Risiken verbunden. Aber die Haltung Insolvenz = automatisches Ende des Vereins jenseits der Kreisliga ist auch falsch. Es kommt in beiden Varianten darauf an, dass es ein tragfähiges personelles und finanzielles Konzept gibt. Bei der Variante ohne Insolvenz muss das eben schon deutlich schneller stehen und kostet vermutlich auch deutlich mehr Geld. Aber hätte natürlich den Vorteil, dass keine 9 Punkte weg sind und man sich die Chance erhält, kommende Saison in der Regionalliga zu spielen. Bei der anderen Variante spielt der Verein zu 60 % Oberliga, zu 20 % weiter Regionalliga oder - weil es niemand auf die Reihe kriegt ein vernünftiges Konzept hinzubekommen - zu 20 % dann doch Kreisliga.

Waren die lebenslangen DK-Inhaber nicht schon von den Insolvenzen der GmbH und des e.V. im Jahr 2021 betroffen? Allenfalls neue Karten dieser Kategorie könnten dann mitstimmen.

Beim Insolvenzplan kommt es wie gesagt darauf an, dass niemand benachteiligt werden darf gegenüber Regelabwicklung und idealerweise schneller mehr Geld bekommt. Vergleichsmaßstab ist dann die Quote bei einer Abwicklung. Wenn die 2 % wäre reichen schon 3 % Quote beim Plan für eine Besserstellung. Aufgrund der einschlägigen KFC-Historie wäre allerdings vermutlich eine Quote von mindestens 10 % notwendig, um sich Wohlwollen zu kaufen. Wirtschaftlich denkende private Gläubiger werden dazu kaum Nein sagen. Bei öffentlichen Gläubigern wie der Finanzverwaltung wird es vor allem auf ein schlüssiges personelles und finanzielles Konzept ankommen. Ob da JW, ME oder sonstwer hinter steht ist denen erst einmal ziemlich egal. Hauptsache das zugesagte Geld ist nachweislich vorhanden und nicht ein Luftschloss a la "DasBob". Und man plant auch die Ausgabenseite realistisch und es reicht für ein Plus.

Antrag auf Insolvenz ·

Das wäre in der Tat ein plausibler Weg, um eine Insolvenz wieder abzuwenden.

Du musst halt die eingetretenen Insolvenzgründe beseitigen:

  1. 1. Zahlungsunfähigkeit durch Bezahlung und/oder (langfristige) Stundung aller fälligen Verbindlichkeiten

  2. 2. Überschuldung durch a) Wiederherstellung einer derzeit nicht gegebenen Zahlungsunfähigkeit (siehe 1.) und b) einer Finanzplanung aus der hervorgeht, dass der Verein jedenfallls für die nächsten 12 Monate (also mindestens bis Ende Januar 2026) vollständig durchfinanziert ist.

Wenn Herr Eser & sein Team dazu bereit und in der Lage sind wäre das natürlich prima. Aber vermutlich auch ziemlich teuer. Deine Berechnung klingt auf Basis der Veröffentlichungen plausibel. Sprich 1 Mio frisches Geld + die 500.000 gemeinsam mit dem neuen Geld in ein sehr langfristiges Darlehen umwandeln.

Dann ist nur zu klären wie hoch der tatsächliche Fehlbetrag wirklich ist und ob man das Geld wirklich kurzfristig auf den Tisch legen kann und will. Drücke die Daumen.

Im Rahmen des zunächst startenden Eröffnungsverfahrens wird der vom Gericht eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter sich sehr schnell einen Überblick über die Schulden verschaffen können. Dann wissen wir, ob es aktuell 1 Millionen oder 2 Millionen sind. Und wie viel bis Ende der Saison fehlt. Und der vorläufige Insolvenzverwalter hat übrigens auch sehr viele umfassende Auskunftsansprüche, falls irgendwer nicht mitwirken sollte oder Dinge verheimlichen will. Bis hin zu Haftanordnungen wenn es sein muss und jemand partout nix sagen will. Gilt sowohl für aktuelle als auch ehemalige Vorstände. Und zudem ist es möglich mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter abzustimmen wie viel Geld fehlt, um die Insolvenz doch noch abwenden zu können. Dann wird das Geld auf den Tisch gelegt und es gibt keine Insolvenzeröffnung. Dafür hat man in der Regel etliche Wochen Zeit.

Von wem die 500.000 kommen sollen? Naja, eine Fraktion möchte die Insolvenz bei vermuteten rund 2 Millionen Schulden ja sogar noch abwenden. Dann sollten 25 % der Summe ja ein Klacks sein.

Von anderen "Fraktionen" weiß ich nichts Konkretes. Und vielleicht tun es ja auch10 % Quote im Insolvenzplan und damit 250.000 wenn dafür das Konzept prima ist und man einen glaubwürdigen Neustart hinbekommt. Und wenn ein Verein mit über 2.000 Zuschauern pro Spiel, einer langen Tradition es nicht hinbekommt, solche Summen aufzubringen und immer nur Schulden macht und auf weniger seriöse Heilsbringer reinfällt dann ist vielleicht Kreisliga auch die ehrliche Option.

Genau EUR 400.000 + Verfahrenskosten (sagen wir mal wohlwollend EUR 100.000). Das klingt deutlich günstiger als mit neuem Sponsorengeld erst einmal 2 Mio Altschulden bezahlen zu müssen, um dann weiteres Geld beschaffen zu müssen für den Rest der Saison und die Planung für 2025/2026.

Bei Insolvenzplänen kommt es darauf an den Beteiligten aufzuzeigen was die Alternativen sind. Wenn bei einer Abwicklung des Vereins die Quote zum Beispiel 5 % beträgt und man den Gläubigern bei einem Insolvenzplan 20 % Quote anbietet, finanziert durch Geldgeber wird kaum ein seriöser Gläubiger den Plan ablehnen. Und für öffentliche Gläubiger wie das Finanzamt wird es neben der Quote vor allem darauf ankommen wie die Aussichten für eine halbwegs seriöse Fortführung des Vereins sind, so dass man in zwei Jahren nicht schon wieder die nächste Insolvenz anmelden muss. Ansonsten reicht es, wenn die Mehrheit an Gruppen dem Plan zustimmt. Das Finanzamt kann dabei selbst bei Ablehnung überstimmt werden. Das ist also vor allem eine Frage der Kommunikation und einer nennenswerten Quote. Ein nicht funktionierender Vorstand wie jetzt wird das ganz sicher nicht schaffen. Aber ein seriöses Fortführungskonzept ließe sich selbstverständlich in einen Insolvenzplan einbetten.

Mich würde brennend interessieren warum es angeblich nur die beiden Varianten a) Insolvenz abwenden (kostet vermutlich mehrere Millionen Euro sofern sich niemand weiter strafbar und haftbar machen soll) oder b) Insolvenz durchziehen und den Verein platt machen und Neustart in der Kreisliga geben soll???

Die Logik erschließt sich mir so gar nicht. Klar wäre es wünschenswert, die Insolvenz abzuwenden. Aber bei den Schulden in der Kürze der Zeit klingt das mehr als unrealistisch. Glaube nicht, dass geheime Spontansponsoren in Millionenhöhe nur auf das "go" warten.

Aber die Insolvenz ist halt nicht "optional" sondern eine gesetzliche Pflicht, die vermutlich seit einem Jahr oder mehr von wechselnden Vorständen ignoriert wird. Und mit einem vernünftigen Konzept - finanziell und personell - wäre es natürlich möglich, über einen Insolvenzplan den Verein zu entschulden und in der kommenden Saison schuldenfrei entweder in der Oberliga oder in der Regionalliga anzutreten. Je nachdem, ob man die Finanzierung der Rückrunde gestemmt bekommt und ob es trotz - 9 Punkten für den Klassenerhalt reicht.

Die Diskussionen gehen weiter weitgehend am entscheidenden Aspekt vorbei:

Der Verein hat bereits einen hohen Schuldenberg in die Saison 2024/2025 mitgebracht. Danke an DasBob und den offenbar nicht ansatzweise gedeckten Etat 2023/2024. Die Verantwortung dafür liegt natürlich beim früheren Vorstand. Aber der Verein war ziemlich offensichtlich schon damals insolvenzreif und damit auch insolvenzantragpflichtig, sofern ihn niemand finanziell sanieren konnte. Dann kamen Eser und Platzer im Sommer 2024 dazu. Der Etat 2024/2025 stand damals vermutlich nur in den Grundzügen. Eser hat dazu beigetragen, den zugegeben recht dünnen Kader aufzustocken und RL-tauglich zu machen. Allerdings auch deutlich teurer. Offenbar sind zwar Gehälter aber keine Steuern und Sozialabgaben gezahlt worden. Das gehört allerdings auch dazu.

Nun stellt sich einzig die Frage wie man gedenkt einen vermutlich deutlich 7-stelligen Schuldenberg in wenigen Tagen / Wochen auf 0 zu setzen UND zugleich die Kosten für den Rest dieser Saison zu decken. Egal wer es früher verbockt hat - das wäre nun allein die Frage an Eser und Platzer und ihren sehr ambitionierten Plan ohne Insolvenz. Mit Insolvenz stellt sich die Frage, ob man die Mehrheit der Gläubiger zu einem nochmaligen Insolvenzplan bewegen kann. Das hängt a) an einem schlüssigen Konzept für die Zukunft (wer führt zukünftig den Verein mit welchem Etat in welcher Liga?) und b) an einem vernünftigen Quotenangebot an die Gläubiger.

Was frühere Vorstände alles falsch gemacht haben und warum der VWR auf falsche Pferde gesetzt hat ist aktuell sowas von egal. Es gibt nur Insolvenz abwenden mit sehr viel Geld sehr kurzfristig. Oder Insolvenz durchführen mit immer noch viel Geld und etwas weniger kurzfristig. Oder den Verein zumachen und neu gründen in der Kreisliga, was vermutlich niemand will.

Eine Insolvenz in Eigenverwaltung (§ 270 ff. InsO) ist hier ausgeschlossen. Dafür dürften keine nennenswerten Rückstände bestehen, insbesondere nicht bei Krankenkassen und Finanzbehörden. Der Eigenantrag auf Insolvenz ist lediglich die lange überfällige Erfüllung einer gesetzlichen Pflicht (§ 42 BGB). Es gibt also nur die Option "Regelinsolvenzverfahren" unter Leitung eines zunächst vorläufigen und später endgültigen Insolvenzverwalters, der - mit hoffentlich seriösen Geldgebern im Rücken - einen Insolvenzplan ausarbeitet, dem die Mehrheit der Gläubiger zustimmt und den Weg für einen Neustart freimacht.

Oder es gibt Geldgeber, die den aktuellen Zustand nachhaltig beseitigen und die bereit sind in Vorleistung zu gehen. Dann ginge es auch ohne Insolvenz wäre aber vermutlich deutlich teurer.

Am Wichtigsten ist aber ein schlüssiges Finanzkonzept für beide Szenarien.

Das Entscheidende ist eine seriöse Finanzplanung.

Darin steht 1. wie hoch die aufgelaufenen Schulden per heute sind und 2. durch welche Mittel sie kurzfristig bezahlt werden sollen. Und das ist ja nicht nur das Finanzamt. Sofern einzelne Gläubiger bereit sind auf Forderungen zu verzichten oder diese dauerhaft zu stunden kann man die natürlich abziehen muss sie aber konkret benennen.

Und 3. muss aus der konkreten Planung hervorgehen wie teuer es wird, den Rest der Saison zu spielen und dass auch dafür genug Geld zur Verfügung steht.

Da eine Insolvenz ein tatsächlicher Zustand und kein optionales Wunschkonzert ist, wird die "es geht ohne Insolvenz Fraktion" in Vorleistung gehen müssen. Wenn es ihr aber tatsächlich gelingt, die Schieflage zu beseitigen, dürfte ihnen die Mehrheit auf einer MV in baldiger Zeit sicher sein. Es dürfte halt nur ein teures und ambitioniertes Vorhaben sein.

Übrigens kann man auch ein Insolvenzverfahren zur Entschuldung und zum Neustart nutzen. Da müssen nicht 100 % sondern nur eine vertretbare Quote gezahlt werden, damit die Mehrheit der Gläubiger zustimmt. Einstimmigkeit braucht man nicht. Und wenn zum Beispiel die angebotene Quote bei 20 % liegt wird kaum ein Gläubiger ablehnen wenn er bei einer Auflösung des Vereins vermutlich deutlich weniger bekäme. Mal losgelöst von der persönlichen Haftung der handelnden Vorstände, die eh dran sind, jedenfalls so lange wie die Insolvenzreife schon besteht.

Lieber nicht über den Insolvenz-Elefanten im Raum sprechen…Wie hoch sind die Schulden? Wo kommt die Kohle her diese zu bezahlen und wann? Und falls zu hoch, wie will man die Insolvenz bewältigen?

Thomas Platzer ·

Um eine Insolvenz abzuwenden muss man natürlich fast auf den Euro genau wissen, wie hoch die Schuldenlast ist. Sind es 2 Millionen Euro? Mehr? Weniger? Was ist mit den Kosten bis Ende der Saison? Liegen dem Team Platzer/Eser alle notwendigen Informationen vor? Ohne die wird es nicht gehen.

Sehr spannend wäre es sodann zu erfahren wie man gedenkt, einen vom Gericht bestellten Insolvenzexperten dazu zu bewegen, dem Verein zu bescheinigen, dass er nicht (mehr) zahlungsunfähig und auch nicht mehr überschuldet ist. Dafür wird man in kurzer Zeit sehr viel Geld aufbringen müssen. Denn die bloße Rücknahme des Antrags der zwei Vorstände reicht nicht aus. Den Antrag vom Finanzamt bekommt man nur weg, wenn man 1. die Steuerforderungen allesamt bezahlt und (!) 2. das Finanzamt entweder nicht mehr am Antrag festhält (nach der Vorgeschichte sehr unwahrscheinlich) oder der vom Gericht eingesetzte Experte auf Verlangen des Finanzamts bestätigt, dass alle Schulden bezahlt oder erlassen worden sind und auch der Rest der Saison vollständig durchfinanziert ist. Wenn das niemand bestätigen kann kommt es nämlich trotzdem zur Insolvenzeröffnung. Hier zählen jetzt wirklich nur harte Fakten und eine große Menge Cash.

Also geht es tatsächlich darum nach vorne zu schauen. Warum es so gekommen ist kann man dann in Ruhe aufarbeiten.

Es ist ja völlig ok und berechtigt, einen riesigen Hals zu haben. Und es gibt wohl keinen Verein in den ersten 4 Ligen in Deutschland, der in den letzten beiden Jahren so schlecht geführt worden ist wie dieser.

Aber das Ergebnis dieser Misswirtschaft ist eine evidente Insolvenzreife mit allen möglichen gesetzlichen Pflichten, die man halt nicht wegbeten kann. Die Insolvenzantragspflicht ist dabei wie schon öfter gesagt nicht irgendetwas Taktisches oder Optionales sondern eine gesetzliche Verpflichtung auf Basis von Fakten. Und bereits der Insolvenzantrag des Finanzamtes und der Umstand, dass offenbar sämtliche in Deutschland bestehende Konten gepfändet zu sein scheinen zeigt, dass es nur 2 Varianten gibt:

Die realistische Variante ist ein Insolvenzverfahren, mit dem man erst einmal Zeit gewinnt und über das man die Schulden alle loswerden kann. Den Verein gibt es aber nur, wenn irgendwer dem Insolvenzverwalter ein tragfähiges Zukunftskonzept vorlegt, das von den Vereinsmitgliedern auch mitgetragen wird. Und natürlich auch einen personellen Neustart in Vorstand und Verwaltungsrat. Gibt es das nicht, also weder personell oder finanziell ein tragfähiges Konzept für die Zukunft dürfte es das gewesen sein. Mit einem solchen Konzept wird man die Gläubiger überzeugen und einen Neustart hinbekommen. Und über einen Insolvenzplan zur neuen Saison schuldenfrei sein, egal ob das in der Oberliga oder in der Regionalliga ist.

Die vermutlich unrealistische Variante ist ein weißer Ritter, der mit 2 Millionen Euro in Cash oder vermutlich mehr in den nächsten Tagen um die Ecke kommen müsste, um die objektiv mit Sicherheit bestehende Insolvenz zu beseitigen und sicherstellt, dass auch der Rest der Saison durchfinanziert ist. Da reden wir aber über Tage und nicht über Wochen oder gar Monate. Und es helfen auch keine Beschwerden über andere Personen sondern einfach nur ein 7-stelliger Geldbetrag, der in den nächsten Tagen da sein müsste.

Zwischen diesen beiden Varianten gibt es nichts - egal wie wünschenswert das wäre oder was die meisten Fans oder Nutzer in diesem Forum darüber denken.

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