Die Antwort ist doch relativ einfach. Andere Vereine haben sicherlich weniger Einnahmen, geben aber nur das aus, was auch wirklich da ist. Der KFC ist dagegen seit Jahren von Geldgebern abhängig, die entweder unzuverlässig sind oder sich am Rande der Legalität bewegen. Das geht dann immer mal eine Zeit lang gut, bis das Kartenhaus wieder in sich zusammenbricht. Die tatsächlichen, planbaren finanziellen Mittel sind deutlich geringer, als es den Anschein hat. Mit dem Vorteil, der zwar aus Zuschauereinnahmen da ist, kann man aber alleine keine Regionalliga finanzieren.
Wenn die Fans auch einen ambitionslosen Ober-/Landesligisten unterstützen würden, macht eine Rettung vielleicht nochmal Sinn. Leider liegt aber genau dort das Hauptproblem. Bis auf ein paar wenige gibt es doch kaum jemanden, der den KFC dauerhaft im Amateurbereich sehen will und auch bei einem mehrjährigen Neuaufbau dabei bleiben würde.
Die Erwartungen, welche von außen an den Verein herangetragen werden, sind seit dem Ausstieg von Bayer einfach fernab jeglicher finanziellen Realität. Bei jeder Schwächephase wird gleich alles in Frage gestellt und Spieler und Trainer werden auf das Übelste beschimpft. Jede Saison geht der Blick nur nach oben, weil der tolle KFC, der nicht einmal einen Traingsplatz hat, ja eigentlich in den Profifußball gehört.
Bis auf ein paar Trolle will hier sicherlich kein Fan den Verein auflösen. Aber selbst für die, die schon ihr ganzes Leben dabei sind, stellt sich mittlerweile die Frage, was denn überhaupt noch die Alternative ist.
Und das ist auch der Grund, warum spätestens nach der dritten Niederlage wieder die ersten hier schreiben und Trainer und Vorstand in Frage stellen. Mit der Begründung, dass man ja wohl auch mal kritisch sein darf und alle anderen eh nur Fanboys sind.
Und das ist dann auch der Grund, warum dieses Forum gefühlt aus nur noch 5 Leuten besteht.
Aber glücklicherweise scheint der Rest ja ins Stadion zu gehen und die Mannschaft dort zu unterstützen. Zumindest dann, wenn sie es verdient hat.
Ist ja alles richtig. Ich frage mich allerdings, wie so ein ´Profi´ an der Vereinsspitze aussehen soll. Wenn das, was gestern bei den Bayern mit Kahn und Salihamidzic passiert ist, beim KFC geschieht, werden die handelnden Personen sofort als Amateure bezeichnet. Menschen machen Fehler, egal ob im Profi oder Amateurbereich. Es gibt aber auch immer eine Chance, aus Fehlern zu lernen. Ich hätte Damian Raths dieses zugetraut. Das Problem beim KFC ist seit Jahren eine völlig unrealistische Erwartungshaltung in allen Bereichen. Alles soll sofort perfekt laufen, die nächste neu zusammengestellte Mannschaft muss schon im ersten Jahr wieder aufsteigen und jeder Neuzugang ein Knaller sein...und wenn das alles nicht sofort gelingt, wird irgendeine Sau so lange durch´s Dorf getrieben, bis die Situation eskaliert und man wieder von vorne anfängt. Mit dieser Einstellung wird der Verein nie darüber hinauskommen, irgendwo zwischen 4. und 5.Liga zu pendeln.
Der KFC ist in dieser Saison genau wie im letzten Jahr eine zusammengewürfelte Truppe. Wer selber mal Mannschaftssport betrieben hat weiß, wie wichtig eine gewachsene Hirarchie auf dem Platz ist. Von allen respektierte Anführer, die den Rest des Teams in schwierigen Momenten mitziehen...so etwas gibt es beim KFC seit Jahren nicht, weil man in jeder Saison entweder die halbe Mannschaft austauscht oder so hochtrabende Ziele hat, dass der Druck schon am ersten Spieltag riesig ist und die Stimmung nach den ersten Niederlagen kippt. Unter MP hat das am Ende mit sehr viel Geld auch viel Glück funktioniert, eine Garantie sind solche Spieler aber noch lange nicht, nur weil sie schon in höheren Ligen gespielt haben. So lange eine Einheit auf dem Platz steht, sind Dinge wie Gehaltsunterschiede, der eine oder andere unfitte Spieler oder mal ein Fehlgriff bei Neuverpflichtungen verkraftbar, selbst ein Trainer wie Joppe kann dann sogar erfolgreich sein. Beim KFC führen diese Dinge immer gleich zum Chaos. Und das nur, weil einfach keine Zeit gelassen wird, damit sich hier etwas entwickeln kann.
Wenn man mit so einer Mannschaft gegen Sonnsbeck zu Hause verliert, ist man schlecht. Einfach nur schlecht. Egal ob man hundert Chancen hatte. Da gibt es wirklich nichts mehr schönzureden. Alles andere ist vollkommen richtig und beschreibt sehr gut, warum der KFC eben nur ein Oberligist ist. Mit dieser Einstellung rund um den Verein wird sich daran auch so schnell nichts ändern.
Die Mannschaft hat einfach nicht die Qualität, um aufzusteigen. Das Geld für mindestens 2-3 weitere Spieler mit Regionalligaqualität ist auch nicht da. An diesen Tatsachen wird auch ein anderer Trainer in dieser Saison nichts mehr ändern.
Als Kevin Großkreuz hier in Liga 3 aufgeschlagen ist, hatte er eine ähnliche Vita vorzuweisen. Mit der Leistung, die er dann gebracht hat, wäre er nicht einmal mehr in der Oberliga ein Topspieler gewesen. Mal ganz davon abgesehen, was das Gehaltsthema bei so einer Verpflichtung für den Zusammenhalt der Mannschaft bedeutet. In Einzelfällen, wenn man einen solchen Spieler auch charakterlich sehr genau kennt, macht es vielleicht Sinn. Ansonsten sollte der KFC es tunlichst unterlassen, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.
Was der KFC braucht, ist kein neuer Finanzvorstand, Verwaltungsrat, sportlicher Leiter oder Trainer, sondern eine Krefelder Wirtschaft, die hinter dem Verein steht. Da dieses aber weder in der jüngeren Vergangenheit der Fall war noch in der aktuellen Situation, wird erst einmal alles so bleiben, wie es auch schon vor MP war. Es reicht für die Oberliga, wenn alles gut läuft, spielt man oben mit. Die Regionalliga dagegen ist finanziell ohne einen Mäzen oder mehrere große Sponsoren, die nicht nur für Geld sondern auch berufliche Perspektiven sorgen auf Dauer nicht zu stemmen.
Den VR als größtes Übel zu bezeichnen und gleichzeitig die Frage auszublenden, welche Alternative besser gewesen wäre, passt aber irgendwo nicht. Sicherlich kann man dem VR vorwerfen, dass er den Prozess der Lakis Nachfolge nicht wirklich gesteuert hat. Man hätte den Mitgliedern Alternativen - die es durchaus gab - aufzeigen und zur Wahl stellen können. Diese Alternative wäre absehbar allerdings genau das gewesen, was den KFC nun im nächsten Jahr erwartet, nämlich das solide Niemandsland der Oberliga. Mit Glück und guter Arbeit vielleicht auch ein bisschen mehr. Hätte sich bis auf ein paar Ausnahmen irgendjemand für diesen Weg entschieden ? Nach Jahren zwischen Oberliga und Landesliga ? Niemals. Das der VR danach ohne jeden Einfluss sein würde, war bei den bekannten Vorgeschichten von MP aber genauso klar. Und selbst dann, wenn man dieses genauso kommunziert hätte, wäre die Wahl nicht anders ausgegangen. Die Fans und Mitglieder wollten mit großer Mehrheit den sportlichen Erfolg, um jeden Preis. Und genau das kann man dem VR eben nicht vorwerfen.
Macht es Sinn, den KFC mit einem Verein zu vergleichen, der seit mehr als einem Jahrzent fast durchgängig in der Regionalliga spielt ? Und selbst wenn er nur Wiedenbrück heißt...
Es ist vollkommen normal und üblich, dass man sich in einem laufenden Verfahren mit öffentlichen Meldungen soweit wie möglich zurückhält. Für die Fans ist das natürlich unerfreulich. Wenn es hilft, sollte man das in dieser Phase vielleicht aber einfach mal akzeptieren. Danach sieht die Welt - hoffentlich - wieder anders aus. Und ja, dann sollte sich Einiges im Verein ändern.
Willst Du das nicht verstehen oder geht es wie bei Dir immer nur darum, sich über den KFC auszukotzen ?
Die einzige langfristige Struktur derzeit ist dafür zu sorgen, dass Leute wie Du genau das auch noch im nächsten Jahr noch machen können und der KFC dann schuldenfrei und wieder handlungsfähig ist und in der Grotenburg spielen kann.
Sollte das Ziel erreicht werden, hat der Vorstand in wenigen Monaten mehr für den Verein getan, als Du mit Deinen negativen Kommentaren seit Jahren.